Chile - Lage, Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten

Ausschnitt aus Sandwüste unter strahlend blauem Himmel

Sehenswertes im Reiseziel Chile

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  • von Paradisi-Redaktion

Chile ist ein lohnenswertes Urlaubsziel in Nordamerika, welches hauptsächlich durch seine atemberaubende Landschaft besticht. Charakteristisch sind die vielen Vulkane, zudem liegt das Land direkt an der Küste und ist daher auch für einen Badeurlaub gut geeignet. Des Weiteren finden sich diverse kulturelle Ziele, die man gesehen haben sollte. Lernen Sie das Reiseziel Chile kennen.

Chile - Geographie

Chile ist ein Staat, der sich im Südwesten von Südamerika befindet. Er bildet den westlichen Rand des Südkegels des Kontinents.

Im Westen und Süden grenzt Chile an den Pazifik, im Norden an Peru, im Nordosten an Bolivien und im Osten an Argentinien. Ebenfalls zum Staatsgebiet des Landes zählen

  • die Diego-Ramírez-Inseln
  • die Ildefonso-Inseln
  • die Desventuradas-Inseln
  • die Juan-Fernández-Inseln
  • die Insel Salas y Gómez sowie
  • die Osterinsel (Rapa Nui).

In Chile findet man mit den dortigen Anden mit die höchsten Gebirge der Erde. Viele der Berge weisen eine Höhe von über 6.000 Meter auf. Höchster Berg des Landes - und gleichzeitig höchster Vulkan weltweit - ist der Ojos del Salado mit 6.893 Meter.

Geographische Lage Chiles in Südamerika
Geographische Lage Chiles in Südamerika

Klimazonen

Chile lässt sich in drei Klimazonen aufteilen:

  • Nordchile ("großer Norden"): viele über Sechstausender, Atacamawüste, Antofagasta als wichtigste Stadt
  • Mittelchile: vergleichbar mit Mittelmeerklima, sehr fruchtbar, dichte Besiedelung, nördlich von Santiago als "kleiner Norden", südlich davon als "kleiner Süden" bezeichnet
  • Südchile ("großer Süden"): sehr dünn besiedelt, niederschlagsreich, zerklüftete Küste
Geographische Lage Chiles auf der Weltkarte
Geographische Lage Chiles auf der Weltkarte

Flora und Fauna

Chile weist unterschiedliche Vegetationszonen auf. Spärlichen Bewuchs gibt es in der Gegend der Atacamawüste; Zwersträucher, Sukkulenten und diverse Kakteen findet man im Andengebiet sowie in der Nähe der Küste. Allenfalls nach den Regenfällen kann es in der Wüstenregion für wenige Tage zu unzähligen Blüten kommen.

Weiter in Richtung Süden gelangt man in die Steppe; hier herrscht trockenes Grasland. In den anden ist die Yareta zuhause und auch der Boldo-Strauch ist hier zu finden.

Typisch für Zentralchile sind Honigpalme und Eukalyptusbäume. Südchile ist das Reich großer Wälder mit Kiefern, Zypressen und Lärchen. Die rote Chilenische Wachsglocke ist Chiles Nationalblume.

Zu den unterschiedlichen Tierarten, die in Chile leben, zählen

  • Guanakos (gehören der Familie der Kamele an) in den Steppengebieten
  • Vikunja und Huemul in den Andenregionen
  • Chinchilla und Puma in den Steppenlandschaften
  • Kolibris, Füchse, Waldkatzen und Hirsche in den Wäldern
  • Mähnenrobben, Pelikane und Humboldt-Pinguine an den Küsten Nordchiles
  • ebenso Mähnenrobben, zudem Magellan-Pinguine im Süden
  • Andenkondor und Degu im nahezu gesamten Chile
  • Flamingos an den großen Salzseen
  • Darwin-Nandus, Magellan-Füchse und Eulen im Feuerland
Flagge von Chile
Flagge von Chile

Lohnenswerte Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele

Ob Stadt oder Strand - Chile ist immer einen Besuch wert.

Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Santiago de Chile

Die Hauptstadt von Chile ist ein wahrer Magnet für Künstler und Kunstliebhaber aus aller Welt. In Santiago de Chile ist Techno-Musik ebenso zuhause wie klassische Musik, Tanz, Theater und große Kunst.

Santiago de Chile wurde 1541 gegründet und ist heute Heimat von etwa 5,4 Millionen Menschen. Santiago, wie die Stadt offiziell genannt wird, ist nicht nur die Hauptstadt Chiles, sondern auch das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes.

Bauwerke

Da Santiago in der Vergangenheit schon häufig von Erdbeben erschüttert wurde, gibt es in der Stadt leider nicht mehr allzu viele historische Bauwerke. Dennoch verfügt die Stadt über einige sehenswerte Gebäude.

So wie beispielsweise

  • das Stadttheater
  • der Präsidentenpalast
  • die Kathedrale "Metropolitana de Santiago"
  • die Hauptpost und
  • das Museum der schönen Künste.

Letzteres ist aber nicht nur aus baulicher Sicht einen Besuch wert. Auch ein Gang durch das Museum ist durchaus lohnenswert.

Museen

Das Museum der schönen Künste ist längst nicht das einzige Museum der Stadt Santiago. Neben ihm gibt es unter anderem noch

  • das Museum für bildende Künste
  • das Geschichtsmuseum und
  • das Museum für präkolumbische Kunst.

In diesem Museum findet man unter anderem zahlreiche Exponate aus der Zeit, bevor Süd- und Mittelamerika von den Europäern erobert wurden.

Theater und Musik

Kunst und Kultur scheinen den Menschen in Santiago de Chile ein echtes Anliegen zu sein. Schließlich muss es ja einen Grund dafür geben, dass es in dieser Stadt ein so reges Künstlerleben gibt.

Und mit Kunst ist nicht nur Malerei gemeint, auch Musiker, Tänzer und Schauspieler zieht es in die Stadt. Dabei ist die klassische Variante der unterschiedlichen Segmente in Santiago mindestens ebenso stark vertreten, wie die moderne Kunst.

Die Kunst – egal ob Tanz, Musik oder Theater – wird in Santiago auf großen Bühnen ebenso dargeboten, wie auf der Straße, in Parks, auf Plätzen oder in kleinen Kneipen. Wer einmal dem chilenischen Sinfonieorchester lauschen möchte, der muss dafür das Teatro Universidad de Chile aufsuchen. Freunde klassischer Musik und Fans von Theateraufführungen werden hingegen im Teatro Municipal bestens bedient.

Winter in Santiago: was ist dort gerade angesagt?

Trotz des Wintereinbruchs in Santiago gibt es viele kulinarische und musikalische Highlights

Flagge von Chile
Flagge von Chile © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Während wir momentan unseren Sommer genießen, müssen die Menschen in Chile gerade frierend durch den Winter. Eine aktuelle Umfrage hat sich nun damit beschäftigt, was in Santiago de Chile momentan so los ist und wie die neuesten Trends aussehen.

Kulinarische Wintergerichte und geeignete Bekleidung

Fangen wir mit dem Essen an. Auf den Tisch kommt diesen Winter vor allem eine Suppe mit Gemüse und Hackfleisch, die so genannte "Carbonada". Zum Nachtisch hätten wir das Kürbisgericht "Sopaipillas". Weiter geht es mit den modischen Aspekten. Bei diesen Temperaturen, die es mit bis zu minus acht Grad in sich haben, tragen die Bewohner lange Mäntel, dicke Pullover und Schals bzw. Gesichtsmasken.

Musikalisch ist Reggae angesagt

Die beliebtesten Restaurants gibt es in der Avenida Suecia und in Bellavista; auf das Nachtleben wird bei dem Winter momentan eher verzichtet. Bleibt noch zu erwähnen, was sich musikalisch in Chile abspielt. Ganz vorne mit dabei ist - wie zu jeder Jahreszeit - der Reggae, dazu kommen unter anderem aktuelle Hits von den Bands "Croni-k" und "Camila".

