Die Hände - Zum Greifen, Tasten und Kommunizieren

Babyhand berührt Handfläche einer Männerhand

Die Hand spielt auch für den Tastsinn eine bedeutende Rolle - zusammengesetzt wird sie durch zahlreiche Knochen, Muskeln, Bänder und Nerven

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Hand (manus) bezeichnet man den menschlichen Greifapparat am unteren Ende des Armes. Sie dient vor allem zum Greifen und Tasten.

Zusammensetzung der Hand

Die Hände sind die Greifapparate, die sich am distalen Ende der oberen Extremitäten (Arme) befinden. Jeder gesunde Mensch ist mit zwei Händen ausgestattet, die über das Handgelenk mit den Unterarmen verbunden werden.

Zusammengesetzt wird die Hand (manus) aus:

Insgesamt verfügt die menschliche Hand über 27 Einzelknochen. Anatomisch grob unterteilt wird die Hand in:

  1. die Handwurzel (Carpus)
  2. die Mittelhand mit der Handfläche (Palma manus) und dem Handrücken (Dorsum manus)
  3. die sich am Ende der Hand befindlichen Finger (Digiti manus)

Unter der Haut der Handfläche liegt die Palmaraponeurose, eine Sehnenplatte. Diese wird durch Faserzüge mit der Haut der Hohlhand verbunden und verhindert, dass es beim festen Zugreifen zu einem Verschieben der Weichteile kommt.

Die Knochen der Hand

Das Skelett der Hand setzt sich aus verschiedenen Knochen zusammen:

  • den kleinen Knochen der Handwurzel
  • den Röhrenknochen der Mittelhand (Metacarpus)
  • den Fingerendgliedern (Phalangen)

Die Handwurzel ist mit acht Knochen ausgestattet. Dies sind:

  1. Kahnbein
  2. Hakenbein
  3. Erbsenbein
  4. Kopfbein
  5. Mondbein
  6. Dreieckbein
  7. das Große Vieleckbein
  8. das Kleine Vieleckbein

Die Knochen werden gelenkig miteinander verbunden und liegen in zwei Reihen. Zwischen diesen Reihen bilden die Knochen das distale Handgelenk aus. Gebildet wird das für die Handbewegungen wichtige Handgelenk zwischen Speiche, Mondbein, Dreieckbein und Kahnbein.

Angeschlossen an die Handwurzel befindet sich die Mittelhand. Diese wird von fünf lang gestreckten Mittelhandknochen (Ossa metacarpi) gebildet.

Zum frei beweglichen Teil der Hand gehören die fünf Finger. Dies sind

  1. Daumen (Pollex)
  2. Zeigefinger (Index)
  3. Mittelfinger (Digitus medius)
  4. Ringfinger (Digitus anularius)
  5. kleiner Finger (Digitus minimus)
Grafik der menschlichen Hand
Grafik der menschlichen Hand

Muskeln

Bewegt werden die Knochen der Hand von den kurzen Handmuskeln und den Muskeln des Unterarms, wo sich der Großteil der insgesamt 33 Muskeln befindet. Man unterscheidet die langen Unterarmmuskeln, deren Sehnen über den Handrücken bis zu den Endgliedern der Finger verlaufen; die Beugesehnen führen über die Handinnenfläche bis zu den Fingern.

Die kurzen Handmuskeln befinden sich zwischen den Mittelhandknochen; sie sorgen dafür, dass man die Finger spreizen kann. Auch die Beugung der Fingergrundgelenke sowie die Streckung der Finger ist durch diese Muskulatur möglich.

Der Daumenballen sowie der Kleinfingerballen werden zu den kräftigeren Muskeln gezählt. Ersterer Muskel sorgt für die Gegenüberstellung und das Heranziehen des Daumens; die Muskulatur des Kleinfingerballens benötigt man für das Beugen und Abspreizen des kleinen Fingers.

Des Weiteren gibt es noch Zwischenfingermuskeln, die die Streckung der Finger sowie die Beugung in den Fingergrundgelenken der Mittelhand ausüben. Sie sind dünn und wurmartig und es gibt vier davon.

Nerven und Blutversorgung

Zu den drei Nerven, die die Hand versorgen, gehören:

  1. der Nervus radialis (Speichennerv)
  2. der Nervus ulnarus (Ellennerv)
  3. der Nervus medianus (Mittelnerv)

Die Sensibilität der Hand wird von zahlreichen verschiedenen Rezeptoren gewährleistet. Mithilfe des Ellennervs können folgende Muskeln bewegt werden: der Kleinfingerballen, der Muskel, der für das Heranführen des Daumens zuständig ist, sowie zwei Zwischenfingermuskeln. Zudem werden die Hautempfindungen aus diesem Bereich über den kleinen Finger und die Seite des Ringfingers, die an diesen angrenzt, geleitet.

Die restlichen Zwischenfingermuskeln sowie der Daumenballenmuskel können durch den Mittelnerv bewegt werden. Zudem sorgt er für die Wahrnehmung der Hautreize am Daumen, am Zeigefinger, am Mittelfinger, an der Handinnenfläche sowie an dem Hautbereich des Ringfingers, der an den Mittelfinger grenzt.

Durch den Speichennerv werden Reize der Daumenrückseite sowie des Handrückens zum Gehirn weitergeleitet. Für Bewegungen von Muskeln ist dieser Nerv nicht zuständig.

Die Blutversorgung des Körperteils wird von der Arteria radialis und der Arteria ulnaris übernommen. Diese stehen über den tiefen Hohlhandbogen und den oberflächlichen Hohlhandbogen miteinander in Verbindung.

Wenn ein Kind weder Rechts- noch Linkshänder ist, dann ist dies kein Vorteil

Beidhänder können mitunter schulische Probleme bekommen

Junge hält verzweifelt Kopf in den Händen über Hausaufgaben
child with learning difficulties © Leah-Anne Thompson - www.fotolia.de

Die meisten Menschen sind entweder Rechts- oder Linkshänder, so sind nur ein Prozent geborene Beidhänder, das heißt sie können die linke oder rechte Hand gleich gut gebrauchen. Auf den ersten Blick, scheint dies ein großer Vorteil zu sein, aber wie eine europaweite Untersuchung zeigte, bringt dies häufig Probleme mit sich.

