Der Urin - Wird in den Nieren gebildet und über die ableitenden Harnwege ausgeschieden

Urinbecher auf weißem Hintergrund

Durch die Zusammensetzung des Harns lassen sich Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand eines Menschen machen

Als Urin oder Harn bezeichnet man ein flüssiges Ausscheidungsprodukt. Er wird in den Nieren gebildet und gelangt über die äußeren Harnwege aus dem Körper.

Funktion

Der Urin (Urina) , den man auch als Harn bezeichnet, ist eine gelbe Flüssigkeit, die aus dem Körper ausgeschieden wird. Er ist wichtig, um den Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt zu regulieren sowie Stoffwechselabbauprodukte zu beseitigen.

Von der Entstehung bis zur Ausscheidung

Der Urin ist gewissermaßen das Abwasser des Organismus. Gebildet wird er in den Nieren, die sozusagen als Kläranlage des Körpers fungieren. Dazu sammeln sie in Wasser gelöste Fremdsubstanzen sowie Abfallprodukte, die nicht benötigt werden.

Jeden Tag werden ca. ein bis zwei Liter Urin gebildet, was jedoch von der Flüssigkeitszufuhr, dem Blutdruck und der Ernährung abhängt. Auch der Anteil von wasseranziehenden Teilchen im Blut spielt eine Rolle.

Ebenso können die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie zum Beispiel Diuretika, die körperliche Verfassung, der allgemeine Gesundheitszustand und die Körpertemperatur einen Einfluss haben.

Entstehung von Primärharn

Zunächst kommt es zu einem Filtern des Bluts in den Nieren. Dabei werden sämtliche Blutbestandteile, die unter einer bestimmten Größe liegen, aus den Blutgefäßen gezogen und anschließend in den Nierenkanälchen gesammelt. Auf diese Weise entsteht der Primärharn.

In diesem Primärharn befinden sich einerseits Stoffwechselabfallprodukte und Fremdstoffe, die den Körper verlassen sollen, andererseits aber auch Bestandteile, die sich vom Organismus noch verwenden lassen. Diese wertvollen Bestandteile gelangen zusammen mit Flüssigkeit wieder zurück in den Blutstrom.

Entstehung von Harn

Von mehr als hundert Litern Primärharn bleiben dadurch schließlich noch ein bis zwei Liter Urin übrig. Dieser Urin gelangt über die beiden Harnleiter zur Harnblase, wo er gesammelt wird und bei der Blasenentleerung über die Harnröhre aus dem Körper ausgeschieden wird.

In der Harnblase wird der Urin gesammelt um dann ausgeschieden zu werden
In der Harnblase wird der Urin gesammelt um dann ausgeschieden zu werden

Bestandteile

Zu rund 95 Prozent besteht der Urin aus Wasser. Die restlichen Bestandteile sind:

  • Elektrolyte
  • gelöste Abfallprodukte aus den Zellen des Körpers wie Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin und Fettsäuren
  • Fremdstoffe aus bestimmten Substanzen wie Arzneimitteln

Wenn der Urin in der Blase gesammelt wird, ist er zumeist keimfrei. Bei der anschließenden Entleerung der Blase (Miktion) kommt es zur Kontamination mit Keimen, wodurch beim Austritt ca. 10.000 Keime in einem Milliliter Urin enthalten sind.

Im Urin befinden sich auch bestimmte Bakterienarten

Urinprobe im Behälter in kleinem Schrank
Urinbehälter © Jürgen Fälchle - www.fotolia.de

Viele Menschen glauben, dass sich normalerweise im Urin keine Keime befinden und dieser somit steril sei. Doch amerikanische Mikrobiologen haben nun in einer Studie dies widerlegt, so dass auch ohne eine Erkrankung im Urin Bakterien vorhanden, die aber unterschiedlich sein können. So hängt dies auch von der Aktivität der jeweiligen Blase ab.

Untersuchung des Urins anhand spezieller Technik

Bei der Studie, an der 90 Frauen mit unterschiedlich aktive Blasen teilnahmen, haben die Wissenschaftler den Urin mit einer speziellen Technik untersucht, die sich von den Standard-Untersuchungen beispielsweise bei Harnwegsinfektion unterschieden. Im Ergebnis fanden die Forscher im Urin von den Frauen, die eine überaktive Blase haben, andere Bakterien als bei der zweiten Gruppe.

