Schädliches Passivrauchen – Besonders hohes Gesundheitsrisiko für Kinder

Brennende Zigarette im Aschenbecher

Tabakqualm gehört zu den gefährlichsten Schadstoffen und belastet insbesondere Kinder - Wir geben einen Überblick über die schädlichen Auswirkungen

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  • von Paradisi-Redaktion

Schätzungen zufolge leben rund 50 Prozent der deutschen Kinder im Alter zwischen 0 und 6 Jahren in einem Raucherhaushalt. Das Nichtraucherschutzgesetz verhindert nicht, dass in den eigenen vier Wänden weiter gequalmt wird. Schädliches Passivrauchen gefährdet vor allem die Gesundheit und Entwicklung von Kindern. Doch auch Erwachsene werden durch das Rauchen der Mitmenschen in gesundheitliche Gefahr gesetzt. Informieren Sie sich über die Gefahren des Passivrauchens.

Die Folgen des Passivrauchens

Dass das Rauchen vor allen Dingen für den Rauchenden selbst schädlich ist, ist keine Neuigkeit - dies dürfte wohl auch jedem Betroffenen bewusst sein. Dass man damit aber auch seine Mitmenschen gefährdert, wird gerne einmal vergessen.

Dabei können auch die Folgen des Passivrauchens verheerend sein. Ob der Raucher den Tabakrauch inhaliert oder die Person neben ihm ihn einatmet - die giftigen Substanzen darin sind dieselben.

Bereits das kurzzeitige Passivrauchen kann die Atemwege reizen und zu Schwellungen sowie Schleimhautreizungen führen. Ebenso möglich sind

Das dadurch geschwächte Immunsystem führt zu häufigeren Infekten.

Des Weiteren wird auch das Blutgefäßsystem geschädigt - es kommt zu Verklumpungen und Schädigungen der Blutgefäßwände. Auf Dauer kann es durch die Durchblutungsstörungen zu

kommen. Das Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken, steigt bei Menschen, die mit Rauchern zusammenleben, um bis zu 30 Prozent. Zu den weiteren durch Passivrauchen verursachten Folgen zählen Krebserkrankungen wie Lungenkrebs oder Brustkrebs sowie Asthma.

Und auch die Psyche leidet...

Passivrauchen kann zu psychologischen Krankheiten führen

Eine Studie hat gezeigt, dass durch das Passivrauchen nicht nur die Lungen und Atemwege in Mitleidenschaft gezogen werden, sondern dass das passive Rauchen auch eine negative Wirkung auf die psychologische Gesundheit hat. Offenbar erhöht sich dadurch die Wahrscheinlichkeit, an einem psychologischen Leiden zu erkranken.

In der erwähnten Studie haben Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen psychologischer Gesundheit und Passivrauchen untersuchen wollen. Dabei haben Sie hauptsächlich den Anteil der biochemischen Substanz Cotinin gemessen.

Cotinin kommt im Speichel vor und liefert Rückschlüsse, wie häufig eine Person mit Tabak in Kontakt gekommen ist. Für die Studie wurden 5560 Nichtraucher und 2689 Raucher untersucht und deren psychologische Gesundheit bis in das Jahr 1998 zurück berücksichtigt.

Das Ergebnis

Die Ergebnisse der Studie zeigten: je häufiger eine Person Tabakrauch ausgesetzt ist, um so öfter treten depressive Stimmungsneigungen auf. Ferner scheint sich offenbar die Wahrscheinlichkeit für die Ausprägung einer psychologischen Störung durch das Passivrauchen zu erhöhen.

Angesichts dieser Erkenntnisse sollten gesundheitsbewusste Nichtraucher alle Orte konsequent meiden, an denen geraucht wird. Wenn Sie Raucher sind, sich jedoch mit dem Abgewöhnen schwer tun, kann ein Wechsel des Freundeskreises zum Ziel führen. Wie mehrere Studien in den 90er Jahren zeigten, greifen viele Raucher nicht ausschließlich wegen dem Verlangen nach Nikotin zum Tabak, sondern schlicht aus sozialen Gründen, weil man es sich in geselliger Runde so angewöhnt hat.

Passivraucher ebenso gefährdet wie leichte Raucher

Zwei Mädchen mit Mundschutz vor Rauch und Qualm ärgern sich über rauchenden Mann mit Zigarette im Mund im Vordergrund
Nichtraucherschutz © Digitalpress - www.fotolia.de

Für die Beurteilung der Schädlichkeit des Passivrauchens ist man bisher auf relativ komplexe statistische Verfahren angewiesen gewesen.

Mit einem neuen Verfahren kann man das Nikotin bzw. dessen Abbauprodukte direkt im Blut nachweisen. Dieses Verfahren wurde nun verwendet um Passivraucher zu untersuchen.

Dabei stellte sich heraus, dass diese auf Dauer ebenso stark gefährdet sind wie leichte Raucher.

Jährlich 3300 Tote in Deutschland durch Passivrauchen

Jugendliche sitzen in einem vernebelten Raum, trinken Alkohol und rauchen Marihuana
teens smoking marijuana in smoke filled room © Joshua Resnick - www.fotolia.de

Nach vorsichtigen Berechnungen einer neuen Studie sterben jährlich in Deutschland rund 3300 Nichtraucher am Tabakqualm rauchender Mitmenschen.

Prof. Dr. med. Ulrich Keil, Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster, betont im Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau, dass diese Zahl noch „eher zu niedrig gegriffen“ sei. In die Berechnung seien nur Passivraucher einbezogen worden, die zuhause mitqualmen müssen und nicht etwa Menschen, denen dies am Arbeitsplatz zugemutet wird.

Keil will nicht unnötig beunruhigen: Wer einmal wöchentlich bei einem Kneipenbesuch Zigarettenrauch einatmet, habe kein statistisch nachweisbar erhöhtes Risiko. Beschäftigte in Gaststätten sind die Leidtragenden. Neben den vielen Todesfällen sei Passivrauchen auch für zahlreiche chronische Erkrankungen mitverantwortlich. Keil: „Rauchen in der Öffentlichkeit kann damit nicht länger als Kavaliersdelikt gelten.“

Wirbelsäulenschaden durch Passivrauchen

Physiotherapeut bei Wirbelsäulenbehandlung an einem älteren Herrn, der auf der Seite liegt
irbelsäulenbehandlung © Adam Gregor - www.fotolia.de

Norwegische Wissenschaftler glauben, dass Menschen, die in der Kindheit häufig Tabakrauch ausgesetzt waren, später Probleme mit der Wirbelsäule bekommen.