Erhöhtes Risiko für Lern- und Sprachschwierigkeiten

So haben Kinder und Jugendliche, die kein typischer Rechts- oder Linkshänder sind, oft psychische und Lernprobleme. Auch findet man bei dieser Gruppe verstärkt das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) und die Kinder haben mehr Sprachschwierigkeiten und schlechtere Leistungen in den ersten Schuljahren.

Was die Ursachen für eine Beidhändigkeit sind, können die Wissenschaftler nicht sagen, aber sie vermuten, dass die normalerweise übliche Dominanz einer Gehirnhälfte nicht vorhanden ist. Doch nicht jedes Kind, dass mit beiden Händen gleich gut hantieren kann, muss die obigen Störungen aufweisen, aber es besteht ein höheres Risiko dafür.

Deshalb sollten Eltern, wenn sie feststellen, dass ihr Kind weder Rechts- noch Linkshänder ist, mit dem Kinderarzt darüber sprechen.

Tag der Linkshänder

Heute am 13. August erinnert zum 35. Mal der Tag der Linkshänder daran, dass es für Linkshänder noch immer nicht ganz einfach ist, in einer von Rechtshändern dominierten Welt zu leben. Nach aktuellen Schätzungen benutzen 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung bevorzugt ihre linke Hand. Frühere Statistiken haben sich als weniger verlässlich erwiesen, da viele umerzogene Linkshänder dabei waren.

Das Umerziehen ist inzwischen zum Glück seit Jahren nicht mehr gängige Praxis. Auch werden es inzwischen viele linkshänderfreundliche Geräte angeboten; so gibt es in London bereits seit den 60er Jahren einen Laden nur für "Lefties", der alles von der Schere bis zum Golfschläger anbietet. Trotzdem sind reguläre Ringblöcke und das Schreiben mit Füllern noch immer problematisch. Auch in einigen Berufen (z.B. Fleischereimitarbeiter) gibt es nach wie vor Probleme.

Dennoch sind viele Linkshänder auch stolz auf ihre kleine Eigenart: auch viele bekannte Persönlichkeiten von Barack Obama bis Lady Gaga sind schließlich "Lefties".

Rechtshänder können durch Magnetfelder zu Linkshändern umgepolt werden

Forscher von der Berkeley-Universität in den USA haben freiwillige Testpersonen, die im Normalfall Rechtshänder waren, mit Hilfe von Magnetfeldern für eine kurze Zeitdauer zu Linkshändern gemacht, das heißt die Personen benutzten dann häufiger die linke als die rechte Hand für die normalen Tätigkeiten.

So glauben die Wissenschaftler, dass die Hirnzellen durch die elektrischen Impulse verändert werden und die Verarbeitung der Signale über die Nerven unterbunden wird, wie das Apothekenmagazin "HausArzt" berichtet.

Es gibt Geräte für Linkshänder - doch nicht alle wissen das

Die meisten Gegenstände wie Scheren, Stifte, Computermäuse oder Dosenöffner sind für Rechtshänder konzipiert. Doch mittlerweile bietet der Handel eine Vielzahl solcher Produkte speziell für Linkshänder an.

Einem Großteil der Betroffenen, nämlich 86 Prozent, ist das bekannt. Nicht aber einem Drittel aller Deutschen. 34,4 Prozent wissen nichts davon, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Gesundheitsportals Apotheken Umschau herausfand.

Auch wenn die meisten Linkshänder wissen, dass sie sich Spezialanfertigungen von Messern oder Computermäusen kaufen können - nur 37 Prozent von ihnen erleichtern sich dadurch den Alltag.

Die Neandertaler waren Rechtshänder

Funde bestätigen: Der Neandertaler preferierte die rechte Hand

Babyhand berührt Handfläche einer Männerhand
Man's hand supports kid's hand © Artem Meshcheryakov - www.fotolia.de

Etwa 10 bis 15 Prozent der Menschen sind Linkshänder, das heißt ihre dominierende Hand ist die linke Hand, die schneller, exakter, stärker agieren kann, besonders wenn es sich um Tätigkeiten handelt, die eine kognitive Leistung erfordern oder auch bei einer spontanen Reaktion.

Die meisten Menschen benutzen aber die rechte Hand, sind demnach Rechtshänder. Gesteuert wird die Funktionstätigkeit von der jeweils gegenüberliegenden Gehirnhälfte, also bei den Rechtshändern von der linken Seite.

Neandertaler

Der Neandertaler, der eine eigene Art darstellt, lebte vor 30.000 bis 160.000 Jahren und stammte vom Homo heidelbergensis ab, und dieser vom Homo erectus, so dass die Ursprünge bis zu 500.000 Jahren zurückliegen. Den Namen erhielt er aufgrund seines Fundorts das "Neandertal" zwischen Erkrath und Mettmann in der Nähe von Düsseldorf gelegen. Hier wurden im Jahr 1856 zuerst die Knochen und danach auch der Schädel entdeckt.

Dominiert beim Neandertaler die rechte Hand?

Nun stellten Wissenschaftler fest, dass dieser Neandertaler ein Rechtshänder gewesen sein musste, weil an den Zähnen bestimmte Schrammen sind, die nur ein Rechtshänder mit seinem Steinwerkzeug zu 93 Prozent verursacht haben kann. Bei den Zähnen handelt es sich um Funde aus den europäischen Neandertaler-Stätten, aber auch aus der spanischen Sierra de Atapuerca, wo man viele Knochen des Homo-heidelbergensis-Knochen gefunden hatte.

Gibt es bei Tieren eine preferierte Seite?

