Lob und Anerkennung für das seelische Gleichgewicht - Bedeutung und hilfreiche Tipps

Wir alle streben nach Lob und Anerkennung, ob nun bewusst oder unbewusst. Schon von Kindesbeinen an ist Lob und Anerkennung wichtig für die seelische Entwicklung. Stetig danach zu streben hingegen kann sich negativ auf das Individuum und das Miteinander auswirken. Im Bereich einer Partnerschaft spielt laut so genannter Equity-Theorie Ausgewogenheit eine wichtige Rolle, um dieses seelische Gleichgewicht zu erlangen. Erfahren Sie über die Bedeutung von Lob und Anerkennung für die Seele und erhalten Sie diesbezüglich hilfreiche Tipps.

Wie sich das stetige Streben nach Lob und Anerkennun negativ auf das Individuum und Miteinander auswirken kann und was es mit der Aspekte der Equity-Theorie auf sich hat

Lob und Anerkennung: Ein wichtiges Bedürfnis

Das Streben nach Glück ist ein Streben nach Lob und Anerkennung, denn was andere Menschen von uns halten und wie sie unsere Leistungen beurteilen, ist wichtig für unser seelisches Wohlergehen. Der Wunsch nach Anerkennung und Lob ist natürlich unterschiedlich stark ausgeprägt und so gibt es im Grunde kein richtiges Maß, denn jeder Mensch hat hier ein unterschiedliches Empfinden.

Die Wichtigkeit der ersten Lebensjahre

Prägend sind hier die ersten Jahre nach der Geburt, denn hier sammelt man die ersten Erfahrungen und erntet sowohl Lob und Anerkennung, als natürlich auch Ablehnung und negative Reaktionen. Je nachdem, wie ausgewogen diese ersten Erfahrungen sind, prägt sich der Wunsch nach Lob und Anerkennung in jedem ein.

Kleinkinder, die vermehrt auf Ablehnung und negative Reaktionen stoßen, sehnen sich auch im Erwachsenenalter nach Lob und Anerkennung und kämpfen immer damit, dass sie dies nicht im selben Maß wahrnehmen, wie es ihnen eigentlich entgegen kommt.

Bedeutung für die Entwicklung des Selbstbewusstseins

Ob in der Partnerschaft, im Berufsleben oder im Freundes- und Bekanntenkreis - Lob und Anerkennung spielen eine wichtige Rolle im Miteinander. Wer von Klein auf genügend davon erfahren hat, kann leichter damit umgehen, von Menschen abgelehnt zu werden.

Hier spielt die Entwicklung des Selbstbewusstseins eine große Rolle: Wer genügend Anerkennung und Lob erfahren hat, der kann auch mit Ablehnung besser umgehen, da er das nötige Selbstbewusstsein frühzeitig entwickeln konnte.

Menschen mit geringem Selbstwertgefühl benötigen häufig von allen Seiten immer Anerkennung und Lob, denn nur dann fühlen sie sich in ihrem Tun und Handeln sicher. Wer zwangsmäßig danach strebt, der verliert sich leicht selbst und definiert sich selbst am Ende nur noch über Leistung.

Das Problem eines geringen Selbstwertgefühls

Das seelische Gleichgewicht zu erlangen, also sowohl mit Anerkennung als auch mit Ablehnung umgehen zu können, ist für viele Menschen schwierig. Ein geringes Selbstwertgefühl belastet alle sozialen Kontakte und häufig werden Freundschaften und Partnerschaften immer wieder abgebrochen, denn auch die geringste Kritik wird als Ablehnung wahrgenommen und davor kann man sich nur durch Kontaktabbruch schützen.

In den letzten Jahren können Psychologen auch einen Zuwachs an Patienten feststellen, die an einem mangelnden Selbstwertgefühl leiden. Häufig ist festzustellen, dass Patienten von Kindesbeinen an unter dem Streben nach Lob und Anerkennung litten, denn die Wurzel liegt meist im Verhältnis zu den eigenen Eltern.

Wann Komplimente und Lob angebracht sind

Mal ehrlich: Wann haben Sie zum letzten Mal jemanden ein Lob ausgesprochen? Sie können sich nicht erinnern? Dann geht es Ihnen wie den meisten.

Dabei weiß doch jeder, wie schön es ist, ab und zu ein Lob oder ein anerkennendes Wort zu erhalten und wie gut das tut. Gelegenheiten zum Loben gibt es viele, und ganz besonders im Alltag. Einige haben wir hier für Sie aufgelistet.

Heutzutage wird viel zu selten gelobt

Lob und Anerkennung erhält man in der Regel für irgendwelche außergewöhnlichen Leistungen. Sei es im Beruf oder im Sport, aber meist muss man schon etwas ganze Besonderes vorweisen, um dafür gelobt zu werden.

Das liegt unter anderem daran, dass es in unserer Gesellschaft gar nicht üblich ist, zu loben. Auch derjenige, der ein Lob ausspricht, muss sich dazu überwinden. Deshalb wird meist dann nur gelobt, wenn der Anlass wirklich so außergewöhnlich ist, dass er über jeden Zweifel erhaben ist.