Dies beruht auf einer Studie, bei der 4.700 Pflegehelfer befragt wurden, warum und wie lange sie bei ihrer Arbeit krankheitsbedingt fehlten.

Als Ergebnis stellte man fest, dass Pfleger, die in der Kindheit mehr dem Tabakrauch ausgesetzt waren, öfters und mehr als zwei Wochen krank sind, wobei die Ursachen Rückenleiden oder Nackenschmerzen waren.

Passives Rauchen gefährlicher als bisher angenommen

Nahaufnahme Hand mit angesteckter Zigarette
cigarette in hand © arkna - www.fotolia.de

Zahlen des Deutschen Krebsforschungsinstituts belegen, dass passives Rauchen schädlicher ist, als bisher angenommen. So sterben jedes Jahr Tausende an den Folgen des ungewollten Einatmens von Zigarettenqualm. Über 2.100 Menschen starben vergangenes Jahr an einer koronaren Herzkrankheit, rund 770 erlitten einen Schlaganfall und 260 weitere Menschen starben an Lungenkrebs.

Das Passivrauchen zeigt besonders bei Kindern Wirkung: so steigt das Asthmarisiko eines Kindes um bis zu 50 Prozent, wenn es in einer rauchenden Familie aufwächst. Auch die Gefahr eines plötzlichen Kindstodes ist weitaus größer. Statistiken zeigen, dass jedes Jahr etwa 60 Säuglinge noch vor der Geburt aufgrund einer zu hohen Schadstoffbelastung sterben, weil die Mutter während der Schwangerschaft nicht auf Nikotinkonsum verzichtet hat.

Globale Gefahr des Passivrauchens - 600.000 Tode jedes Jahr

Unfreiwilliges Passivrauchen ist sehr gefährlich, eine bessere Aufklärung wird gefordert

Nahaufnahme ausgedrückte Zigaretten in Aschenbecher
Stubs in an ashtray © mashe - www.fotolia.de

Rauchen kann tödlich sein“ liest man inzwischen auf allen Zigarettenpäckchen hierzulande. Doch verschwiegen wird, dass auch Passivrauchen tödlich sein kann und auch tödlich ist. Auf dem Planeten sterben jedes Jahr schätzungsweise etwa 600.000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens. Gerade kleine Kinder in Entwicklungsländern müssen sterben, weil ihre Umgebung Nikotin konsumiert. Sie machen 166.000 der 600.000 aus.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat diese Statistik nun veröffentlicht und dabei 192 Nationen statistisch erfasst. Demnach sterben diese Menschen an Dingen wie Herzversagen (349.000 der Toten), Lungenkrebs (21.400 der Toten), schwerem Asthma (36.900 der Toten), oder allgemeinen Atemwegserkrankungen (165.000 der Toten). In jedem Fall lag das Passivrauchen dem Krankheitsverlauf zu Grunde.

Zu sterben, da man völlig unfreiwillig den Zigarettenrauch einatmen musste, ist besonders bitter. Die Menschen müssen mehr auf die katastrophalen Risiken informiert werden, so die Forderung. Zudem sollten Anti-Raucher-Gesetze in viel mehr Ländern durchgesetzt werden, um Nichtraucher vor dem Passivrauchen zu bewahren. Bislang werden nur in 7,4 Prozent aller Nationen solche Gesetze praktiziert.

Studie - Passives Rauchen erhöht Abhängigkeitsgefahr

Hand hält eine brennende und qualmende Zigarette, im Hintergrund hält sich eine Frau die Hände vor den Mundschutz
Passive smoking concept. Woman is covering her face from cigarette smoke. © vchalup - www.fotolia.de

Es ist weitläufig bekannt, dass passives Mitrauchen Gesundheit schädigend ist. Doch nicht nur das: Passivrauchen kann auch abhängig machen, da das Nikotin direkt ins Gehirn gerät. Dies wiesen Forscher des National Institute on Drug Abuse in einem Experiment nach. Sie setzten elf Raucher und 13 Nichtraucher für eine Stunde in einen voll gequalmten Raum. Anschließend untersuchten sie die Gehirne der Probanden und stellten fest, dass sich das Nikotin an die Rezeptoren der Nicht- und der Raucher gesetzt hatte.

Die Raucher entwickelten durch den Zigarettenrauch ein Verlangen nach Nikotin. Für die Nichtraucher besteht nach Meinung der Forscher eine verstärkte Suchtgefahr. Schon zuvor wurde nachgewiesen, dass Kinder deren Eltern Raucher sind und so regelmäßig dem Zigarettenrauch ausgeliefert waren, eher anfangen zu rauchen als Kinder von Nichtrauchern.

Ein an der Studie beteiligter Professor der University of California in Los Angeles plädiert daher für ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen, in denen sich viele Kinder aufhalten.

Schwerhörigkeit durch Passivrauchen

Studie belegt Einflüsse von Zigarettenrauch auf die Hörfähigkeit

Alter Mann mit Vollbart trägt ein Hörgerät und hält die Hand hinters Ohr, um besser hören zu können
Symbolbild furs Hören © Adam Gregor - www.fotolia.de

Dass Zigarettenrauch die Gesundheit schädigt, ist wohl kaum eine neue Erkenntnis. Auch dass passives Rauchen negative Folgen nach sich zieht, ist längst bekannt. Doch dass der Rauch besonders bei Jugendlichen zu Schwerhörigkeit führen kann, ist das Ergebnis einer neuen Studie amerikanischer Forscher.

Passivrauchen fördert Schwerhörigkeit bei Jugendlichen

Die Wissenschaftler des New Yorker Langone Medical Centers konnten an 1.533 Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und neunzehn Jahren feststellen, dass das Hörvermögen beeinflusst war. Obwohl alle Probanden selber nicht rauchten, waren sie in ihrer Umgebung Zigarettenrauch ausgesetzt.

Die Forscher betrachteten den Continin-Spiegel im Blut der Teilnehmer und fanden Zusammenhänge zwischen diesem Abbauprodukt des Nikotins und den Ergebnissen der Hörtest, denen sich die Jugendlichen unterzogen. Je mehr Continin nachgewiesen werden konnte, desto häufiger trat eine Schallempfindungs-Schwerhörigkeit auf.

Bei dieser Art der Hörschwäche führen krankhafte Veränderungen der Hörnerven und des Innenohr dazu, dass akustische Signale nicht richtig weitergeleitet werden.

