Schimmelpilzallergie - Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Schimmelpilzallergie verursacht unterschiedliche allergische Beschwerden. Die Diagnose stellt meist der Dermatologe. Eine Schimmelpilzallergie entwickelt sich, wenn der Patient besonders empfindlich auf Pilzsporen reagiert. Mit einer entsprechenden Behandlung können die Patienten so gut wie beschwerdefrei werden.

Die Entstehung einer Schimmelpilzallergie und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Bei einer Schimmelpilzallergie handelt es sich um eine allergische Reaktion des Immunsystems auf Sporen sowie Bruchtstücke von Schimmelpilzen. Diese können sich sowohl in der Natur, als auch im Wohnraum verbreiten. Je höher dort die Luftfeuchtigkeit sowie die Temperatur, desto höher auch die Belastung.

Ursachen

Schimmelpilze können sowohl eingeatmet als auch mit Nahrungsmitteln verzehrt werden und dann zu den genannten allergischen Symptomen führen. Einige Betroffene reagieren überempfindlich auf einige dieser Schimmelpilzsporen. Je nachdem, gegen welche Sporen der Patient allergisch ist, treten die allergischen Symptome nur zeitweise oder auch das ganze Jahr über auf.

Schimmelpilze lieben das warme und feuchte Klima. Demzufolge findet man sie in der Wohnung in warmen Räumen, wie zum Beispiel im Bad. Aber auch feuchtes Mauerwerk ist ein idealer Nährboden für Schimmel.

Oft bildet sich auch hinter Tapeten eine feuchte Stelle, die dann Nährboden für Schimmelpilze bietet. Empfindliche Patienten atmen die Sporen ein und reagieren dann darauf mit einer Allergie.

Auch über die Lebensmittel gelangen Schimmelpilzsporen in unseren Körper. Schimmelpilze sind dann in verdorbenen Lebensmitteln enthalten oder in Lebensmitteln, die von der Industrie mit verdorbenen Zutaten hergestellt wurden. Des Weiteren können die Sporen in

vorkommen.

Verlauf

Wenn Patienten mit einer Schimmelpilzallergie die Pilzsporen meiden, können sie ein beschwerdefreies Leben führen. Nicht immer ist dies jedoch so einfach möglich.

Die Schimmelpilzallergie ist jedoch eine chronische Erkrankung, die nicht geheilt werden kann. Mit entsprechender Behandlung können die Patienten jedoch fast ein normales Leben führen.

Wird die Schimmelpilzallergie jedoch auf die leichte Schulter genommen und nicht ärztlich behandelt, so kann sich daraus eine asthmatische Erkrankung bis hin zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock entwickeln.

Symptome

Patienten mit einer Schimmelpilzallergie leiden – je nach Art der Allergie - entweder das ganze Jahr über oder auch nur zu bestimmten Zeiten unter verschiedenen Beschwerden. Die Nase ist verstopft, läuft und die Patienten müssen ständig niesen.

Dabei laufen auch die Augen. Zusätzlich husten die Patienten auch. Je nach Art der Allergie haben die Patienten Verdauungsbeschwerden.

Besteht eine schwere Allergie gegen Schimmelpilze, haben die Patienten auch Probleme beim Atmen, was sich auch zu einem Asthma entwickeln kann. Einige Patienten leiden auch unter Migräneattacken.

Liegen schwere Symptome der Schimmelpilzallergie vor, die nicht rechtzeitig behandelt werden, kann sich ein so genannter anaphylaktischer Schock entwickeln, an dem der Patient versterben kann.

Diagnose

Facharzt für die Diagnostik einer Schimmelpilzallergie ist der Hautarzt (Dermatologe). Er befragt den Patienten zuerst nach den genauen Symptomen und wann diese jeweils auftreten. Für den Arzt ist es hilfreich, wenn der Patient bereits ein Allergietagebuch geführt hat, in dem notiert wurde, welche Beschwerden wann auftraten, was gegessen wurde usw.

Um herauszufinden, unter welcher Allergie der Patient leidet, führt der Hautarzt einen Allergietest, meist einen so genannten Prick-Test, durch. Dabei werden dem Patienten verschiedene mögliche Allergie auslösende Substanzen auf den Unterarm getropft.

Jeder Tropfen wird mit einer Lanzette leicht eingeritzt, so dass die Lösung unter die Haut gelangen kann. Reagiert der Betroffene auf einen oder mehrere dieser Stoffe allergisch, so rötet sich die jeweilige Hautstelle. Zusätzlich erfolgt eine Blutabnahme, bei der im Rahmen des so genannten RAST-Testes Antikörper gegen den jeweiligen Stoff nachgewiesen werden können, der zuvor beim Prick-Test zu einer Reaktion geführt hat.

Behandlung

Patienten mit akuten Symptomen einer Schimmelpilzallergie erhalten Medikamente gegen die Allergie, so genannte Antihistaminika, verordnet. Einige Patienten können auch mit einer so genannten Hyposensibilisierungsbehandlung therapiert werden.

Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn der genaue Allergie auslösende Stoff bekannt ist. Im Rahmen einer etwa dreijährigen Behandlung wird dem Patienten diese Substanz in einer minimalen Dosis unter die Haut des Oberarmes gespritzt. Verträgt der Patient die Behandlung gut, wird die Dosis von Sitzung zu Sitzung gesteigert, bis der Patient nach einigen Jahren schließlich nicht mehr mit allergischen Symptomen reagiert.

Am effektivsten ist jedoch die Allergenkarenz; damit ist gemeint, den Kontakt zum Schimmelpilz zu meiden. Handelt es sich dabei um Schimmelbefall in der Wohunung, gilt es, diesen schnellstmöglich zu entfernen. Zudem sollte dafür gesorgt werden, dass die Luftfeuchtigkeit nicht zu sehr ansteigt, denn dies kann zu neuem Befall führen.

Vorbeugung

Vorzubeugen bedeutet ebenfalls, Schimmelpilze zu vermeiden. Dazu ist es oftmals notwendig, den Wohnraum zu wechseln oder komplett zu sanieren. Dies kann mit verschiedensten Maßnahmen geschehen und je nach Ausmaß selbst durchgeführt werden oder von Fachpersonal erledigt werden.

Anschließend ist es wichtig, einer neuen Schimmelpilzbildung vorzubeugen. Dazu muss regelmäßig gelüftet werden.

Auch in Blumentöpfen können sich Schimmelpilze bilden. Besonders im Wohnraum sollte man darauf achten, die Blumen nur mäßig zu gießen, um auch hier einer Schimmelpilzbildung vorzubeugen.

Luftbefeuchter begünstigen die Schimmelbildung; wenn möglich, sollten diese vermieden werden. Zudem sollten Abfalleimer regelmäßig geleert werden.

Um der oralen Aufnahme von Schimmelpilzen vorzubeugen, sollte man Nahrungsmittel stets vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verzehren und auch Gemüse und Obst möglichst frisch zu essen. Bis dahin können viele Lebensmittel am besten im Kühlschrank gelagert werden.

Hebammen empfehlen jungen Müttern ihre Babys mindestens ein halbes Jahr lang voll zu stillen. Anschließend sollte monatsweise eine Stillmahlzeit durch eine Beikostmahlzeit ersetzt werden. Dieses Vorgehen hilft zur Vermeidung von Allergien.

Quellen:

  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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