1. Juni 2010
Als Urin oder Harn bezeichnet man ein flüssiges Ausscheidungsprodukt. Er wird in den Nieren gebildet und gelangt über die äußeren Harnwege aus dem Körper.
Der Urin (Urina), den man auch als Harn bezeichnet, ist eine gelbe Flüssigkeit, die aus dem Körper ausgeschieden wird. Er ist wichtig, um den Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt zu regulieren sowie Stoffwechselabbauprodukte zu beseitigen.
Der Urin ist gewissermaßen das Abwasser des Organismus. Gebildet wird er in den Nieren, die sozusagen als Kläranlage des Körpers fungieren. Dazu sammeln sie in Wasser gelöste Fremdsubstanzen sowie Abfallprodukte, die nicht benötigt werden. Jeden Tag werden ca. ein bis zwei Liter Urin gebildet, was jedoch von der Flüssigkeitszufuhr, dem Blutdruck und der Ernährung abhängt. Auch der Anteil von wasseranziehenden Teilchen im Blut spielt eine Rolle. Ebenso können die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie z.B. Diuretika, die körperliche Verfassung, der allgemeine Gesundheitszustand und die Körpertemperatur einen Einfluss haben.
Zunächst kommt es zu einem Filtern des Bluts in den Nieren. Dabei werden sämtliche Blutbestandteile, die unter einer bestimmten Größe liegen, aus den Blutgefäßen gezogen und anschließend in den Nierenkanälchen gesammelt. Auf diese Weise entsteht der Primärharn. In diesem Primärharn befinden sich einerseits Stoffwechselabfallprodukte und Fremdstoffe, die den Körper verlassen sollen, andererseits aber auch Bestandteile, die sich vom Organismus noch verwenden lassen. Diese wertvollen Bestandteile gelangen zusammen mit Flüssigkeit wieder zurück in den Blutstrom. Von mehr als hundert Litern Primärharn bleiben dadurch schließlich noch ein bis zwei Liter Urin übrig. Dieser Urin gelangt über die beiden Harnleiter zur Harnblase, wo er gesammelt wird und bei der Blasenentleerung über die Harnröhre aus dem Körper ausgeschieden wird.
Zu rund 95 Prozent besteht der Urin aus Wasser. Die restlichen Bestandteile sind Elektrolyte, gelöste Abfallprodukte aus den Zellen des Körpers wie Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin und Fettsäuren sowie Fremdstoffe aus bestimmten Substanzen wie Arzneimitteln. Wenn der Urin in der Blase gesammelt wird, ist er zumeist keimfrei. Bei der anschließenden Entleerung der Blase (Miktion) kommt es zur Kontamination mit Keimen, wodurch beim Austritt ca. 10.000 Keime in einem Milliliter Urin enthalten sind.
Die normale Farbe des Urins ist gelblich bis bernsteinfarben. Während frischer Urin geruchlos ist, kann er durch spätere Zersetzung durch Bakterien einen ammoniakalischen stechenden Geruch aufweisen. Riecht der Urin ungewöhnlich, könnte dies auf bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus hinweisen.
Mithilfe des Urins können auch bestimmte Krankheiten festgestellt werden. Daher gehören Uroskopien zu den wichtigsten und ältesten medizinischen Untersuchungsmethoden. So lassen sich auf diese Weise z.B. Nierenerkrankungen, Erkrankungen der Harnwege, Entzündungen, Leberkrankheiten und Kohlenhydratstoffwechselstörungen diagnostizieren. Ebenso lässt sich die Einnahme von Giften, Medikamenten, Dopingsubstanzen oder Drogen nachweisen.
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