Hautpilz - Ursachen, Symptome und Behandlung

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einem Hautpilz, auch als Dermatomykose bezeichnet, führen können. In der Regel handelt es sich um eine harmlose Erkrankung. Ein Hautpilz äußert sich durch verschiedene Symptome. Die Diagnose stellt der Haus- oder Hautarzt, bei Pilzen im Bereich der Geschlechtsorgane auch der Urologe oder Frauenarzt. Informieren Sie sich über Ursachen, Symptome und Behandlung von Hautpilz.

Die Entstehung von Hautpilz und wie man eine Dermatomykose erkennen und behandeln kann

Hautpilz - Krankheitsbild und Formen

Bei Hautpilz handelt es sich um durch Pilze verursachte Erkrankungen der Haut, die man auch als Dermatomykose bezeichnet. Dabei gibt es Dermatophytosen, die am häufigsten auftreten und die Hornschicht betreffen, sowie Pilzerkrankungen der tieferen Hautschichten.

Der Hautpilz bevorzugt besonders häufig Körperregionen, die feucht sind oder an denen Haut auf Haut liegt. Stellen, an denen der Hautpilz am meisten anzutreffen ist, sind demnach

  • zwischen den Zehen
  • an den Leisten
  • unter den Brüsten bei Frauen
  • unter den Achseln
  • die Zehennägel sowie
  • in der Anal- und Genitalregion.

Es gibt drei medizinisch relevante Hautpilze. Diese lassen sich im so genannten D-H-S-System in folgende Gruppen einteilen:

  • die Dermatophyten (Fadenpilze), zu denen Epidermophyton, Trichophyton und Microsporum canis gehören
  • die Hefen sowie
  • bestimmte Schimmelpilze.

Ursachen

Pilze führen normalerweise erst dann zu einer Infektion auf der Haut, wenn eine Grunderkrankung vorliegt, die dies begünstigt. Dazu zählen zum Beispiel Krankheiten wie die Immunschwäche AIDS oder auch die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus.

Auch starke hormonelle Schwankungen, wie sie in der Schwangerschaft vorkommen, begünstigen Hautpilze. Gleiches gilt auch für die Einnahme der Pille.

Bei den Erregern handelt es sich um so genannte Dermatophyten, welche zur Gruppe der Fadenpilze gehören. Die meisten Hautpilzerkrankungen gehen aus einer Infektion mit diesen Erregern hervor. Man spricht von einer keratinophilen, also hornliebenden Art, was sich dadurch bemerkbar macht, dass sich der Pilz auf den verhornten Hautteilen, den Nägeln sowie den Haaren ausbreitet.

Verlauf

Eine Hautpilzerkrankung sollte frühstmöglich behandelt werden, damit sie keinen chronischen Verlauf annimmt. Die Ansteckungsgefahr ist besonders in warmer und feuchter Umgebung, wie zum Beispiel in Schwimmbädern, Saunen oder Toiletten hoch.

Am menschlichen Körper fühlen sich die Pilze zum Beispiel im Bereich der Füße äußerst wohl, wenn der Betroffene zu Schweißfüßen neigt. Auch im Vaginalbereich der Frau bildet sich häufig ein Pilz.

Aber auch synthetische Kleidung begünstigt das Wachstum von Pilzen, da hier der Schweiß nicht so gut aufgesaugt werden kann. Atmungsaktive Materialien saugen den Körperschweiß wesentlich besser auf, so dass die Pilze bei Weitem keine derart feuchte Umgebung vorfinden können.

Im Handel sind verschiedene Präparate zur Behandlung von Hautpilzerkrankungen erhältlich. Leichte Hautpilze können auch ohne ärztliche Hilfe von den Patienten selbst behandelt werden.

Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann es im Krankheitsverlauf unter Umständen zu Komplikationen kommen, so zum Beispiel zum Befall zusätzlicher Organe oder einer Superinfektion. In diesem Fall liegt eine bakterielle Infektion vor. Auch die Entstehung einer Erysipel ist möglich.