Vina del Mar hat viel zu bieten

Chile ist ein Urlaubsziel in Südamerika, welches sowohl bei Wanderern als auch bei Badeurlaubern sehr beliebt ist. Das Land bietet traumhafte Strände; einer der beliebtesten Urlaubsorte vor allem bei der exklusiven Kundschaft ist die Stadt Vina del Mar an der Pazifikküste. Wörtlich übersetzt beeutet der Name dieser Stadt übrigens "Weinberg des Meeres".

Beliebte Attraktionen

Vina del Mar ist die viertgrößte Stadt des Landes Chile. Ein Besuch lohnt vor allem in den Monaten Januar und Februar, dann nämlich findet hier ein ATP-Tennisturnier statt. Noch bekannter aber ist das Festival Internacional de la Canción de Viña del Mar - ein Konzertfestival, bei welchem so bekannte Größen wie beispielsweise Shakira auftreten.

Auch sind in den Monaten Januar und Februar die Temperaturen mit etwa 25 bis 28 Grad Celsius am wärmsten. Doch auch zum Jahreswechsel tummeln sich viele Touristen in der Stadt - dann nämlich kann man hier das größte Feuerwerk in Lateinamerika bestaunen.

Sowohl Strand als auch Stadt sind beliebt

Hauptanziehungspunkt im Ort ist der wunderschöne und von Palmen gesäumte Strand, doch die Stadt hat noch weitaus mehr zu bieten. Zahlreiche Bars, Kneipen und Diskotheken warten hier auf den Besucher und lassen garantiert keine Langeweile aufkommen. Auch ein Casino befindet sich in Vina del Mar.

Besonders gute Sportangebote

Da die Stadt hauptsächlich vom Tourismus lebt, findet man hier ein breit gefächertes Angebot, um seine Freizeit aktiv zu gestalten. Vor allem das sportliche Angebot ist enorm, hier kann man nicht nur Golf oder Tennis spielen, sondern auch diverse Wassersportarten wie

nutzen.

Surfen als beliebte Wassersportart in Chile
Surfen als beliebte Wassersportart in Chile
Die "Gartenstadt"

Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist die Stadt als "Gartenstadt". Diese Bezeichnung kommt nicht von ungefähr - im Osten der Stadt befindet sich ein Botanischer Garten und auch die Blumenuhr ist ein beliebter Anziehungspunkt für Touristen.

Diese ist gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt Vina del Mar. Hier sollte man unbedingt die Treppe rechts neben der Blumenuhr besteigen, denn oberhalb befindet sich ein beliebter Aussichtspunkt.

Von dort hat man einen schönen Panoramablick über die gesamte Stadt. Darüber hinaus ist auch der "Parque Sausalito" mit seinem künstlich angelegten See durchaus einen Besuch wert. Ein weiteres Highlight in Vina del Mar, welches man unbedingt gesehen sollte, ist die Wohnstätte des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Pablo Neruda, Isla Negra genannt.

Chuquicamata - die größte Kupfermine der Welt

Eine der bekanntesten Städte Chiles, welche man bei einem Urlaub nicht versäumen sollte, ist die Stadt Chuquicamata. Diese befindet sich in der Atacamawüste im Norden des Landes Chile.

Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist Chuquicamata für den größten Kupfertagebau weltweit. Bereits seit mehr als 80 Jahren wird hier schon Kupfer abgebaut.

Dieses von Menschenhand angelegte Loch in der Erde ist etwa 3,5 mal 4,5 Kilometer groß und damit das größte weltweit. Jeden Tag werden hier etwa 60.000 Tonnen Erz abtransportiert; dies ist nur mit etwa acht Meter breiten Lastern möglich.

Empfehlenswert: Eine Führung durch die Mine

Einer Führung durch diese Kupfermine sollte man sich bei einem Urlaub in Chile unbedingt anschließen. Von Montag bis Freitag starten diese Führungen, welche meist mit dem Bus durchgeführt werden, täglich um 10 Uhr.

Jedoch sollte man vor allem in der Hauptsaison, das heißt von Dezember bis März, spätestens um 08:30 Uhr dort sein, da die Plätze in diesen Bussen sehr begehrt sind. Schon die Kipplader mit ihren bis zu drei Meter hohen Rädern, welche die Gesteinsmassen bewegen, sind schon ein imposanter Anblick.