Aber auch bei einigen Tierarten gibt es eine bestimmte Links- oder Rechtshändigkeit, so beispielsweise benutzt der Kakadu meistens seine linke Kralle. Doch bei unseren verwandten Primaten - Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans - kann man keine dominierende Hand ausmachen, wenn sie mit irgendwelchen Stöckchen oder auch mit einem Pinsel hantieren.

Linkshänder sind anfälliger für Angst als Rechtshänder

Junge Frau mit verweinten Augen steht besorgt am Fenster
Anxiety © Petro Feketa - www.fotolia.de

Wie britische Psychologen herausgefunden haben, sind Linkshänder, die einen Ausschnitt eines Thrillers gesehen haben, eher für Angst anfällig als Rechtshänder. In einer Studie ließen sie beide Personengruppen bestimmte Szenen des Films "Das Schweigen der Lämmer" ansehen und danach zeigten die Linkshänder fast doppelt so häufig Symptome von posttraumatischem Stress.

Die Psychologen der Universität in Edinburgh glauben nun, mit diesen Erkenntnissen herausfinden zu können, wie das menschliche Gehirn Angst verarbeitet, doch dafür sind weitaus mehr Untersuchungen notwendig.

Linkshänder doch nicht kreativer als Rechtshänder

Junge Mutter beim Malen mit ihren zwei kleinen Töchtern
young mother and her two daughters painting © T.Tulic - www.fotolia.de

Linkshändern sagte man bisher stets nach, kreativer als ihre rechtshändigen Mitmenschen zu sein. Mit diesem Vorurteil ist nun Schluss. Eine australische Untersuchung hat gezeigt, dass Linkshänder sogar kognitiv schlechter dran sind.

Die Studie verglich 5.000 Kinder, die Linkshänder sind, mit den übrigen. Sie alle waren fünf Jahre alt. Mike Nicholls, Studienleiter und selbst Linkshänder, interviewte auch die Lehrer der Kinder. Das Ergebnis zeigte, dass Linkshänder in ihrer Entwicklung ähnliche Rückstände aufwiesen, wie zu früh geborene Kinder. Ihre Erfolge im Schreiben waren nicht so gut. Allerdings weist der Psychologe explizit darauf hin, dass die Unterschiede nur sehr gering seien.

Die meisten Linkshänder fühlen sich im Alltag nicht benachteiligt

Entgegen verbreiteter Gerüchte, fühlen sich Linkshänder eher selten benachteiligt

Drei Mechaniker in Blaumann an Maschinenteil bei Besprechung
Three machinists in workspace by machine talking © Monkey Business - www.fotolia.de

Entgegen der Meinung vieler Menschen, Linkshänder hätten mehr Probleme im Alltag und in der Gesellschaft als Rechtshänder, fühlen sich die meisten Linkshänder selbst nicht benachteiligt, wie eine Umfrage der "Apotheken Umschau" unter 1.969 Personen, darunter 118 Linkshänder, zeigt.

Insgesamt glaubten 59,6% der Umfragenteilnehmer, dass Linkshänder allein in der Arbeitswelt deutlich häufiger Probleme haben, was zum Beispiel die Bedienung von Maschinen angeht, die meist auf den rechtshändigen Betrieb ausgelegt sind. Dafür sehen 28,4% der Befragten deutliche Vorteile für Linkshänder in bestimmten sportlichen Disziplinen.

Optimistische Linkshänder

Die Linkshänder selbst scheinen kaum Probleme mit ihrer "Andersartigkeit" zu haben. Für 90% ist das Linkshänder-Dasein überhaupt nichts besonderes und macht ihnen auch im Alltag keine Probleme.

55% der Linkshänder sehen ihre Vorteile gegenüber Rechtshändern vor allem in der Kreativität, 30% halten sich im Allgemeinen sogar für intelligenter als Rechtshänder und 25% fühlen sich durch ihre Linkshändigkeit gar als etwas Besonderes. Lediglich 17% der Linkshänder wünschen sich sie wären als Rechtshänder zur Welt gekommen.

Links- oder Rechtshänder? Die Gehirnsymmetrie entscheidet

3D Grafik menschliches Gehirn auf weißem Hintergrund
gehirn von vorn © fotoflash - www.fotolia.de

Immerhin sind Linkshänder heute in der Gesellschaft genauso geachtet wie Rechtshänder, die mit 85% den weitaus größeren Anteil an der Menschheit haben. Warum jedoch die restlichen 10-15% die linke Hand bevorzugen, konnte noch immer nicht wirklich geklärt werden. Deutlich ist nur, dass die Wahl der Hand mit der Gehirnsymmetrie zu tun hat.

Bei Rechtshändern liegt das Sprachzentrum beispielsweise in der linken Gehirnhälfte, während bei Linkshändern die rechte Gehirnhälfte dominiert und das Sprachzentrum nicht selten in ihr liegt. Doch warum dies so ist, ist unklar.

Professor McManus vom University College in London macht ein Gen dafür verantwortlich, das entweder als D-Allele oder als C-Allele vorkommt. D steht dabei für dextral (rechts) und C für chance (Zufall). Kommen zwei D-Allele zusammen, wird der Mensch definitiv Rechtshänder, kommen CC oder DC zusammen, bestimmt der Zufall. Auch Dr. Marian Annett von der Leicester Universit hat ein Gen ausgemacht, das ihrer Meinung nach die Dominanz der linken Gehirnhälfte fördert. Gefunden wurde jedoch bislang weder das ein noch das andere.

Erblichkeit und Hormone spielen ebenfalls eine Rolle: So bekommen Linkshänder wiederum häufiger linkshändische Kinder als Rechtshänder. Da Jungen häufiger Linkshänder sind als Mädchen, wird auch ein erhöhter Testosteronspiegel während der Entwicklung im Mutterleib verdächtigt, das Gehirn zu beeinflussen.