Frauen sind häufiger als Männer von einer überaktiven Blase betroffen

Bei einer überaktiven Blase müssen die betroffenen Frauen öfters zur Toilette und die Harnmengen sind dabei nur gering. Etwa 40 bis 50 Prozent der betroffenen Frauen, wobei Frauen häufiger als Männer darunter leiden, reagieren nicht auf eine herkömmliche Behandlung, so dass eventuell die neuen Erkenntnisse dabei helfen könnten, wie die Forscher berichten.

In einer weiteren Studie will man weiter untersuchen inwieweit bestimmte Bakterien in der Blase nützlich oder schädlich sind.

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    Diagnose von Erkrankungen

    Die normale Farbe des Urins ist gelblich bis bernsteinfarben. Während frischer Urin geruchlos ist, kann er durch spätere Zersetzung durch Bakterien einen ammoniakalischen stechenden Geruch aufweisen. Riecht der Urin ungewöhnlich, könnte dies auf bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus hinweisen.

    Mithilfe des Urins können auch bestimmte Krankheiten festgestellt werden. Daher gehören Uroskopien zu den wichtigsten und ältesten medizinischen Untersuchungsmethoden.

    So lassen sich auf diese Weise zum Beispiel diagnostizieren:

    Außerdem ist es möglich, den Zustand

    zu überprüfen. Ebenso lässt sich die Einnahme von Giften, Medikamenten, Dopingsubstanzen oder Drogen nachweisen.

    Bei einer Harnuntersuchung bestimmt man verschiedene Parameter. Während manche Faktoren sich mithilfe eines Urin-Teststreifens bestimmen lassen, muss für andere Untersuchungen der Harn 24 Stunden lang gesammelt werden.

    Krankheiten via Urin-Test finden

    Teststreifen Urintest
    Urine test © Keith Frith - www.fotolia.de

    Der Urin eines Menschen kann sehr viel über die Prozesse aussagen, die gerade in seinem Körper stattfinden. Daher können Mediziner auch sehr viele Erkenntnisse aus einem Urin-Test gewinnen.

    In den meisten Fällen wird die Art und die Zahl der Bakterien sowie die Zahl der weißen Blutkörperchen bestimmt. Beides kann in erster Linie Aufschluss über die Verfassung der Niere geben. Besteht zum Beispiel eine chronische Entzündung, wird das im Urin-Test sofort sichtbar. Durch einer Nierenbeckenentzündung sind plötzlich übernatürliche viele Eiweißkörper im Urin. Schuld ist eine Schädigung der Harnkanäle der Nieren. Auch Probleme mit der Galle und der Leber zeigen sich durch die Analyse der Blutkörperchen.

    Befinden sich außerdem rote Blutkörperchen im Harn, deutet das auf Nierensteine oder gar Krebs hin. Weiterhin kann der Arzt die Menge an Glukose feststellen und somit einen Hinweis auf Diabetes bekommen.

    In manchen Fällen kann daher eine Urin-Probe mehr Sinn machen, als die Abnahme von Blut. In der Regel erfolgt jedoch beides, was einen Abgleich der jeweiligen Ergebnisse ermöglicht und so auch die Diagnose leichter und treffsicherer macht.

    Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die unterschiedlichen Bestandteile des Urins sowie mögliche Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand eines Menschen ein.

    pH-Wert

    Zu den gängigen Werten, die im Urin gemessen werden, gehört auch der pH-Wert.

    Bedeutung

    Unter dem pH-Wert versteht man den Maßstab für den basischen oder sauren Charakter einer wässrigen Lösung. Er hängt mitunter auch von der Nahrung ab, die man zuvor zu sich genommen hat.

    Normale und veränderte Werte

    Der normale pH-Wert beim Urin liegt zwischen 4,8 und 7,6. Bei fleischreicher Ernährung kommt es zu einem niedrigen bzw. sauren pH-Wert, während bei vegetarischer Ernährung ein höherer bzw. alkalischer Wert zu verzeichnen ist.

    Zu einem niedrigen pH-Wert kann es auch kommen, wenn der Urin mehrere Stunden lang bei Zimmertemperatur gelagert wird. Ein alkalischer ph-Wert tritt häufig nach dem Mittagessen auf.

