Parodontitis - Ursachen, Symptome und Behandlung

Verschiedene Ursachen führen zur Entstehung von Parodontitis. Wie die Erkrankung verläuft, hängt davon ab, ob und wann sie behandelt wird. Eine Parodontitis ist auch für einen Laien zu erkennen. Die Diagnose stellt der Zahnarzt.

Die Entstehung einer Parodontitis und wie man die Parodontose erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Bei der Parodontitis handelt es sich um eine Entzündung des Zahnhalteapparts, welche durch einen bakteriellen Zahnbelag in Zahnzwischenräumen sowie am Zahnfleischrand entsteht. Wird dieser Belag (Plaque) nicht entfernt, so bildet sich nach einiger Zeit Zahnstein, was letztendlich die Entzündung hervorruft.

Das Tückische an der Parodontitis ist ihr anfangs schmerzloser Verlauf, der daher oftmals unbemerkt bleibt. Nach und nach kann sich die Entzündung allerdings bis tief in das Zahnfleisch ausbreiten, was zum Abbau von Gewebe und des Kieferknochens führt.

Vor allem betroffen sind Erwachsene über 45 Jahre; die Parodontitis ist in diesem Alter der häufigste Grund für Zahnverlust. Weiterhin hat die Erkrankung schlimme Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit: bei nicht rechtzeitiger Behandlung können das Herz-Kreislauf-System sowie die Atemwege erkranken. Schwangere und Diabetiker müssen bei Erkrankung mit Komplikationen rechnen.

Der Begriff Parodontose ist für Erkrankungen des Zahnhalteapparats noch immer weit verbreitet, jedoch fachlich nicht korrekt, da dabei ein Knochenabbau ohne Entzündung gemeint ist, der jedoch so gut wie nie vorkommt. Daher sprechen Zahnmediziner von einer entzündlichen Parodontitis.

In 95 Prozent aller Fälle verläuft eine Parodontitis chronisch. Meist beginnt sie im mittleren Erwachsenenalter. Zu Zahnverlust kommt es oftmals erst im hohen Alter oder auch gar nicht.

Nach Karies ist die Parodontitis die am häufigsten vorkommende Munderkrankung.

Formen

In der Zahnmedizin unterscheidet man bei der Parodontitis zwischen

  • einer apikalen oder akuten Parodontitis sowie
  • einer marginalen Parodontitis.

Während die apikale Parodontitis von der Wurzelspitze ausgeht, geht die marginale Parodontitis vom Zahnfleischsaum aus. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der apikalen und der marginalen Parodontitis besteht jedoch nicht.

Ursachen

Der Auslöser für Parodontitis ist bakterieller Zahnbelag, in dessen Biofilm sich Zerfallsprodukte befinden, die nach und nach freigesetzt werden. Anfangs befinden sich die Bakterien auf den Zähnen und gelangen von dort unter das Zahnfleisch und lösen von dort die Entzündung aus. Es kommt zu körperlichen Abwehrreaktionen, die zunächst eine Zahnfleischentzündung und im weiteren Verlauf eine Zahnbettentzündung auslösen können.

Wird Gewebe zerstört, versucht das Immunsystem die Bakterien abzuwehren. Im Abwehrsystem kommt es zu vielfältigen Prozessen, an denen Entzündungsstoffe beteiligt sind.

Durch die Bildung von Enzymen sollen Parodontitis-Bakterien beseitigt werden, allerdings greifen diese Enzyme auch das Kollagen an. Bei diesem Vorgang besteht das Risiko, dass Knochen und Eigengewebe zerstört werden. Eine Parodontitis wird heute als Entzündungserkrankung, nicht als Zahnfleischentzündung eingestuft.

Auch mangelnde Zahnhygiene bzw. unzureichendes Zähneputzen können zu Parodontitis führen. Werden beim Zähneputzen die Zähne nicht regelmäßig gründlich gereinigt, bildet sich mit der Zeit ein Zahnbelag, in dem sich wieder Bakterien einnisten. Die chronischen Entzündungen haben zur Folge, dass die Substanz des Kieferknochens abgebaut und die Zähne locker werden.

Einige Erkrankungen können ebenfalls Auslöser für eine Parodontitis sein. Dazu zählen unter anderem

Forscher belegen zudem ein unheilvolles Wechselspiel zwischen Parodontitis und Rheuma. Schon Hippokrates vermutete, dass kranke Zähne Gelenkleiden auslösen können.