Ein Erinnerungsfoto neben solch einem imposanten Gefährt sollte man keineswegs verpassen. Jeder dieser Laster kostet im Übrigen etwa 2,7 Millionen Dollar. Noch heute arbeiten etwa 2.000 Bergleute in der Mine.

Durch dieses hohe Vorkommen an Kupfer ist es mittlerweile nicht mehr möglich, in der Stadt zu leben. Ehemalige Bewohner wurden schon vor Jahren umgesiedelt, da das Leben hier einfach zu gefährlich ist.

Sage und schreibe 100.000 Tonnen Gestein werden hier täglich gesprengt, eine schier unvorstellbare Menge. Aus diesem Gestein wird schließlich der Kupfer produziert, welcher hauptsächlich nach Japan und Europa exportiert wird. Als Abfallprodukt fällt Lithium an; etwa ein Drittel der gesamten Weltproduktion an Lithium entsteht in Chuquicamata.

Die Vielzahl an Nationalparks fasziniert jeden Urlauber

Chile ist ein Land in Südamerika, welches vor allem bei Naturfreunden ein beliebtes Reiseziel ist. Diese beeindruckende Natur kann man am besten in den Nationalparks des Landes erkunden; immerhin 32 dieser Parks gibt es im Land - da fällt die Auswahl nicht leicht.

Das Territorium Chiles erstreckt sich mehrere tausend Kilometer entlang der südamerikanischen Westküste. Daher liegt das Land gleichzeitig im mehreren Klimazonen. Im Süden herrschen arktische Bedingungen.

Chile hat 32 Nationalparks in unterschiedlichen Klimazonen zu bieten
Chile hat 32 Nationalparks in unterschiedlichen Klimazonen zu bieten
Nationalpark Alberto De Agostini

Davon kann man sich im Nationalpark Alberto De Agostini überzeugen. Der 14.600 Quadratkilometer große Park liegt im Südwesten Feuerlands.

Besonders spektakulär sind die beiden Gletscher Marinelli und De Agostini sowie der höchste Berg der Region, der Cerro Darwin. In den Gewässern des Nationalparks Alberto De Agostini sind Seeotter und Seelöwen anzutreffen.

Torres del Paine

Einer der bekanntesten Nationalparks in Chile ist der so genannte Torres del Paine im Süden des Landes. Dieser zählt geografisch zu Patagonien und umfasst eine Fläche von etwa 2.400 Quadratkilometern.

Wahrlich beeindruckend ist die Landschaft in diesem Nationalpark; hier findet man

  • sowohl bis zu 3.000 Meter hohe Berge als auch
  • unzählige Fjorde
  • Gletscher und
  • riesige Seen.

Benannt wurde dieser Park nach den "Torres del Paine", dem Wahrzeichen des Nationalparks. Hierbei handelt es sich um drei Granitberge, welche eine Höhe von immerhin circa 2.700 Metern erreichen.

Bei einer Reise zu diesem Nationalpark sollte man sich warm anziehen - im Winter betragen die durchschnittlichen Temperaturen gerade einmal einen Grad Celsius und auch im Sommer wird es hier selten wärmer als zwölf Grad Celsius.

Villarrica

Der älteste Nationalpark Chiles ist der Villarrica; benannt wurde dieser nach dem gleichnamigen aktiven Vulkan. Bei geringer vulkanischer Aktivität kann man diesen sogar besteigen; viele Touristen nutzen diese Möglichkeit. Gegründet wurde dieser 630 Quadratkilometer große Nationalpark bereits im Jahr 1940.

Kap Hoorn

An der äußersten Südspitze von Südamerika befindet sich der Nationalpark Kap Hoorn. Seit 2005 steht dieser Nationalpark, welcher bekannt für sein sehr raues Klima ist, auf der Naturerbeliste der UNESCO. Charakteristisch sind die hier befindlichen felsigen Inseln.

