Die ältesten Bauwerke der Welt - Geschichte, Merkmale und Nutzung von Bauwerken aus früheren Zeiten

Mit dem Bau eines neuen Wolkenkratzers kann man heute höchstens noch Kinder beeindrucken. Die meisten Erwachsenen nehmen solch ein Bauvorhaben als völlig alltäglich und damit uninteressant wahr. Faszinierend wird es erst dann, wenn man sieht, wie die Menschen ähnliche Bauwerke schon vor vielen Tausend Jahren erschaffen haben, und zwar ohne Elektrizität und moderne Maschinen - die ältesten Bauwerke der Welt. Wo stehen sie und wie wurden sie früher genutzt? Finden Sie heraus, welche Bedeutung die Baukunst im Altertum, in der Antike und im Mittelalter hatte und lernen Sie berühmte Bauwerke aus alten Zeiten kennen.

Zum Kulturerbe der Menschheit gehören sehr viele historische Gebäude - Kirchen, Paläste und Tempel faszinieren die nachfolgenden Generationen bis zum heutigen Tag

Zu welcher architektonischen Höchstleistung die Menschheit imstande ist, zeigt sich in den Bauwerken, die in allen Epochen entstanden und interessante Zeugnisse für die Nachwelt sind. Den Schutz von außergewöhnlichen historischen Bauwerken weltweit hat die UNESCO zusammen mit den jeweiligen Ländern übernommen.

Altertum und Antike

Vor allem während des Altertums und in der Antike entstanden imposante Grabmale, Sport- und Verteidigungsanlagen, Paläste und Wasserleitungssysteme, die Forscher und Architekten bis heute beschäftigen und Besucher faszinieren. Ohne besondere technische Hilfsmittel wurden Bauwerke, wie

errichtet.

Mittelalter

Im Mittelalter waren es in Europa vor allem Schlösser und Kathedralen, die von Baumeistern geplant wurden und in jahrzehntelanger Arbeit entstanden. Zu den schönsten Bauten dieser Epoche gehören die Loire-Schlösser, der Petersdom oder die "Unvollendete", die katalanische Sagrada Familia Kathedrale.

Die prägnanten historischen Bauwerke der Erde wurden aus vielen Gründen erstellt. Herrscher wollten

  • sich mit diesen Gebäuden für alle Zeit verewigen
  • den Feinden gegenüber die Machtstellungen festigen
  • einem Götterkult huldigen oder
  • einfach nur Steuergelder verschwenden.

Es ist für alle nachfolgenden Generationen spannend und lehrreich, die Geschichten der historischen Bauwerke zu erkunden und daraus Erkenntnisse über das Leben in der jeweiligen Zeit zu gewinnen.

Im Folgenen geben wir einen Überblick über Bauwerke aus früheren Zeiten.

Pyramiden

Pyramiden sind die großartigen Bauwerke des Altertums. Viele Kulturen - vor allem in Nordafrika und Lateinamerika - bauten imposante Pyramiden, die meist rituelle Funktionen im Toten- und Götterkult hatten. Bis heute konnten Wissenschaftler die Rätsel der Pyramiden nicht vollständig lösen. Die besondere, spitz zulaufende oder abgestumpfte Form mit Stufen der meist quadratischen Pyramiden könnte eine Darstellung von Naturphänomenen oder sozialen Hierarchien oder Zeichen für die Götter gewesen sein.

Pyramiden in Lateinamerika

Die Pyramiden in Lateinamerika sind die steinernen Vermächtnisse verschiedener Hochkulturen. Maya, Inka und Azteken ließen imposante Tempelstädte in Mittelamerika errichten, in deren Mittelpunkt meist eine oder mehrere Pyramiden standen.

Im Gegensatz zu den ägyptischen Pyramiden waren die so genannten "mesoamerikanischen" Pyramiden keine Grabstätten, sondern wurden auf alten Herrschergräbern gebaut. Sie hatten rituelle Funktion als Tempelgebäude. Auf den flachen Pyramidendächern, dem höchsten Punkt der Tempelstadt, wurden häufig grausame Rituale zu Ehren verschiedener Götter vollzogen.

Nach dem Niedergang der lateinamerikanischen Hochkulturen wurden viele Pyramiden vom Regenwald vereinnahmt und verfielen im Lauf der Jahrtausende. Auf der Halbinsel Yukatan, in Zentral-Mexiko oder Peru befinden sich einige gut erhaltene Pyramiden. Dazu gehört

  • die Kukulcan Pyramide in Chichen Itza
  • die Sonnenpyramide Teotihuacan sowie
  • die Sonnen- und Mondpyramide im Moche Tal.
Pyramiden von Teotihuacan in Mexiko
Pyramiden von Teotihuacan in Mexiko

Pyramiden in Ägypten

Die ägyptischen Pyramiden wurden als Grabstätten für Pharaonen, Königinnen und hohe Beamte in der Nähe des Nils gebaut. Sie haben einen quadratischen Grundriss und laufen spitz zu.