Funktionen der Hand

Wichtigste Funktion der Hand ist das Greifen von Gegenständen. Dabei unterscheidet man zwischen:

  1. dem Kraftgriff, mit dem man beispielsweise eine Flasche, eine schwere Tasche oder einen Stein hält
  2. dem Präzisionsgriff, bei dem das Halten und Führen von Gegenständen wie z.B. einem Kugelschreiber oder feinen Instrumenten durch Daumen und Zeigefinger erfolgt

Kraftgriff

Für den Kraftgriff nimmt man den Gegenstand in die Handfläche; die Finger und der Daumen umschließen durch die langen Beugesehnen diesen Gegenstand. Dem Daumen, der sich den anderen Fingern gegenüberstellen kann, wird dabei eine wichtige Rolle zugewiesen, denn durch diesen Griff lassen sich auch größere Gegenstände greifen, halten und bewegen - je größer der Gegenstand, desto mehr kraft ist erforderlich. Einen Kraftgriff, ohne etwas zu greifen, bezeichnet man als geballte Faust.

Präzisionsgriff

Den Präzisionsgriff benötigt man mitunter beim Schreiben oder Malen. Zeigefinger und Daumen bilden dabei eine Art Pinzette, und durch die entgegengesetzte Stellung des Daumens ist auch das Greifen von kleinen Gegenständen kein Problem.

Kommunikation

Die Hände spielen des Weiteren eine wichtige Rolle bei der Kommunikation; so sind sie die Werkzeuge für die Gebärdensprache. Durch bestimmte Handstellungen - in Verbindung mit lautlos gesprochenen Wörtern, Mimik etc. - kommunizieren auf diese Weise vor allem taube und schwerhörige Menschen.

Des Weiteren nutzt man die Finger der Hand auch zum Zählen. Zudem kommen sie zum Zeigen oder auch für bestimmte Gesten zur Anwendung.

Hände sagen mehr als Worte

Junge und alte Hand fassen ineinander
Hände weiß © Stefan Germer - www.fotolia.de

Händen kann man nicht nur ansehen, ob sie gepflegt sind. Die Körpersprache kann uns viel über unser Gegenüber verraten. Experten haben sich schon intensiv mit unseren Händen auseinander gesetzt. Sind die Hände zur Faust geballt, zeigt dies zum Beispiel sehr deutlich Zorn an.

Liegen Hände locker übereinander, vor dem Bauch, so wird dies als angenehm und entspannt empfunden. Werden die Hände im Gesprächsverlauf ab und zu geöffnet, signalisiert dies Offenheit. Extrovertierte Menschen sprechen meist sehr gestenreich, während zurückhaltende Menschen die Hände fast immer in Körpernähe behalten.

Wer Hände in die Hosentaschen gestopft oder die Handflächen nur selten gezeigt, so kann dieser Mensch nicht besonders gut über seine Gefühle reden. Diese Menschen wirken etwas abweisend und unsicher. Es ist wichtig, dass die Gesten stets zum Gesagten passen. So sollte man während einer herzlichen Begrüßung nicht die Arme vor der Brust verschränken.

Verletzungen und Erkrankungen der Hände

Die menschliche Hand ist im Alltag, im Berufsleben oder bei sportlichen Aktivitäten häufig starken Belastungen ausgesetzt. Daher besteht die Gefahr von verschiedenen Verletzungen und Erkrankungen.

Mögliche Verletzungen

So kann z.B. eine Fraktur des Handgelenks bei einem Sturz passieren, wenn man versucht, mit der Hand Halt zu finden.

Ebenso möglich sind auch:

Kahnbeinbruch

Als häufigste Fraktur im Bereich der Handwurzel gilt der Kahnbeinbruch. In den meisten Fällen wird er durch einen Sturz auf das ausgestreckte Handgelenk ausgelöst. Zur Behandlung wird in der Regel ein Gipsverband angelegt; die Heilungsdauer beträgt etwa sechs Wochen.

Ursachen

Gründe für eine Handverletzung gibt es viele. So kann es zu

kommen. Da die Hand ein überaus komplexer Körperteil ist und auf das optimale Zusammenspiel ihrer Strukturen angewiesen ist, wird ihre Funktionstüchtigkeit durch bestimmte Verletzungen stark eingeschränkt. Damit es nicht zu chronischen Problemen kommt, ist eine gute Behandlung der Hand erforderlich, um die Verletzung zu beheben.

Symptome

Da Handverletzungen sehr unterschiedlich sind, kommt es auch zu verschiedenen Symptomen. Allerdings spielen Schmerzen stets eine Rolle. Sehr häufig treten auch

an der Hand auf.

Behandlung

Sind die Handverletzungen klein und nicht kompliziert, wie zum Beispiel eine Verrenkung, ist der Heilungsverlauf in der Regel positiv. Größere Probleme sind dabei nicht zu erwarten.

Indikation

Kommt es jedoch zu umfangreicheren Verletzungen wie

  • Sehnenrissen
  • Knochenfrakturen oder
  • Schäden an den Gelenken,

muss eine Behandlung durchgeführt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Hand nicht richtig heilt und deswegen in ihrer Beweglichkeit auf Dauer eingeschränkt wird. Auch Instabilität oder eine Fehlstellung sind im Bereich des Möglichen. So können möglicherweise ganz alltägliche Tätigkeiten wie

nicht mehr ausgeübt werden.

Wichtig ist vor allem, dass die Hand nach der Verletzung von einem Experten genau untersucht wird, denn nicht jede schwerwiegende Schädigung lässt sich leicht erkennen. Oftmals sind auch Röntgenuntersuchungen zur Diagnose von Brüchen und Gelenkauskugelungen notwendig.

Behandlungsmaßnahmen

In den meisten Fällen werden Handverletzungen konservativ behandelt. Manchmal lässt sich jedoch eine Operation nicht vermeiden. Welche Art von Operation durchgeführt wird, hängt vom jeweiligen Befund ab.

  • So lassen sich Hautwunden leicht vernähen.
  • Besteht eine Ausrenkung an einem Gelenk, ist es meist erforderlich, die geschädigten Bänder zu nähen.
  • Auch Sehnen näht man wieder zusammen.
  • Im Falle eines Handbruchs kann eine Osteosynthese durchgeführt werden.