Wie eng der Zusammenhang zwischen Entzündungen des Zahnhalteapparates und rheumatoider Arthritis ist, zeigen neuere Studien. So weisen beide Erkrankungen vergleichbare biochemische Muster auf.

Wichtige Akteure in den schädlichen Immunprozessen sind Bakterien. Als einer der Haupterreger für Zahnfleischentzündungen gilt das Bakterium Porphyromonas gingivalis. Der hochtoxische Keim baut im Mundraum körpereigenes Kollagen ab und zerstört dadurch allmählich das Zahnfleischgewebe.

Indem Porphyromonas gingivalis verschiedene eiweißabbauende Enzyme aktiviert, stößt es zugleich eine Überreaktion des Immunsystems an. Gelangt der Erreger in den Blutkreislauf, kann er im ganzen Organismus zu Schäden führen. Neben rheumatoider Arthritis sind Wechselwirkungen mit Herz-Kreislaufschädigungen und der chronisch obstruktiven Lungenerkankung (COPD) bekannt.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden fast 60 Prozent der Bevölkerung an Parodontitis. Um die Entstehung und Behandlungsmöglichkeiten der Volkskrankheit zu erforschen, haben sich in Europa elf Forschungsorganisationen zum Projekt "Trigger" zusammengeschlossen.

Die Zahlen belegen dabei ein enges Wechselspiel zwischen verschiedenen entzündlichen Faktoren. Auslöser für die Schädigungen ist der bakteriell besiedelte Biofilm auf den Zahnoberflächen.

Können sich die Bakterien ungehindert vermehren, führen sie zu einem schleichenden Abbau des Zahnfleisches. Zudem führen die Entzündungen zu einer überschießenden Immunreaktion an anderen Stellen des Körpers - zum Beispiel an den Gelenken.

Wie genau der Infektionsweg erfolgt, ist noch nicht restlos aufgeklärt. Neuere Forschungen suchen nach effektiven Wirkstoffen, die den enzymatischen Abbauprozess hemmen.

Erste Erfolge wurden an Universität Halle erzielt. Im Test konnte der Hemmstoff bis zu 95 Prozent der Porphyromonas gingivalis im Wachstum stoppen. Auch rheumatoide Arthritis ließe sich so lindern. Bis ein Medikament auf den Markt kommen kann, sind jedoch weitere Studien erforderlich.

Auch das Rauchen fördert eine Parodontose. Eine weitere Ursache für die Entstehung einer Parodontose kann auch der Zahnersatz (wie eine Krone, Brücke) sein, der nicht richtig auf den Zähnen sitzt. Studien zufolge spielen bei 30 Prozent der von Parodontitis Betroffenen genetisch bedingte Ursachen eine Rolle. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen

Apikale Parodontitis

Bei der akuten oder apikalen Parodontitis handelt es sich um eine bakterielle Entzündung. Dabei dringen die Bakterien entweder über einen Wurzelkanal, der sich entzündet hat, oder über tief liegende Zahnfleischtaschen bis zur Wurzelspitze des Zahns vor.

Hauptursache für eine apikale Parodontitis ist zumeist ein Kariesdefekt, durch den die Erreger eindringen können. In manchen Fällen kann aber auch eine Fraktur des Zahns oder ein Behandlungstrauma der Auslöser sein. Weitere mögliche Ursachen sind medikamentöse Wurzeleinlagen oder chemische Reizungen aufgrund von Wurzelfüllungen.

Verlauf

Wird eine Parodontitis nicht behandelt, kann sie zum Verlust der Zähne führen. Werden jedoch hingegen die Zähne regelmäßig durch einen Zahnarzt kontrolliert, kann dieser bereits im Frühstadium eine Parodontose diagnostizieren und behandeln.

Im Rahmen der Behandlung wird das entzündete Gewebe entfernt, die Wurzeln der betroffenen Zähne behandelt und die Bakterien so entfernt. Werden die Zähne anschließend dauerhaft gründlich geputzt, ist der Patient von Parodontitis meist geheilt und hat keine Probleme mehr damit. Das Zahnfleisch muss jedoch weiterhin regelmäßig im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durch den Zahnarzt untersucht werden.