Die Forscher stellten außerdem fest, dass 82 Prozent der betroffenen Jugendlichen von ihrer Hörschwäche nichts wussten. Jugendliche, die durch Passivrauchen ein erhöhtes Risiko haben an Schwerhörigkeit zu erkranken, sollten sich daher regelmäßig untersuchen lassen.

Gefahr Passivrauchen - vererbliche Gesundheitsschäden nachweisbar

Das durchs Passivrauchen veränderte Ergut kann an den Nachwuchs weitergegeben werden

Zwei Mädchen mit Mundschutz vor Rauch und Qualm ärgern sich über rauchenden Mann mit Zigarette im Mund im Vordergrund
Nichtraucherschutz © Digitalpress - www.fotolia.de

Passivrauchen ist ebenso schlimm, wie selbst die Zigarette in der Hand zu haben. Diese Tatsache ist weitgehend bekannt und auch der Grund dafür, warum Rauchen in der Öffentlichkeit immer seltener gern gesehen wird. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen sogar, dass eventuell die Kinder von Passivrauchern die Folgen mit tragen müssen.

Veränderungen nicht nur in Körperzellen, sondern auch in Keimzellen

Wer immer wieder dem Qualm durch Familie und Freunde ausgesetzt ist, kann Veränderungen in der eigenen DNA provozieren. Das veränderte Gengut wird in manchen Fällen dann auch an den eigenen Nachwuchs weitergegeben. Die US-Studie fand heraus, dass die Veränderungen eben nicht nur in Körperzellen, sondern auch in den Keimzellen (Samenzellen und Eizellen) auftreten. Da wir die Erbinformationen dieser Zellen weitergeben, sind nikotinbedingte Schäden beim Kind möglich, ohne dass dieses je mit Zigarettenrauch in Berührung kam.

Im Experiment mit Mäusen dauerte es nur zwei Wochen, bis die Tiere die Schäden aufwiesen. Im Verhältnis zu ihrer Körpergröße atmeten sie dabei täglich drei bis 16 Glimmstängel ein. Die Forscher gehen davon aus, dass dieses Ergebnis auch für den Menschen gilt.

E-Zigaretten sind für Passivraucher "gesünder"

Obwohl die E-Zigaretten als gesunde Alternative zu den klassischen Glimmstengeln gelten, sind sie in den letzten Monaten immer wieder in die Kritik geraten.

Allerdings haben Forscher des Fraunhofer Instituts jetzt herausgefunden, dass der Rauch der elektronischen Zigaretten für Passivraucher etwas besser ist. Dies betrifft zumindest den Grad der Luftverschmutzung mit den winzigen Staubpartikeln sowie Formaldehyd und den flüchtigen organischen Verbindungen. Nichts desto trotz kritisierten die Forscher die schlechte Kennzeichnung der Inhaltsstoffe, was zwangsläufig dazu führt, dass die Konsumenten keine verlässlichen Informationen über eventuell enthaltene schädliche Substanzen haben.

Ersten Schätzungen zufolge sind inzwischen rund zwei Millionen Deutsche auf die E-Zigarette umgestiegen, die statt Tabak ein aromatisiertes sowie flüssiges Nikotinkonzentrat vernebeln.

Wie Zigarettenrauch die Wohnung verpesten kann

Wer in seiner Wohnung raucht, kommt meist um eine Grundsanierung nicht herum

Wand mit teils abgerissener Tapete, davor Eimer mit Pinsel zum Einweichen
Einweichlösung © Twilight_Art_Pictures - www.fotolia.de

Eine Wohnung, in der viel geraucht wird, erkennt man sofort: zum einen lässt sich der Geruch nicht ohne weiteres verhindern und zum anderen hinterlässt der Qualm einen gelben Belag auf Tapeten und Wänden.

Fliesenbeläge und Glasflächen im Vorteil

Doch das Nikotin verursacht viel größere Schäden, was vielen Menschen gar nicht bewusst ist. Glück haben noch diejenigen Bewohner, die viele Fliesen und Glasflächen in der Wohnung haben. Diese kann man mit Allzweckreinigern säubern.

Bei Linoleum und Laminat jedoch dringt der Rauch durch die Fugen unter den Belag ein und kann durch Reinigung nicht mehr beseitigt werden; in diesem Fall muss ein neuer Boden her.

Verfärbungen an Wänden und Tapeten

Auch was sich in den Wänden z.B. unter den Tapeten festsetzt, kann nicht einfach überstrichen werden, denn da die Ablagerungen wasserlöslich und die Farben wasserbasiert sind, werden die Schadstoffe durch das Streichen an die Oberfläche gebracht – eine Verfärbung ist damit wieder vorprogrammiert.

Sperrgrundierungen und Grundsanierung

Es gibt im Handel spezielle Sperrgrundierungen, die die besagten Rückstände in Form von Kunstharzfarben einschließen. Auch eine Reinigung durch so genannte Ozongeräte können helfen. Die wirksamste Methode ist jedoch eine Grundsanierung.

Dabei wird der Putz und das Holz abgeschlagen. Dies ist jedoch mit einer Menge Arbeit und hohen Kosten verbunden.

Tipps und Tricks um Zigarettenrauch aus der Wohnung zu bekommen

Mann umarmt Frau, Pärchen, mit Rolle oder Walze zum Streichen, beim Renovieren mit Farbe, Leiter im Vordergrund
new house © diego cervo - www.fotolia.de

In der eigenen Wohnung zu rauchen, kann dann ein Kündigungsgrund sein, wenn sich andere Mieter durch den Gestank und blauen Dunst belästigt fühlen (Az.: 24 C 1355/13). Doch es gibt einige Möglichkeiten, um genau dies zu vermeiden.

Wer nicht mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte daher mehrmals am Tag die Fenster öffenen und Zugluft herstellen. Die Fenster nur zu kippen, selbst wenn es den ganzen Tag praktiziert wird, reicht nicht aus.

Auch das Waschen der Vorhänge kann helfen, den Geruch von kaltem Rauch zu reduzieren. Allerdings setzt dieser sich überall ab, also auch in Wandritzen und auf Tapeten. Er ist daher nicht so einfach zu beseitigen. Anti-Nikotin-Farbe schließt Rückstände des Qualms ein. Doch kann durch die Versiegelung der Oberfläche leicht Schimmel entstehen. Nicht jeder Vermieter erlaubt daher diese Farbe.

Es lässt sich kaum vermeiden, dass der Rauch nicht durch die Haustürritze entweicht. Dies lässt sich höchstens durch eine hermetisch abgeriegelte Brandschutztür verhindern. Ein Einbau ist bei einer Mietwohnung jedoch kaum möglich.

