12. Mai 2010
Als Fruchtwasser bezeichnet man die Flüssigkeit, die den Embryo oder Fötus in der Fruchtblase umgibt. Das Fruchtwasser dient zum Schutz des Neugeborenen und ermöglicht ihm Bewegungen.
Das Fruchtwasser (Amnionflüssigkeit) ist eine wässrige, klare Körperflüssigkeit, die von der Fruchtblase (Amnionhöhle) gebildet wird. In dieser Flüssigkeit schwimmt ein Embryo bzw. Fötus schwerelos umher. Durch das Fruchtwasser werden dem Kind Bewegungen ermöglicht. Außerdem schützt es vor Temperaturschwankungen und Stößen. Eine weitere Funktion ist die Versorgung des Kindes mit Nährstoffen.
Während der Frühentwicklung des Embryos bilden sich gleichzeitig die Fruchtblase und die Chorionhöhle. Ab dem 3. Schwangerschaftsmonat verschmelzen Fruchtblase und Chorion miteinander, wobei die Chorionhöhle zugunsten der Fruchtblase obliteriert. Diese umgibt das Kind bis zur Geburt. Durch das einschichtige, fruchtseitige Epithel der Fruchtblase wird das Fruchtwasser abgesondert.
Ebenso wie die Fruchtblase, gehört das Fruchtwasser zum eigenen Gewebe des Kindes und nicht zum Gewebe der Mutter. Es setzt sich aber sowohl aus kindlichen als auch mütterlichen Anteilen zusammen. Zu den Bestandteilen der Amnionflüssigkeit gehören neben Wasser auch Proteine, Elektrolyte wie Kalium und Natrium, Harnstoff, Laktat, Glukose und fetale Epithelzellen. Die Menge des Fruchtwassers nimmt im Verlauf der Schwangerschaft zu. Während es in der 10. Schwangerschaftswoche 30 Milliliter sind, beträgt die Menge in der 20. Schwangerschaftswoche bereits 400 Milliliter. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche werden zwischen 1000 und 2000 Milliliter Fruchtwasser erreicht.
Da das Kind ab dem 5. Schwangerschaftsmonat eine Menge von etwa 400 Millilitern Fruchtwasser pro Tag zu sich nimmt, ist es notwendig, den Verlust zu ersetzen. In der Regel halten sich Bildung und Resorption der Flüssigkeit im Gleichgewicht. Die aufgenommene Flüssigkeitsmenge vom Darm des Kindes resorbiert. Danach gelangt sie über die Plazenta in den Blutkreislauf der Mutter. Funktionieren bereits die Nieren des Kindes, kann die Ausscheidung des Fruchtwassers auch über die Harnwege erfolgen. Auf diese Weise findet etwa alle drei Stunden eine Erneuerung des Fruchtwassers statt.
Mithilfe des Fruchtwassers kann auch der Gesundheitszustand des ungeborenen Kindes festgestellt werden. Dazu wird eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) durchgeführt. Dies geschieht vor allem bei Frauen, bei denen ein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko besteht. Bei einer Amniozentese wird über die Bauchdecke der Mutter eine Fruchtwasserprobe entnommen und analysiert. Auf diese Weise können mögliche Krankheiten und Fehlbildungen frühzeitig festgestellt werden.
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