Hitzschlag - Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei einem Hitzschlag handelt es sich um einen Wärmestau im Körper, bei dem die Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius ansteigt. Ursache eines Hitzschlages ist übermäßige Sonneneinstrahlung. In der Regel bleiben dem Patienten keine bleibenden Schäden. Patienten mit Hitzschlag bemerken verschiedene Beschwerden, wie Schwindel, Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit. Die Diagnose kann meist sogar ein Laie stellen. Lesen Sie über die Ursachen, Symptome und Behandlung eines Hitzschlags.

Die Entstehung eines Hitzschlags und wie man ihn erkennen und behandeln kann

Hitzschlag - Krankheitsbild

Beim Hitzschlag kommt es zu einem Wärmestau im Körper. Die Körpertemperatur steigt dabei auf 40°C und auch höher an; man spricht von der so genannten Rektaltemperatur.

Die Folgen sind ein lebensgefährliches Kreislaufversagen, der hypovolämische Schock, sowie ein Hirnödem. Die Prognose richtet sich danach, wie schnell die Therapie beginnt und wie stark die Ausprägung des Hirnödems ausfällt.

Ursachen eines Hitzschlags

Verursacht wird ein Hitzschlag durch einen Wärmestau des Körpers. Dieser entsteht zumeist

  • bei feuchter Hitze und
  • gleichzeitiger körperlicher Anstrengung.

Aber auch der Aufenthalt in einem geschlossenen und überhitzen Raum kann zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag führen.

Menschen können einen Hitzschlag erleiden, wenn sie sich bei schwülem, warmem Wetter zu lange in der Sonne aufhalten. Besonders wenn keine luftige Kleidung getragen und auch noch körperlich gearbeitet oder Sport getrieben wird, kann es zu einem Hitzestau im Körper kommen. Durch die warme Kleidung kann der Körper die übermäßige Hitze durch die Sonne und die Anstrengung nicht mehr nach außen abgeben.

Normalerweise wird die Körperwärme durch Schweißbildung reguliert. Durch unangepasste Kleidung kann der Körper seine Temperatur durch Schweiß jedoch nicht herunterkühlen. Die Körpertemperatur steigt so auf über 40 Grad an.

Verlauf eines Hitzschlags

Nachdem die Körpertemperatur extrem gestiegen ist, tritt eine Bewusstlosigkeit ein, welche unter Umständen lebensgefährlich werden kann, wenn nicht rechtzeitig eine Behandlung erfolgt. Folge kann eine Hirnschwellung durch die große Hitze sein, die wiederum zu irreparablen Hirnschäden führen kann. Oftmals treten auch epileptische Anfälle auf und es kann auch zu tiefem Koma kommen.

Deshalb ist die sofortige Verständigung eines Notarztes unbedingt notwendig. Oftmals wird der Patient dann auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht. Erfolgt jedoch rechtzeitig eine Behandlung, bleiben dem Patienten in der Regel keine Folgeschäden durch den Hitzschlag.

Symptome eines Hitzschlags

Ein Hitzschlag äußert sich durch Schwindelgefühle und ein getrübtes Bewusstsein. Zu Beginn klagt der Betroffene über Kopfschmerzen und Übelkeit, teilweise erbricht er auch.

In schweren Fällen ist der Patient auch bewusstlos. Der Patient hat einen hochroten Kopf sowie eine rote und heiße Haut. Zusätzlich hat der Patient auch sehr hohes Fieber.

Diagnose eines Hitzschlags

Wenn sich ein Mensch längere Zeit ungeschützt bei praller Sonne aufgehalten hat und dann diese Symptome zeigt, kann meist jeder Augenzeuge diagnostizieren, dass es sich um einen Hitzschlag handelt. In schweren Fällen - besonders wenn der Patient bewusstlos ist oder wenn es sich um einen alten Menschen oder ein kleines Kind handelt - muss unverzüglich ärztliche Hilfe angefordert werden.

Bis dahin sollte man den Patienten in den Schatten bringen. Sollte er bewusstlos sein, muss er in die stabile Seitenlage gebracht werden, damit er an seinem Erbrochenen nicht ersticken kann. Ist der Patient ansprechbar, sollten die Füße hoch gelagert werden.

In jedem Fall ist es hilfreich, den Patienten zu kühlen. Dies kann mit nassen Tüchern geschehen oder mit nasser Kleidung. Der Patient sollte auch unbedingt etwas trinken.

Der Arzt misst den Blutdruck und kontrolliert den Puls. Der Blutdruck wird bei einem Hitzschlag immer niedriger, der Puls hingegen immer schneller.

Je nach Befund veranlasst der Notarzt eine Einweisung in ein Krankenhaus. Dort erfolgt auch eine Blutabnahme. Liegt ein Hitzschlag vor, erkennt man eine Veränderung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten).

Behandlung eines Hitzschlags

  • Kommt es zu einem Hitzschlag, muss die betroffene Person so rasch wie möglich an einen kühleren Ort gebracht werden.
  • Wichtig ist, die Kleidung des Patienten zu öffnen und seinen Oberkörper hochzulagern.
  • Den überhitzten Körper sollte man nur langsam abkühlen

Um dies zu erreichen, wird etwas Feuchtigkeit auf die Haut gebracht, die man durch das Zufächeln von Luft verdunsten lässt. Man sollte regelmäßig die Körpertemperatur messen, da die Temperatur des Patienten nicht unter 37 Grad fallen darf.

Ebenfalls hilfreich ist die Zufuhr von kühlen Getränken wie zum Beispiel Wasser, kalten Tee oder ISO-Drinks. Von Alkohol wird jedoch abgeraten.

Leidet der Patient unter Bewusstlosigkeit, muss schnellstens ein Notarzt alarmiert werden.

