28. Februar 2009

Laktoseintoleranz Artikel

Wenn Milch und Co. den Magen zum Grummeln bringen

Von Andreas Hadel

Über keine andere Unverträglichkeit ranken sich soviel unterschiedliche Meinungen, die nicht selten auch Hand in Hand mit gefährlichem Halbwissen gehen. paradisi.de nennt die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Laktoseintoleranz.

Was ist Laktoseintoleranz?
Man spricht von Laktoseintoleranz, wenn der Körper das Enzym Laktase in zu geringen Mengen produziert, um Milchzucker (Laktose) aufzuspalten und zu verdauen. Häufig wird Laktoseintoleranz auch mit der sogenannten Kuhmilchintoleranz verwechselt. Obwohl sich die Symptome ähneln, ist letztere eine Allergie, während hingegen die Laktoseintorlanz ein schlichtes Verdauungsproblem ist.

Wie äußern sich die Symptome?
Die Probleme tauchen meist 30 bis 120 Minuten nach dem Verzehr von Milchprodukten auf und äußern sich in unterschiedlicher Intensität in der Form von Brechreiz, Magenkrämpfe, Völlegefühl, Blähungen und Durchfall.

Wie wird Laktoseintoleranz diagnostiziert?
Eine kühne Selbstdiagnose ist in diesem Fall nicht anzuraten, da eine einfache Magenverstimmung, aber auch eine ernstzunehmende Allergie die gleichen Symptome hervorrufen können. Wer häufiger mit Verdauungsbeschwerden zu tun hat, sollte den Gang zum Profi nicht lange hinauszögern. Ein Arzt kann mit einem Laktosetoleranztest und dem ermitteln des Säuregehalts im Stuhl ziemlich sicher herausfinden, ob eine Laktoseintoleranz vorliegt.

Was sind die Gründe für eine Laktoseintoleranz?
Ab unserem zweiten Lebensjahr produziert unser Körper schrittweise weniger Laktase, jenes Enzym, das für die Aufspaltung von Milchzucker verantwortlich ist. Mit zunehmenden Alter fällt es uns schwerer, hohe Mengen an Laktose zu bewältigen. Dabei ist es jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich, ob die Probleme erst im hohen Alter oder schon in der Schulzeit auftreten. Erkrankungen des Verdauungssystems wie eine Darmentzündung oder Morbus Crohn können die Produktion von Laktase ebenfalls negativ beeinflussen. Eine große Rolle spielen aber auch genetische Faktoren. Menschen mit asiatischer oder afrikanischer Abstammung entwickeln in ihrer frühen Kindheit mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 80% eine Intoleranz gegenüber Laktose. Bei kaukasischen Personen liegt die Wahrscheinlichkeit etwas unter 45%.

Beeinträchtigt Laktoseintoleranz die Fitness und den Muskelaufbau?
Indirekt schon. Zwar können Sie zunächst genauso viel und intensiv trainieren, wie ein Sportler, der viel Milchzucker verträgt, allerdings können Sie ihren erhöhten Eiweißbedarf nicht mit den üblichen Quellen wie Magerquark oder fettarme Milch decken. Ein Mangel an Eiweiß macht alle Bestrebungen nach einem guten Fitness-Niveau und massiven Look zunichte. Die Laktoseintoleranz erschwert auch einen ausreichenden Kalziumkonsum, der gerade für Frauen von besonderer Bedeutung ist, um das Risiko an Knochenschwund zu erkranken, zu reduzieren.

Sind Protein-Supplemente ein geeigneter Ersatz für Milchprodukte?
Ein Teil davon schon. Da Produkte, die Caseinprotein enthalten, u.a. aus Milch hergestellt werden, haben sie auch einen gewissen Anteil an Laktose. Das allein ist jedoch noch kein Grund, diese Produkte von vornherein zu meiden. Jede laktoseintolerante Person kann in den meisten Fällen geringe Mengen an Laktose zu sich nehmen, ohne dass es zu den typischen Problemen kommt. Wo genau die Schwelle zur Unverträglichkeit liegt, ist individuell unterschiedlich. Wenn Sie feststellen oder bereits wissen, dass Sie erst dann Verdauungsschwierigkeiten bekommen, wenn Sie eine größere Menge an Milch oder anderen Molkereierzeugnissen zu sich nehmen, sollten Sie diese meiden, um mehr Proteinpulver konsumieren zu können. Supplemente auf Caseinbasis haben ein deutlich besseres Protein/Laktose-Verhältnis als Milchprodukte, so dass Sie diesen immer den Vorrang geben sollten, um den Eiweißbedarf komfortabel decken zu können.

Falls Ihre Laktoseunverträglichkeit bereits bei kleinen Milchzuckermengen zum Tragen kommt, sollten Sie Supplemente nutzen, bei denen das Protein aus Eiern stammt, da hier naturgemäß kein Milchzucker im Rohstoff vorhanden ist. Prüfen Sie jedoch das Etikette, da manche Anbieter ihren Produkten etwas Laktose beimengen. Molkeneiweiß-Isolate sind eine weitere Option. Aufgrund des komplexen Filterverfahrens können Sie trotz der milchigen Herkunft die Vorteile von Whey-Protein nutzen, ohne dabei Milchzucker in nennenswerten Anteilen zu sich zu nehmen.

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