Conguillío

Ebenfalls ein beliebtes Urlaubsziel bei allen Naturfreunden ist der Nationalpark Conguillío. Dieser Nationalpark befindet sich im riesigen Gebirgszug der Anden. Er beginnt 80 Kilometer östlich von Temuco und umfasst mehr als 60.000 Hektar.

Hier gibt es einen noch aktiven Vulkan, den Llaima, welcher eine Höhe von 3.125 Metern erreicht und zuletzt 2008 ausgebrochen ist. Sehenswert sind die zahlreichen Gebirgsseen und die überwiegend auf Südbuchen und Araukarien bestehenden Wälder. Der Wanderweg Sendero de Chile durchquert den Nationalpark Conguillio. Übernachten kann man in diesem Park auf mehreren Campingplätzen und auch Ski fahren ist hier am Westhang des Vulkans problemlos möglich.

Nationalpark Chiloé

Den Kontrast zur Arktis liefert der Nationalpark Chiloé. Er liegt auf der gleichnamigen Insel im Westen des Landes. Auf einer Fläche von 430 Quadratkilometern erstrecken sich Strand- und Dünenlandschaften, während im Inneren der Insel Kiefernwälder vorherrschen.

Im Nationalpark Chiloé leben über 100 verschiedene Tier- und Vogelarten. An der Küste sind Pinguine anzutreffen.

Pali Aike

Der Nationalpark Pali Aike ist besonders allen kulturell interessieren Touristen zu empfehlen, denn absolutes Highlight hier sind die Höhlenmalereien der ersten Menschen Patagoniens. Diese kann man noch heute im Park besichtigen - einige dieser Zeichnungen sind immerhin schätzungsweise 11.000 Jahre alt.

Himmel voller Sterne – astronomische Touren in die Atacama-Wüste

Geysire, Canyons und Vulkane – in der chilenischen Atacama-Wüste gibt es auch tagsüber viel zu sehen. Die Hauptattraktion erscheint jedoch nachts. Wenn die Sonne untergegangen ist, beginnt am Himmel eine spektakuläre Lichterschau.

Saturn, Sirius und Co. im Astro-Park beobachten

Wer bei der Sternstunde dabei sein möchte, bucht eine Astro-Tour bei Alain Maury. Seit der weltbekannte Astronom seinen Job in einem Forschungsinstitut hingeschmissen hat, widmet er sich ausschließlich den Sternen. Bei San Pedro de Atacama betreibt er gemeinsam mit seiner Frau den Astro-Park, einen Mix aus Sternenwarte und Lodge.

An rund 300 Tagen pro Jahr zeigt Maury Himmelsguckern das Firmament, nebenbei baut und betreut er Teleskope, mit denen reiche Kunden über das Internet die Sterne im Blick behalten können. Weitab von störenden Lichtquellen, in der außergewöhnlich trockenen und sauberen Wüstenluft lassen sich Saturn, Sirius und Co. so besser erkennen, als an fast jedem anderen Ort der Erde.

Radioteleskop ALMA

Rund 50 Kilometer östlich von Maurys privater Teleskop-Anlage ragen die Antennen des weltgrößten und -höchsten Radioteleskops in den Himmel. ALMA, mit dem auch Forscher der europäischen ESO tief in das Universum schauen, kann das Licht selbst von kältesten Objekten auffangen und soll so unsere kosmischen Ursprünge erhellen.

Juan-Fernández-Archipel - Auf den Spuren von Robinson Crusoe

Chile ist ein Land in Südamerika, welches für einen Urlaub bestens geeignet ist. Doch nicht nur das Festland, auch einige zu Chile gehörende Inseln sind unbedingt einen Besuch wert.

Besonders bekannt sind dabei die Juan-Fernández-Inseln, auch bekannt unter dem Namen Juan-Fernández-Archipel. Hier leben heute etwa 600 Menschen, die größtenteils den Tourismus als Einnahmequelle haben.

Dieses Archipel befindet sich etwa 700 Kilometer vom chilenischen Festland entfernt im Pazifischen Ozean und bestehen aus folgenden drei Inseln: Robinsón Crusoe, Alejandro Selkirk und Santa Clara.