Dabei werden die Bruchfragmente mit Hilfe von Drähten, Platten, Schrauben oder Nägeln, die aus Metall bestehen, wieder fest zusammengefügt. Liegt eine Verschiebung der Bruchstücke vor, bringt man sie in die richtige Position.

Brüche in der Hand müssen oft mit einem Gipsverband ruhig gestellt werden
Brüche in der Hand müssen oft mit einem Gipsverband ruhig gestellt werden

Mögliche Erkrankungen

Rheumatoide Arthritis

Eine weit verbreitete Erkrankung ist die rheumatoide Arthritis, eine entzündliche Gelenkerkrankung, die sich z.B. durch steife Finger bemerkbar macht und alltägliche Handbewegungen sehr erschwert.

Grafik einer Hand mit reumatoider Arthritis
Grafik einer Hand mit reumatoider Arthritis
Arthrose

Ebenso kann es zu einer Arthrose am Daumengelenk kommen. Dabei kommt es zu einem Verschleiß zwischen Knorpel und Gelenkstrukturen. Die Arthrose kann auch das Handgelenk betreffen, was als Radiokarpalarthrose bezeichnet wird.

Karpaltunnelsyndrom

Eine weitere häufig auftretende Erkrankung der Hand ist das Karpaltunnelsyndrom. Dabei handelt es sich um ein Nerven-Engpass-Syndrom des Handwurzelkanals, von dem besonders Frauen betroffen sind. Ausgelöst werden kann das Syndrom von ständigen monotonen Handbewegungen.

Typische Symptome sind elektrisierende Gefühlsstörungen in den Fingern, die sich allmählich ausweiten, bis auch die Handinnenseite in Mitleidenschaft gezogen wird. Im weiteren Verlauf kommt es zu Schmerzen bei alltäglichen Bewegungen wie z.B. dem Halten eines Telefonhörers.

Behandelt werden kann ein Karpaltunnelsyndrom durch Ruhigstellung der Hand oder einen operativen Eingriff.

Morbus Dupuytren

Morbus Dupuytren beschreibt eine gutartige Bindegewebserkrankung der Handinnenfläche und zählt zu den Fibromatosen. Insbesondere sind kleiner Finger und Ringfinger von dem Beschwerdebild betroffen.

Die Finger lassen sich bei dieser Erkrankung nicht mehr komplett strecken. Des Weiteren kommt es zur Bildung von Strängen und Knoten. Als wirksamste Behandlungsmethode kommen Bestrahlungen sowie operative Maßnahmen in Betracht.

Dupuytren, die „Wikinger-Erkrankung“ - Ursache in den Genen?

Bei der "Wikinger-Erkrankung" oder auch Dupuytren sind Risikogene Schuld an der Krankheit

Im Volksmund nennt man sie die „Wikinger-Erkrankung“, der Facharzt spricht von Morbus Dupuytren. Dabei handelt es sich um eine krankhafte Veränderung des Bindegewebes. Oft tritt dies besonders in den Innenflächen der Hände oder einer Hand auf. Die Veränderung ist zwar gutartig, kann im Alltag aber zu Problemen führen, denn meist kommt es zu einer erheblichen Verkürzung der Fasern. Das führt am Ende dazu, dass ein Ausstrecken und Spreizen der Finger nicht mehr möglich ist.

Risikogene sind für Krankheit verantwortlich

Den Name Wikinger-Erkrankung verdankt Morbus Dupuytren der wissenschaftlichen Vermutung, dass unter den Wikingern dieses Bindegewebs-Leiden ein Volksleiden war. Warum es zu diesem Verkrümmen der Finger kommt, kann die Forschung bisher aber nicht beantworten.

Aktuelle Ansätze gehen davon aus, dass unsere Gene die Information zur Fehlbildung des Gewebes in sich tragen. Wer die Risikogene besitzt, kann die Krankheit ausbilden. Die Vermutung liegt nahe, da Ärzte festgestellt haben, dass das Leiden innerhalb einer Familie oft von mehreren Mitgliedern geteilt wird.

Ein deutsch-britisches Team analysierte zudem die Gene von 2.335 Patienten und 11.562 gesunden Menschen und fand vier Genpaare, die bei den Dupuytren-Erkrankten abweichend waren. Nähere Analysen stehen aber noch aus.

Kontrakturen durch die Wikinger-Krankheit treten meist ab 50 auf

Bevor Kontrakturen auftreten kann die Dupuytren-Krankheit noch mit Salben oder Kortison behandelt werden

Chirurgen bei Operation
Male surgeon with his team © beerkoff - www.fotolia.de

Die Dupuytren-Krankheit wird umgangsprachlich auch als Wikinger-Krankheit bezeichnet. Bei der Erkrankung ist das Bindegewebe der Hand betroffen. Die Handinnenfläche wird mehr und mehr von Knoten durchzogen und das Bewegen der betroffenen Hand wird schmerzhaft. Auch Funktionseinschränkungen sind im fortgeschrittenen Stadium möglich.

Wenn eine Kontraktur vorliegt, ist meist eine Operation nötig

Der Arzt spricht dann von einer Kontraktur, wenn das Bewegen ernsthaft eingeschränkt ist. Dieses Stadium wird von den meisten Patienten ab einem Alter von 50 Jahren erreicht.

Bevor eine Kontraktur auftritt, kann man noch mit konservativen Therapien gegen die Dupuytren-Krankheit vorgehen, also etwa mit Salben oder der Vergabe von Kortison. Danach ist dies nicht mehr möglich und der Patient benötigt eine Operation, damit die Beweglichkeit wieder hergestellt werden kann.

Durch die OP kann die Beweglichkeit wieder hergestellt werden

In der OP wird das überschüssige Bindegewebe entfernt, indem die Stränge, die sich gebildet und so zur Verkrümmung geführt haben, durchtrennt werden. In den meisten Fällen kann so die Beweglichkeit wieder hergestellt werden und auch die Schmerzen beim Strecken der Finger nehmen wieder ab.

