Ellenbogenluxation - Die zweithäufigste Verrenkung bei Erwachsenen entsteht oft durch Sportunfälle

Bei einer Ellenbogenluxation, umgangssprachlich auch Ellenbogenverrenkung, handelt es sich um eine vollständige Ausrenkung bzw. Auskugelung des Ellenbogengelenks, welche meist mit Verletzungen der Seitenbänder, Knochenbrüchen oder Verletzungen der Nerven einhergeht.

Bei einer Ellenbogenverrenkung liegt meist eine Überstreckung des Ellbogens nach hinten vor; bei zusätzlichen Kapsel- oder Bänderrissen kann es zur andauernden Instabilität kommen

Krankheitsbild

Nach der Schulterluxation ist die Ellenbogenluxation die zweithäufigste Luxation bei Erwachsenen. Bei einer Luxation sind die Gelenkflächen (Gelenkpfanne und Gelenkkopf) so stark verschoben, dass der Gelenkkopf sich nicht mehr in der Gelenkpfanne befindet.

Das Gelenk bleibt in dieser abnormen Haltung und steht nicht mehr in seiner ursprünglich anatomischen Lage. Bei einer Ellenbogenluxation verschieben sich Unterarm- und Oberarmknochen gegeneinander.

Bei einer unvollständigen Ausrenkung ist die Rede von einer Subluxation. Ist nur das Speichenköpfchen betroffen, was vor allem bei Kleinkindern auftritt, spricht man von einer Chassaignac-Lähmung; in diesem Fall liegt keine Ellenboxenluxation vor.

Ursachen

Stürze auf den Ellbogen als häufigste Ursache
Stürze auf den Ellbogen als häufigste Ursache

Gewalteinwirkungen und Stürze, zum Beispiel bei Sportunfällen, auf den gebeugten oder gestreckten Ellenbogen, sind die häufigsten Ursachen. Meistens liegt eine Überstreckung des Ellenbogens nach hinten vor.

Oft geht eine Luxation mit Kapselrissen im Gelenk oder Bänderrissen einher, was dazu führen kann, dass der Ellenbogen dauerhaft instabil bleibt. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, dass eine Ellenbogenluxation angeboren ist, welche durch eine unvollständige Ausbildung des Ellen- oder Oberarmknochens oder >eine Erkrankung des Bindegewebes entsteht.

Symptome

im betroffenen Bereich sind typische Symptome einer Ellenbogenluxation. Bei zusätzlichen, begleitenden Verletzungen, wie Überdehnungen der Nerven und Seitenbänder oder Brüche der umliegenden Knochen, welche am Ellenbogengelenk beteiligt sind, können zusätzlich zu den typischen Symptomen auch

auftreten. Ebenso zu den Begleitverletzungen bzw. möglichen Komplikationen zählen

  • eine erhöhte Reluxationstendenz
  • Knorpelschäden
  • Gefäßnervenläsionen sowie
  • eine Gelenkversteifung.

Eine angeborene Ellenbogenluxation verursacht in der Regel keine Schmerzen.

Diagnose

Um das Risiko von Nerven- und Gefäßschäden zu minimieren, ist eine schnelle Behandlung durch einen Experten erforderlich. Das Ellenbogengelenk wird in der Regel erst wieder eingerenkt, wenn eine Röntgenaufnahme erfolgt ist und andere Verletzungen, wie Knochenbrüche, ausgeschlossen werden können.

Nach der Einrenkung erfolgt eine Kontrollaufnahme. Besteht ein Verdacht auf weitere Verletzungen, welche nicht auf den Röntgenbildern zu erkennen sind, ist es erforderlich, eine Computertomographie oder eine Kernspintomografie durchzuführen. Zu der vollständigen Diagnostik einer Ellenbogenluxation gehört eine Überprüfung

  • der Durchblutung
  • des Hautgefühls am Unterarm und
  • der Funktion der Unterarmmuskeln.

Behandlung

Um das Einrenken zu erleichtern, sollte als Erstmaßnahme eine Kühlung und Schonung des Gelenks erfolgen. Die Wiedereinrenkung des Gelenks wird meist unter Narkose durchgeführt, da sie sehr schmerzhaft ist.

Operation

Bei

  • offenen Verrenkungen
  • Knochenbrüchen
  • erneut aufgetretener Verrenkung nach Einrenkung und
  • Gefäß- und Nervenverletzungen

kann auf eine Operation nicht verzichtet werden. Bei der Operation stabilisiert der behandelnde Arzt Knochenverletzungen mit Schrauben oder Drähten und näht verletzte Weichteilstrukturen.

Die Operation als manchmal letzter Ausweg
Die Operation als manchmal letzter Ausweg

Abhängig von der durchgeführten Behandlung erfolgen nach der Heilung der Operationswunde oder nach der Wiedereinrenkung krankengymnastische Übungen und Therapien. Das Ziel der Physiotherapie ist es, die volle Beweglichkeit wiederherzustellen und die Muskulatur zu kräftigen.

Prognose

Bei einer einfachen und komplikationslosen Ellenbogenluxation wird eine volle Belastbarkeit nach drei bis vier Monaten erreicht. Es kann von einer sehr guten Prognose ausgegangen werden.

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Quellenangaben
  • Ellbogenschmerz - Zielscheibe Markierung © SENTELLO - www.fotolia.de
  • wound © ichtor - www.fotolia.de
  • Chirurgen operieren in OP-Saal an Patienten © Kzenon - www.fotolia.de

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