Alle drei Inseln sind vulkanischen Ursprungs; die Inseln gehören allesamt zum Nationalpark Juan-Fernández und sind daher allen Naturliebhabern als Reiseziel besonders zu empfehlen. Nur die Insel Robinson Crusoe jedoch ist bewohnt; mit einer Fläche von etwa 96 Quadratkilometern ist dies gleichzeitig die größte der drei Inseln des Juan-Fernández-Archipels.

Zahlreiche Berge und seltene Pflanzenarten

Höchste Erhebung des Archipels ist der 915 Meter hohe El Junque; er befindet sich auf der Inseln Robinson Crusoe. Diese beeindruckt mit einer abwechlungsreichen Landschaft. Zwar ist die Insel größtenteils gebirgig, doch findet man hier genauso gut eine wüstenartige Küstenebene und stark bewaldete Berge.

Enorm ist die Anzahl an seltenen Pflanzenarten auf der Insel Robinson Crusoe - beeindruckend scheinen dabei die Riesenfarne ebenso wie unzählige seltene Orchideenarten.

"Robinson Crusoe" - die Entstehung des berühmten Romans

Benannt wurde die Inselgruppe nach dem spanischen Seefahrer Juan Fernández, welcher die Inseln im Jahre 1574 entdeckte. In aller Welt bekannt ist sicher der Roman "Robinson Crusoe" von Defoe.

1704 bis in das Jahr 1709 lebte der schottische Seemann Alexander Selkirk mutterseelenallein auf der Insel. Der Schriftsteller Defoe nahm diesen als Vorlage für seinen weltbekannten Roman. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass diese Insel heute den Namen Robinson Crusoe trägt.

Anreise und Klima

Am besten erreicht man das Archipel vom chilenischen Festland aus mit dem Flugzeug; die Flugzeit beträgt etwa drei Stunden. Möglich ist es jedoch auch, mit dem Schiff anzureisen - in diesem Fall landet man in dem Hafenort San Juan Bautista auf der Hauptinsel Robinson Crusoe.

Das Klima auf den Inseln kann man als feucht und ozeanisch bezeichnen; mit durchschnittlichen Temperaturen von etwa 15 Grad Celsius wird es nur mittelmäßig warm. Dennoch sollte man es nicht versäumen, sich an einen der pechschwarzen Strände zu begeben.

Besonderheiten, die es bei der Reise dorthin zu beachten gibt

Um nach Chile einzureisen, benötigt man einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate lang gültig ist. Ein Visum ist bei einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen nicht erforderlich.

Impfvorschriften gibt es keine, es sei denn, man reist aus einem Gelbfiebergebiet aus an. Zudem werden vom Auswärtigen Amt Impfungen gegen folgende Erkrankungen empfohlen:

Gewisse Impfungen werden bei einer Reise nach Chile empfohlen
Gewisse Impfungen werden bei einer Reise nach Chile empfohlen

Speisen und Getränke

Chile wartet mit einigen typischen traditionellen Gerichten auf. Folgende Speisen sind der chilenischen Küche zuzuordnen:

  • Asado: Grillfleisch (Huhn, Rind oder Schwein)
  • Jaiva: Seekrebs, Krabbe
  • Pastel de Choclo: Auflauf aus Mais mit Fleischfüllung
  • Reineta, Corvina, Congrio: beliebte Speisefische
  • Empanadas: Teigtaschen mit unterschiedlicher Füllung
  • Locos: spezielle Mollusken
  • Centolla: Seespinne
  • Cazuela: deftiges Eintopfgericht

Besonders häufig findet man Pfannengerichte mit Geflügel. Beliebte Beilagen sind Kichererbsen, Kartoffeln, Kürbis, Möhren und Mais - diese werden auch gerne in Form von Eintöpfen gegessen. Hinzu kommen diverse Pasteten und Aufläufe.