Erkrankt in Deutschland sind derzeit gut fünf Prozent, häufig trifft es mehrere Mitglieder einer Familie. Männer sind zudem häufiger betroffen als Frauen.

Tendovaginitis

Die Tendovaginitis bezeichnet man auch als Sehnenscheidenentzündung. Besonders häufig tritt sie - abgesehen vom Sprunggelenk - im Bereich des Handgelenks durch Überlastung oder Fehlbelastung auf. Schmerzstillung, Entlastung und Physiotherapie zählen zu den Hauptbestandteilen der Behandlung.

Ganglion (Überbein)

Beim Ganglion handelt es sich um eine gutartige Geschwulst an einer Gelenkkapsel. Oftmals tritt sie am Handrücken auf. Die genauen Ursachen sind unklar; man geht mitunter von einer Überbeanspruchung aus.

Bei Ruhigstellung bildet sich das Ganglion oftmals von selbst wieder zurück, kann jedoch bei neuer Belastung wieder auftreten. Mitunter kann eine operative Behandlung sinnvoll sein.

Ein Ganglion an der Hand grafisch dargestellt
Ein Ganglion an der Hand grafisch dargestellt
Infektionen der Hand

Die Hand kann zudem von diversen Infektionen betroffen sein. Dazu zählen beispielsweise das Panaritium, eine eitrige Fingerentzündung, die Paronychie, eine Nagelbettentzündung oder die Phlegmone, eine Entzündung, die das Bindegewebe betrifft.

„Alien-Hand-Syndroms“ - eine viel zu unbekannte neurologische Krankheit

Fehlfunktion der Neuronen kann dazu führen, dass es zu unkontrollierten Handbewegungen kommt

Nahaufnahme greifende Hand auf weißem Hintergrund
Greifende Hand © Smileus - www.fotolia.de

Das "Alien-Hand-Syndrom" tritt sehr selten auf. Es gibt bislang auf der ganzen Welt nur 50 dokumentierte Fälle. Sie basiert auf einer Fehlfunktion in den Neuronen, bei den Betroffene das Grauen erleben, dass ihre Hand offenbar einen neuen Willen hat und unabhängig vom menschlichen Willen agiert.

Ausprägungsformen - Forderung nach gründlicherer Aufklärung

Diese unkontrollierbare Hand kann dann zucken, etwas Vorhandenes oder Nichtvorhandenes greifen wollen, oder sogar anderen Menschen durch Kneifen oder Schlagen schaden wollen. Der Betroffene versucht dann oft mit der anderen Hand dagegen wirken, was ein gruseliges Szenario entstehen lässt. Aus der Angst vor der Krankheit und aufgrund ihrer Seltenheit wird sie oft verschwiegen.

Doch dieses Tabu ist falsch. Wichtig ist es, die Krankheit zu verstehen, um mehr Leuten zu helfen, die vielleicht bislang noch nicht den Mut zu einem Arztbesuch hatten.

Das "Alien-Hand-Syndrom" lässt sich erklären. Bei Betroffenen ist das Gehirn verletzt. Informationen zwischen Hirn und einem Körperteil können nicht normal ausgetauscht werden. Effektive Heilungsmethoden gibt es noch nicht, dafür ist die Krankheit nicht ausreichend erforscht.

Studie: Alkoholismus an der Form der Hände ablesbar

Das Verhältnis der Länge von Ring- und Zeigefinger gibt Auskunft über Alkoholismus

Seitenansicht Mann hat Kopf in Hand gestützt, in anderer Hand Flasche mit Alkohol
man experiencing some problems with alcohol, conceptual shot © Yurok Aleksandrovich - www.fotolia.de

Können Hände Aufschluss über bestimmte Eigenschaften von Menschen geben? Dieser Frage stellte sich ein Team von Forschern an der Psychiatrischen Klinik der Universität Erlangen.

Zur Klärung analysierten die Wissenschaftler rund um John Huber Korn Hände von 216 Personen. 131 waren alkoholkrank, der Rest gesund. Es zeigte sich, dass bei Menschen mit einem Alkoholproblem häufiger der Ringfinger länger war, als der Zeigefinger. Außerdem stieg die Gefahr einen Alkoholismus zu entwickeln mit der Differenz der beiden Finger an.

Möglicher Alkoholismus vor der Geburt angelegt?

Dass ein Risiko für eine bestimmte Krankheit an der Form der Hände abgelesen werden kann, überraschte auch die Experten. Die Länge der Finger wird bereits im Mutterleib angelegt. Sie hängt von der Menge des Hormons Testosteron ab, die das Ungeborene während der Schwangerschaft aufnimmt. Einen längeren Ringfinger haben die Babys, die mehr von diesem Botenstoff bekommen haben. Männliche Säuglinge haben öfter längere Ringfinger, als weibliche Kinder.

Dennoch machte es bei dem Experiment keinen Unterschied, ob es sich um Männer oder Frauen handelte, die zuviel Alkohol tranken. Sollten sich die Resultate weiter erhärten, könnten sich möglicherweise präventive Maßnahmen beim Kampf gegen Alkoholismus anbieten.

Fingerlänge ermöglicht Rückschluss auf Aggressivität

Mann legt Fingerspitzen der Hände aneinander und meditiert mit geschlossenen Augen, mit blauem Hintergrund
man meditating at the swimming pool side © kameel - www.fotolia.de

Die meisten Menschen schauen ihrem Gegenüber ins Gesicht und in die Augen, wenn sie nonverbale Informationen suchen. Mimik und Blick verraten zwar in der Tat viel über einen Menschen, doch auch ein Blick auf die Hände lohnt sich.

Die Finger zeigen nicht nur, wie gepflegt jemand ist, sondern lassen auch gewisse Rückschlüsse auf den Charakter zu. Dabei sollte man genau auf die Länge des Zeigefingers und des Ringfingers achten. Menschen, die im Mutterleib viel Testosteron ausgesetzt waren, haben im direkten Vergleich zum Zeigefinger einen längeren Ringfinger. Bei wem dies so ist, der ist auch tendenziell aggressiver. Verhält es sich genau andersherum, sind diese Menschen ruhiger und suchen viel eher die Harmonie. Es gibt natürlich auch Menschen, bei denen das Verhältnis der beiden Finger relativ ausgeglichen ist.