Die Stufen könnten den Aufstieg zur Ewigkeit symbolisieren. Die Größe der jeweiligen Pyramide lässt Schlüsse auf die Bedeutung des jeweiligen Herrschers zu, für den sie gebaut wurde.

Alle Pyramiden wurden zu Lebzeiten der Auftraggeber von Tausenden Sklaven in Handarbeit gebaut. Im Inneren befinden sich verschlungene Tunnel mit religiösen Wandreliefs und Grabkammern, die nur als Aufbewahrungsort für Grabbeigaben genutzt und durch Fallen vor Grabräubern geschützt waren. Laut Altertumsforschern waren diese Kammern nur "Leergräber", da alle Herrscher im Tal der Könige beigesetzt wurden.

Die Pyramiden von Gizeh gehören zu den antiken Weltwundern. Entlang des Nilverlaufs befinden sich weitere kleine Pyramiden, die meist Königinnen gewidmet waren. Gut erhalten sind die Pyramiden von Dahschur und Meidum.

Die Pyramiden in der Wüste als bekannte Wahrzeichen
Die Pyramiden in der Wüste als bekannte Wahrzeichen

Stufenpyramide von Sakkara

Die alten Ägypter sind nicht umsonst berühmt für ihre Fortschrittlichkeit. Während die Menschen in Mitteleuropa noch unter einfachsten Umständen hausten, erschuf man am Nil bereits gigantische Bauwerke. Kein Wunder also, dass dort auch eines der ältesten Bauwerke der Welt errichtet wurde.

Dabei handelt es sich um die Stufenpyramide von Sakkara. Diese spezielle Pyramide wurde bereits 2700 vor Christus erbaut. Ursprünglich war nur die unterste "Schicht" des Gebäudes geplant, nach und nach setzte man jedoch immer mehr Schichten auf, so dass schlussendlich die heute berühmte Stufenpyramide entstand.

Sakkara befindet sich circa 19 Kilometer von Kairo entfernt, man kann die Pyramide während eines Ägypten-Urlaubs also problemlos besichtigen. Gebaut wurde die Stufenpyramide ihrer Zeit unter der Aufsicht des Königs Djoser. Es gibt Gerüchte, nach denen der Herrscher den Bau nur deshalb in Auftrag gab, weil er seinen Landsleuten Arbeit und damit Lohn und Nahrung verschaffen wollte.

Tempel

Tempel wurde ab der Jungsteinzeit als Heiligtümer errichtet. In vielen Kulturen hatten die Bauten eine zentrale Bedeutung im religiösen Verständnis der Menschen. Sie waren Wohnsitz der jeweiligen Gottheit, rituelles Zentrum und Platz für Opfergaben und Gebete. Teilweise wurde in Tempeln auch im Namen der Gottheit Recht gesprochen.

Die meisten historischen Tempel waren deutlich von Wohngebäuden getrennt, betrieben aber eigene Schulen und Werkstätten. Vor allem in Asien wurden gewaltige Tempelstädte errichtet.

Die Tempel der Etrusker und Maya waren zentrale Gebäude in herausragender Position, in denen auch Opferrituale durchgeführt wurden. Die Maya Tempel ähnelten in Form und Größe den Maya Pyramiden und standen in direkter Nachbarschaft.

Tempel im griechischen und römischen Reich

Der Poseidon Tempel in Akropolis
Der Poseidon Tempel in Akropolis

Während der Antike wurden im griechischen und römischen Reich verstärkt Tempel errichtet, die unterschiedlichen Gottheiten gewidmet waren. Von kleinen Haustempeln oder Waldtempeln für untergeordnete Gottheiten bis zu riesigen Prachtbauten für Göttervater Zeus oder Apollo existierten Tausende Bauten.

Diese Tempel wurden aus Steinen und Marmor gebaut und hatten meist einen rechteckigen oder quadratischen Grundriss. Große Tempel standen immer erhöht und waren in mehrere Räume unterteilt, die meist nur von Priestern betreten werden durften.