Schwerwiegende Folgen

Wird die Parodontitis nicht behandelt, kommt es folglich zu einem Rückzug des Zahnfleischs und dem Verlust des Zahnes oder gar mehreren. Man sollte als Betroffener diese bakteriell verursachte Erkrankung im Mundraum nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn sie kann weitreichende Folgen auslösen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rheuma

Herz-Kreislauf-Erkrankungen können aufgrund der Bakterienstreuung entstehen, wobei hier die Risiken für einen Herzinfarkt durchaus gegeben sind, da sowohl die Blutgefäße als auch die Arterien durch eine Verkalkung betroffen sein können.

Auch im Bezug auf eine Entstehung von einer rheumatischen Erkrankung ist eine Parodontitis nicht unerheblich, da auch hier die Bakterien aus dem Mundraum in die Gelenke und Knochen wandern und zu weiteren entzündlichen Prozessen führen können.

Gefahr für Schwangere und Diabetiker

Hat eine Schwangere eine unbehandelte Parodontitis, dann besteht die Gefahr einer Früh- oder Fehlgeburt, denn die Erreger aus dem Mund sowie Entzündungsbotenstoffe können bis zur Gebärmutter gelangen.

Auch für Diabetiker sollte eine Behandlung durch den Zahnarzt selbstverständlich werden, wenn sich die Zahnfleischerkrankung aufzeigt, denn die Bakterien behindern die Aufnahme von Insulin, was schlussendlich eine gute Zuckereinstellung bei Diabetes-Erkrankte unterbinden kann.

Atemwegserkrankungen

Atemwegserkrankungen aufgrund der bakteriellen Streuung sind ebenfalls möglich und bergen gerade für ältere Menschen die Gefahr, eine schwere Lungenentzündung zu bekommen, die nachweislich nicht einmal den Tod ausschließt. All die bisher genannten Risiken durch eine unbehandelte Parodontitis sind nur diejenigen, die nachweislich eintreten können, von vielen weiteren ganz zu schweigen.

Symptome

Parodontitis ist eine Erkrankung aus dem Bereich der Zahnmedizin. Patienten mit einer Parodontitis haben ein gerötetes und dick geschwollenes Zahnfleisch, das auch regelmäßig blutet. Neben diesen Symptomen haben die Betroffenen oft auch einen süßlichen Mundgeruch.

Wird die Parodontitis nicht behandelt, treten auch Schmerzen auf. Bei einigen Patienten können einige Stellen des Zahnfleisches auch eitrig sein. Ohne Behandlung führt die Parodontitis schließlich zu wackligen Zähnen und letztlich zum Zahnausfall.

Apikale Parodontitis

Eine apikale Parodontitis kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen. Bei der akuten Form kommt es häufig zu Schmerzen. Diese äußern sich meist in Form von Aufbiss- oder Klopfschmerzen.

Manchmal wird die apikale Parodontitis auch von einer Pulpitis, einer Entzündung des Zahnmarks, begleitet. Bei starken Beschwerden hat der Betroffene häufig das Gefühl, dass der Zahn länger wird, was jedoch nicht der Fall ist.

In vielen Fällen beginnt eine apikale Parodontitis chronisch, was man als primär chronisch apikale Parodontitis bezeichnet. Dabei sind zumeist keinerlei Schmerzen zu verspüren. Im weiteren Verlauf kann die Parodontitis jedoch akut und schmerzhaft werden.

Folgen

Erfolgt keine Behandlung der apikalen Parodontitis, besteht die Gefahr, dass es zu einer eitrigen Ausbreitung der Entzündung im Kieferknochen kommt. In diesem Fall spricht man von einem apikalen Abszess. Auch die Ausbildung eines apikalen Granuloms ist im Bereich des Möglichen.

Diagnose

Der Zahnarzt diagnostiziert die Parodontitis meist im Rahmen einer Routineuntersuchung. Der Zahnarzt prüft das Zahnfleisch auf Verdickungen und untersucht, wie tief die so genannten Zahnfleischtaschen um die einzelnen Zähne herum jeweils sind.

Für das so genannte PSI (Parodontaler Screening Index) verwendet der Zahnarzt ein bestimmtes Instrument, die Parodontalsonde. Damit ist es ihm möglich, den Grad der Erkrankung festzustellen.