Der Zusammenhang von Fingerlänge und Charakter wurde in einer Studie aus Irland belegt. Teilgenommen hatten insgesamt 150 Patienten, die sich dazu bereit erklärt hatten, von einer gesunden Hand eine Röntgenaufnahme machen zu lassen. 20 dieser Probanden hatten allerdings an der anderen Hand eine Boxerfraktur. Solche Verletzungen bekommt man in der Regel nur nach gröberen Auseinandersetzungen mit anderen Menschen.

Bei weiterem Nachfragen stellte sich auch heraus, dass diese Teilnehmer entweder eine Schlägerei hinter sich hatten, oder durch ihren Kampfsport eine Verletzung erlitten hatten. Den Ärzten fiel bei der Auswertung auf, dass ausgerechnet diese Menschen einen längeren Ringfinger hatten. Der Zusammenhang bestand sowohl bei Männern, als auch bei Frauen.

Den Verdacht, dass die Menge von männlichen Hormonen in der Zeit als Ungeborenes eine entscheidende Prägung des Charakters ausmacht, existiert schon länger. Androgene fördern oft eine aggressive Grundstimmung.

Ständig kalte Hände – die vier häufigsten Ursachen

Ständig kalte Fingern können auch Anzeichen einer Erkrankung sein

Winter - Junge Frau friert und pustet in ihre weißen Handschuhe
cold woman © Jason Stitt - www.fotolia.de

Kalte Finger gehören im Winter einfach dazu. Bei frostigen Temperaturen kühlen die Extremitäten als erstes aus. Manche Menschen leiden allerdings dauerhaft unter kalten Händen. Dann kann ein gesundheitliches Problem dahinterstecken.

Raynaud-Syndrom

Nach Schätzungen leiden 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung in den USA am Raynaud-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Fehlregulation im Nervensystem, in deren Folge sich die Blutgefäße in Fingern und Zehen zu stark zusammenziehen. Oft reicht schon ein kurzer Aufenthalt in der Kälte, um die Durchblutung in den Finger zu stören. Auch Stress kann diese Wirkung haben.

Nach einer Weile fließt das Blut wieder in die Finger – teilweise schmerzhaft. Um sich zu schützen, tragen Betroffene deshalb schon bei milden Temperaturen Handschuhe.

Niedriger Blutdruck

Sie frieren generell leicht und fühlen sich beim Aufstehen öfter schwindelig? Wer einen niedrigen Blutdruck hat, lebt zwar gesünder als Hypertonie-Patienten, aber in bestimmten Situationen führt die gestörte Blutzirkulation zu Beschwerden.

Wenn das Blut bei langem Sitzen oder Stehen nicht mehr nach oben fließt, werden als erstes die Hände kalt. Oft kribbeln auch die Finger, und das Gehirn bekommt zu wenig Sauerstoff. Gegenmittel: Ausdauersport.

Unterfunktion der Schilddrüse

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse gerät der ganze Organismus in einen Ausnahmezustand. Hintergrund ist der herabgesetzte Stoffwechsel, der den Energieumsatz in den Zellen reduziert. Wenn die Hormonwerte wieder in Balance sind, hört das Frieren auf.

Zu wenig Eisen

Auch ein Eisenmangel macht kälteempfindlich. Wer ständig kalte Hände und Füße hat und sich zudem schnell erschöpft fühlt, sollte deshalb zum Arzt gehen. Weitere Anzeichen von Eisenmangel: rissige Lippen und brüchige Fingernägel.

Schmerzen in der Hand: Welche Ursachen sind am häufigsten?

Vier Probleme können die Ursache von anhaltenden Handschmerzen sein

3D Grafik Skelett linker Hand mit Schmerzpunkten
skelett einer hand mit schmerzenpunkten © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Besonders in Berufen mit viel Schreibtischarbeit sind Schmerzen in der Hand verbreitet. Doch auch unter Sportlern und in Jobs mit sich häufig wiederholenden Handbewegungen kommen immer wieder Beschwerden vor.

Halten die Schmerzen über Tage an, ist der Besuch beim Arzt ratsam. Hinter Handschmerzen können nämlich diverse Ursachen stecken, die ohne Behandlung nicht mehr weggehen.

Sehnenscheidenentzündung

Ist tatsächlich eine chronische Überlastung die Ursache hinter den Schmerzen, handelt es sich oft um eine Sehnenscheidenentzündung. Jede Sehne steckt innerhalb einer Sehnenscheide, die sie wie ein Rohr umgibt. Wird die Reibung aufgrund der Überlastung zu groß, kommt es zu Entzündungen. Typisch sind dann Schmerzen beim Drehen der Hand und eine sichtbare Verdickung.

Karpaltunnelsyndrom

Eine andere Überlastungserscheinung ist das Karpaltunnelsyndrom. Der Karpaltunnel befindet sich in der Hand neben den Fingerbeugesehnen.

Durch den Kanal verläuft ein zentraler Nerv, der Nervus medianus. Hat der Karpaltunnel aufgrund einer geschwollenen Hand zu wenig Platz, wird der Nerv eingeklemmt. Betroffenen schlafen oft der Daumen, Zeige- und Mittelfinger ein, später gesellen sich Kribbeln und Schmerzen hinzu, die Richtung Ellenbogen strahlen.

Ringbandstenose

Handschmerzen können auch auf eine Ringbandstenose zurückgehen. Umgangssprachlich nennt man diese Krankheit auch Schnappfinger, denn der betroffene Finger lässt sich nicht kontrolliert strecken und beugen; er schnappt stattdessen. Grund dafür ist, dass die Sehne des betroffenen Fingers verdickt ist und er nicht mehr problemlos durch das Ringband passt.

Ganglien

Auch Ganglien können Schmerzen in der Hand auslösen. Dabei handelt es sich um Ausstülpungen der Gelenkhäute.

