Astrozytom - Ursachen, Symptome und Behandlung

Grafik eines Röntgenbilds des menschlichen Schädels mit hervorgehobenem Gehirn auf schwarzem Hintergrund

Die Entstehung eines Astrozytoms und wie man es erkennen und behandeln kann

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  • von Paradisi-Redaktion

Die Ursachen für die Entstehung eines Astrozytoms sind unbekannt. Wie die Erkrankung verläuft, hängt von der Art des Tumors ab. Je nachdem, wo genau sich das Astrozytom befindet, bestehen verschiedenartige Symptome. Die Diagnostik ist umfangreich.

Krankheitsbild

Als Astrozytome bezeichnet man die häufigsten Tumore im Hirn. Sie gehören zu der Gruppe der Gliome und betreffen das Zentralnervensystem. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt die Astrozytome in verschiedene Schweregrade ein:

WHO-Einteilung der Astrozytome
Form des AstrozytomsWHO-Grad
Subependymales Riesenzell-AstrozytomI
Pilozytisches AstrozytomI
-> Pilomyxoides AstrozytomII
Pleomorphes XanthoastrozytomII
Diffuses AstrozytomII
-> Protoplasmatisches AstrozytomII
-> Gemistozytäres AstrozytomII
-> Fibrilläres AstrozytomII
Anaplastisches AstrozytomIII
GlioblastomIV
-> Riesenzell-GlioblastomIV
-> GliosarkomIV
Gliomatosis cerebriIII

Bis die ersten Beschwerden auftreten, kann der Tumor bereits eine sehr große Größe erreicht haben. Wird er jedoch frühzeitig diagnostiziert und kann vollständig entfernt werden, ist eine Heilung möglich.

Ursachen

Die genauen Ursachen eines Astrozytoms sind noch nicht bekannt. Möglicherweise kann der Tumor jedoch vererbt werden.

Bei der Erbkrankheit Neurofibromatose tritt eine bestimmte Art des Astrozytoms deutlich häufiger auf. Auch Bestrahlungen in Folge einer Krebsbehandlung können die Entstehung eines Gehirntumors fördern.

Verlauf

Zu Beginn der Erkrankung ist das Astrozytom noch gutartig. Meist bemerken die Betroffenen lange Zeit nicht, dass ein Tumor in ihrem Gehirn wächst. Wie sich der Tumor weiter verhält, ist individuell verschieden. Astrozytome werden in vier Schweregrade eingeteilt. Dabei ist Grad I (pilozytische Astrozytome) die Form des Astrozytoms, die am besten behandelt werden kann, Grad IV hingegen bezeichnet einen bösartigen Hirntumor, bei dem die Betroffenen in der Regel nicht mehr völlig gesund werden.

Bei manchen Personen wächst der Tumor langsam, bei anderen schneller. Sehr häufig entwickelt sich aus dem vormals gutartigen Tumor (zum Beispiel Grad I) ein äußerst bösartiger, der tödlich endet. Je nach Grad besteht eine Überlebenschance von weniger als 50 Prozent.

Der Begriff "Astrozytom" beinhaltet eine Vielzahl verschiedener Gehirntumore, die sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen können.

Symptome

Astrozytom ist ein Überbegriff für verschiedene Tumore im Gehirn des Menschen. Dabei können sich die Tumore sowohl im Gehirn als auch im Rückenmark bilden. Im Gehirn kann sich der Tumor zum Beispiel im Kleinhirn oder auch im Großhirn bilden.

Bei allen Patienten zeigen sich

Auch das Sehvermögen kann sich verschlechtern oder die Persönlichkeit des Betroffenen verändern. Die Patienten bemerken Einschränkungen bei der Sprache und bei Bewegungen.

Je nachdem, wo genau sich der Tumor befindet, können auch Lähmungserscheinungen auftreten. Einige Patienten leiden auch unter einer teilweisen oder sogar kompletten Querschnittslähmung.

Diagnose

Um eine Diagnose stellen zu können, führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Anschließend erfolgt auch eine eingehende neurologische Untersuchung.

Um seinen Diagnoseverdacht zu sichern, fertigt der Arzt eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografieaufnahme an. Dazu wird dem Patienten zu Beginn der Untersuchung ein Kontrastmittel gespritzt.

In der Regel kann die Diagnose nach diesen Untersuchungen gestellt werden. Bestehen noch Zweifel, werden im Rahmen einer Operation Gewebeproben des Tumors entnommen und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht. Nur durch die Entnahme einer Gewebeprobe kann festgestellt werden, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor handelt.

Therapie

Am besten ist die Prognose, wenn der Tumor komplett entfernt werden kann. Je mehr von dem Tumorgewebe entfernt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Bevor eine Operation erfolgen kann, erhalten die Patienten Medikamente, um den Hirndruck durch das Astrozytom zu minimieren.

Auch die Symptome werden dadurch abgemildert. Zu diesem Zweck werden Medikamente mit Kortison verabreicht. Zusätzlich erhalten die Patienten Medikamente gegen die Krampfanfälle, so genannte Antiepileptika, Medikamente gegen Epilepsie.

Je kleiner der Tumor und je besser er abgrenzbar ist, desto leichter kann er entfernt werden. Oftmals kann auch nur ein Teil des Tumors entfernt werden.

Der restliche Tumor wird dann mit Hilfe einer Strahlen- oder Chemotherapie behandelt. Je nachdem, welche Form des Astrozytoms vorliegt, ist der Tumor scharf abgegrenzt und kann dadurch gut entfernt werden oder er wächst bereits in das umliegende Gewebe und ist äußerst schwierig zu entfernen.

Handelt es sich um eine leichte Form des Astrozytoms, erfolgt eine Strahlen- oder Chemotherapie nach der Operation nur dann, wenn der Tumor trotz Entfernung wieder wächst, ebenso wenn nur ein Teil des Tumors entfernt werden konnte. Lediglich die schweren Formen des Astrozytoms werden in jedem Fall zusätzlich zur Operation mit einer Strahlen- und Chemotherapie nachbehandelt.

Vorbeugung

Der Bildung eines Astrozytoms kann man nicht vorbeugen.

Grundinformationen zum Astrozytom

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Skeleton X-Ray - Brain 1 © Jeffrey Collingwood - www.fotolia.de

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