Eine automatische Lüftungsanlage kann von großem Nutzen sein, da sie die verbrauchte Luft gegen frische austauscht. Allerdings ist selbst die bei Kettenrauchern weitgehend machtlos.

Gericht wertet absichtliches Anblasen von Zigarettenrauch als Körperverletzung

Mund eines Mannes zieht an Zigarette, die er mit der rechten Hand hält
cigarette en bouche © ricky_68fr - www.fotolia.de

Ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts Erfurt ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich um Körperverletzung handelt, sofern man jemandem absichtlich Zigarettenrauch ins Gesicht bläst.

Im verhandelten Fall wurde eine 25-jährige Frau freigesprochen, obwohl sie einem 30 Jahre alten Mann im letzten Juni ein Glas an dessen Kopf geworfen hatte. Dieser ignorierte das Rauchverbot in einer Erfurter Diskothek und hat der jungen Studentin nach einem Wortgefecht absichtlich den Rauch seiner Zigarette ins Gesicht geblasen.

Die vorsitzenden Richter werteten ihren anschließenden Glaswurf als durchaus gerechtfertigte Notwehr gegen die zuvor vom Mann ausgeübte Körperverletzung. Inzwischen sind die gesundheitlichen Folgen durch Passivrauchen nämlich erwiesen, da Zigarettenrauch neben krebserregenden Stoffen auch Bakterien und Viren enthält.

Obwohl der Mann die Studentin nach dem Glaswurf noch auf der Tanzfläche der Diskothek gewürgt hatte, verzichtete sie anschließend auf eine Anzeige.

Nicht nur Tabakqualm auch die Rückstände in Kleidern können gesundheitliche Schäden verursachen

Nahaufnahme männliche Hand drückt Zigarette in vollem Aschenbecher aus, daneben weitere Zigaretten
tabac © Tjall - www.fotolia.de

Bei einer Studie haben US-amerikanische Forscher die gesundheitlichen Auswirkungen von Tabakrückständen beispielsweise in Kleidern untersucht.

"Third-Hand-Smoke"

So unterscheidet man beim Rauchen, einmal das aktive und das passive Rauchen und schließlich noch den sogenannten "Third-Hand-Smoke", also die Rückstände, die sich in den Haaren, an den Händen und in den Kleidern befinden, besonders stark bei den aktiven Rauchern.

Schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen

Bei ihren Untersuchungen mit Labormäusen haben die Forscher die Auswirkungen dieser Tabakrückstände näher untersucht und fanden auch in der Leber erhöhte Fettwerte. Dadurch wird das Risiko einer Fettleber und im Weiteren einer Leberzirrhose sowie auch für Krebs erhöht.

Doch auch in der Lunge fanden die Wissenschaftler Ablagerungen, die später zu Lungenerkrankungen wie Asthma führen können.

Zusätzlich war eine eventuelle Wundheilung gestört und die Mäuse waren zunehmend hyperaktiv.

Gefährdung durch Tabakrückstände und Ablagerungen auf Kleidung

Im Fazit können also nicht nur der Qualm in der Luft, sondern auch die Ablagerungen zu gesundheitlichen Schäden führen, so dass besonders die Kinder und der Ehepartner von Rauchern gefährdet sind.

Tabakrauch ist auch nach Jahren krebserregend: Rauchreste bleiben in Möbeln gefährlich

Brennende Zigarette im Aschenbecher
cigarette © Leonid Nyshko - www.fotolia.de

Tabakrauch kann auch noch nach Jahren eine schädliche Wirkung entfalten. Das haben US-Forscher vom Lawrence Berkeley National Laboratory (LBNL) herausgefunden.

Krebserregendes Nitrosamin haftet in Möbeln

Wie seit längerer Zeit bekannt ist, verbindet sich abgestandener Tabakrauch mit Luftschadstoffen zu der neuen chemischen Verbindung Nitrosamin (NNA). Als Überbleibsel des Rauchens haftet die Substanz in Möbelstücken, Teppichen oder anderen Objekten in Wohnungen an.

Veränderte DNA

Untersuchungen der US-amerikanischen Wissenschaftler haben nun gezeigt, dass NNA Krebs erregen kann und vor allem für Kleinkinder gefährlich ist. So stellt die Substanz eine Gefahr für das Erbgut dar: In Analysen verklumpte Nitrosamin die DNA der Zellen, zudem wiesen die Erbmoleküle durch das Einwirken der Substanz Brüche auf.

Kinder vor verrauchten Räumen fernhalten

Vor allem Kleinkinder sind gegen die Einflüsse von Schadstoffen schlecht geschützt, da ihr Körper sich noch in der Entwicklung befindet. Zudem geraten sie laut der Forscher stärker in Kontakt mit der Substanz, da sie sich häufig am Boden bewegen und ihre Hände in den Mund nehmen. Für Kinder sollten verrauchte Räume daher tabu sein.

Vor allem der noch kleine Organismus ist von gesundheitlichen Schäden durch das Passivrauchen betroffen...

Gesundheitliche Schäden besonders bei Kindern

Je mehr Zigaretten in einer Familie konsumiert werden, desto höher ist das Gesundheitsrisiko für Kinder. Denn gerade Babys und Kleinkinder reagieren überaus sensibel auf Schadstoffe in Tabakrauch.

Da der Körper sich noch in der Entwicklung befindet, können schwere Schädigungen durch Passivrauchen auftreten. Der Organismus ist noch nicht soweit gereift, dass er Giftstoffe schnell abbauen kann. Deshalb nehmen Kinder die toxischen Substanzen in weit intensiverer Konzentration auf als Erwachsene.

Kinder weisen eine höhere Atemfrequenz auf, wodurch sie so viele Schadstoffe einatmen, als würden sie selbst zur Zigarette greifen. Durch tägliches Mitrauchen strömen in kurzer Zeit die Giftstoffe von hunderten Zigaretten in den Körper.

Untersuchungen zeigen, dass sich bei jedem Kind, das in einem Raucherhaushalt aufwächst, Giftstoffe im Blut nachweisen lassen. Besonders hoch ist die Schadstoffkonzentration im Auto, doch auch im Haus setzt sich Tabakqualm in

fest. Trotz regelmäßigen Lüftens sinkt die Giftstoffbelastung nur geringfügig, da die schädlichen Substanzen noch über einen langen Zeitraum in der Luft verbleiben.

Mitrauchen erhöht das Risiko für zahlreiche Beschwerden

Nicht nur das Rauchen während der Schwangerschaft birgt Gesundheitsgefahren für das Ungeborene, auch das Mitrauchen nach der Geburt erhöht das Risiko für zahlreiche Beschwerden. Forscher vermuten, dass auch die Gefahr für den plötzlichen Kindstod in einem Raucherhaushalt um das zwei- bis vierfache höher ist, als in einer rauchfreien Umgebung.