Dabei tastet sich der Arzt Zahn für Zahn vor und prüft Rauigkeit und Blutungswahrscheinlichkeit am umgebenden Zahnfleisch. Dann wird das Risiko einer Parodontitis abgewägt mithilfe von fünf Codes - Code 0 steht dabei für gesundes Zahnfleisch und Code 4 für eine schwere Erkrankung.

Beim Parodontalstatus wird nach Feststellung von Code 3 oder 4 der Zahnhalteapparat untersucht. Damit kann festgestellt werden, um was für eine Form der Parodontitis es sich handelt und welche Behandlung erforderlich ist.

Um das ganze Ausmaß der Parodontose feststellen zu können, fertigt der Zahnarzt abschließend noch eine Röntgenaufnahme des Unter- und Oberkiefers an. Hier kann auch eine Aussage über den Knochenabbau im Kiefer getroffen werden.

Behandlung

Vorbehandlung

Am Anfang der Parodontitisbehandlung wird der Zahnstein auf den Zähnen des Ober- und Unterkiefers entfernt. Ist der Grund für die Entstehung der Parodontitis ein Zahnersatz, der nicht richtig sitzt und das Zahnfleisch dadurch reizt, muss dieser zuerst richtig abgeschliffen bzw. behandelt werden.

Bereits am Anfang der Therapie erhält der Patient genaue Anweisungen, wie er seine Zähne künftig putzen muss. Auch wenn das Zahnfleisch regelmäßig an einer Stelle beim Zähneputzen zu bluten anfängt, darf diese Stelle keinesfalls beim Putzen geschont werden, da sich die Bakterien sonst auf dieser Stelle weiter vermehren können.

Parodontitisbehandlung

Oft ist die Behandlung bereits hier abgeschlossen, wenn es sich nur um eine leichte Parodontitis handelte. Stellt der Zahnarzt jedoch weiterhin starke Zahnfleischschwellungen fest, findet die eigentliche Parodontitisbehandlung statt.

Eine Möglichkeit der Behandlung besteht darin, die Zahnfleischtaschen, die sich um die betroffenen Zähne gebildet haben, gründlich von Bakterien zu reinigen und den Zahn an dieser Stelle zu glätten (geschlossene Kürettage). Der Patient erhält für diese Behandlung eine örtliche Betäubung. Schmerzen bestehen dadurch nicht, jedoch verursacht die Behandlung teils unangenehme Geräusche und oftmals starkes Zahnfleischbluten.

Reicht diese Behandlung, nicht aus, um die Parodontitis in den Griff zu bekommen, muss eine offene Kürettage erfolgen. Der Zahnarzt schneidet hier die Zahnfleischtaschen mit einem Skalpell auf.

Das Zahnfleisch wird auch bei dieser Behandlungsmethode gesäubert und je nach Ausmaß der Erkrankung ein Ersatzknochen eingesetzt. Im Anschluss wird die Wunde durch den Zahnarzt vernäht.

Die Zähne können an diesen behandelten Stellen dauerhaft empfindlich bleiben, was ein Nachteil dieser Behandlungsmethode darstellt. Klarer Vorteil ist jedoch, dass der Entstehungsort der Parodontitis effektiv entfernt werden kann.

Je nach Ausmaß der Parodontitis muss der Patient selten auch ein Antibiotikum einnehmen. Im Handel sind auch Mundspüllösungen erhältlich, die die Bakterien abtöten können.

Fortgeschrittene Zahnbettentzündungen mit Schädigungen des Kieferknochens werden mit proteinhaltigen Gelen behandelt, die in die Knochen transferiert werden. Nach etwa sechs bis neun Monaten regenerieren sich die Knochen und bauen sich wieder auf. Auf diese Weise wird verhindert, dass Zähne ausfallen.

Manchmal kann auch das Ziehen des betroffenen Zahns erforderlich sein. Das ist vor allem dann der Fall, wenn bereits ein größerer Knochenabbau vorliegt, die Zahnkrone stark beschädigt ist oder der Zahn sich deutlich gelockert hat.

Laser-Therapie

Eine moderne und für den Patienten angenehmere Methode ist die Laser-Behandlung. Dabei kommt ein Erbium YAG Laser zur Anwendung.