Aufgrund einer Bindegewebsschwäche stülpt sich die Haut an einer Stelle leicht nach außen und füllt sich dabei mit Flüssigkeit. Die Ganglien drücken dabei auf Blutgefäße und Nerven, was Kribbeln und Schmerzen beim Bewegen verursacht.

Karpaltunnelsyndrom & Co: Schmerzen in der Hand näher erklärt

Diese häufig auftretenden Beschwerden der Hand erschweren den Alltag

Grafik menschliche Hand, Handschmerzen
Handschmerzen Mann © axel kock - www.fotolia.de

Wenn die Hand Schmerzen bereitet, hat der Mensch ein Problem, denn die Hände werden täglich zur Ausführung unterschiedlichster Tätigkeiten benötigt. Weit verbreitet ist das Karpaltunnelsyndrom, bei dem der Medianus-Nerv im Handgelenk eingeklemmt wurde.

Als Karpaltunnel wird der Raum zwischen Handwurzelknochen und Karpalband bezeichnet, durch den dieser Nerv verläuft, der bestimmte Hand- und Fingermuskeln steuert. Begünstigt wird das Karpaltunnelsyndrom unter Anderem durch

Sehnenscheidenentzündung

Fast genauso häufig treten Sehnenscheidenentzündungen auf, bei denen sich die im Handgelenk verlaufende Sehne an der sie umgebenden Sehnenscheide reibt. Meist wird dies durch eine zu starke Belastung verursacht, zum Beispiel bei Sportarten wie Tennis oder Golf, bei ausgiebiger Gartenarbeit oder der täglichen Arbeit am Computer, bei der immer wieder die gleichen Bewegungen mit der Maus ausgeführt werden.

Eine akute Sehnenscheidenentzündung wird mit Medikamenten behandelt, doch in manchen Fällen ist auch eine Operation erforderlich.

Ringbandstenose

Weniger bekannt ist die Ringbandstenose, die ebenfalls mit entzündungshemmenden Medikamenten oder mit einer Operation behandelt werden kann: Dabei sind die Sehnen im Finger so verdickt, dass sie nicht mehr richtig durch die sogenannten Ringbänder passen. Dies führt zu Reizungen und zu einer Knötchenbildung auf der Sehne.

Deformitäten der Hand

Unter einer Deformität versteht man eine größere Formabweichung an einem Körperteil vom herkömmlichen Erscheinungsbild. Auch an den menschlichen Händen kann es zu Fehlbildungen oder Fehlstellungen kommen.

Ursachen

Deformitäten werden in den meisten Fällen durch Schädigung des Erbguts oder Vererbung verursacht. Gründe für eine Erbgutschädigung sind oftmals

Fehlstellungen können durch

  • schlechtes Zusammenwachsen von Knochen nach Frakturen
  • ständige Fehlbelastungen oder
  • Gelenkerkrankungen

hervorgerufen werden.

Ausprägungsformen

Deformitäten an der Hand gibt es in den unterschiedlichsten Formen. So besteht die Möglichkeit, dass an einer Hand Finger oder andere Handteile fehlen. Ebenso kommen Minderentwicklungen oder zu starke Entwicklungen vor.

In manchen Fällen sind sogar mehr als fünf Finger an einer Hand vorhanden, was man als Polydaktylie bezeichnet. Aber auch das Handgelenk oder die Knochen können von Formveränderungen betroffen sein.

Durch eine Deformität der Hand besteht häufig die Gefahr, dass es zu funktionellen Einschränkungen kommt. Zum Beispiel kann der Betroffene oft nicht richtig zugreifen.

Behandlung

Konservative Behandlungsmaßnahmen, wie beispielsweise eine Elektrotherapie, bringen bei einer Deformität in der Regel keine nachhaltige Verbesserung, da die Veränderungen strukturell sind. Aus diesem Grund muss ein operativer Eingriff zur Behebung der Fehlbildung durchgeführt werden.

Ziel und Zweck einer Operation

Ziel und Zweck einer solchen Operation ist eine möglichst gute Wiederherstellung der Handfunktionen. Darüber hinaus soll auch ein normaler Anblick gewährleistet werden.

Bei bestimmten Deformitäten, wie überzähligen Fingern, ist aus medizinischer Sicht in der Regel keine Operation erforderlich. Sie kann allerdings aus ästhetischen Gründen vorgenommen werden.

Durchführung der Operation

Vor dem Eingriff verabreicht man dem Patienten entweder

  • eine örtliche Betäubung
  • eine Regionalanästhesie oder
  • eine Vollnarkose,

was vom Ausmaß der Operation abhängt. Außerdem führt man eine so genannte Blutleere durch, bei der man dem Patienten eine Manschette um den Arm legt. Dadurch kann der Blutfluss gestoppt und die Sicht für den Operateur verbessert werden. Außerdem fällt der Blutverlust während der Operation geringer aus.

Besteht eine Deformität, verwendet man häufig überschüssige Gewebeabschnitte zur Nachbildung von fehlenden Bereichen. Für den Fall, dass dies nicht möglich oder nötig ist, entfernt der Chirurg die Überschüsse.

Liegt eine Fehlstellung an einem Knochen vor, ist es möglich einen Teil des Knochens herauszuoperieren. Es können aber auch Knochenstückchen von einer anderen Stelle des Körpers entnommen und eingesetzt werden. Ebenso lassen sich Knochenersatzstückchen verwenden.

Befestigt werden die Knochen mithilfe von Platten, Schrauben oder Drähten. Nach dem Eingriff legt man dem Patienten einen stabilisierenden Verband an, damit die betroffenen Strukturen geschont werden.

Grundinformationen zur Hand

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Man's hand supports kid's hand © Artem Meshcheryakov - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: broken arm © trialartinf - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Rheumatische Arthritis (chronische Polyarthritis) © bilderzwerg - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Ganglion.Überbein an der Hand © Henrie - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Anatomie der Hand mit Erläuterung , deutsch © bilderzwerg - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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