In Sachen Süßspeisen findet man in Chile u.a. auch Einflüsse aus der deutschen Küche. So bekommt man beispielsweise Kuchen ("kuchen) oder Apfelstrudel ("estrudel") serviert. Ebenso typisch:

  • fritos de manzana (gebackene Äpfel)
  • humitas (in Maisblättern gekochter Maisbrei, süß oder salzig)
  • Panqueque (Pfannkuchen)
  • Quinoa-Kekse
  • helado de miel (Honig-Eis)
  • compota de frutas secas (Trockenobst in Wein)

Getrunken wird in Chile besonders gerne Kaffee und Tee. Im Sommer ist mote con huesillos sehr beliebt. Dabei handelt es sich um ein Getränk aus Wasser, Zuckersirup, eingeweichtem Weizen und Trockenpfirsichen.

Vermischt man gemahlenen Weizen mit Zucker und Wasser, spricht man von ulpo. Ebenfalls gerne werden Papaya- und Mangosaft getrunken.

Zu den alkoholischen Getränken zählen

  • Wein
  • Bier
  • Trauben- oder Apfelmost
  • vaina, ein Aperitif aus Sherry, Portwein, Zucker und Ei
  • pisco sour, ein Aperitiv aus Traubenschnaps, Limonensaft, Puderzucker und geschlagenem Eiweiß

Meeresbewohner werden durch Lärm und Verunreinigungen von Fischfarmen bedroht

Chile: Zuchtlachs-Fischfarmen bergen große Gefahren für die Umwelt

Frische Fische auf Eis
Fresh fish on ice © Vladimir Mucibabic - www.fotolia.de

Deutsche Forscher vom Max-Planck-Institut aus Göttingen fanden heraus, dass die chilenischen Lachsfarmen die dortigen Meeresbewohner bedrohen. Ein Grund dafür ist die Größe der Zuchtfarmen, wo zu viele Tiere gehalten werden, so dass man Medikamente und auch Pestizide einsetzt. Auch wird eine große Menge Fischkot aus der Zucht und überschüssiges Futter in das Meer geschwemmt, so dass in der näheren Umgebung der Fischfarmen kein anderes Leben mehr existiert.

Weitere Belastungen

Zusätzlich zu den Verunreinigungen wird die Umwelt auch durch den stärkeren Lärm, von den Versorgungsschiffen und den Generatoren verursacht, belästigt. Auch kommt es vielfach vor, dass sich beispielsweise Seelöwen in den Schutznetzen der Fischfarmen verfangen und zu Tode kommen. Bisher hatte man dies alles nicht feststellen können, weil sich die Fischfarmen in abgelegenen Fjorden befinden, die nur selten vom Land aus zugänglich sind.

Eigentlich wollten die Forscher erkunden, wie sich die einheimischen Wale akustisch miteinander verständigen und so stellte man zufällig die Umweltschäden fest. Chile gehört zu den wichtigsten Lieferanten von Zuchtlachs.

Klimaerwärmung lässt Gletscher in Chile schmelzen

Wissenschaftler aus Chile haben die Klimaerwärmung sichtbar gemacht. Mit einer Serie von Zeitraffer-Aufnahmen habe sie dokumentiert, dass der Jorge Montt-Gletscher im Süden des Landes in einem Jahr einen ganzen Kilometer geschmolzen ist.

Zwar verlieren alle Gletscher des Landes an Substanz, doch der Jorge Montt ist der am schnellsten schmelzende Gletscher Chiles. Im Jahre 1898 war er sogar noch 19,5 Kilometer länger als heute.

Für ihre Untersuchung schossen die Forscher zwischen Februar 2010 und Januar 2011 mit festinstallierten Kameras 1.445 Fotos, vier Bilder pro Tag.

Leben in der Knautschzone – wie Chile der Erdbebengefahr begegnet

Flagge von Chile
Flagge von Chile © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Die Liste der Erdbeben in Chile ist lang. Die geografische Lage an einer hochaktiven Erdspalte beschert dem Land regelmäßig Erschütterungen, häufig mit Vulkanausbrüchen und meterhohen Flutwellen. Erst am Mittwoch (12.2.) ereignete sich ein Beben der Stärke 5,5.

Neben Japan hat Chile die strengsten baulichen Regeln, um Gebäude erdbebensicher zu machen. Selbst Erschütterungen der Stärke 8 lassen den Bewohnern gute Chancen, ihre Häuser lebend zu verlassen.

