1. Juli 2010
Durch eine Organspende kann kranken Menschen geholfen werden. Es gibt jedoch auch ethische Punkte zu bedenken.
Bei einer Organspende werden gesunde Organe aus dem Körper eines verstorbenen Menschen entnommen und einem kranken Menschen eingepflanzt, wodurch dieser wieder genesen kann. Oftmals ist eine Organspende auch eine Frage von Leben und Tod.
Rechtlich wird die Organspende in Deutschland durch das Transplantationsgesetz geregelt. Der Organspender muss der Organspende schriftlich, z.B. in Form eines Organspendeausweises, zustimmen. Ist dies nicht der Fall, müssen die nächsten Angehörigen über die Entnahme der Organe entscheiden, was für diese zumeist seelisch sehr belastend ist. Es gibt zwar in einigen Fällen auch Lebendspenden von Organen, in den meisten Fällen werden diese jedoch nach dem Hirntod eines Menschen entnommen. Gewissermaßen profitiert also ein Mensch, wenn auch ungewollt, von dem Tod eines anderen. Daher wirft die Organspende auch ethische Fragen auf und wird teilweise kritisiert.
Einer der Hauptkritikpunkte ist, dass Angehörige eines Verstorbenen, die zumeist unter Schock oder seelischem Druck stehen, vom Klinikpersonal gedrängt werden, eine Entscheidung zu treffen. Allerdings erfordert dies die Gesetzlage. Aus diesem Grund wird empfohlen in einem Organspendeausweis festzulegen, ob man einer Organspende zustimmt oder nicht. Allerdings wird vom Nationalen Ethikrat kritisiert, dass nur ein geringer Prozentsatz der deutschen Bevölkerung über einen Spenderausweis verfügt und oftmals gar keine Kenntnisse von den rechtlichen Regelungen habe.
Aus ethischen Gründen lehnte die Kirche die Organspende bis in die 50er Jahre hinein ab. In der heutigen Zeit sind die meisten kirchlichen Institutionen jedoch der Meinung, dass die Organspende eine altruistische Tat ist, die aus Nächstenliebe erfolgt. Daher habe die Zustimmung zur Organspende eine höhere Bedeutung als die körperliche Unversehrtheit des Leichnams. Dabei sollte jedoch würdevoll mit dem toten Spender umgegangen werden.
Einige Kritiker bezweifeln die Zuverlässigkeit der Hirntod-Diagnose und vertreten die Ansicht, dass es zu früh zu einer Organentnahme kommen könnte. Allerdings halten die Organspenden-Befürworter die Hirntod-Diagnose für absolut sicher.
Kategorisch abgelehnt wird die Kommerzialisierung der Organtransplantation. Aus ethischen Gründen muss die Organspende stets freiwillig und unentgeltlich erfolgen. Ein Problem stellt jedoch der illegale Organhandel dar. Vor allem in Ländern der dritten Welt werden für Geld Organe wie die Nieren von Lebendspendern entnommen und an zahlungskräftige Patienten verkauft. Diese Praxis stellt jedoch ein hohes gesundheitliches Risiko sowohl für den Spender als auch für den Empfänger dar.
Die Frage, ob man einer Organspende aus ethischen Gründen zustimmt oder nicht, muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden. Daher ist es ratsam, seinen Willen schriftlich festzulegen.
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