Ist der Patient stabilisiert, wird er oftmals im Krankenhaus weiterbehandelt. Schwere Fälle, bei denen sich der Patient zum Beispiel im tiefen Koma befindet, werden auf der Intensivstation rund um die Uhr behandelt und je nach körperlichem Zustand auch beatmet.

Der Kreislauf wird hier wieder stabilisiert und regelmäßig die Körpertemperatur gemessen. Meist erhält der Patient auch Infusionen, um den Flüssigkeitshaushalt im Körper wieder zu stabilisieren.

Oftmals werden auch fiebersenkende Medikamente verordnet sowie Medikamente gegen die Krampfanfälle, sollte der Patient unter epileptischen Anfällen leiden.

Handelt es sich um einen leichten Hitzschlag, kann der Patient oftmals auch vor Ort behandelt werden und muss nicht in ein Krankenhaus gebracht werden. In jedem Fall ist es wichtig, dass der Patient ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt.

Vorbeugung eines Hitzschlags

Um einem Hitzschlag vorzubeugen, sollte man sich bei wärmeren Temperaturen angemessen kleiden, das heißt mit leichter Baumwollkleidung und einer Kopfbedeckung. Die Kopfbedeckung ist auch besonders für Kinder wichtig.

Soweit dies möglich ist, sollte man körperliche Tätigkeiten in den frühen Morgen- oder Abendstunden ausführen, wenn es noch nicht bzw. nicht mehr so heiß ist. Tagsüber sollte man darauf achten, ausreichend zu trinken.

Besonders Menschen mit Herzbeschwerden haben es bei hohen Temperaturen nicht leicht - wie man dennoch der Hitze trotzen und einen Hitzschlag vermeiden kann, zeigen wir in den folgenden Abschnitten...

Trink-Tipps bei Hitze

Herzpatienten wissen, dass sie normalerweise eher die Flüssigkeitszufuhr reduzieren sollten, um größere Wasseransammlungen im Körper zu vermeiden. Doch bei sehr hohen Temperaturen gelten andere Voraussetzungen.

Herzkranke sollten ihre Trinkmenge entsprechend anpassen. Wer unsicher ist, kann den behandelnden Arzt fragen.

Hilfreich ist ein Blick auf die Waage: Liegt das Gewicht am Abend ein Kilo unter dem Morgengewicht, ist es ratsam, die Flüssigkeitsmenge leicht zu erhöhen.

Grundsätzlich gilt: Keine eiskalten Getränke konsumieren, weil dadurch die Wärmeproduktion des Körpers stimuliert wird. Alkoholische Getränke sind ebenfalls keine gute Wahl.

Zwar kann ein kühles Bier zunächst den Durst löschen, allerdings nur kurzfristig. Langfristig entzieht der Gerstensaft dem Körper Flüssigkeit, was zu einer erhöhten Kreislaufbelastung führt. Gute Durstlöscher sind

Gemüsebrühe ist ebenfalls empfehlenswert, da Brühe den Salz- und Elektrolyt-Verlust durch starkes Schwitzen ausgleicht.

Mediterrane Menüs entlasten den Körper

Auch die Essgewohnheiten sollten an heißen Tagen angepasst werden. Mediterrane Menüs entlasten den Körper. Bei großer Hitze haben sich mehrere kleine Portionen mit reichlich frischem Obst und Gemüse bewährt.

Üppige Mahlzeiten mit Bratwurst und Knödel sind schwer verdaulich und können die Herzgesundheit beeinträchtigen. Zur Regulierung des Flüssigkeitshaushalts eignen sich vor allem sehr wasserhaltige Obst- und Gemüsesorten wie

Ob italienisch, französisch oder orientalisch - die Mediterrane Küche bietet Abwechslung und schont das Herz. Klettern die Temperaturen Richtung 30 Grad, sind

  • Gemüsepfanne
  • Bouillabaisse oder
  • Ratatouille

besonders bekömmlich. Aus Tomaten, Knoblauch, Olivenöl und mediterranen Gewürzen lassen sich schmackhafte Gerichte kreieren, die der Körper leicht verdauen kann.

Sport im Sommer?

Gerade Herzpatienten sollten ihren Körper nicht übermäßig belasten. Sport ist bei Hitze tabu, doch Bewegung ist auch im Sommer wichtig. Radfahren, Schwimmen und kurze Waldspaziergänge stärken das Herz-Kreislaufsystem und halten fit.

Gewaltmärsche in der Mittagshitze strapazieren das Herz erheblich. Für sportliche Aktivitäten eignen sich die frühen Morgenstunden und späten Abendstunden.

Etwa 30 Minuten Bewegung reichen schon aus. Herzkranke unterstützen den Zustand ihres Herzens mit Koronarsport, zum Beispiel mit leichtem Muskeltraining oder Gymnastik. Ein- bis zweimal pro Woche sollte Koronarherzsport auch im Sommer betrieben werden.

In der warmen Jahreszeit sind Herzsportgruppen eine optimale Anlaufstelle. Die Trainings finden in klimatisierten Räumen unter Aufsicht von Ärzten und Therapeuten statt.

Medikamenten-Check bei Sommerhitze

Bei einigen Arzneimitteln gibt es Besonderheiten in Zusammenhang mit der Sommerhitze. Diuretika gehören zu den Standardmedikamenten bei Herzproblemen oder Bluthochdruck. Die Präparate schwemmen vermehrt Flüssigkeit aus dem Körper, um die Nieren zu entlasten.

Es kann deshalb sinnvoll sein, die Dosierung dieser Medikamente anzupassen und eventuell zu reduzieren. Allerdings sollten Herz- und Blutdruckpatienten nie eigenmächtig die Medikation ändern. Der Arzt überprüft, ob eine Anpassung der Dosierung erforderlich ist.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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