Eine luftige Halle mit imposanten Säulen trug das Dach. Typisch sind Einzelbauten, die reich mit Reliefs, Wandmalereien und Giebelfiguren verziert wurden. Für die Tempel waren Priester oder Priesterinnen verantwortlich. Sie galten als unantastbar. Zu den Weltwundern der Antike gehört der Artemis Tempel in Ephesus oder auch der Poseidon (Hera) Tempel in Paestum.

Ein Tempel im "Tal der Tempel" in Agrigent auf Sizilien
Ein Tempel im "Tal der Tempel" in Agrigent auf Sizilien

Tempel von Baalbek

Auch im Libanon finden sich Überreste eines Gebäudes, das heute zu den ältesten der Welt gezählt wird. Der Tempel von Baalbek ist einzigartig in seiner Größe. Tatsächlich handelt es sich insgesamt um drei Tempel.

Um einen Vergleichsmaßstab zu bekommen, kann man den kleinsten von ihnen mit dem Parthenon-Tempel vergleichen. Die Anlage in Baalbeck übertrifft das Gebäude auf der Akropolis bei Weitem. Im Hinblick auf das Ausmaß dieses kleinsten Tempels wird schnell klar, wie riesig die gesamte Anlage ist.

Wann der Tempel von Baalbek genau errichtet wurde, lässt sich heute gar nicht mehr genau feststellen. Es ist jedoch erwiesen, dass die Gebäude schon von den Babyloniern für ihre Riten genutzt wurden.

gantija-Tempel

Auf Malta kann man den gantija-Tempel finden. Er ist mittlerweile über 5600 Jahre alt und Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Über die genaue Verwendung des Tempels ist nicht viel bekannt, ein Besuch der gigantischen Anlagen lohnt sich jedoch allemal. Fast die gesamte Gegend ist für Touristen zugänglich.

Tempel im Buddhismus

Der Buddhismus gehört zu den großen Weltreligionen. Zu Ehren Buddhas entstanden vor allem im asiatischen Raum in der Vergangenheit gewaltige Tempelstädte, die heute zu den architektonischen Weltwundern zählen. Sehr bekannt ist Borobodur auf der indonesischen Insel Java, Angkor Wat in Kambodscha oder die Tempelebene von Bagan in Myanmar.

Weit verbreitet sind auch kleinere Tempel, die auf Befehl der Landesherrscher gebaut wurden. Vor allem in Bangkok befinden sich viele kleinere Anlagen, die auch als Wat bezeichnet werden. In Japan wird für buddhistische Tempel häufig die Bezeichnung "Schrein" verwendet.

In China wurden durch alle Dynastien hindurch Tempel und Klosteranlagen errichtet, oft in Höhlensystemen oder bergigen Regionen, wie dem Wutai Gebirge. Buddhistische Tempelanlagen sind oft sehr weitläufig.

Ein- oder mehrere Pagoden befinden sich mit einer Haupthalle im Zentrum des Geländes. Zu jedem Tempel gehören Glockentürme und die Dhamma Halle, in der die Lehren Buddhas an Schüler vermittelt werden.

Die Hallen der Tempel sind oft offen und weitläufig. Sie schützen die vielfältigen Buddha Statuen. Die fragilen Zwischenwände und Reliefs bestehen häufig aus Teakholz und wurden aufwendig von Hand hergestellt. Darstellungen Buddhas in kräftigen Farben, Blattgold und Edelsteine sind beliebte Schmuckelemente.

Die Außenanlagen der Tempel wurden sorgsam angelegt und gepflegt. Viele historische Tempel werden bis heute von Gläubigen genutzt.

Antiker asiatischer, chinesischer Tempel
Antiker asiatischer, chinesischer Tempel

Tempel im Hinduismus

Hinduistische Tempel sind immer unterschiedlichen Gottheiten gewidmet. Die hinduistische Religion ist vor allem in Indien verbreitet. Dort befinden sich auch die heiligsten Stätten der Gläubigen.

Hinduistische Tempel sind hoch aufragende, einzeln stehende Gebäude, die zu Ehren der jeweiligen Gottheit reich verziert sind. Seit Jahrtausenden werden die Tempel der Hindu-Götter von den Menschen in der Umgebung und Priestern aufwendig erhalten. Während die Tempelanlagen in abgelegenen Regionen oft sehr alt sind, werden vor allem in den Großen städtischen Zentren häufig neue Tempel nach historischen Vorbildern gebaut.

Zu den besonderen Heiligtümern der hinduistischen Glaubensgemeinschaft gehört der Vaishno-Devi-Tempel in Nordindien. Weitere bemerkenswerte Tempel befinden sich in Südindien im Bundesstaat Karnataka.