Symptome

Patienten mit einem Hautpilz leiden generell unter einer sich schuppenden Haut. Die betroffene Hautstelle ist wund und hat oftmals tiefe Risse. Auch kleine nässende Bläschen können sich dort bilden.

Je nach Körperstelle verursacht Hautpilz auch Juckreiz sowie an der Kopfhaut Haarausfall. Ein Pilz im Bereich der Scheide verursacht auch Ausfluss.

Formen

Die Hautpilzerkrankung kann sich auf unterschiedliche Art und Weise äußern; dies hängt zum einen davon ab, ob es sich um einen oberflächlichen oder tiefergehenden Befall handelt.

Oberflächliche Erkrankung

Zu den oberflächlichen Hautpilzerkrankungen zählen mitunter

Tiefergehende Erkrankung

Der tiefergehende Pilzbefall tritt vorwiegen im behaarten Kopf- sowie im Bartbereich auf.

Diagnose

Die Diagnose stellt der Hausarzt bzw. Hautarzt meist durch Blickdiagnostik, da die Symptome typisch für einen Hautpilz sind. Befindet sich der Pilz zum Beispiel in der Scheide der Frau, führt der Gynäkologe eine vaginale Untersuchung durch und kann so den Scheidenpilz diagnostizieren.

Meist entnimmt der Arzt eine Probe der vom Pilz befallenen Hautstelle und schickt diese an ein Labor. Im Labor kann der genaue Pilzerreger diagnostiziert werden. Dies ist auch für die weitere Behandlung wichtig.

Auch die Untersuchung im so genannten Wood-Licht ist möglich. Hierbei wird die betroffene Hautstelle mit Schwarzlicht bestrahlt und zeigt den Hautpilz in einer gelb-grünen Färbung.

Behandlung

Die Behandlung eines Hautpilzes ist oft langwierig und kann sich einige Wochen hinziehen. Wichtig ist, dass bei auftretenden Symptomen schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht wird.

Wartet man zu lange oder versucht selbst daran herum zu doktern, kann dies zu einer Verschlimmerung der Infektion führen. Weiterhin stellt der Pilz auch eine Infektionsquelle für Mitmenschen dar.

Medikamente

Gegen Hautpilze gibt es verschiedene wirksame Präparate. Die eine Form von so genannten Antimykotika werden auf die betroffene Hautstelle aufgetragen und wirken dann von außen gegen den Pilz.

Verwendung finden zum größten Teil Breitspektrum-Antimykotika, oft mit dem Wirkstoff Clotrimazol oder Terbinafin und gleichzeitiger antibakterieller Wirkung. Diese werden in Form von Creme verordnet.

Sie werden auf die befallenen Stellen der Haut aufgetragen. Innerhalb von 3 bis 4 Tagen verschwindet meist der quälende Juckreiz und die Veränderungen der Haut bilden sich zurück.

Die anderen Medikamente werden eingenommen und wirken so von innen. So gibt es Tabletten und Tropfen zum Einnehmen.

Die Behandlung dauert meist mehrere Wochen, da auch nach Abklingen der Beschwerden noch Reste des Pilzes auf der Haut vorhanden sind. Wird der Pilz nicht konsequent behandelt, kann sich immer wieder eine Pilzerkrankung bilden und diese irgendwann auch chronisch werden.

Hausmittel

Wie bei so zahlreichen Beschwerden und Erkrankungen werden auch bei Hautpilz einige Hausmittel eingesetzt. Wichtig: wenn es sich um einen ausgedehnten Befall handelt, sollten Hausmittel allenfalls als begleitende Maßnahme verwendet werden.

Zu den empfohlenen Mitteln zählt beispielsweise Apfelessig bei Fußpilz: man gibt sechs Esslöffel davon in Wasser und taucht Baumwollsocken hinein. Diese zieht man vor dem Schlafengehen an - trockene Wollsocken drüberziehen - und wiederholt dies über mehrere Nächte.

