Aufgaben und Pflichten des Vermieters

Große Schneeschaufel steckt im Schnee, Schneeschieber

Jede Form des Wohnraums ist begehrt. Die Mietwohnung erfreut sich aber nach wie vor besonderer Beliebtheit, erscheint sie vielen Menschen doch als ebenso komfortabel wie praktisch. Die Idylle kann sich jedoch trüben, wenn der Vermieter seinen Aufgaben nicht nachkommt und sich langwierige Streitigkeiten einstellen.

Eigentum verpflichtet

Das Mietrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs schützt sowohl den Mieter als auch den Vermieter. Letztgenannten, weil die Wohnung ihm gehört und ihm damit diverse Rechte zustehen. Jedoch darf der Mieter, der temporär die Räumlichkeiten bezieht, natürlich eine angemessene Gegenleistung für die monatlichen Zahlungen verlangen, die er entrichtet.

Beide Seiten sind im Mietkontrakt daher schutzwürdig – ebenso kommt beiden aber auch eine Vielzahl an Pflichten zu.

Insbesondere der Vermieter muss sich um den ordentlichen und vertragsgemäßen Zustand der Unterkunft bemühen. Gelingt ihm das nicht, können ihm Teile der Mietzahlung entgehen. Ebenso macht er sich unter Umständen schadensersatzpflichtig.

Doch worauf muss der Eigentümer der Wohnung eigentlich genau achten?

Die Instandsetzungspflicht

Selbst bei solchen Mietern, die den Wohnraum sorgfältig benutzen, kann es im Laufe der Zeit zu einem Bedarf an Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen kommen. Der übliche Gebrauch hinterlässt stets seine Spuren und nicht immer ist dem Bewohner der Aufwand in Rechnung zu stellen.

Der Vermieter muss daher den vertragsgemäßen Zustand der Räumlichkeiten gewährleisten. Dazu kann im akuten Notfall das verstopfte Rohr oder die zu Bruch gegangene Fensterscheibe zählen.

Langfristig sind aber alle Defekte und Mängel zu beheben, die die Lebensqualität in den vier Wänden beeinträchtigen können.

Die sogenannte Instandsetzungspflicht greift also nicht erst dann, wenn ein Schaden vorliegt – der verantwortungsbewusste Vermieter wird diese bereits im Vorfeld auszuräumen versuchen.

Die Verkehrssicherungspflicht

Darüber hinaus kommt dem Vermieter die Aufgabe zu, den Wohnraum mit allen seinen Bestandteilen für den üblichen Gebrauch zu sichern. Hierzu kann es etwa zählen, die maroden Stufen im Treppenhaus auszubessern, die vor Einbrüchen nicht gefeite Haustür zu reparieren oder den Gehweg von Schnee und Eis zu befreien.

Im Mittelpunkt der Betrachtung steht mithin nicht zwingend die Wohnung als solche, sondern eher das, was sie umgibt: Alle Wege, die der Mieter zur Erreichung seiner Räumlichkeiten passieren muss, werden der Verkehrssicherungspflicht unterworfen.

Insofern wäre auch das Licht im Keller oder die Wäscheleine im Innenhof diesem Ziel unterworfen.

Der Bewohner darf in seinem vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung nicht beeinträchtigt werden.

Die Prüfungspflicht

In bestimmten zeitlichen Abständen muss der Vermieter dafür sorgen, dass es in der Wohnung sowie im Haus nicht zu Notfällen kommt. Gemeint sind hierbei hauptsächlich die Rohre, die die jeweiligen Mietparteien mit Wasser und Gas versorgen.

Ebenso natürlich die Stromleitungen. Wie oft diese zu überprüfen sind, ist bislang höchstrichterlich nicht entschieden worden. Festgesetzt wurde jedoch, dass der Vermieter dieser Aufgabe zumindest dann nachkommen muss, wenn ein Rohr oder eine Leitung bereits zu Mängeln geführt hat.

Ebenso ist strittig, inwiefern die Maßnahme auch auf weitere Bestandteile der Wohnung ausgedehnt werden darf. Die vertragsgemäße Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten dürfte aber gewährleistet sein, wenn deren Eigentümer alle genannten neuralgischen Punkte einmal jährlich fachmännisch überprüfen lässt.

Die Beheizungspflicht

Natürlich ist der Wohnraum nur dann lebenswert, wenn er gerade im Winter schön warmgehalten wird. Ab wann muss der Vermieter aber im Herbst die Heizungsrohre aufdrehen und wann darf er sie im Frühjahr schließen?

Vom Beginn des Oktobers bis zum Märzende wird die übliche Periode gesehen, in der die Räumlichkeiten der zusätzlichen Beheizung bedürfen. Diese Ansicht befreit den Vermieter aber nicht davon, die Wärmeregler auch außerhalb dieses Zeitraums zu bedienen, wenn die Temperaturen absinken.

Eine Nebenpflicht dieser Anforderung liegt zudem in dem ordnungsgemäßen Zustand der Heizungsanlagen sowie gegebenenfalls in der Beschaffung von Brennstoffen, sofern diese Aufgabe nicht dem Mieter übertragen wurde. Hier bestimmt das jeweilige Vertragsverhältnis die Einzelheiten.

Weitere Nebenpflichten

Der Kontrakt zwischen beiden Seiten definiert genau, welchen Zustand der Wohnung der Mieter erwarten darf und welche Erfordernisse der Vermieter somit erfüllen muss. Insbesondere der Lärmschutz kann dabei eine Rolle spielen.

Aber auch Tiere wie Ratten, Mäuse oder Tauben, die den Hinterhof bewohnen, sind mitunter geeignet, um die monatlichen Zahlungen zu senken, wenn der Hauseigentümer ihnen gegenüber untätig bleibt.

Das Bürgerliche Gesetzbuch listet eine Vielzahl von Fällen auf, die das Eingreifen des Vermieters erfordern, ohne selbst als primäre Pflicht desselben angesehen zu werden.

Grundsätzlich sollte der Wohnraum letztlich so beschaffen sein, dass sich der Mieter darin wohlfühlt und für seine Zahlungen einen fairen und ordnungsgemäßen Gegenwert erhält.

Grundinformationen zum Mietrecht

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Schneeschieber 448 © Edler von Rabenstein - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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