Kirchen

Kirchen werden auch als Gotteshäuser bezeichnet. Sie sind die zentralen, geweihten Sakralbauten aller christlichen Glaubensrichtungen und wurden weltweit gebaut. In Kirchen finden seit jeher Gottesdienste und Andachten, aber auch

der Mitglieder der jeweiligen Kirche statt. Seit dem Mittelalter ist die Kirche auch Zufluchtsort für Verfolgte und Kranke. In großen Kirchen oder Kathedralen wurden alle europäischen Herrscher gekrönt. Seit der weltlichen Öffnung der Kirche finden seit einigen Jahren in Kirchen auch kulturelle Veranstaltungen statt.

Die Orgel als Herzstück vieler Kirchen
Die Orgel als Herzstück vieler Kirchen

Die ersten Kirchen wurden schon während der Antike gebaut. Allerdings waren sie deutlich kleiner, da die Christen als Ungläubige zu den Verfolgten gehörten. Ab dem Mittelalter waren Kirchen die zentralen Sakralbauten in Siedlungen.

Um das Ansehen Gottes zu ehren, ließen Kirchenfürsten und Adlige gewaltige Kathedralen und Kirchen errichten, deren Bau oft Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauerte. Eine der größten unvollendeten Kirchen ist die Basilika Sagrada Familia in Barcelona.

Die Hauptbauform von europäischen Kirchen ist die Basilika. Diese Gebäude haben eine lang gezogene rechteckige Grundform mit einem Hauptraum, der durch tragende Säulen die Längsschiffe optisch abtrennt. Unter dem Altarraum befindet sich eine Krypta mit Heiligen- oder Königsgräbern.

Mittelalterliche Kirchen sind aus Sandstein gebaut. Sie haben große, meist farbige Bleiglasfenster, die mit religiösen Motiven geschmückt sind. Arme Kirchgemeinden statteten ihre Gotteshäuser schlichter aus.

In den Innenräumen befinden sich Heiligenfiguren, ein Hauptaltar und meist auch eine Orgel. Große Kathedralen aus der Renaissance sind mit wundervollen Decken- und Wandfresken geschmückt, die von berühmten Künstlern gemalt wurden. In oder neben die Kirchtürme sind Glocken integriert. Besucher finden heute Kirchen aus allen Epochen, deren Baustile stark variieren.

Zu den größten Kirchen Europas gehören der Petersdom in Rom, der Mailänder Dom, der Kölner Dom und die Kathedrale Maria de la Sede in Sevilla.

Klöster

Das Kloster als Ort der Stille und Hinkehre zur Religion
Das Kloster als Ort der Stille und Hinkehre zur Religion

Die ersten Klöster entstanden bereits im 4. Jahrhundert aus Einsiedlersiedlungen in Ägypten. Ein Kloster ist ein Ort der Stille und absoluter Hinkehre zur Religion. In der westlichen Kultur sind die Klöster bestimmten Ordensgemeinschaften zugeordnet, in Asien leben dort Mönche der buddhistischen oder hinduistischen Glaubensgemeinschaft.

Christliche Klosteranlagen bestehen aus mehreren Gebäuden, die sich um einen Klosterhof mit dem Klostergarten gruppieren. Durch Kreuzgänge verbunden befinden sich direkt nebeneinander

Weitere Nebengebäude liegen innerhalb der Anlage aber etwas abseits. Um den Konvent zu schützen, sind die meisten Klosteranlagen von Wehrmauern umgeben. Die Räume sind schlicht und zweckmäßig gestaltet.

Die Mönche und Nonnen unterwerfen sich einem strengen Tagesablauf und beschäftigen sich mit

  • Handwerk
  • Landwirtschaft
  • Wissenschaft
  • Heilkunst
  • Braukunst oder
  • der Erhaltung historischer Schriften.

Häufig gehörten in der Vergangenheit größere Ländereien zu den Klöstern, die bewirtschaftet wurden. Von den Verkaufserlösen unterhielten die Klostervorsteher die Anlagen. Wie auch Kirchen wurden Klöster nach Bränden, Kriegen oder Naturkatastrophen wieder aufgebaut und an nachfolgende Generationen übergeben.

Zu den weltberühmten Klosteranlagen gehört

  • die autonome Mönchsrepublik auf dem griechischen Berg Athos
  • das Kloster Maulbronn
  • das Kloster Mor Gabriel in der Türkei und
  • die Meteora Klosteranlage in Zentralgriechenland.

Grabstätten

Durch alle Epochen hindurch wurde der Totenkult gepflegt und fand Ausdruck in vielfältigen Grabstätten, die bis heute Rätsel aufgeben. Viele Menschen wollten mit der Errichtung imposanter Grabstätten ein Zeichen für die Ewigkeit setzen.

In allen Kulturen werden Verstorbene der Erde oder dem Feuer übergeben. Grundlage für diese rituellen Bestattungen sind oft religiöse oder spirituelle Vorgaben. Durch alle Zeiten hinweg wurden große Areale als Grabstätten und Begräbnisstellen genutzt, oft auch in Verbindung mit Tempelanlagen.

Die Errichtung imposanter Grabstätten als Zeichen für die Ewigkeit
Die Errichtung imposanter Grabstätten als Zeichen für die Ewigkeit

Megalithgräber, Dolmen und Hünengräber

Megalithgräber und Hünengräber sind die ältesten, im nordeuropäischen und skandinavischen Raum nachgewiesenen Grabstätten. Sie wurden von der Jungsteinzeit bis in das Spätneolith angelegt und mit großen Steinblöcken bewehrt. Die Gräber bestehen aus einer zentralen Kammer aus großen Steinblöcken, die mit einem Erd- oder Steinhügel bedeckt ist.

Es wird vermutet, dass die Grabstätten auch als rituelle Plätze genutzt wurden. Reste kleiner Grabstätten befinden sich in allen Regionen Deutschlands. Sie sind häufig unscheinbar.

Dolmen sind spezielle, oft große Megalithgräber, die vor allem im nordeuropäischen Küstenstreifen am Atlantik, der Nord- und Ostsee sowie in Japan und Korea freigelegt wurden. Vor allem an der französischen Küste sind viele Dolmen gut erhalten.

Die Grabkammern von Dolmen sind oft reich verziert und durch feste Steinmauern geschützt. In der Nähe befinden sich häufig Menhire. Zu den imposantesten Dolmen Europas gehört der "Table des Marchan".

Nekropolen

Nekropolen sind antike Totenstädte. Sie wurden von der Urgeschichte bis zum Altertum als Grabstätten angelegt und befanden sich außerhalb der Siedlungen. Je nach Epoche wurden die Nekropolen als einfache Gräberfelder angelegt oder auch bebaut.

Oft wurden in die Totenstädte zeremonielle Plätze integriert. Die Städte der Toten waren häufig als magische Orte bekannt, die von den Lebenden gemieden wurden.

Zu den großen griechischen Totenstädten gehören die Nekropolen von Myra und Hierapolis, aus römischer Zeit sind die "Etruskischen Felder" bei Arles oder die Nekropolen von Tarquinia bekannt. Unter dem Vatikan befindet sich ebenfalls ein antikes Gräberfeld.

Eine besondere Nekropole ist die Stadt der Toten in Kairo. Dort wurden mehr als 300.000 Gräber gefunden.

Aufgrund des Städtewachstums in der Neuzeit befindet sich diese Ausgrabungsstätte heute mitten in der Millionenstadt. Internationale Bedeutung hat auch die Nekropole der Tanguten im chinesischen Ort Ningxia, die heute als größte antike Totenstadt der Erde gilt.

Mausoleen und Gruften

Schon früh wurden von Herrschern und Aristokraten teure Einzelgräber in Auftrag gegeben. Herrscher aller Epochen ließen sich in pompösen Mausoleen beisetzen. Bekannt sind die Tempelgräber im Tal der Könige in Ägypten, die Pyramiden (als Leergräber) oder das Mausoleum des Halikarnassos.

Bis in die Neuzeit entstanden weitere Prunkbauten für Tote, deren Namen der Nachwelt erhalten bleiben sollten. Zu den schönsten und imposantesten Mausoleen der Neuzeit gehört der Taj Mahal in Indien.

Seit dem Mittelalter wurden europäische Herrscher meist in Gruften unter bedeutenden Sakralgebäuden bestattet. Das einfache Volk beerdigte die Verstorbenen auf Friedhöfen.

Bibliotheken

Seit jeher haben Gelehrte und Schreiber wichtige Ereignisse in Stein oder auf andere Untergründe gebracht. In Nationalbibliotheken werden heute die bedeutenden handschriftlichen Überlieferungen der Menschheit sorgfältig aufbewahrt.

Das Wort Bibliothek stammt aus dem Griechischen und bezeichnet eine Sammlung von Büchern. Schon die Ägypter sammelten wichtige Schriftstücke und archivierten sie in speziellen Räumen. Die ältesten nachgewiesenen Schriften auf Papyrus wurden im Jahr 1866 v.Chr. erstellt.

Bibliotheken im Römischen Reich und alten Griechenland

Die ägyptischen Bibliotheken waren nur einem ausgewählten Personenkreis zugänglich. Zu den bekanntesten antiken Bibliotheken zählen die Bibliothek von Alexandria, die Bibliothek von Pergamon und die Celsus-Bibliothek von Ephesus.

Auch im antiken Griechenland und Römischen Reich wurden Schriften von Gelehrten und Dichtern erstellt und archiviert. Ambitionierte Bibliothekare bewahrten die wertvollen Schriftrollen vor Schaden und für die folgenden Generationen. Die lateinischen und griechischen Schriftrollen und alte ägyptische Papyri wurden teilweise kopiert, um sie weiterzugeben.

Die Römer kauften Schriften - wie zum Beispiel die Werke Homers - für Privatbibliotheken, die ab etwa dem 1. Jahrhundert v. Chr. von Aristokraten betrieben wurden. In Rom waren schon sehr früh Bibliotheken für Gelehrte, Studierende und Aristokraten geöffnet.

Im Mittelalter war die Bewahrung der antiken Schriften und Büchersammlungen eine wichtige Aufgabe von Mönchen. Viele wertvolle Bestände gingen in dieser Epoche durch Brände verloren und die Einsicht in die kirchlichen Archive wurde nur wenigen Menschen gestattet.

Bekannte Bibliotheken

Mit der Erfindung des Buchdrucks wurden wieder mehr Bibliotheken eingerichtet. Nahezu jede große Universität leistete sich den Luxus einer gut sortierten Büchersammlung und richtete öffentliche Lesesäle ein.

Zu den großen, renommierten Bibliotheken des 17. Jahrhunderts gehörten die Biblioteca Ambrosiana in Mailand und die Bodleian Library von Oxford. Die großen Nationalbibliotheken auf allen Kontinenten bewahren wichtige historische Schriften und Bücher auf, die aber meist nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind und nur selten präsentiert werden.

Brunnen

Brunnen sichern in allen Teilen der Erde die Wasserversorgung von Menschen und Tieren. In der städtischen Bebauung haben sie heute eher dekorative und historische Bedeutung.

Bereits vor Beginn der Zeitrechnung war die Versorgung mit Trinkwasser ein essenzielles Problem. Siedlungen entstanden immer in der Nähe von Wasserstellen. In trockenen Regionen waren und sind Wasserlöcher und Brunnen oft die einzige Möglichkeit zur Wasserversorgung.

Zu diesen historischen Brunnen gehören die Ziehbrunnen in der ungarischen Puszta oder antike Cenotes auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan, die während der Maya-Kultur als natürliche Süßwasserspeicher und Opferstätten genutzt wurden.

Erste Brunnen artige Bauten

Geschichtliche Funde belegen, dass bereits in frühester Zeit die Quellen und Wasserlöcher durch Steine oder Holzkonstruktionen stabilisiert wurden. Bereits 8000 v. Chr. wurden in Israel und Teilen Nordafrikas massive Brunnen aus Sandstein gebaut.

In der Antike entstanden in den großen Städten, wie Rom und Alexandria komplexe Wassersysteme mit Brunnen für die Öffentlichkeit oder an spirituellen Plätzen als Orakel. Im Mittelalter wurden auch in den europäischen Siedlungen vermehrt Brunnen angelegt und befestigt. Oft in der Ortsmitte gelegen, waren diese Wasserentnahmestellen uns Waschplätze ein wichtiger Treffpunkt für die Gemeinschaft.

Wasserspiele

Brunnen im russischen Sankt Petersburg
Brunnen im russischen Sankt Petersburg

Mit der Verlegung von Wasserleitungen gerieten die Brunnen als Wasserversorger etwas in Vergessenheit. Während der Renaissance und im Barockzeitalter wurden pompöse Wasserspiele zur Erbauung der Adligen gebaut. Oft wurden aufwendig gestaltete Brunnen von reichen Mäzenen oder Kirchenfürsten an Ortschaften gespendet.

Zu den besonderen historischen Brunnen und Wasserspielen in Europa gehören

  • die Wasserspiele von Schloss Peterhof in Russland
  • die Brunnen im Bergpark Wilhelmshöhe oder
  • die Wasserspiele im Schloss Hellabrunn sowie die Fontana di Trevi in Rom.
Trevibrunnen in Italien
Trevibrunnen in Italien

Paläste

Paläste wurden von der herrschenden Kaste genutzt. Diese Residenzen sind bis heute prachtvolle Denkmäler und zeugen oft von der Geltungs- und Verschwendungssucht des jeweiligen Herrschers.