    Krankhafte Veränderungen trotz normalem Wert

    Manchmal bestehen jedoch auch trotz eines normalen pH-Wertes krankhafte Veränderungen.

    • So liegt beispielsweise bei Harnsäuresteinen der ph-Wert nur in seltenen Fällen über 6,5.
    • Handelt es sich um Kalzium-Oxalat-Steine, fällt der Wert normalerweise nicht unter 6,0.
    • Im Falle einer Harnwegsinfektion mit Proteus-Bakterien beträgt der ph-Wert des Urins meist durchgängig 7,0.

    Eiweißwert

    Einen wichtigen Hinweis auf bestimmte Erkrankungen liefert Eiweiß im Urin. So wird von gesunden Menschen nur eine geringe Menge an Eiweiß (Protein) über den Harn ausgeschieden. Dabei liegt der normale Eiweißwert bei weniger als 150 Milligramm.

    Veränderte Werte

    Stellt man bei einer Untersuchung von 24-Stunden-Urin fest, dass die Eiweißmenge mehr als 150 Milligramm beträgt, handelt es sich um Proteinurie (Urineiweiß). Werden innerhalb von 24 Stunden 30 bis 300 Milligramm Eiweiß ausgeschieden, spricht man von Mikroalbuminurie.

    Oftmals weist ein erhöhter Eiweißgehalt im Urin auf Nierenfunktionsstörungen aufgrund von Bluthochdruck oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) hin. Durch eine Elektrophorese ist es möglich, die Eiweiße, die sich im Urin befinden, nach ihrer Größe aufzutrennen. Auf diese Weise kann der behandelnde Arzt leichter erkennen, an welcher Stelle die Nierenfunktionsstörung auftritt.

    Mitunter kann es auch zu einem erhöhten Eiweißwert im Urin durch

    kommen.

    Glucosewert

    Auch bei gesunden Menschen kommt Glucose (Blutzucker) im Urin vor. Als normaler Glucosewert gelten weniger als 0,84 Millimol je Liter oder 15 Milligramm pro Deziliter.

    Veränderte Werte

    Ab einer bestimmten Menge sind die Nieren nicht mehr in der Lage, den Zucker im Körper zu behalten, wodurch er in den Harn übertritt. Mediziner sprechen in einem solchen Fall von Glucosorie. Häufig ist eine Glucosorie ein Hinweis auf die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

    Es kommen jedoch noch andere Ursachen für einen erhöhten Glucosegehalt im Urin infrage. Dazu gehören

    Aber auch während einer Schwangerschaft kann ein erhöhter Glucosewert auftreten. So ist dies bei mehr als der Hälfte aller schwangeren Frauen der Fall.

    Urinsediment

    Spricht man vom Urinsediment, sind damit die festen Bestandteile des Urins gemeint. Dazu gehören Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen), sowie diverse Zellen und Zellenbestandteile.

    Sediment-Gesichtsfeld-Methode

    Da diese festen Bestandteile nur bis zu einer gewissen Menge bei gesunden Menschen vorkommen, kann eine Untersuchung des Urinsediments wertvolle Hinweise auf bestimmte Erkrankungen liefern. So nimmt man diese spezielle Urinuntersuchung, die auch Sediment-Gesichtsfeld-Methode genannt wird, zur Abklärung der Ursachen von Nierensteinen, Hämaturie (Blut im Urin) oder Proteinurie (Eiweiß im Urin) vor. Weitere Gründe für die Untersuchung sind Harnwegserkrankungen, Nierenkrankheiten oder der Verdacht auf bestimmte Krankheitserreger.

    Als Normalwerte gelten 0 bis 5 rote Blutkörperchen pro Mikroliter Urin sowie 0 bis 3 weiße Blutkörperchen je Mikroliter. Weitere Aufschlüsse liefern

    die nur in geringer Anzahl im Urin vorkommen sollten.

    Bakterien im Urin

    Um den Harn auf Bakterien zu untersuchen, greift man in der Regel auf den Mittelstrahlurin zurück. Weist man krankheitserregende Bakterien in einem Schnelltest nach, erfolgt in einem Labor eine genauere Untersuchung des Urins.

