Arthritis - Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei einer Arthritis oder auch Gelenkentzündung handelt es sich um eine entzündliche Gelenkerkrankung. Zu den typischen Symptomen zählen Rötung, Schwellung, Überwärmung oder auch Gelenkergussbildung. Die Ursachen sind unterschiedlicher Natur; dabei können Bakterien sowie diverse Erkankungen eine Rolle spielen. Lesen Sie über die Ursachen, Symptome und Behandlung einer Arthritis.

Die Entstehung einer Arthritis und wie man sie erkennen und behandeln kann

Ursachen

Bakterien

Eine Ursache für die Entstehung einer Gelenkentzündung können Bakterien sein. Diese können über eine Wunde an einem Gelenk in den Körper gelangen und so das Gelenk entzünden.

Auch ein banaler Herpes an der Lippe kann die Ursache für eine Arthritis sein. Die Erreger gelangen über die Blutbahn in das Gelenk und infizieren es so.

Erkrankungen

Erkrankungen wie die Darmerkrankung Morbus Crohn oder die Schuppenflechte können ebenfalls der Grund für eine Arthritis sein. Diese Erkrankungen zählt man zu den so genannten Autoimmunerkrankungen.

Das Immunsystem dieser Patienten funktioniert nicht richtig und greift so die eigenen Gelenke an. Dadurch werden sie zerstört.

Je nach Ursache unterscheidet man demzufolge zwischen folgenden Formen der Arthritis:

Krankheitsverlauf und Heilungschancen

Nicht immer ist die Arthritis vollständig heilbar. Handelt es sich um eine akute Arthritis, die durch Erreger wie zum Beispiel Bakterien verursacht wurde, erfolgt in der Regel eine vollständige Heilung und es sind keine bleibenden Schäden zu erwarten - vorausgesetzt, die Arthritis wird rechtzeitig von einem Arzt behandelt. Bis die Beschwerden vollständig abgeklungen sind, können jedoch einige Monate vergehen.

Ist die Arthritis bereits chronisch, ist eine vollständige Heilung nicht mehr möglich. Die Erkrankung schreitet weiter fort, bis eines oder mehrere Gelenke zerstört sind. Die Gelenke können letztlich nur noch unzureichend bewegt werden.

Symptome

Ein Betroffener mit Arthritis klagt über Schmerzen an einem Gelenk, zum Beispiel am Fuß. Der Fuß ist dann

  • geschwollen
  • wärmer als der übrige Körper
  • nur noch eingeschränkt beweglich und
  • das Gelenk ist gerötet.
  • Auch Eiter und Flüssigkeit können sich im Gelenk befinden.

Je nach Art der Arthritis können die Gelenkschmerzen überwiegend nachts und morgens auftreten und neben den Schmerzen auch eine Steifigkeit des Gelenkes vorliegen. Diese Symptome sprechen für eine so genannte rheumatoide Arthritis.

Einer Arthritis kann auch ein Gichtanfall zugrunde liegen. Meist ist hier dann das Großzehengrundgelenk betroffen. Es ist geschwollen und schmerzt stark.

Diagnose

Für die Diagnosestellung befragt der Arzt den Patienten nach den genauen Beschwerden. Der Arzt tastet das betroffene Gelenk ab und untersucht es auf seine Beweglichkeit.

Anschließend erfolgt eine Blutabnahme. Liegt eine Arthritis vor, sind die so genannten Entzündungswerte im Blut erhöht. Zu den Entzündungswerten zählt man

Liegt ein Gichtanfall vor, ist auch der Harnsäurewert im Blut erhöht. Bei einer rheumatoiden Arthritis sind dementsprechend die Rheumawerte im Blut erhöht.

Neben diesen Untersuchungen fertigt der Arzt auch eine Röntgenaufnahme des schmerzenden Gelenkes an. So kann er feststellen, ob das Gelenk bereits geschädigt ist.

Befindet sich Flüssigkeit oder Eiter im Gelenk, kann auch eine Punktion des Gelenkes notwendig sein. Während der Gelenkpunktion wird die Flüssigkeit herausgezogen. Dies verschafft dem Patienten auch wieder Erleichterung. Auch eine Arthroskopie, eine Gelenkspiegelung, kann zur Diagnosestellung notwendig sein.

Behandlung

Liegt der Arthritis eine Erkrankung wie zum Beispiel der Morbus Crohn zugrunde, muss diese zugrunde liegende Erkrankung unbedingt behandelt werden. Das geschwollene Gelenk sollte gekühlt und hoch gelagert werden, wenn es gerade akut entzündet ist.

Medikamente

Liegt eine rheumatoide Arthritis vor, gibt es spezielle Rheumamedikamente. Auch gegen die normale Arthritis gibt es Schmerzmedikamente. Gegebenenfalls wird auch ein Antibiotikum notwendig, wenn die Arthritis aufgrund einer Bakterieninfektion aufgetreten ist.

Krankengymnastik und Arthroskopie

Sind die Gelenke bereits versteift oder nur noch unzureichend beweglich, ist Krankengymnastik sehr hilfreich. Die krankengymnastischen Übungen müssen auch zu Hause regelmäßig durchgeführt werden, um das Gelenk in Bewegung zu halten.

Liegt eine eitrige Arthritis vor, wird diese in Form einer Arthroskopie behandelt. Während der Gelenkpunktion wird das entzündete Gelenk gespült und das durch die Bakterien infizierte Gewebe entfernt.