Wie ausgeprägt die Risiken für die Gesundheit von Kindern sind, richtet sich nach der Menge der gerauchten Zigaretten beziehungsweise danach, wie lange der Nachwuchs dem Tabakqualm ausgesetzt ist.

Kinder rauchender Eltern haben ein höheres Risiko, an Allergien zu erkranken oder Asthma bronchiale zu entwickeln. Weitere Erkrankungen, die bei mitrauchenden Kindern auftreten können:

Höhere Empfänglichkeit für Krebserkrankungen

Bei Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigte sich, dass passivrauchende Kinder eine höhere Empfänglichkeit für Krebserkrankungen aufweisen. Nachgewiesen wurde beispielsweise ein dreifach erhöhtes Gesundheitsrisiko für Nasenkrebs.

Hatten Mütter während der Schwangerschaft geraucht, erhöhte sich zudem das Blasen- und Nierenkrebsrisiko der Kinder. Die Untersuchungen haben die Wissenschaftler über mehrere Genartionen in Bezug auf Krebserkrankungen in Familien durchgeführt. Die Gesundheitsgefahren bestehen unabhängig davon, ob Kinder später selbst zu Rauchern wurden.

Gefahr für Babys durch passives Rauchen

Baby auf dem Arm des Zigarette rauchenden Vaters hält ihm den Mund zu, umgeben von Qualm
Bad father is smoking and holding little baby in hands. © vchalup - www.fotolia.de

Rauchende Eltern tun ihrem Nachwuchs nichts gutes, wenn zum Beispiel in der Wohnung geraucht wird. Im Gegenteil entsteht die Gefahr der Gefährdung der Babys, denn das passive Einatmen des Zigarettenrauches verursacht bei den Kindern ein gesteigertes Risiko an Asthma, chronische Bronchitis, Mittelohrentzündungen oder auch Allergien zu erkranken.

Schon schwerwiegender zeigen sich die Folgen des ungewollten Rauchens bei Kindern im Mutterleib. Durch das Rauchen der Mutter, wird sowohl die Nährstoff- als auch Sauerstoffzufuhr behindert, was in der Folge nicht nur zu einem Untergewicht führen kann, sondern auch zu schweren Schädigungen der Lunge und andere Organe. Zudem steigt das Risiko, dass das Baby nach der Geburt Entzugserscheinungen bekommt und auch einen Plötzlichen Kindstod erleiden kann. Trotz der Gefahren rauchen nach wie vor etwa 25% der werdenden Mütter, darunter sogar 20% bis zur Geburt.

Passivrauchen als Auslöser für Entzündungsreaktionen bei Kindern

Das Risiko im späteren Leben an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden wird durch Passivrauchen in der Kindheit erhöht. Forscher aus Stuttgart und Ulm entdeckten im Rahmen einer Studie mit 383 Vierklässlern, die teilweise Zigarettenqualm ausgesetzt waren, eindeutige Hinweise auf biochemische Abweichungen im Blut.

Insbesondere bei Stoffwechsel und Entzündungsmarkern traten Veränderungen auf, die später einmal zu Arterienverkalkung, beziehungsweise einer Erkrankung an Arteriosklerose führen könnten. Diese Erkenntnis ist für Erwachsene seit längerem bekannt, nun gilt sie auch für Kinder.

Rauch schadet den Ohren von Kindern

Kinderärztin untersucht ein Baby auf dem Arm seiner Mutter mit einem Otoskop im Ohr
Doctor examining baby boy with otoscope © Photographee.eu - www.fotolia.de

Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte in Neumünster warnt eindringlich vor dem Rauchen, wenn Kinder in der Nähe sind. Denn dadurch können bei den Kindern Mittelohrentzündungen entstehen, so sind besonders die Kinder in Familien gefährdet, wo ständig geraucht wird.

Die Ursache von Mittelohrentzündungen können aber auch Allergien, vergrößerte Rachenmandeln und ein schwächeres Immunsystem sein, wobei meistens der Auslöser für eine Mittelohrentzündung ein ganz normaler Schnupfen ist. Dann steigen Krankheitskeime durch die sogenannte Ohrtrompete in das Mittelohr auf und lösen dort die Entzündungen aus. Bei den Kindern ist die Ohrtrompete aber noch kürzer, so dass sie automatisch auch anfälliger gegen Bakterien ist.

Nikotin setzt sich in der Kleidung fest und kann dadurch den Babys schaden

Blonde Mutter spielt mit ihrem blonden Baby und hält ihm den Zeigefinger vor den Mund
Happy mother playing with her sweet baby. © kristian sekulic - www.fotolia.de

Viele Eltern, die Raucher sind, denken, wenn sie im Freien ihre Zigaretten genießen, dass dadurch ihre Babys geschützt werden und sie durch das Nikotin keine Schäden befürchten müssen. Doch wie eine Studie zeigte, setzt sich in der Kleidung das Nikotin fest, so dass dadurch zahlreiche Schadstoffe übertragen werden können und über die Haut des Kindes in dessen Körper und die Organe gelangen.

So stellten die Wissenschaftler am Institut für Hygiene und Biotechnologie (IHB) an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim bei Stuttgart fest, dass durch den Hautschweiß das Nervengift Nikotin aus der Kleidung gelöst wird. So handelt es sich um fast 70 Prozent des Qualms, der aber weder vom Raucher oder auch den anderen Menschen eingeatmet wird, sondern sich in der Umgebung auf den Polstern, Teppichen oder Gardinen, aber eben auch in der Kleidung ablagert. So wäre es am besten, wenn sich die rauchenden Eltern danach umziehen würden.

Passivrauchen kann Kinder nikotinabhängig machen

Nahaufnahme glimmende Zigarette über Aschenbecher
smoke © Davide Rigatti - www.fotolia.de

Simon Racicot arbeitet an der Concordia University in Kanada. Er hat im aktuellen Heft der Fachzeitschrift "Nicotine and Tobacco Research" eine Studie veröffentlicht, die er mit 327 Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahren gemacht hat. Alle Teilnehmer hatten noch nie geraucht. Racicot befragte sie, wie oft sie Tabakrauch ausgesetzt waren. Es zeigte sich, dass die Kinder, die oft Rauch ausgesetzt waren, später leichter das Rauchen anfingen.