Geologen erwarten jedoch demnächst ein neues Mega-Beben im Norden des Landes.

Kooperation von Messstationen zur Einschätzung der Tsunamigefahr

Um rechtzeitig zu warnen und einen genaueres Bild von den gewaltigen Druckkräften unter der Erde zu gewinnen, haben Wissenschaftler ein dichtes Messnetz errichtet.

Das "Integrated Plate Boundary Observatory Chile" (IPOC) betreibt allein in der Atacama-Wüste 20 Stationen, die permanent die Schwingungen im Erdreich messen. In Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel sollen weitere Messstationen auf dem Meeresboden installiert werden – auch um die Tsunami-Gefahr zu berechnen.

Gefahrenpotenzial eines Erdbebens in Nordchile

Wenn die Prognosen zutreffen, könnte der "Big Bang" in Nordchile die Messgeräte schon bald auf die Probe stellen. Sollte die Nazca-Erdplatte unter die südamerikanische Platte abtauchen und den Meeresboden brechen, bietet der 6700 Meter tiefe Atacama-Graben ein gigantisches Wasserreservoir für eine Flutwelle.

Schäden in Küstenstädten und Hafenanlagen ließen sich dann nicht vermeiden – durch rechtzeitige Warnungen könnten sich aber die Menschen in Sicherheit bringen.

Rohstoffe aus der Wüste Chiles - Kooperation mit deutschen Universitäten

Chile zählt zu den führenden Wirtschaftsnationen und größten Rohstoffproduzenten Lateinamerikas. So liegen dort die größten bekannten Kupfervorkommen der Welt. Etwas mehr als sechs Millionen Tonnen des Metalls produziert Chile in diesem Jahr.

Chuquicamata - Größte Kupfermine der Welt

In dem Land befinden sich auch die größten Kupferminen der Welt, Chuquicamata (Übertageabbau) und El Teniente in Sewell (Untertageabbau), die der staatliche Konzern Codelco ausbeutet.

Chuquicamata ist ein gigantisches Loch in der Atacama-Wüste in Nordchile. Es besitzt einen Durchmesser von drei bis vier Kilometern und reicht fast 1000 Meter in die Tiefe. Damit liegt das Abbaugebiet in der größten jemals von Menschenhand geschaffene Grube. 20.000 Menschen sind dort tätig.

Exzellenzzentrum für zukünftige Bergbauexperten

Chilenische Experten arbeiten eng mit deutschen Wissenschaftlern der Technischen Universität Freiberg in Sachsen und der Fachhochschule Bochum zusammen. Mit Unterstützung der Bundesregierung wurde im Norden Chiles ein Exzellenzzentrum gegründet. Junge Chilenen erhalten dort eine Ausbildung zu Bergbauexperten, vom Minenarbeiter bis zum Ingenieur.

Auch Fördermethoden für begehrte Rohstoffe wie Molybdän und Antimon, die für den Bau von Computern, Mobiltelefonen und Bildschirmen benötigt werden, sollen in der Kooperation verbessert werden.

Starke Gefährdung der Umwelt und Gesundheit durch Feinstaub

Doch die Kupfergewinnung in Chuquicamata verursacht auch große Umwelt- und Gesundheitsprobleme. Feinstaub ist für zahlreiche Erkrankungen, wie etwa Staublunge, Asthma und einige Krebsarten, verantwortlich.

Abwässer mit Arsen und anderen giftigen Chemikalien wurden jahrzehntelang direkt in die Wüste geleitet und verseuchten die Landschaft.

Wissenswertes über Chile

  • Chile - Lage, Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Grand erg Oriental © Klaus Gilg - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Flagge von Chile © Jürgen Priewe - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: butterfly feeding on a flower © WONG SZE FEI - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Rear view of a couple sitting on the surf board at the sea © Yuri Arcurs - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Tetanus vaccination © Keith Frith - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Chile Geografische Lage 2 © Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Bildnachweis: Chile Geografische Lage 1 © Frank Optendrenk - paradisi.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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