29. Juni 2010
Als Sehen oder visuelle Wahrnehmung bezeichnet man das Aufnehmen und Verarbeiten von visuellen Reizen. Dabei werden elektromagnetische Wellen von den Augen aufgenommen.
Das Sehen, das man auch als visuelle Wahrnehmung bezeichnet, gehört zu den wichtigsten Sinnen des Menschen. Ermöglicht wird es durch das Sehorgan, dem Auge, von dem jeder gesunde Mensch zwei besitzt. Beim Sehvorgang kommt es durch die Augen zu einer Aufnahme von elektromagnetischen Wellen. Außerdem werden von der Netzhaut (Retina) Nervenimpulse ausgelöst, die im Gehirn zu Bildern weiterverarbeitet werden. Das Sehen geht weit über die bloße Aufnahme von Informationen hinaus, denn es findet auch eine Extraktion von wichtigen Daten sowie das Erkennen von bestimmten Elementen statt, die durch das Abgleichen mit Erinnerungen interpretiert werden.
Beim Sehvorgang werden die Lichtstrahlen, die auf die Augen auftreffen, erst einmal mithilfe der optischen Augenkomponenten wie der Kornea (Hornhaut), der Augenlinse und dem Glaskörper gebündelt. Anschließend erfolgt das Projizieren auf die Netzhaut, wo es zu einer Umwandlung in elektrische Reize kommt. Auf der Netzhaut entsteht ein seitenverkehrtes Bild, das auf dem Kopf steht. Die Sinneszellen der Netzhaut, die Stäbchen und die Zapfen, registrieren die Reize. Bei einem Lichteinfall kommt es zur Bildung eines Membranpotentials durch die Zapfen und Stäbchen. Über biopolare Zellen erfolgt die Weiterleitung an die Ganglienzellen, die man in On-Center-Zellen und Off-Center-Zellen unterscheidet. Die von den Ganglienzellen aufgenommenen Informationen werden anschließend zum Sehnerv (Nervus opticus) und von dort aus weiter zum Gehirn geleitet. Man bezeichnet die gesamten Nervenzellen, die für die Weiterleitung der Reize zum primär visuellen Cortex zuständig sind, auch als Sehbahn. Im visuellen Cortex kommt es schließlich zur eigentlichen Verarbeitung und Wahrnehmung der Reize.
Richtet ein Mensch zum Beispiel seine Augen auf einen roten Ball, kommt es zur Aufnahme der Sinnesreize sowie zur anschließenden Bewertung und Verarbeitung dieser Reize im Gehirn. Dadurch erkennt der Mensch, dass es sich bei dem Gegenstand um einen Ball handelt, der eine rote Farbe hat.
Im Laufe der Jahre tritt eine allmähliche Abnahme der Sehkraft ein. Aus diesem Grund ist es wichtig, regelmäßige Sehtests vornehmen zu lassen, um Sehverschlechterungen festzustellen und gegebenenfalls zu behandeln. Das Sehen kann durch verschiedene Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung beeinträchtigt werden. Mithilfe von Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen ist es jedoch in der Regel möglich, die Sehkraft wiederherzustellen.
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