1. Oktober 2009
Wie elementar kann ein größerer Altersunterschied die Beziehung beeinflussen? Mit welchen Schwierigkeiten ist auf jeden Fall zu rechnen, und welche Punkte sollte man sich gut überlegen? Wer sich auf eine Beziehung mit großem Altersunterschied einlässt, der sollte sich vorher einige Gedanken machen.
Ein sehr großer Altersunterschied in einer Beziehung ist meist mehr von Nachteil als von Vorteil, und zwar für beide Partner. Dennoch: Letztlich entscheidend über die Qualität einer Beziehung ist die Liebe, die die beiden Partner verbindet, das gegenseitige Verständnis, der Respekt und die Toleranz. Und diese Faktoren sind definitiv unabhängig vom Alter.
Meist ist in Beziehungen mit großem Altersunterschied der Mann wesentlich älter als die Frau. Gesellschaftlich ist dies mittlerweile relativ gut akzeptiert, so dass zumindest nur wenige sozial bedingte Störfaktoren auftreten dürften. Ein kritischer Punkt sind jedoch meist die Kinder des älteren Partners. Nur selten können sie eine neue Partnerin an der Seite ihres Vaters vorbehaltlos akzeptieren, die womöglich in ihrem eigenen Alter ist. Ist die Frau in der Beziehung die ältere, so kann es dem Mann umgekehrt mit ihren Kindern genauso gehen. Hinzu kommt, dass die Konstellation der reiferen Frau mit einem jüngeren Mann gesellschaftlich noch weitgehend als Tabu betrachtet wird. Besonders in ländlichen Gegenden sind die Menschen allgemein weniger aufgeschlossen und tolerant, die Gleichgültigkeit einer Großstadt dagegen kann die Vorurteile abmildern.
Tatsächliche Schwierigkeiten entstehen unweigerlich in diesen Beziehungen, wenn die Zeit voran schreitet. Verliebt man sich in einen Partner, der 20 oder 30 Jahre älter ist, so ist dieser meist zu diesem Zeitpunkt noch körperlich fit und von den Beschwerden des Älterwerdens weitgehend verschont. Doch wie sieht es in 20 Jahren aus? Der jüngere Partner ist dann vielleicht gerade in der Mitte seines Lebens, während der ältere sich schon sehr deutlich dem hohen Alter zubewegt. Gibt es dann noch eine Basis, die ausreicht, um die Beziehung gut zu gestalten? Wie wichtig sind körperliche Faktoren in der gemeinsamen Lebensgestaltung? Kann der jüngere Partner die Probleme des Älterwerdens überhaupt schon verstehen und mit ihnen umgehen? Wie wird der jüngere Partner es verkraften, wenn er eines Tages allein zurück bleibt?
Diese Fragen sollten Sie sich gegebenenfalls stellen und ehrlich für sich selbst beantworten. Andererseits sollten Sie sich nicht von düsteren Zukunftsphantasien ängstigen lassen, denn selbst wenn man eine gleichaltrige Partnerschaft eingeht, hat man deshalb noch lange keine Garantie für ewige Gesundheit.
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