Schon die Maya- und Inka-Kulturen kannten Paläste. Diese waren oft in die Tempelanlagen integriert und dienten zu Wohnzwecken.

Paläste in der Antike

In der Antike wurde der Begriff "Palast" erstmalig geprägt. Der Name stammt von Palatin, einem der sieben Hügel des antiken Roms ab. Die Römer, Griechen und Ägypter bauten während der Antike prunkvolle Paläste, um sich von niederen Adligen und dem einfachen Volk abzuheben.

Gegenüber anderen Herrschern war der Bau eines Palastes die äußerliche Darstellung von Macht und Reichtum. Zu den bedeutenden Palästen der Antike zählten der Palast von Knossos und der Diokletianspalast in Split.

Paläste im Mittelalter

Im Mittelalter wurden im europäischen Raum eher trutzige Burgen und wehrhafte Schlösser zur Verteidigung der Region gebaut. Händler berichteten von den sagenhaften Palästen indischer Herrscher, arabischer Sultane und chinesischer Kaiser.

Zu den besterhaltenen Palästen im Orient und in Asien gehören

  • der Palast der Winde in Indien
  • der Sultanspalast in Brunei
  • der Kaiserpalast in Peking und
  • der Kaiserpalast in Tokio.

Paläste in der Renaissance

Im Zeitalter der Renaissance wollten auch die europäischen Herrscher ein repräsentatives Zeichen nach außen setzen. Viele Schlösser wurden umgebaut oder neue Paläste in Auftrag gegeben. Baumeister aus Frankreich, Flandern oder Italien gestalteten die Paläste, die dann vorwiegend als Residenzen genutzt wurden.

Meist entstanden sie in Hauptstädten und dienten dem gesamten Hofstaat als Wohnsitz sowie als Residenz, in der Kirchenfürsten oder Staatsmänner empfangen wurden. Die Kirche folgte dem Beispiel der Kaiser und Könige mit imposanten Bischofspalästen und dem Vatikanpalast in Rom, der heute als Stadtstaat eine Sonderstellung hat.

Hofburg in Wien
Hofburg in Wien

Die Paläste der Herrschenden sind oft sehr verschwenderisch ausgestattet. Beim Bau wurden nur wertvolle

  • Hölzer
  • Marmor
  • Edelsteine und
  • Gold

verwendet. Die Wände sind meist mit wertvollen Fresken oder edlen Teppichen bzw. Malereien und Kunstwerken geschmückt. Gewaltige Kamine und Feuerstellen erwärmten die Wohnräume an Abenden und im Winter.

Meist wurden auch fortschrittliche Wasser- und Latrinensysteme eingebaut. Besonders beeindruckend sind die Thron-, Audienz- und Festsäle der Paläste. Der Hofstaat, Wachen, Dienerschaft, Hofmaler und Gelehrte waren meist in speziellen Trakten oder Wirtschaftsräumen untergebracht.

Zu einer großen Palastanlage gehören immer Gärten, Wälder und Seen, die von zahlreichen Gärtnern und Landschaftsarchtitekten gepflegt wurden. Die Kosten zur Erhaltung der Paläste waren enorm, also wurden vom Volk häufig höhere Steuern verlangt, um diesen Luxus zu finanzieren. Neben den Residenzen unterhielten die Herrschenden weitere Landsitze, Schlösser oder Burgen.

Zu den großen europäischen Palästen gehört

  • der Louvre in Paris
  • der Buckingham Palace in London
  • der Dogenpalast in Venedig oder
  • der Winterpalast in Sankt Petersburg.

Burgen

Burgen sind die Wehrbauten des Mittelalters. Die meisten Burgen entstanden als Verteidigungsanlagen. Bis zum 17. Jahrhundert wurden allein im deutschsprachigen Raum mehr als 20.000 Burgen gebaut.

Die Tradition von Wehranlagen reicht bis in die Frühgeschichte zurück, aber durch kriegerische Auseinandersetzungen gewannen die Burgen im Mittelalter stark an Bedeutung.

  • Landesherren
  • Adlige
  • Klöster und
  • Städte

schützten sich durch den Bau von befestigten Anlagen vor Plünderei durch Nachbarn und kriegerische Horden. Die Burgen dienten als Wohn- und Verteidigungsanlage sowie Zufluchtsort für die Bevölkerung der Umgebung.

