14. Februar 2011
Von Marco Stephan
Eine glückliche Beziehung fusst auf das gegenseitige Eingeständnis von Liebe und Zuneigung. In diesem Punkt sind sich alle Paartherapeuten einig. Geliebt zu werden, ist keine Selbstverständlichkeit. Insofern ist es von Bedeutung, dass Sie ihrer besseren Hälfte regelmäßig durch Worte und Gesten, Ihre Liebe beteuern. Doch nicht immer sprechen Lebenspartner in dieser Hinsicht die gleiche Sprache.
Woher weiß man, dass man vom Partner tatsächlich geliebt wird? - Wird das durch das Geben von Geschenken deutlich? Oder vielleicht eher durch Gesten wie kleine Küsse und Umarmungen in der Öffentlichkeit? Liebe kann sich in vielen verschiedenen Formen manifestieren und nicht immer ist sie leicht zu erkennen.
Ein Schlüssel zu einer glücklichen und erfüllten Beziehung ist es, Liebe zeigen zu können sowie die Liebeszeugnisse des anderen zu erkennen und zu wertschätzen. Es ist ähnlich wie eine Sprache. Es gibt immer mehr als einen Weg, um einen bestimmten Sachverhalt auszudrücken.
Das kann verbal geschehen oder aber durch Musik, Blicke oder auf ganz andere Weise. In jedem Fall wird jedoch die gleiche Botschaft transportiert. Daher müssen Sie auf der Hut sein, die "Sprache" Ihres Partners zu lernen und zu akzeptieren.
Unser familiärer und sozialer Hintergrund ist ausschlaggebend dafür, wie wir unsere Gefühle zeigen. Wenn Sie den Fernseher anschalten, ein Magazin aufschlagen oder einen Roman lesen, wird schnell klar, dass es für Männer und Frauen von der Gesellschaft vorgeschriebene Verhaltensweisen gelten.
In der westlichen Kultur werden Männer von Kindes Beinen an überwiegend dazu erzogen, emotional introvertiert, beinahe gefühlskalt, und nicht überschwenglich romantisch zu sein. Gewiss wird diese Erwartungshaltung von einzelnen männlichen Individuen erfolgreich übergangen. Dennoch sieht man beim Spazieren gehen häufig, dass Männer ihre Zuneigung zu der Frau an ihrer Seite weniger öffentlich zur Schau stellen wie es verliebte Damen tun. Insgesamt fällt in den meisten Fällen die Gefühlsbekundung relativ karg aus, wenn es zu Themen wie zwischenmenschlicher Zuneigung kommt.
Frauen sind dagegen dazu erzogen worden, ihren Gefühlen mehr oder weniger freien Lauf zu lassen. Sie sind in der Lage, ihre Emotionen in der Öffentlichkeit, als auch im privaten Kreis, zum Ausdruck zu bringen, ohne sich dabei verletzbar oder irgendwie seltsam vorzukommen. Wie psychologische Studien gezeigt haben, ist ein Großteil der Frauen für spontane Gesten wie kleine Umarmungen beim Ausgehen, flüchtige Berührungen beim gemeinsamen Kochen oder schnelle Knutscher im Supermarkt, anfällig.
Beide Geschlechter haben ihre ganz eigene Art, Gefühle zu zeigen. Und hierbei gibt es keinen richtigen oder falschen Weg. Problematisch wird es nur, wenn Sie die Liebesgesten des anderen nicht erkennen.
Eine Frau kann leicht sauer werden, wenn ihr Gatte ihr keine Luftküsse oder Blumen schenkt. Auf der anderen Seite entsteht schnell ein genervter Gemütszustand, weil die bessere Hälfte nicht die zwar kurzen, aber vielen SMS zu schätzen weiß, die hin und wieder sogar in Reimform verfasst sind.
In einer Partnerschaft müssen beide Beteiligten lernen, wie der andere seine Liebe zum Ausdruck bringt und diese Gesten zu schätzen wissen. Sobald Sie als Paar ihr unterschiedliches Gefühlsvokabular erkannt haben, können Sie die Ausdrucksformen des anderen benutzen und schätzen lernen. Natürlich ist das eine Art von Kompromiss. Aber einer, der ein Paar auf die gleiche Wellenlänge bringt und nicht nur in Liebesbekundungen zu einem besseren Verständnis hilft. Auf lange Sicht formen Sie so ein besseres Verständnis für einander, dass schließlich eine eine tiefere und reichere Beziehung führen wird.
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