Kandidose - Ursachen, Symptome und Behandlung

Unter einer Kandidose versteht man eine Pilzinfektion. Hervorgerufen wird sie von Pilzen aus der Gattung Candida.

Je nach Form tritt die Kandidose an der Schleimhaut von Mund(röhre) und Vagina oder an inneren Organen auf

Krankheitsbild

In der Medizin bezeichnet man eine Kandidose auch als

  • Candidiasis
  • Candidosis
  • Kandidamykose
  • mukokutane Candidose oder
  • Soor.

Gemeint sind damit Pilzinfektionen, die von unterschiedlichen Candida-Pilzarten verursacht werden. Dabei handelt es sich vor allem um die Gattung Candida albicans. Eine Kandidose kann sowohl auf der Haut als auch auf der Schleimhaut sowie an inneren Organen auftreten.

Ursachen

Verursacher einer Kandidose sind unterschiedliche Pilze, die jedoch allesamt zur Gattung Candida gehören. Diese wiederum zählt zu den Hefepilzen.

Insgesamt gibt es mehr als 150 Candida-Arten. Besonders verbreitet ist der Subtyp Candida albicans. So kann diese Art auch eine gesunde Haut oder Schleimhaut befallen.

Candida albicans wird zu den opportunistischen Krankheitserregern gezählt. Darunter versteht man Keime, die nur unter bestimmten Umständen Krankheiten hervorrufen.

Dabei handelt es sich zumeist um ein geschwächtes Immunsystem. So kommt es zum Beispiel häufig bei Menschen, die unter Leukämie (Blutkrebs) oder AIDS (HIV) leiden, zu einer Candida-Infektion.

Unterschiedliche Formen

Mediziner unterscheiden bei einer Kandidose zwischen zwei Formen. Dies sind die mukokutane Candidose und die systemische Candidose. Während die mukokutane Candidose die Schleimhaut (Mukosa) von Mundhöhle, Speiseröhre und Vagina befällt, tritt die systemische Candidose an den inneren Organen auf und geht oft mit einer Candidasepsis einher.

Systemische Candidose

Zu den Organen, die von einer systemischen Candidose betroffen sein können, zählen vor allem

Eine systemische Candidose gilt als lebensbedrohlich.

Symptome

Bei einer mukokutanen Candidose kommt es zu örtlich begrenzten Symptomen. Das bedeutet, dass die Pilze lediglich die Haut und die Schleimhaut befallen. Tritt die Kandidose an den Genitalien auf, sprechen Ärzte von Genital-Soor.

Während bei Frauen die Vagina vom Pilzbefall betroffen ist, zeigen sich die Erreger bei Männern an der Eichel oder der Vorhaut des Penis. Unter einer vaginalen Candidose leiden insbesondere Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere oder Frauen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind.

An der Vagina

Bemerkbar macht sich die Kandidose durch das Anschwellen der Vaginalschleimhaut, die zudem gerötet ist. Darüber hinaus treten an der Scheide weißliche Belege mit einem entzündlichen Grund auf. Des Weiteren kann es zu

kommen.

Am Penis

Bei einer Kandidose des Penis leiden die Betroffenen an der Eichel unter Papel- und Pustelbildung. Liegt eine systemische Candidose vor, äußert sich diese nicht immer durch organspezifische Beschwerden, was sie besonders tückisch macht.

Diagnose

Diagnostiziert wird eine Kandidose durch den Nachweis der Candida-Pilze. Dieser erfolgt bei einer mukokutanen Candidose durch die Entnahme eines Abstriches an der Oberfläche der befallenen Haut oder Schleimhaut.

Zur Diagnose einer systemischen Candidose bedarf es allerdings einer Gewebeprobe (Biopsie). Die entnommene Probe schickt der Arzt an ein Labor, wo sie genauestens analysiert wird.

Dazu legt man eine spezielle Pilzkultur an, mit der sich der Erreger dann nachweisen lässt. Besteht Verdacht auf eine Kandidose von Darm oder Nieren, können auch eine Stuhl- oder Urinprobe Aufschlüsse über den Erreger liefern.

Für den Fall einer Candidasepsis (Blutvergiftung) werden mehrere Blutkulturen angelegt, da sich der Erreger im Blut des Patienten befindet. Auf diese Weise bestimmt man die genaue Art des Erregers.

Behandlung

Die Behandlung einer Kandidose hängt von der Form des Pilzbefalls ab. So findet bei einer mukokutanen Candidose nur eine örtlich begrenzte Therapie statt.

Handelt es sich zum Beispiel um Hautsoor, erhält der Patient antimykotische Salben und Pasten, die auf die befallenen Stellen aufgetragen werden. Im Falle von Mundsoor erfolgen dagegen Mundspülungen, während man bei einer vaginalen Candidose Zäpfchen verabreicht.

Zu den bewährten Antimykotika zählen vor allem Amphothericin B und Nystatin. Diese Antipilzmittel eignen sich auch zur oralen Behandlung des Darms.

Wirkstoffe

Für den Fall, dass der Patient Nystatin nicht verträgt, stehen alternativ Miconazol oder Clotrimazol zur Verfügung. Bei einer systemischen Candidose reicht eine örtliche Behandlung nicht aus, sodass eine systemische Therapie im ganzen Körper erfolgen muss.

Zu diesem Zweck verabreicht man dem Patienten Tabletten oder Infusionen. Im Rahmen der systemischen Therapie kommen Antimykotika wie

  • Flucytosin
  • Amphotericin B
  • Fluconazol oder
  • Ketokonazol

zur Anwendung.

Naturheilmittel

Auch die Naturheilkunde hält einige Mittel gegen Kandidose bereit. Schon mit einfachen Hausmitteln kann man dagegen angehen. Geeignet sind mitunter

  • eine Mischung aus Joghurt und Zimt, die man auf die betroffene Stelle aufträgt
  • eine Mischung aus Knoblauch und Wasser, die man jeden Tag trinkt
  • eine Mischung aus Lavendel und Wasser, mit der man die betroffene Stelle spült
  • eine Mischung aus Wasser, Schachtelhalm, Kamille, Bärentraube und Thymian, mit der man die betroffene Stelle spült
  • eine Mischung aus Wasser und Natron, die man auf die betroffene Stelle aufträgt
  • eine Mischung aus Wasser und Lorbeerblättern, die man auf die betroffene Stelle aufträgt
  • eine Mischung aus Wasser und Echinacea, die man jeden Tag trinkt

Quellen:

  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:
Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • Biological experiment © NiDerLander - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema