1. Juni 2010
Als Schultergelenk bezeichnet man ein bewegliches Kugelgelenk. Es liegt zwischen dem Oberarm und dem Schulterblatt.
Das Schultergelenk (Articulatio humeri), das auch als Glenohumeralgelenk bezeichnet wird, ist ein Kugelgelenk und gilt als beweglichstes Gelenk des menschlichen Körpers, da es in erster Linie von der Muskulatur gesichert und nur wenig von knöchernen Strukturen beschränkt wird. Zusammengesetzt wird es aus dem Schulterblatt (Scapula) und dem Oberarmknochenkopf (Caput humeri).
Der Kopf des Oberarmknochens (Humerus) hat die Form einer Kugel. Außerdem verfügt er über eine Verbindung mit der Gelenkfläche des Schulterblatts (Cavitas glenoidalis). Da diese Gelenkfläche relativ klein ist, kann sie den Oberarmkopf nur teilweise umschließen. Vergrößert wird die Kontaktfläche zwischen Oberarmkopf und Gelenkfläche durch die faserknorpelige Pfannenlippe (Labrum glenoidale). Die Pfannenlippe ist ca. drei bis vier Millimeter breit und an der Gelenkfläche befestigt.
Ein Teil des Schultergelenks ist die Gelenkkapsel, die verhältnismäßig schlaff und weitläufig ist. Darüber hinaus verfügt sie über eine Reservezone (Recessus axillaris), die rund einen Zentimeter lang ist, wodurch ein großer Bewegungsspielraum gewährleistet wird. Durch das Aussenden eines Ausläufers zur Ursprungssehne des Musculus biceps brachii, ist die Gelenkkapsel in der Lage eine Kapselsehnenscheide zu bilden.
Für die Funktion des Schultergelenks sind auch eine Vielzahl von Schleimbeuteln (Bursae) sehr wichtig. Dazu gehören die Bursa subtendina musculi subscapularis, die unterhalb der Sehne des Musculus subscapularis liegt, die Bursa subcoracoidea, die sich unterhalb des Rabenschnabelfortsatzes (Processus coracoideus) befindet sowie die Bursa subdeltoidea und die Bursa subacromialis. Die beiden letzteren Schleimbeutel bezeichnet man auch als subakromiales Nebengelenk. Sie gewährleisten die Verschiebbarkeit des Oberarmknochenrollhügels (Tuberculum majus humeri) unter die Schulterhöhe bei Abspreizbewegungen des Arms.
Der Bandhalteapparat des Schultergelenks besteht lediglich aus vier Bändern. Dabei handelt es sich um das Ligamentum coracoidale, das Ligamentum coracohumerale, das Ligamentum coracoacrominale sowie die Ligamenta glenohumeralia. Eine Führung der Bänder besteht nicht.
Zuständig für die Absicherung und die Führung des Schultergelenks sind manschettenartig umschließende Muskeln, die man als Rotatorenmanschette bezeichnet. Von dieser Rotatorenmanschette wird die Hauptsicherung des Gelenks übernommen.
Da es sich bei dem Schultergelenk um ein Kugelgelenk handelt, sind Armbewegungen in alle drei Achsen im Bereich des Möglichen. Überaus wichtig für die Beweglichkeit des Gelenks sind die Nebengelenke des Schultergürtels wie das Schultereckgelenk (Articulatio acromioclavicularis) und das Sternoklavikulargelenk (Articulatio sternoclavicularis).
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