Racicot erklärt sich das damit, dass Kinder ein positiveres Bild vom Rauchen haben, wenn sie beispielsweise ihren Eltern oft dabei zusehen mussten. Außerdem konnte der Wissenschaftler im Speichel der passiv rauchenden Kinder Cotinin nachweisen. Dieser Stoff entsteht beim Nikotinabbau und weist darauf hin, dass bei oft Rauch ausgesetzten Kindern faktisch bereits eine Nikotinabhängikeit vorliegt.

Studie belegt: Passivrauchen schädigt Kindergesundheit

Frau zieht an einer Zigarette, ein Mädchen hält sich im Hintergrund die Nase zu
Smoking can cause diseases in children © goce risteski - www.fotolia.de

Die Gefahren des Passivrauchens waren immer wieder Gegenstand gesundheitspolitischer Diskussionen. Nun hat eine Studie des US-amerikanischen Monell Centers in Philadelphia nochmals auf den Zusammenhang zwischen einer geschwächten Immunabwehr des Kindes und dem Nikotinkonsum der jeweiligen Eltern hingewiesen.

Hintergrund der Studie, die von einem Team aus Wissenschaftlern rund um Paul Wise durchgeführt wurde: Viele Mediziner berichten, dass Kinder aus Raucherhaushalten überdurchschnittlich häufig krank seien. Insbesondere Erkrankungen der Atemwege, also beispielsweise Bronchitis, erleiden sie offenbar deutlich öfter als Kinder, die in Nichtraucherhaushalten aufwachsen. Die genauen Ursachen hierfür sind jedoch immer wieder Anlass für Spekulationen gewesen - Wise und sein Team wollten diese nun einer wissenschaftlichen Prüfung unterziehen.

Die Arbeitshypothese der Forscher: Sie vermuteten, dass der natürliche Hustenreiz bei Kindern, die im Passivrauch aufwachsen, wie bei erwachsenen Rauchern unterdrückt sei. Um dies zu belegen, untersuchten sie sowohl Kinder aus Raucher- wie auch aus Nichtraucherhaushalten sowie die jeweiligen rauchenden Eltern. Über ein spezielles Inhaliergerät verabreichten die Forscher den Probanden Capsaicin, einen Extrakt aus der Chilischote. Dieser löst normalerweise einen relativ starken Hustenreiz aus. Anschließend wurde notiert, bei welcher Dosis die Probanden jeweils mindestens zwei Mal husten mussten.

Wie zu Beginn vermutet, benötigten Kindern aus Raucherhaushalten ebenso wie ihre Eltern eine deutlich höhere Dosis, um überhaupt zu husten. Damit dürfte ihre individuelle Hustenreizschwelle deutlich verringert sein, was wiederum die Abwehr eindringender Krankheitserreger schwächen könnte. Dies erklärt womöglich die höhere Krankheitsrate insbesondere bei Infektionen der Atemwege.

Negative Auswirkungen von Passivrauchen auf Kinder

Es ist allgemein bekannt, dass Kinder gefährdet sind, wenn sie den Tabakrauch ihrer Eltern in Wohnung und Auto einatmen. Auch Rauchen in der Schwangerschaft kann zu ernsthaften Komplikationen für das ungeborene Leben führen. Die Gefahr einer Früh- oder Mangelgeburt droht. Weiterhin ist das Risiko für einen plötzlichen Kindstod bei einer rauchenden Mutter um ein Vielfaches erhöht.

Kinder, die in Raucherhaushalten leben haben ein höheres Risiko an Asthma zu erkranken, auch ist eine erhöhte Infektanfälligkeit zu verzeichnen. Mittlerweile ist zu beobachten, dass das Einstiegsalter bei rauchenden Jugendlichen zwar gesunken ist, aber dennoch zu viele junge Erwachsene, die eine Familie gründen möchten am Glimmstängel hängen.

Aus diesem Grunde fordert die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) ein verstärktes Angebot an Raucherentwöhnungsprogrammen, die vom Staat mit den Einnahmen aus der Tabaksteuer finanziert werden sollen.

Passivrauchen erzeugt bei Kindern erhöhtes Aggressionspotenzial

Mädchen mit zwei Zöpfen und pinkem Shirt guckt verärgert und böse in die Kamera
angry little girl on white background © Vera Kuttelvaserova - www.fotolia.de

Wie eine Studie der University of Montreal ergeben hat, ist Passivrauchen für Kinder und Jugendliche langfristig ungesund. So stellten die kanadischen Forscher fest, dass junge Menschen, die über einen längeren Zeitraum Zigarettenrauch ausgesetzt waren, im Laufe der Zeit ein erhöhtes Aggressionspotenzial zeigten, welches etwa auch ab dem vierten bis fünften Schuljahr durch Lehrer und Eltern bestätigt wurde.

Insgesamt wurden bei 2.055 Kindern die Entwicklung und das Sozialverhalten von der Geburt bis zum zehnten Lebensjahr untersucht. Während etwa 1.200 Kindern vollständig rauchfrei aufwuchsen, waren immerhin rund 700 Kinder wenigstens zeitweilig Zigarettenrauch ausgesetzt, die verbleibenden etwa 150 Kinder sogar dauerhaft. Je mehr die Kinder dem Passivrauch ausgesetzt waren, desto höher war auch die Wahrscheinlichkeit, dass diese ein aggressives und unsoziales Verhalten aufwiesen, sich zu regelrechten Peinigern für ihre Mitmenschen entwickelten.

Etwa 40 Prozent aller Kinder weltweit sind dem giftigen Dunst der Zigarette, in dem sich zahlreiche Giftstoffe befinden, ausgesetzt. Wie die Forscher weiter feststellen konnten, ist nicht nur das Rauchen während der Schwangerschaft schädlich für die Entwicklung eines Kindes, sondern auch die Zeit nach der Geburt. Denn die giftigen Substanzen im Zigarettenrauch können das Gehirn der Kinder nachhaltig schädigen.

Alleine in Deutschland sterben jedes Jahr weit über 2.000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens. Schon kurzzeitige Einflüsse durch den Zigarettenrauch können die Atemwege schädigen, Kopfschmerzen und Schwindelanfälle verursachen und die Infektionsanfälligkeit steigern. So leiden etwa Kinder, deren Eltern rauchen, deutlich häufiger beispielsweise an einer Mittelohrentzündung.