Mithilfe des Laserstrahls lässt sich entzündetes Zahnfleisch auf schonende Weise entfernen. So vernichtet der Laser Bakterien, die sich in den Zahnfleischtaschen befinden und regt den Heilungsprozess an.

Handelt es sich um sehr tiefe Zahntaschen, kann es sinnvoll sein, die Laser-Behandlung mit einem operativen Eingriff zu kombinieren. Oft lässt sich dadurch der Verlust des Zahns verhindern. Nach der Laser-Therapie muss jedes Vierteljahr eine Nachbehandlung durchgeführt werden, um den dauerhaften Erfolg der Behandlung zu gewährleisten.

Nachteile der Laser-Behandlung

Die Behandlung mit einem Laser hat auch Nachteile. So wird die Methode nicht immer den Erwartungen gerecht, die die Patienten in sie setzen.

Außerdem ergaben wissenschaftliche Studien, dass die Laser-Behandlung keineswegs effektiver ist als operative Verfahren. Mitunter sind die Risiken sogar größer. Zum Beispiel besteht die Gefahr, dass gesundes Gewebe zerstört wird und abstirbt, wenn der Laser falsch eingesetzt wird.

Außerdem ist das Tragen einer Schutzbrille erforderlich, da es sonst zu Schädigungen der Augen kommen kann. Zu den Nachteilen gehört auch, dass die Krankenkassen die Kosten für eine Laser-Behandlung im Normalfall nicht übernehmen.

Vector-System

Eine andere schonende Methode zur Parodontitis-Behandlung stellt das Vector-System dar. Dabei handelt es sich um eine Therapie mit Ultraschall. Das Vector-System ist ein Ultraschallgerät, das über eine Spitze aus Metall oder Karbon verfügt. Diese Spitze versetzt man in hochfrequente, vertikale Schwingungen.

Durch die Ultraschallschwingungen lassen sich harte Konkremente an den Zähnen beseitigen. Außerdem werden die Zahntaschen mit einer Flüssigkeit gespült. Verwirbelungen und Beschleunigungen bewirken das Abtragen von Belägen sowie das Zerstören der schädlichen Bakterien.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, mithilfe des Vector-Geräts, kleine und feste Partikel zuzuführen. Diese befreien die Oberflächen der Zahnwurzeln von hartnäckigen Belägen. Zum Polieren der Wurzeloberfläche erfolgt die Zufuhr von Hydroxylapatit.

Auf diese Weise lassen sich die Wurzeloberflächen optimal reinigen und glätten. Dadurch haben es Bakterien schwerer, sich an ihnen abzulagern.

Vorteile des Vector-Systems

Der Einsatz des Vector-Systems bietet einige Vorteile. So erzielt es auch innerhalb der Zahntaschen einen wirksamen antibakteriellen Effekt.

Da die Zellwände der Bakterien zerstört werden, sterben die Keime ab. Darüber hinaus lassen sich mit dem Vector-Gerät auch ungünstige Stellen erreichen.

Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass das Verfahren sehr schonend wirkt. Schmerzen nach der Behandlung sind kaum zu befürchten. Auch Zahnmark und Wurzeloberfläche werden nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Nach dieser Parodontitisbehandlung muss der Patient penibel auf seine Mund- und Zahnhygiene achten, um ein weiteres Auftreten der Parodontitis zu verhindern. Dazu empfiehlt es sich, zweimal jährliche eine professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis durchführen zu lassen.

Vorbeugung

Eine Vorbeugung ist insbesondere durch eine akkurate Zahn- und Mundpflege mit

möglich. Mundspülungen und Zungenschaber setzen die Bakterienbildung herab. Allerdings sind einige Mundspülungen recht aggressiv und nicht für die Daueranwendung ausgelegt. Der Zahnarzt gibt Auskunft, ob und welche Spülungen infrage kommen.

Auch die Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt sollten regelmäßig wahrgenommen werden. Der Parodontale Screening Index sollte zu den Vorsorgemaßnahmen dazu gehören; die Untersuchung wird alle zwei Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Professionelle Zahnreinigungen tragen zusätzlich zur Gesundheit von Zahnfleisch und Zähnen bei.

Schließlich sollte das Rauchen aufgegeben werden, da dies dem Zahnfleisch sehr schadet. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt ebenfalls die Zahngesundheit.

Quellen:

  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
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  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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