Auch ätherische Öle sollen helfen: Teebaumöl wird dabei am häufigsten genannt. Wichtig ist die gleichzeitige Behandlung der Haut mit Sheabutter oder einem Hautpflegeöl, damit die Haut nicht austrocknet.

Zusätzliche Maßnahmen

Zusätzlich sollte das Immunsystem gestärkt werden. Dies erreicht man durch gesunde vitaminreiche Kost und ausreichend Bewegung.

Nach dem Duschen sollte man die Haut gründlich abtrocknen, besonders auch zwischen den Fingern und Zehen sowie in den Hautfalten (zum Beispiel unter den Achseln). Unterwäsche und Socken sollten bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden, um alle Pilzsporen zu entfernen. Selbstverständlich sollten sowohl die Unterwäsche als auch die Socken täglich gewechselt werden.

Vorbeugung

Diese Maßnahmen helfen sowohl, wenn man an einem Hautpilz erkrankt ist, als auch zur Vorbeugung eines Pilzbefalles.

  • Um Pilzen allgemein vorzubeugen, sollte Baumwollunterwäsche verwendet werden, da diese heiß genug gewaschen werden kann, um alle Pilzreste entfernen zu können.
  • Schuhe sollten bequem und nicht zu eng sein, da auch dies sonst die Entstehung eines Fußpilzes begünstigen kann.
  • Man sollte sich nach dem Baden oder Duschen gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen und in den Hautfalten.
  • Grundsätzlich sollte jeder beim Abtrocknen sein eigenes Handtuch benutzen; dies gilt jedoch besonders, wenn eine Person gerade einen Hautpilz hat.
  • Zur Pflege der Haut verwendet man am besten nur Produkte, die hautfreundlich und rückfettend sind und den Säureschutzmantel der Haut nicht angreifen.
  • In Schwimmbädern sollten Badeschuhe getragen werden, um sich nicht mit Fußpilz zu infizieren.
  • Selbst eine gesunde Ernährung schützt vor einer Hautpilzerkrankung.

Im Folgenden geben wir anhand des Beispiels Fadenpilzinfektion (Dermatophytose) einen detaillierteren Einblick in die Erkrankung...

Beispiel Fadenpilzinfektion (Dermatophytose)

Die Dermatophytose, die auch Dermatomykose oder Tinea genannt wird, zählt zu den Mykosen (Pilzinfektionen). Dabei kommt es zu einem Befall der Haut mit Fadenpilzen.

Bei Dermatophyten handelt es sich um Fadenpilze, die

von Menschen und Tieren befallen. Sie können sowohl oberflächliche als auch tiefere Beschwerden hervorrufen.

Man unterscheidet zwischen drei Gattungen von Hautpilzen. Dies sind

  • Mikrosporen
  • Epidermophyten sowie
  • Trichophyten.

Formen

In der Medizin unterteilt man Fadenpilzinfektionen in eine oberflächliche Form, die als Tinea superficialis bezeichnet wird, sowie eine tiefer gehende Form, die man Tinea profunda nennt. Während die Tinea superficialis am gesamten Körper auftreten kann, sind von der Tinea profunda vor allem Kopf- und Bartregion betroffen. Die Fadenpilzinfektion stellt eine der am häufigsten vorkommenden Hauterkrankungen dar.

Ursachen

In Mitteleuropa werden die Infektionen vor allem durch Trichophyten ausgelöst. Verursacht wird eine Dermatophytose durch das Eindringen der Pilze in den Körper, wobei es an der Eintrittsstelle zu Entzündungen der Haut, der Nägel oder Haare kommt.

Im Unterschied zu Schimmel- und Hefepilzen lösen Fadenpilze jedoch keine systemische Entzündung aus. Auch die Schleimhäute werden nicht von ihnen befallen.