Kinder benötigen Zuspruch

Dabei wäre es so einfach, hin und wieder eine kleine Anerkennung auszusprechen oder jemanden zu loben. Gerade Kinder benötigen diese Art von Zuspruch für eine gesunde Entwicklung.

Loben Sie also Ihr Kind nicht nur für eine gute Schulnote, sondern auch dafür, dass es heute die Hausaufgaben besonders schnell und schön gemacht hat. Oder dafür, dass es pünktlich von der Schule nach Hause gekommen ist.

Alltäglichkeiten loben

Sprechen Sie Ihren Freunden und Ihrer Familie Anerkennung für Dinge aus, die zu ihrem Alltag gehören, und die fälschlicherweise häufig als Selbstverständlichkeit hingenommen werden.

Loben Sie den Koch oder die Köchin für das Essen, auch wenn es ein einfaches Alltagsessen ist. Der Koch wird sich trotzdem freuen, wenn es Ihnen schmeckt.

Wie man loben sollte

Achten Sie darauf, dass Ihr Lob nicht gönnerhaft und von oben herab wirkt. Das lässt sich ganz einfach dadurch erreichen, dass man nur lobt, was man auch wirklich so meint. Wenn Sie genau hinschauen, wird Ihnen plötzlich vieles auffallen, über das Sie mal wieder ein nettes Wort verlieren könnten.

Auch kleine Komplimente sind ein Lob. Bewundern Sie eine hübsche Frisur oder die schicke Kleidung Ihrer Freundin ruhig laut, anstatt sie nur wortlos wahrzunehmen. Jedes Lob, das ernst und ehrlich gemeint ist, wird auch beim Empfänger ankommen und seine Wirkung nicht verfehlen.

Voraussetzung: Anerkennung der eigenen Person

Um anderen Anerkennung geben zu können, ist es in der Regel so, dass man sich selbst wertschätzen muss - der Respekt der eigenen Person ist maßgebend dafür, dass man diesen auch seinen Mitmenschen überbringen kann. Sich selbst zu lieben, fällt vielen Menschen schwer - wer beispielsweise selbst viel Kritik erfahren hat, fühlt sich minderwertig und denkt oft, dass etwas nicht mit einem stimmt.

Es ist wichtig, sich selbst den Rücken zu stärken, so oft es nur geht. Dann kann man sich von der Anerkennung anderer unabhängig machen.

Besonders innerhalb einer Beziehung sollten Lob und Anerkennung eine Rolle spielen...

Lob und Komplimente in der Partnerschaft

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie wichtig Lob und Komplimente gerade in der Partnerschaft sind? Sind Sie sicher, dass Sie Ihrem Partner genügend Aufmerksamkeit zuteil werden lassen und ihm ihre Wertschätzung auch ausreichend zeigen? Oder sind Sie der Meinung, dass es nicht notwendig ist, diese Dinge noch an- oder auszusprechen, wenn man in einer Partnerschaft lebt?

Dann irren Sie sich. Denn natürlich ist in einer Partnerschaft Vieles selbstverständlich, gerade dann, wenn man schon länger zusammen ist, und sich nicht mehr, so wie am Anfang, fast stündlich seiner Zuneigung versichern muss. Trotzdem tut es gerade dann auch gut, hin und wieder ein ehrlich gemeintes Wort der Anerkennung von seinem Partner zu hören.

Zuneigung zeigen

Pflegen Sie Ihre Partnerschaft. Gehen Sie nicht davon aus, dass der Partner ganz selbstverständlich über Ihre Gefühle Bescheid weiß, und sich doch automatisch Ihrer Zuneigung und Anerkennung sicher sein kann.

Denn wenn Sie etwas zu bemängeln haben, dann tun Sie dies doch auch, und in jeder Beziehung gibt es hin und wieder auch Streit. So wie Sie Dinge ansprechen, die Ihnen nicht gefallen, sollten Sie aber auch Dinge ansprechen, die Ihnen besonders gut gefallen, und diese nicht nur einfach als Selbstverständlichkeit hinnehmen.

Komplimente machen

Ihr Partner wird sich über Lob und Komplimente genauso freuen, wie Sie das tun. Sagen Sie ihm ab und zu etwas Nettes. Wenn er abends müde von der Arbeit nach Hause kommt, sagen Sie ihm zum Beispiel, dass Sie sich freuen, dass er zuhause ist. Frauen sind in der Regel sogar noch empfänglicher für Komplimente als Männer, dennoch nehmen auch Männer gerne Anerkennung an.

Machen Sie Komplimente nicht nur für besonders auffällige Dinge, sondern loben Sie vor allem auch Kleinigkeiten. Loben Sie ein gutes Essen, eine neue Frisur oder ein hübsches Kleidungsstück.

Wenn Sie Kinder haben, können Sie Ihrem Partner auch für seine Erziehungsarbeit eine Anerkennung aussprechen. Jede Mutter freut sich über ein Lob, das ihr Kind betrifft - jeder Vater übrigens auch.