    Dabei testet man auch, wie empfindlich die Erreger auf Antibiotika reagieren. Befinden sich die Bakterien in größerer Anzahl im Urin, in der Harnblase, der Harnröhre oder den Nieren, handelt es sich meist um eine Harnwegsinfektion.

    Die Urinprobe im Labor ist komplexer als der Teststreifen
    Die Urinprobe im Labor ist komplexer als der Teststreifen
    Hinweise zur Durchführung der Urinprobe

    Um brauchbare Hinweise aus dem Urin zu erhalten, werden für eine Urinprobe normalerweise 20 bis 40 Milliliter benötigt. Für die Untersuchung ist vor allem die mittlere Urinportion, die man auch als Mittelstrahlurin bezeichnet, von Bedeutung. Auf diese Weise stellt man sicher, dass Keime der äußeren Genitalien die Urinprobe nicht verfälschen.

    Gelegentlich kann für eine Untersuchung auch steriler Urin erforderlich sein. Diesen leitet man mithilfe eines Katheters direkt aus der Blase oder der Bauchdecke ab.

    Auch die Farbe des Urins kann Aufschluss über den Gesundheitszustand geben...

    Was verraten die Urinfarben

    Manchmal verfärbt sich der Urin oder ist eingetrübt. Harnfarbe, Zusammensetzung und Geruch verraten viel über den Gesundheitszustand.

    In einer Urinprobe lassen sich verschiedene Substanzen finden, die Hinweise auf Erkrankungen geben können. Welche Symptome sind harmlos und wann ist der Besuch beim Arzt ratsam?

    Welche Veränderungen der Harnfarbe sind normal?

    Urin ist ein Ausscheidungsprodukt und besteht zu 95 Prozent aus Wasser, während sich die übrigen fünf Prozent aus Stoffwechselendprodukten wie Harnsäure, Farbstoffe, Kreatinin, wasserlösliche Vitamine und anorganische sowie organische Salze zusammensetzen. Die Nieren filtern pro Tag etwa 180 Liter Urin aus dem nicht-zellulären Blutplasma.

    Bei diesem Resorptions- und Filtrationsprozess (Diurese) werden dem Harn verschiedene Stoffe wie Glukose und Aminosäuren entzogen. Schließlich werden Stoffwechselabbauprodukte, Giftstoffe oder Medikamentenreste zusammen mit dem Harn aus dem Körper geschwemmt und ausgeschieden.

    In aller Regel variiert die Harnfarbe zwischen hellem Gelb und Bernstein. Scheidet der Organismus nur wenig Flüssigkeit aus, nimmt der Urin eine eher dunkle Farbe an. Das passiert beispielsweise bei starkem Schwitzen oder einer zu geringen Flüssigkeitszufuhr.

    In der Nacht konzentriert sich der Urin auf, deshalb ist seine Farbe morgens oft dunkler. Die Harnfarbe ist umso heller, je mehr Wasser über die Nieren abgegeben wird.

    Wer also reichlich trinkt, hat meistens auch einen helleren Urin. Ist der Farbton des Harns hellgelb oder honigfarben, besteht generell kein Anlass zur Sorge. Nachfolgend die Urinfarben und ihre möglichen Bedeutungen.

    Farbstoffarmer, sehr heller Urin

    Ist die Urinfarbe nahezu farblos oder sehr hell, liegt das zumeist an einer hohen Flüssigkeitsaufnahme, kann aber in Verbindung mit Schmerzen auch auf eine Nierenbeckenentzündung hindeuten. Bei gesteigertem Durstgefühl und erhöhter Urinausscheidung kann farbstoffarmer Harn auch ein Alarmzeichen für eine unentdeckte Diabetes insipidus sein, eine angeborene Form der Diabetes.

    Rötlicher Urin

    Weist der Urin rötliche Verfärbungen auf, kann es sich um Blutbeimengungen handeln und darf deshalb keinesfalls ignoriert werden. Allerdings kann es auch um eine harmlose Verfärbung durch bestimmte Lebensmittel gehen.

    So färben

    den Urin oft orange oder rotbraun. Auch eine Blasenentzündung, Blasenkrebs oder eine schwere Nierenerkrankung kann hinter rötlich verfärbtem Urin stecken. In jedem Fall muss ein Arzt die Ursache für die Verfärbung klären.