Vorbeugung

Um einer Gelenkentzündung vorzubeugen, ist es empfehlenswert, sich regelmäßig zu bewegen. Während der sportlichen Betätigung ist es jedoch wichtig, nicht nur ein Gelenk zu belasten, sondern alle Gelenke gleichmäßig; dies ist zum Beispiel beim Radfahren der Fall.

Liegt eine Verletzung am Gelenk vor, sollte diese kompetent versorgt werden, so dass sich keine Bakterien in den Gelenken festsetzen können.

Einen wichtigen Bereich der Vorbeugung stellt auch die Ernährung dar...

Ein gesunder Ernährungsplan kann Arthritis mindern

Arthritis kann sich vom Krankheitsbild in Knöcheln oder Knien sowie der Hüfte niederlegen. Forschungen haben nun erwiesen, dass Lebensmittel dazu beitragen können, das Auftreten von Entzündungen zu fördern oder zu verringern.

Nicht bei allen Arthritisformen spielen Entzündungen eine Rolle, wie zum Beispiel bei der rheumatoiden Arthritis. Neben einer entzündungshemmenden Ernährung ist es vor allem auch der meist damit verbundene Effekt der Gewichtsabnahme, der dazu führt, dass sich das Krankheitsbild der Arthritis verbessert.

Gesunde Fette

Fettsäuren, wie Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Herzfunktion. Essen Sie hierfür vor allem Samen oder Nüsse.

Die Gelenke können durch den Verzehr von Fisch, wie

unterstützt werden. Der Verzehr von

stellt ebenfalls eine gesunde Ernährungsform dar. Wenn Sie gerne Fleisch essen, dann achten Sie darauf, dass es sich dabei um ein mageres Stück handelt, das in der Größe nicht größer als ein gestapeltes Kartenspiel ist.

Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Fettsäuren, wie Meeresfrüchte oder rotes Fleisch, führen zur Produktion der körpereigenen Substanz Purin, die wiederum das Auftreten von Gicht, ebenfalls eine Form von Arthritis, führen kann.

Vitamine und Mineralstoffe

Legen Sie bei der Zusammensetzung Ihrer Ernährung Wert auf eine ausreichende Menge an Vitamine und Mineralstoffe. Wählen Sie Vitamin C- und Vitamin D-reiches Obst und Gemüse, ebenso wie

Jedes Extrakilo ist ungesund

Versuchen Sie mit der Zeit Ihr Gewicht konstant werden zu lassen. Ein Immunsystem kann die alltäglichen Aufgaben besser angehen, wenn es sich nicht immer wieder neu einstellen muss.

Dabei bedeutet eine Fluktuation von ein, zwei Kilos keine Schwankung. Achten Sie vielmehr darauf, nicht in Schwankungen von fünf bis sieben Kilos zu geraten.

Bedenken Sie, dass kohlenhydratreiche Lebensmittel meist hochgradig zuckerhaltig sind und zudem hohe Kalorienwerte haben. Das gefährliche an der Gewichtszunahme ist, dass dadurch das Immunsystem schneller geschwächt wird und grundsätzlich mehr arbeiten muss.

Der Schutz des Körpers sinkt auf diese Weise mit jedem weiteren Kilo zu viel. Eine Verringerung des Gewichts um fünf Kilo kann das Risiko für das Auftreten von Arthritis um 50 Prozent senken.

Eine Studie ergab, dass durch eine kalorienarme Ernährung und einem damit einhergehenden Gewichtsverlust von bis zu zehn Kilo, bei Arthritis-Patienten dazu führten, dass die Schmerzen in den Knien nachgelassen haben.

Langsame Umstellung

Wer sich im Wesentlichen an eine mediterrane Ernährung hält, zu der unter anderem ein Schwerpunkt auf viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Samen, Öle und Nüssen legt, der kann durchschnittlich einen 20% niedrigeren CRP-Spiegel aufweisen. Unter CRP ist der Entzündungswert im Körper zu verstehen.

Lassen Sie sich auf das Thema der gesunden und nachhaltigen Ernährung ein und planen Sie auch eine längere Zeit für das Einleben in die neuen Ernährungsmuster ein. Viele Menschen wünschen sich schnelle Lösungen, die wirklich nachhaltigen allerdings benötigen Zeit, Ausdauer und Konsequenz.

Seien Sie nicht zu hart zu sich, wenn Sie ab und an von Ihrem Ernährungsplan abweichen. Mit Rückschlägen ist grundsätzlich zu rechnen. Setzen Sie die Eingewöhnungsphase demnach länger an und freuen Sie sich dann, wenn sie doch kürzer sein sollte und Sie sich bereits nach wenigen Wochen mit Ihrem neuen Ernährungsplan wohlfühlen.

Zur Wahl der richtigen Sportart ärztlich beraten lassen

Wenn Sie Ihre Ernährungsumstellung durch sportliche Betätigung unterstützen wollen, um auch dem Ziel der Gewichtsabnahme schneller begegnen zu können, erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem Arzt nach für Sie und Ihrem Gesundheitszustand passenden Sportarten und Sporteinheiten.

Quellen:

  • Gerhard Leibold: Arthritis und Arthrose, Oesch Verlag, 2001, ISBN 3035050376
  • Fred L. Savage: Mit Polyarthritis und Arthrose leben, Heyne, Mchn., 1996, ISBN 3453109961
  • Uwe Beise, Silke Heimes, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Ingo Blank: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2020, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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