Mittelalterliche Burg in Rumänien
Mittelalterliche Burg in Rumänien

Waren Burgen zu Beginn eher kleinere Holzgebäude mit Erdwällen, wurden sie im Hochmittelalter zu komplexen Anlagen mit Burggraben, Brücke und dicken Mauern ausgebaut. Im Inneren der Burganlage befanden sich neben dem Wohnturm auch Wirtschaftsgebäude, Brunnen und Stallungen. Die Gebäude waren zweckmäßig und ohne großen Luxus ausgestattet.

Die Burgen standen immer auf erhöhten Plätzen, Bergkuppen oder weiten Ebenen. Für den Schutz durch die Burg leisteten die Bewohner der umgebenden Siedlungen meist Frondienste oder zahlten Steuern an den Burgherrn.

Ab dem 17. Jahrhundert verloren die Burgen an Bedeutung, da sie als Verteidigungsbastionen weniger geeignet und zu reinen Wohnzwecken zu unkomfortabel waren. Viele Burgen verfielen oder wurden veräußert und später umgebaut.

Zu den großen Burgen des Mittelalters gehört

  • die Prager Burg
  • die Nürnberger Burg
  • die Engelsburg in Rom und
  • die Alhambra in Grenada.

Schlösser

Schloss Neuschwanstein auf waldigem Berg
Schloss Neuschwanstein auf waldigem Berg

Etwa ab dem 17. Jahrhundert wurden viele Burgen für Wohnzwecke umgebaut, da eine militärische Nutzung entfiel. Zusätzlich ließ der Hochadel imposante Schlösser als repräsentative Residenzen und kleinere Jagd- oder Lustschlösser zur Erbauung des Hofstaats bauen.

Vor allem die großen Schlösser, die auch als Regierungssitz eines Landesherrn dienten, wurden opulent ausgestattet, um den Status des Besitzers zu verdeutlichen. Bis zum 20. Jahrhundert entstanden in Europa viele fantastische Schlossanlagen in unterschiedlichen Baustilen.

In den Gebäudekomplexen waren die offiziellen Räumlichkeiten (z.B. Thronsaal, Audienzzimmer, Festsaal, Speisesaal) streng von den Wohn-, Schlaf- und Wirtschaftstrakten getrennt. Die Dienerschaft bewohnte Gesindehäuser am Rand oder außerhalb des Hauptgebäudes.

Zu den berühmten Schlössern im Stil der Renaissance gehört

  • das Dresdner Schloss
  • Schloss Fontainbleau oder auch
  • der Dogenpalast in Venedig.

Die Idee zu diesen Schlössern stammt aus dem antiken Villenbau des Römischen Reiches und die Bauherren übernahmen viele historische Elemente, wie Säulengänge.

In der Barockzeit wurden auch die Schlösser opulenter und meist sehr verschwenderisch ausgestattet. Edle Materialien, verspielte Details und sehr viele große Räume mit bodentiefen Fenstern sowie künstlerisch gestaltetet Gartenanlagen kennzeichnen Barockbauten.

Ein weltweit bekanntes Beispiel ist Schloss Versailles. Auch Schloss Charlottenburg und Schloss Moritzburg wurden im Barockstil gebaut und ausgestattet.

Der folgende Klassizismus war eine ehr pragmatische Zeit, in der die Schlossbauten zurückhaltender in der Fassade aber nicht weniger imposant waren. Statt der Gartenanlagen wurden jetzt Parks nach englischem Vorbild angelegt. Klassizistische Schlösser stehen unter anderem in Koblenz und Oslo.

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Quellenangaben
  • pyramids fantasy © Windowseat - www.fotolia.de
  • Teotihuacan Pyramids © f9photos - www.fotolia.de
  • Pyramids in desert © Givaga - www.fotolia.de
  • The temple of Juno, in the Valley of the Temples of Agrigento © Roberto Lo Savio - www.fotolia.de
  • Poseidon Temple © David H. Seymour - www.fotolia.de
  • Ancient castle © Igor Kuleshov - www.fotolia.de
  • Interior view of Bach Church in Arnstadt, Thuringia, Germany © tilialucida - www.fotolia.de
  • Gebäudeteil Fenster einer Burg © Goldengel - www.fotolia.de
  • Holy Spirit © Mikhail Tolstoy - www.fotolia.de
  • Grand cascade in Pertergof, Saint-Petersburg, Russia. © Vladimir Sazonov - www.fotolia.de
  • Trevibrunnen © Walter Luger - www.fotolia.de
  • Fiaker vor der Alten Hofburg, Wien © pure-life-pictures - www.fotolia.de
  • Kirchenburg Grossau © Kaputtknie - www.fotolia.de
  • Schloss Neuschwanstein © Sauerkraut - www.fotolia.de

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