Fazit

Nehmen Sie sich einfach vor, Ihrem Partner jeden Tag etwas Nettes zu sagen. Um etwas Geeignetes zu finden, müssen Sie meist nicht allzu lange suchen.

Und Sie werden sehen: Auch der Partner wird Ihnen mit der Zeit dann öfters ein nettes kleines Kompliment machen, denn positives Denken überträgt sich und wirkt ansteckend.

In Bezug auf die Partnerschaft fällt auch immer wieder die so genannte Ressourcentheorie...

Fairness und Zufriedenheit in der Partnerschaft - Aspekte der Equity-Theorie

Eine langfristige Beziehung stellt beide Partner teils vor große Probleme. So müssen Mittel und Wege in der Partnerschaft gefunden werden, wie beide Partner dauerhaft mit sich und der Beziehung zufrieden sind. Doch welche Aspekte der Equity Theorie sind für Partnerschaften interessant, sodass Fairness und Zufriedenheit in der Beziehung vorherrschen?

Die Equity-Theorie geht zunächst einmal grundlegend davon aus, dass Partnerschaften nur dann als qualitativ hochwertig und damit erfüllend wahrgenommen werden, sobald der Eindruck der Ausgewogenheit besteht. Diese Ausgewogenheit könnte dabei auch als Fairness umschrieben werden, welche nicht nur so vorherrschen, sondern auch so wahrgenommen werden muss.

Sechs unterschiedliche Ressourcen

Diese Fairness ist im Falle von Partnerschaften besonders interessant, da hier ein komplexes gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis besteht, wobei es zum Austausch unterschiedlichster Ressourcen kommt. Beispielhaft können hier die Ressourcen Geld sowie Zeit und Aufmerksamkeit genannt werden.

Im Falle von Geld kann es beispielsweise sein, dass der Mann seiner Frau einen teuren Ring kauft. Die Ressource Aufmerksamkeit und Zeit würde wiederum transferiert, sobald sich die Frau die Probleme des Mannes anhört und ihm zur Seite steht.

Allgemein lässt sich die Vielzahl an Ressourcen allerdings auch in sechs Ressourcenklassen einteilen, wie sie nach Foa beschrieben werden. So gibt es die Ressourcen:

  1. Güter
  2. Geld
  3. Informationen
  4. Dienstleistungen
  5. Status
  6. Liebe

Ein Gleichgewicht schaffen

Laut der Equity-Theorie hängt die Qualität der Beziehung nun vom Gleichgewicht dieses Austauschprozesses ab. In diesem Zusammenhang ist es optimal, sobald ein absolutes langfristiges Gleichgewicht beim Ressourcenaustausch der Partner besteht.

Sobald ein Ungleichgewicht eintritt, leidet aber interessanterweise nicht nur der benachteiligte Partner. Stattdessen nimmt auch der bevorteilte Partner die Beziehung als weniger erfüllend wahr, auch wenn dessen Unzufriedenheit in der Regel nicht das Niveau des Benachteiligten erreicht.

Diese Unzufriedenheit ist zudem kein künstliches und theoretisches Konstrukt. Vielmehr konnten Studien nachweisen, dass Menschen in einer Beziehung vermehrt zu Depressionen neigen, sobald kein solches Gleichgewicht besteht.

Des Weiteren ist es interessant zu wissen, dass sich die Ausgewogenheit innerhalb der Beziehung zwar auf die Beziehungsbindung, nicht aber auf die Gefahr des Fremdgehens auswirkt. Die Gefahr eines Seitensprungs nimmt demnach nicht ab, selbst wenn eine idealtypische Beziehung nach der Equity-Theorie besteht.

Glücklicher mit ähnlichen Charaktereigenschaften

Letztlich lässt sich durch die Equity-Theorie auch erklären, warum oftmals Menschen mit ähnlichen Persönlichkeitsmerkmalen glückliche Partnerschaften eingehen können. So genießen die verschiedenen Ressourcen in diesem Fall eine ähnliche Wertschätzung, was den Austausch erleichtert und für ein intaktes Gleichgewicht sorgt.

Hier stelle man sich nur eine Frau vor, für welche die Ressource Geld kaum eine Rolle spielt. Ein Mann, welcher Geld als die wichtigste Ressource wahrnimmt, könnte ihr nun teure Geschenke machen, welche er als Kompensation für andere vernachlässigte Austauschprozesse sieht. Die Frau fühlt sich dann dennoch benachteiligt, was sich wiederum auf die Beziehungsqualität auswirkt.

Fazit

Lob und Anerkennung ist zwar wichtig, doch sollte das Streben danach nie das Leben beherrschen und so sollte man sich klar darüber werden, dass man nie von allen Seiten Lob und Anerkennung ernten kann.

Wer sich durch einen Mangel immer wieder unter Druck gesetzt fühlt und selbst unter dem Streben danach leidet, der sollte sich dringend ärztliche Hilfe holen. enn erst wenn Lob und Anerkennung nicht mehr überbewertet werden, kann man das Leben richtig genießen.

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  • One row of clapping hands © János Gehring - www.fotolia.de

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