Verlaufsformen

Da die Dermatophyten keratinophil (hornliebend) sind, bevorzugen sie verhornte Hautbereiche, Haare sowie Finger- und Fußnägel. Es gibt verschiedene Verlaufsformen von Fadenpilzinfektionen. Dazu gehören

  • Tinea pedis (Fußpilz)
  • Tinea corporis (Befall des Rumpfes)
  • Tinea capitis (Kopfpilz)
  • Tinea faciei (Befall des Gesichts)
  • Tinea inguinalis (Befall der Leiste)
  • Tinea cruris (Befall des Unterschenkels)
  • Tinea pedis (Befall des Fußes)
  • Tinea manuum (Befall der Hände) und
  • Tinea barbae (Befall der Bartregion).

Übertragung

Die Übertragung der Pilze erfolgt entweder

  • von Mensch zu Mensch
  • von Tier zu Mensch oder
  • über den Boden.
Fußpilz

Die häufigste Form von Dermatophytose ist Fußpilz, bei dem die Ansteckung von Mensch zu Mensch stattfindet. Als Ursachen kommen kontaminierte

infrage.

Bei anderen Fadenpilzinfektionen werden die Pilze häufig durch Haustiere übertragen. Selbst wenn die Tiere keinerlei Symptome zeigen, können sie eine Übertragungsquelle sein.

Risikofaktoren

Durch gewisse Faktoren, wie feucht-warmes Hautmilieu oder feucht-warmes Klima wird eine Fadenpilzinfektion begünstigt, da die Pilze dabei ideale Lebens- und Wachstumsbedingungen vorfinden. Aber auch durch bestimmte Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Immunkrankheiten, aber auch durch Übergewicht können Fadenpilzinfektionen begünstigt werden. Besonders betroffen von Dermatophytosen sind Kinder und ältere Menschen.

Symptome

Die Symptome bei einer Dermatophytose hängen davon ab, ob es sich um eine oberflächliche Tinea superficialis oder eine tiefer gehende Tinea profunda handelt. Bei einer oberflächlichen Fadenpilzinfektion kommt es in der Regel zu kleinen, juckenden Stellen, die gerötet sind. Typisch sind auch eine runde Anordnung der Stellen sowie eine Begrenzung durch einen dunklen Randwall.

Im Falle einer Tinea profunda gelangen die Erreger über die Haarwurzeln tief in die Haut. Vor allem am Kopf und in der Bartgegend kommt es zu Entzündungsherden mit Abszessen und Eiteransammlungen. Darüber hinaus bilden sich Krusten.

Diagnose

Eine Fadenpilzinfektion festzustellen ist recht einfach. Dazu wird eine Untersuchung mit einer speziellen Untersuchungslampe, die man Wood-Licht nennt, vorgenommen.

Im Falle einer Infektion zeigt das Licht die befallene Körperregion grün-gelb an. Auch das Anlegen einer Pilzkultur kann Aufschluss bringen.

Behandlung und Vorbeugung

Die Therapie einer Fadenpilzinfektion hängt von ihrem Ausmaß ab. In den meisten Fällen ist eine örtliche Behandlung mit Antimykotika (Antipilzmitteln) ausreichend. Bei Nagel- oder Kopfpilz kann auch eine zusätzliche systemische Therapie mit Tabletten erforderlich sein.

Vorbeugend und begleitend sollte man in öffentlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel in Schwimbädern oder Hotels stets Schutzschuhe tragen. Um feuchtwarmes Klima auf der Haut zu vermeiden, gelten offene Schuhe sowie gründliches Abtrocknen als empfehlenswert.

Gegenstände wie

sollten nicht mit anderen Personen geteilt werden und ebenso ist ein häufiger Wechsel der Wäsche und das Tragen von Baumwollkleidung ein guter Schutz. Um die Verbreitung von Sporen auf andere Körperregionen zu vermeiden, sollten betroffene Hautstellen nicht berührt werden.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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