7. Juli 2008
Von K. Schumann
Bei der Laktoseintoleranz (auch Laktasemangelsyndrom oder Milchzuckerunverträglichkeit genannt) mangelt es dem Körper an dem Enzym Laktase, welches für die Aufspaltung von Laktose (Milchzucker) nötig ist.
Im Normalfall spaltet die Laktase, welche in der Dünndarmschleimhaut vorkommt, den Milchzucker in Glukose und Galaktose auf. Diese Bestandteile können dann ins Blut aufgenommen werden. Gelangt die Laktose nun aufgrund eines Laktasemangels im Ganzen in den Dickdarm wird sie von den dort lebenden Bakterien vergoren. Es kommt zur Bildung von Gärungsprodukten und Gasen. Die Folge sind Durchfall, Darmkrämpfe, Blähungen, Völlegefühl und Übelkeit nach Genuss von Milch oder Milchprodukten. Die Schwere der Symptome ist abhängig davon wie viel Laktase noch vorhanden ist.
Die Laktoseintoleranz darf jedoch nicht mit einer Milchallergie verwechselt werden. Hier findet im Körper der Betroffenen eine Antikörperproduktion gegen Kuhmilcheiweiße statt. Während der Patient mit dem Laktasemangel noch kleine Mengen Milch vertragen kann, reagiert der Allergiker auch auf geringe Mengen Milch sofort.
Die Diagnose Laktoseintoleranz wird mithilfe eines Laktose-Toleranztests gestellt. Der Patient erhält 50g Milchzucker. Bei geringem Blutglukoseanstieg und Auftreten von Blähungen, Koliken und Durchfall gilt die Diagnose als gesichert.
Eine Laktoseintoleranz kann angeboren sein oder als Begleiterscheinung bei Erkrankungen wie Sprue (Glutenintoleranz) oder Morbus Crohn auftreten. Dem Großteil der Weltbevölkerung, vor allem Menschen in asiatischen Ländern, fehlt das Enzym Laktase. So sind dort Milchprodukte nur selten auf dem Speiseplan zu finden. In Europa leiden ca. 10% aller Erwachsenen an einer Laktoseintoleranz.
Zur Linderung der Beschwerden wird eine Ernährung mit möglichst wenig Milch- oder Milchprodukten empfohlen. Sauermilchprodukte wie Joghurt, Dickmilch oder Kefir werden in der Regel gut vertragen. Sie enthalten zwar viel Milchzucker, haben aber gleichzeitig Milchsäurebakterien an Bord, die im Darm Milchzucker abbauen können. Aufgrund ihrer Herstellungsweise sind auch viele Käsesorten verträglich.
Beim Einkauf ist Vorsicht geboten, denn die Laktose versteckt sich oft in Produkten wo man sie nicht vermutet. Gemüsekonserven, Backwaren, Fertiggerichte, Brotaufstriche oder Wurstwaren enthalten häufig Laktose und können so Beschwerden verursachen. Auch in Medikamenten ist oft Laktose enthalten.
Für eine laktosefreie Ernährung sind mittlerweile zahlreiche Ersatzlebensmittel wie Milch und Joghurt aus Soja oder Milch der die Laktose künstlich entzogen wurde erhältlich. So ist trotz Laktoseintoleranz eine weitestgehend normale Ernährung möglich.
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08.02.12 | |
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