19. April 2011
Die Nasennebenhöhlenentzündung gehört zu den am häufigsten vorkommenden Atemwegserkrankungen. Man unterscheidet zwischen der akuten und der chronischen Form.
Von einer Nasennebenhöhlenentzündung, die auch als Sinusitis bezeichnet wird, spricht man, wenn sich die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen entzünden. Eine Sinusitis kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen.
Der Mensch verfügt über mehrere Nasennebenhöhlen. Dies sind die Kieferhöhlen, die Siebbeinzellen, die Stirnhöhlen und die Keilbeinhöhle. Diese Hohlräume in den Gesichtsknochen befinden sich beidseitig der Nase und münden in das Riechorgan. Ausgekleidet sind die Nebenhöhlen allesamt mit Schleimhaut. Ausgelöst wird eine Nasennebenhöhlenentzündung in den meisten Fällen durch Viren oder Bakterien. Manchmal kann aber auch eine Allergie die Ursache sein. Meist tritt sie in der akuten Form auf. Von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung spricht man, wenn die Sinusitis länger als zwei bis drei Monate andauert.
Eine chronische Sinusitis geht häufig aus einer akuten oder subakuten Nasennebenhöhlenentzündung hervor, die nicht richtig verheilt ist. Meist tritt sie in den Siebbeinzellen oder den Kieferhöhlen auf. Ursache der chronischen Form ist eine Verengung oder unzureichende Belüftung der Nasennebenhöhlen. Besonders gefährdet, an einer chronischen Sinusitis zu erkranken, sind Menschen, die unter anatomischen Besonderheiten wie zum Beispiel Nasenpolypen, einer schiefen Nasenscheidewand oder vergrößerten Nasenmuscheln leiden. Auch Verlegungen der Nebenhöhlengänge, aggressive Keime sowie eine Schwächung des Immunsystems gelten als Risikofaktoren. Diese Faktoren bewirken, dass der Abtransport des Schleims fortwährend gestört ist. Zunächst kommt es dadurch wiederholt zu einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung, die sich dann im weiteren Verlauf zu einer chronischen Sinusitis ausweitet.
Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung fallen die Beschwerden in der Regel geringer aus, als bei der akuten Form. So treten mitunter keinerlei Schmerzen auf. Ein typisches Merkmal für eine chronische Sinusitis sind Riechstörungen. Das heißt, dass die Patienten nur schlecht oder auch gar nicht riechen können. Ebenfalls typisch ist der Austritt von eitrigen oder schleimigen Sekret. Darüber hinaus kommt es zu Problemen bei der Nasenatmung. In der Medizin unterscheidet man zwischen der eitrigen Form, bei der die Nebenhöhlen chronisch vereitert sind sowie der serösen Form, bei der Polypen auftreten.
Um eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen festzustellen, untersucht der behandelnde Arzt die Nebenhöhlen mit einem Endoskop, einem dünnen und starren Rohr, das über eine Kamera und eine Lichtquelle verfügt. Im Falle von eitrigem Schnupfen ist es möglich, die auslösenden Bakterien nachzuweisen, indem man einen Abstrich des Sekrets entnimmt. Mithilfe einer Computertomographie lassen sich genauere Erkenntnisse gewinnen.
Um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung wirkungsvoll behandeln zu können, ist eine genaue Klärung der Entzündungsursache wichtig. Wird die Sinusitis zum Beispiel durch eine Allergie ausgelöst, muss diese entsprechend behandelt werden, zum Beispiel durch eine Therapie mit Antiallergika. Dabei kommen auch kortikoidhaltige Nasensprays zur Anwendung. Bei einer bakteriellen Infektion verabreicht man dem Patienten dagegen Antibiotika. Manchmal lässt sich eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung jedoch nur durch einen operativen Eingriff beheben. Dazu kann entweder eine Nebenhöhlenpunktion, bei der man eitriges Sekret ablässt, oder ein größerer chirurgischer Eingriff vorgenommen werden, um zum Beispiel die Nasenmuscheln zu verkleinern oder die Nasenscheidewand zu korrigieren. Auf diese Weise wird weiteren Entzündungen der Nasennebenhöhlen entgegengewirkt. Während kleinere operative Eingriffe ambulant durchgeführt werden können, ist für größere Operationen ein stationärer Krankenhausaufenthalt erforderlich.
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