Die Gefahren des Passivrauchens für Ungeborene und Kinder

Schwangere Frau mit Zigarette und Alkohol in den Händen
careless pregnancy © Kirill Zdorov - www.fotolia.de

Auch durch das passive Rauchen gefährden wir unsere Gesundheit, dies ist den meisten Menschen wohl mittlerweile bekannt. Besonders in der Schwangerschaft ist der Konsum von Nikotin ein heikles Thema und sollte unbedingt vermieden werden. Doch was viele nicht wissen: auch Passivrauchen kann für das Ungeborene schlimme Folgen haben.

Die Schwangerschaft als Grund nehmen, aufzuhören.

Spätestens wer eine Schwangerschaft plant, sollte mit dem Rauchen aufhören – dies gilt besonders für die Frau, aber auch für den Partner. Studien haben ergeben, dass das Passivrauchen das Risiko einer Fehlgeburt deutlich erhöhen kann. Durch die Aufnahme von Nikotin über das Blut gelangt dieses zum Embryo und kann somit direkt auf das Ungeborene einwirken. Besonders das Gehirn des ist von der Nikotineinwirkung betroffen; im Laufe der Kindheit kommt es zu einem aggressiveren Verhalten.

Leichtgewicht mit schwachem Immunsystem

Weiterhin konnte schon festgehalten werden, dass das Nikotin das Immunsystem des Kindes stark schwächt und der Grund dafür ist, dass es häufiger zu Infektionskrankheiten kommt. Bei aktiven Raucherinnen ist diese Tatsache noch einmal deutlich brisanter. Zusätzlich bekommen rauchende Frauen in den meisten Fällen ein sehr leichtes und kleines Baby – bis zu 500 Gramm Körpergewicht müssen die Kleinen oftmals einbüßen.

Nach dem Rauchstopp die Wohnung auf Vordermann bringen

Hat man es geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte man unbedingt eine Großreinigung in der Wohnung starten – am besten man tauscht einige Dinge wie Gardinen, Teppiche oder Polstermöbel komplett aus und tapeziert die Wände neu. Auf diese Weise kann man den größten Teil der Nikotinreste aus der Wohnung entfernen, wenn auch nicht alles.

Passivrauchen gefährdet Kinder: Vorzeitige Alterung der Gefäße festgestellt

Graphik Rauch unter Rauchmelder an Decke
smoke detector and smoke © Bertold Werkmann - www.fotolia.de

Die gesundheitliche Gefährdung durch Passivrauchen ist schon länger bekannt und führte in den letzten Jahren zur Verschärfung von Rauchverboten in aller Welt.

Doch Kinder von rauchenden Eltern sind dem Qualm im eigenen Haus nach wie vor schutzlos ausgesetzt. Eine Langzeitstudie ergab nun, dass bei diesen Kindern das Risiko für Bluthochdruck um 21% erhöht war. Die Giftstoffe im Tabakrauch hatten ihre Adern vorzeitig altern lassen.

Insgesamt wurden für die Studie Daten von 3776 Teilnehmern aus Finnland und Australien ausgewertet, deren medizinische Entwicklung ab dem dritten Lebensjahr über 15 Jahre hinweg verfolgt wurde.

Zwei rauchende Elternteile erhöhen Risiko für Kinder

Bei den von Passivrauch betroffenen Kindern waren die Adern später dicker und unflexibler als bei Kindern, die in einer rauchfreien Umgebung aufwuchsen. Dadurch hatten diese Kinder als Erwachsene ein erhöhtes Risiko Bluthochdruck zu entwickeln und so Schlaganfälle oder Herzinfarkte zu begünstigen.

Allerdings trat dieser Effekt nur auf, wenn beide Elternteile rauchten. Die Forscher vermuteten, dass die Eltern dann rücksichtslos im ganzen Haus rauchten. Ist jedoch ein Elternteil Nichtraucher, nimmt der rauchende Partner eher Rücksicht und geht auf den Balkon oder in den Garten.

Sie rufen rauchende Eltern dazu auf, nicht nur zur eigenen Gesundheit, sondern auch zum Schutz ihrer Kinder mit dem Rauchen aufzuhören.

Kinder von stark rauchenenden Eltern leben mit dem Risiko, später einmal Nikotin abhängig zu werden

Mund eines Mannes zieht an Zigarette, die er mit der rechten Hand hält
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Passivrauchen ist besonders für Kinder ein großes, gesundheitliches Risiko. Wachsen Kinder und Jugendliche in einem Haushalt auf, in dem sehr stark geraucht wird, so erhöht sich nicht nur die Gefahr, dass sie später einmal selber zum Raucher zu werden, sondern zu einem Kettenraucher. Die Sucht nach dem Nikotin beziehungsweise das sehr starke Verlangen zu Rauchen ist bei diesen Kindern enorm ausgeprägt.

Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung aus den USA. Für die Studie wurden die Angaben von 400 Jugendlichen und deren Eltern über einen Zeitraum von drei Jahren zum Rauchverhalten erfasst. Mit Hilfe von Fragebögen wurde zum einen das Rauchverhalten der Eltern erfasst und zum anderen wurden Angaben über die ersten Erfahrungen mit Zigaretten der Jugendliche aufgenommen.

Die Forscher fanden heraus, dass mit jedem weiteren Jahr in einem Raucherhaushalt, das Verlangen selber rauchen zu müssen bei den Jugendlichen anstieg. Eltern können an dieser Stelle daher eine große Vorbildfunktion erfüllen, in dem sie sich bemühen, sich von diesem Laster zu befreien. Ein erfolgreicher Entzug kann den Jugendlichen zeigen, dass man nicht rauchen muss.

Kinder bekommen durch das Passivrauchen bei Operationen Probleme

Rauchende Eltern gefährden ihre Kinder, falls diese operiert werden müssen, berichtet das Onlineportal GesundheitPro.de. Dass Kinder als passive Mitraucher besonders gefährdet sind durch Gifte des Zigarettenrauchs, wussten Mediziner schon lange. Jetzt fanden amerikanische Ärzte in einer Studie heraus, dass Kinder aus Raucherfamilien auch schon bei kleinen Operationen mehr Probleme mit der Atmung bekommen als Kinder aus Nichtraucherfamilien.

Dwight Jones vom Children's Hospital Boston und seine Kollegen untersuchten mehr als 400 Kinder, die kleinere Operationen benötigten. Knapp die Hälfte von ihnen kam aus Raucherfamilien. Alle erhielten eine Vollnarkose.

Die Untersuchung ergab, dass Raucherkinder deutlich mehr Probleme mit Schleim in den Atemwegen, verengten Luftwegen und aussetzender Atmung hatten. Die Wissenschaftler fordern von Narkoseärzten zukünftig erhöhte Vorsicht bei Raucherkindern. Unter anderem sollten diese auch nach kleinen Eingriffen eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Die Ergebnisse der Studie erschienen im Fachmagazin „Otolaryngology“.