    Brauner bis fast schwarzer Urin

    Ist der Urin dunkelbraun, besteht die Möglichkeit, dass es sich um eine Lebererkrankung handelt. Blutbeimischungen oder Gallenfarbstoffe, die von einer Gelbsucht herrühren, können ebenfalls eine dunkelbraune Harnfarbe auslösen, genauso wie

    Verfärbt sich der Harn fast schwarz, besteht das Risiko einer schwerwiegenden Erkrankung. Spekulationen sind sinnlos, in diesem Fall muss der Arzt umgehend eine Urinprobe veranlassen.

    Weißlich oder cremig verfärbter Urin

    Grundsätzlich ist die Harnfarbe von der Konzentration der gelösten Substanzen aus Lebensmitteln oder Arzneimitteln abhängig. Zeigt die Untersuchung des Urins eine weißliche oder cremige Farbe, ist das häufig ein Hinweis auf Leukozyten im Urin (weiße Blutkörperchen). Möglicherweise handelt es sich auch um eine Infektion der Nieren oder Harnwege.

    Was bedeutet ein unangenehmer Geruch?

    Auch der Uringeruch variiert häufig stark. Riecht der Harn unangenehm, liegt die Ursache meistens bei den verzehrten Lebensmitteln. So kann zum Beispiel Spargel den Harngeruch verändern.

    Kommt es nicht zu Begleiterscheinungen wie Brennen beim Wasserlassen oder vermehrtem Harndrang, muss sich niemand beunruhigen. Verändern sich Geruch und Urinfarbe über einen längeren Zeitraum, es lässt sich jedoch keine Erklärung dafür finden, sorgt ein Schnelltest bei Arzt für Aufklärung.

    Farb- und Geruchsveränderungen des Urins - möglich Gründe und Erkrankungen

    Grafik männlicher Körper mit Nieren, Nebennieren und Blase
    männlicher körper mit urinsystem © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

    In unserem Körper werden pro Tag etwa 1,5 Liter Harn gebildet. Der größte Anteil - etwa 95 Prozent - besteht dabei aus Wasser; der Rest setzt sich aus Stofffwechselprodukten wie zum Beispiel Harnsäure, Harnstoff und Kreatinin zusammen.

    Bilirubin, welches ebenfalls in diese Kategorie fällt, sorgt für die Farbe des Urins. Des Weiteren findet man darin Abbaustoffe von Arzneien, wasserlösliche Vitamine sowie Kalium und Natrium. Hin und wieder bemerken wir Veränderungen am Urin, so zum Beispiel in der Farbe und im Geruch, und stellen uns die Frage, ob es sich dabei um eine Erkrankung handeln könnte.

    Veränderter Geruch

    In der Regel ist Urin beim Wasserlassen recht geruchsunauffällig. Hat man sich jedoch eine Entzündung der Harnwege eingefangen, kann es schon mal zu einem strengeren Geruch kommen, da die entstandenen Bakterien durch den Abbau der Harnbestandteile Ammoniak freisetzen.

    Doch meist machen sich in diesem Fall auch Beschwerden wie Brennen oder mitunter auch Blut im Urin bemerkbar, welche ein deutlicheres Zeichen für eine Erkrankung sind. In diesem Fall sollte man die Ursache ärztlich abklären lassen.

    Veränderte Farbe

    Ideal ist es, wenn Urin eine hellgelbe Farbe aufweist. Weist er einen dunkel-gelben Farbton auf, so ist dies ein Zeichen für eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme; auch morgens ist der Urin dementsprechend dunkel.

    Wie bereits erwähnt, sollte man bei einem durch Blut rot verfärbten Urin einen Arzt aufsuchen, denn dabei kann es sich um eine Blasen- oder Nierenentzündung handeln. Sind jedoch keine anderweitigen Beschwerden zu bemerken, könnte die rötliche Verfärbung auch ein Hinweis auf einen Tumor sein.

    Eine kranke Leber kann sich in einer bräunlichen Verfärbung widerspiegeln, begleitendes Symptom zum Beispiel bei einer Hepatitis ist ein blasser werdender Stuhl. Bei trübem oder flockigem Urin sollte ebenfalls ein Arzt gefragt werden, denn hierbei kann es sich sowohl um Eiweiße, als auch Eiter handeln, welcher ebenfalls mögliches Zeichen für eine Blasenentzündung sein kann.

    Bei einem unangenehmen Uringeruch kann ein Harnwegsinfekt die Ursache sein

    Frau sitzt auf der Toilette, hält einen langen Streifen Klopapier in der Hand
    woman sitting on toilet in morning © Voyagerix - www.fotolia.de

    Bei einem unangenehmen Uringeruch bei Kleinkindern könnte die Ursache ein Harnwegsinfekt sein, so dass Eltern in diesen Fällen einen Arzt befragen sollten. Da man aber bei Babys schlecht eine Urinprobe bekommt und untersuchen kann, ist ein Arzt für jeden Hinweis dankbar.

    Bei einer kanadischen Studie hat man jetzt dies näher untersucht. So deutet auch schon ein nicht erklärbares Fieber auf einen Harnwegsinfekt hin. Mit Hilfe einer mikrobiologischen Untersuchung konnte dies auch bei 15 Prozent der Fälle bewiesen werden. Über die Hälfte der Eltern hatten auch einen übelriechenden Urin festgestellt, doch stellte sich bei etwa einem Drittel heraus, dass doch kein Infekt vorlag, so dass der Geruch zwar alleine nicht ausschlaggebend ist, aber auf jeden Fall ein wichtiger Hinweis ist.

    Bei der Studie wurden 331 Kleinkinder im Alter zwischen 1 bis 36 Monaten dementsprechend untersucht.

    Erkrankungen

    Harnsteine

    Zur Bildung von Harnstein kommt es bei der Ausfällung von im Urin gelösten Mineralsalzen wie:

    • Calciumphosphat
    • Calciumoxalat
    • Calciumcarbonat

    Dadurch bilden sich kleine Kristalle, die allmählich immer größer werden und sich zu Harn- oder Nierensteinen zusammenfügen. Diese Steine sammeln sich entweder in:

    • den Nieren
    • dem Harnleiter
    • der Harnblase

    Kommt es zur Verklemmung der Steine im Harnleiter oder im Nierenbecken, besteht die Gefahr einer sehr schmerzhaften Kolik.

    Behandlung

    Als Therapie erfolgt die Verabreichung von krampflösenden und schmerzlindernden Mitteln. In manchen Fällen ist jedoch auch eine Stoßwellenzertrümmerung oder eine operative Entfernung der Steine erforderlich.

    Veränderungen der Urinmenge durch Krankheiten

    Durch bestimmte Erkrankungen kann sich die Urinmenge verändern. Bei einer Oligurie liegt die produzierte Menge von Urin bei Erwachsenen bei weniger als 500 ml.

    Sinkt die Menge auf weniger als 100 ml täglich, spricht man von einer Anurie. Zu den möglichen Ursachen zählen eine verminderte Flüssigkeitszufuhr, eine Nierenfunktionsstörung sowie ein Kreislaufschock.

    Von einer Polyurie ist die Rede, wenn die produzierte Harnmenge innerhalb von 24 Stunden auf mehr als zwei Liter ansteigt. Zu den möglichen Ursachen zählen Diabetes, Alkoholmissbrauch oder die Einnahme bestimmter Medikamente.

    Obstruktive Uropathie

    Bei der obstruktiven Uropathie handelt es sich um einen Harnstau. Dabei besteht ein Hindernis in den ableitenden Harnwegen, beispielsweise in den Nieren, in der Blase oder in der Harnröhre, verursacht durch Harnsteine, Tumore, verschiedene neurologische Erkrankungen oder auch eine Endometriose.

    Eigenurin als Heilmittel

    In der alternativen Medizin verwendet man Urin auch im Rahmen einer Eigenurintherapie als Heilmittel. Dabei wird der Urin

    • durch eine Injektion verabreicht
    • äußerlich angewandt oder
    • getrunken,

    um Krankheiten wie Neurodermitis oder Asthma zu behandeln.

    Grundinformationen zum Urin

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: tube à urines © scorp images - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Harnblase Frau © axel kock - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Urine analysis © jarun011 - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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