Bei Kindern sinkt die Leistungsfähigkeit durch Passivrauchen

Schülerin greift sich an den Kopf und runzelt die Stirn, Stress beim Lernen
Frust und Kopfschmerzen bei Hausaufgaben © runzelkorn - www.fotolia.de

Das Fachmagazin "Enviroment Health Perspectives" schreibt, dass eine geringere Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen durch passives Rauchen festzustellen ist.

Besonders die Lese- und Rechenfähigkeit leide bei den Kindern und Jugendlichen sehr.

Bei dem Test nahmen zirka 4.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren teil. Eine Gruppe bestand aus denen, die dem Rauch ausgesetzt war, die andere lebte "rauchfrei". Die beiden Gruppen sollten verschiedene Aufgaben lösen, anschließend verglich man die Antworten der beiden Gruppen.

Höhere Schäden bei Kindern durch Passivrauchen wegen Gen-Defekts

In einer Studie wurden von einem Forscher-Team des Münchener Universitätskrankenhauses 3.000 Kinder untersucht, wobei ein Gen-Defekt den Asthma-Ausbruch begünstigt.

Man untersuchte das Gen "glutahione S transferase" (GST), das für die Entgiftung des Körpers verantwortlich ist. Wenn dieses Gen einen Defekt hat, so sind besonders Kinder, bei denen im Haushalt geraucht wird, von Atemproblemen und Asthma gefährdet.

Daraus kann man schließen, dass es einen Zusammenhang zwischen den Genen und Umweltfaktoren bei Asthma-Kranken besteht.

Kinder und Passivrauchen im Fokus

Rauchen ist schädlich und das besonders für Kinder, die mehr oder weniger gezwungen werden, den Tabakrauch einzuatmen. Ein Umstand der Greifswalder Mediziner nun zu einer konkreten Studie veranlasst hat. Mittlerweile 400 Familien nehmen an der einjährigen Studie über das Thema Passivrauchen und Schädigungen der Kinder teil.

Hierzu wurden zunächst die Familien in zwei Probandengruppen eingeteilt: Einmal in Familien, die Informationen zum Thema erhalten und einmal Familien ohne jegliche Aufklärung.

Die teilnehmenden Kinder müssen sowohl zu Beginn der Studie Urin abgeben als auch bei der Beendigung nach einem Jahr. Mit den Werten können die Mediziner dann anhand der im Urin befindlichen Cotinin-Werte feststellen, inwieweit eine Belastung der Kleinen vorliegt.

Ist die E-Zigarette eine Lösung?

Beim Dampfen elektrischer Zigaretten wird kein Qualm erzeugt. Dennoch warnen Ärzte und Wissenschaftler eindringlich vor nicht einschätzbaren Gesundheitsrisiken. Auch beim Verdampfen werden bestimmte Substanzen freigesetzt, deren Wirkung bis heute allerdings nicht ausreichend untersucht wurde.

Auch verlässliche Langzeitstudien zum Thema E-Zigarette liegen in Bezug auf die Gesundheit bislang nicht vor. Mediziner empfehlen Eltern daher, darauf zu achten, dass Kinder den Dampf nicht über Passiv-Inhalieren aufnehmen.

Rauchen Kinder mit, ob Tabakqualm oder Dampf, besteht immer ein Gesundheitsrisiko. Darüber hinaus kann es zu Entwicklungsstörungen kommen.

Der beste Schutz ist ein rauchfreier Haushalt. Wie gefährlich die Schadstoffe sind, ist nicht allen Eltern bewusst. Wer nicht auf Zigaretten verzichten kann, sollte keinesfalls in der Nähe von Kindern oder im Haus rauchen, sondern zumindest auf den Balkon oder in den Garten gehen.

Passivkiffen: Der Rauch von Cannabis schadet auch beim indirekten Inhalieren

Tierversuch belegt, dass passives Kiffen schädlich und der Effekt noch schlimmer als das Passivrauchen von Nikotin ist

Mann raucht einen Joint und atmet viel Qualm aus
FUMEUR DE JOINT © alco81 - www.fotolia.de

Beim Nikotinkonsum ist es weitgehend bekannt, dass Raucher nicht nur sich selbst schaden, sondern auch den Menschen in unmittelbarer Nähe. Durch das passive Rauchen gelangen krebserregende Stoffe in die Lunge derer, die gar keine Zigarette in der Hand haben. Ärzte haben sich die Frage gestellt, ob dieser Effekt des Passiv-Rauchens auch beim Cannabis-Konsum zum Tragen kommt.

Die Antwort: Ja, die Menschen in unmittelbarer Nähe bleiben von den Nebenwirkungen nicht verschont.

Tabak- und Cannabisrauch im Tierversuch

Wie passiv geatmetes Cannabis auf den Körper wirkt, kann man im Experiment mit Menschen schwer nachweisen. Der Grund ist, dass viele Konsumenten Cannabis mit normalem Tabak mischen und die Studienergebnisse daher verzehrt wären. Die US-Forscher setzten deshalb auf einen Tierversuch mit Mäusen. Die Tiere wurden entweder normalem Tabakrauch ausgesetzt, oder einem Cannabisrauch. In Echtzeit wurde gemessen, ob und welche Einfluss das auf die Gefäße der Tiere hatte.

Dafür zogen die Forscher den Gefäßdurchmesser als Wert heran. Der Durchmesser ändert sich ungünstig, wenn Tabak in der Luft ist. Dies zeigten auch die ersten Testläufe mit reinem Tabakrauch. Circa 25 Minuten reagierten die Gefäße ungesund auf den Rauch.

Der Versuch mit Cannabis führte ebenfalls zu einer deutlichen Reaktion der Gefäße, doch das Ergebnis war noch weitreichender als beim Nikotin. Insgesamt 90 Minuten hielten die ungesunden Veränderungen an.

Anhaltende Gefäßschäden möglich

Für die Forscher ist damit nicht nur belegt, dass passives Kiffen ebenfalls schädlich ist, sondern auch die Vermutung, dass der Effekt noch schlimmer als das Passiv-Rauchen von Nikotin ist. Da bereits bei einmaligen Passivkonsum die Gefäße über eine Stunde verändert sind, ist der Gedanke naheliegend, dass regelmäßiger Cannabis-Passivkonsum zu anhaltenden Gefäßschäden führt.

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Quellenangaben

  • EKE - Elisabeth-Krankenhaus Essen
  • Bildnachweis: cigarette © Leonid Nyshko - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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