Tierschutz - Ziele, Entwicklung und Bereiche

Tierschutz ist eines der Themen, die wohl nie an Relevanz verlieren, denn immer wieder müssen Tierschützer eingreifen, um das Leben der Tiere zu schützen und sie vor den Menschen zu beschützen. Die Idee der Menschenrechte reicht bereits tausende Jahre zurück. Die Vorstellung, dass aber auch Tiere entsprechende Rechte besitzen, welche mit Würde behandelt werden müssten, ist hingegen vergleichsweise jung. Lesen Sie über die Entwicklung, Ziele und Bereiche des Tierschutzes.

Auch Tiere haben Rechte

Tierschutz - Aufgaben und Bestandteile

Bei dem Thema Tierschutz fallen einem Bilder von Hühnerfarmen, Pelztierzuchtanlagen und Versuchslaboren ein, doch immer öfter müssen Tierschützer auch Haustiere vor ihren Besitzern beschützen. Die Entwicklung ist für Tierschützer erschreckend, denn immer mehr Haustiere verkümmern bei ihren Besitzern und häufig kommt der Tierschutz zu spät, um die Tiere retten zu können. Groß angelegte Aktionen des organisierten Tierschutzes bleiben im Gedächtnis, doch die wirkliche Arbeit der Tierschützer ist meist weniger spektakulär und findet häufig im Kleinen statt.

Schicksale von Mensch und Tier

Der Missbrauch von Tieren ist häufig erschreckend, und häufig treffen Tierschützer auf traurige Schicksale. Sowohl mit Tier- als auch Menschenschicksalen werden Tierschützer in ihrer täglichen Arbeit konfrontiert und gerade in der Basisarbeit gestaltet sich der Tierschutz oft schwierig, da Tierbesitzer häufig gar nicht wissen, was sie ihrem Tier antun.

So fehlt auch häufig das Verständnis für das Anliegen der Tierschützer. Besonders tragisch ist es, wenn Tiere durch menschliche Schicksalschläge, die ihrem Besitzer zustoßen, verwahrlosen. Vor allem in ländlichen Gebieten muss der Tierschutzverein auch häufig bei der Haustier- und Nutztierhaltung einschreiten, denn viele Tiere werden hier nicht artgerecht gehalten. Hinweise von Nachbarn und Bekannten helfen den Tierschützern häufig dabei, gequälte Tiere aufzufinden, sodass eingeschritten werden kann.

Füng verschiedene Haustiere vor weißem Hintergrund - Hund, Katze, Hamster, Meerschweinchen und Maus
Füng verschiedene Haustiere vor weißem Hintergrund - Hund, Katze, Hamster, Meerschweinchen und Maus oder Ratte

Mehr als 700 Tierschutzvereine deutschlandweit

Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich für alle Tiere ein und ist in ganz Deutschland im Namen des Tierschutzes unterwegs. 16 Landesverbände und über 740 örtliche Tierschutzvereine sowie 550 Tierheime setzen sich in Deutschland für das Wohl der Tiere ein.

Finanziert wird die Arbeit des deutschen Tierschutzbundes durch Mitgliedsbeiträge und Spendengelder. Auch wenn der Deutsche Tierschutzbund immer wieder Erfolge für sich verbuchen kann, werden die aktiven Mitglieder auch dauerhaft mehr als genug Arbeit haben, denn Verstöße gegen den Tier-, Natur und Artenschutz sind keine Seltenheit. Der Kampf für das Wohlergehen der Tiere ist nie vollständig zu gewinnen, doch zählt letztlich jedes einzelne Tier dessen Situation verbessert werden kann.

Kinder- und Jugendarbeit

Besonderen Einsatz zeigt der Deutsche Tierschutzbund auch bei der Kinder- und Jugendarbeit. Gerade dieser Ansatz ist für die Zukunft wichtig, denn wenn bereits im Kindesalter das Verständnis für den Tierschutz geweckt wird, dann prägt dies Kinder und Jugendliche, und so werden sie auch in späteren Jahren das Leben eines Tieres ernst nehmen und artgerechte Haltung bei eigenen Haustieren praktizieren.

Das Wecken von Verständnis und das Erklären, wie der ideale Lebensraum und die idealen Lebensbedingungen der verschiedenen Tierarten aussehen sollten, zählen zu den Zielen. Gerade Jugendlichen steht es auch frei, in Tierheimen des Deutschen Tierbundes als ehrenamtliche Helfer tätig zu werden und so ein besonderes Verhältnis zu den Tieren aufzubauen.

Durch die Jugend- und Kinderarbeit geht der Deutsche Tierschutzbund einen Schritt in die Zukunft. Auch Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiges Thema; so gibt es in Tierheimen regelmäßig einen Tag der offenen Tür. Und auch die Tierschutzvereine versuchen in ihrer Region zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um eine Sensibilisierung für den Tierschutz zu erreichen.

Ziele

Der Tierschutz beschäftigt sich mit sämtlichen das Tier betreffenden Aspekten. Dieses kann auf vielfältige Weise genutzt werden, sei es als Freund und Lebensbegleiter, Arbeitstier, aber auch Versuchstier sowie den Verzehr. Das hauptrangige Ziel des Tierschutzes ist es, den Tieren - in jeder dieser Lagen - ein möglichst leidfreies Leben zu bieten.

Aufgabe der Tierschutzvereine ist die Beratung und Aufklärung des Menschen zur optimalen Haltung eines Tieres, sowohl als Haustier als uach als Nutztier in der Landwirtschaft. Die Arbeit der Tierschützer erfolgt oft ehrenamtlich - bei ihnen steht das Wohl des Tieres an erster Stelle.

Nicht immer sind sie dabei jedoch erfolgreich; die Ratschläge werden oft einfach nicht richtig umgesetzt. Gerade in solchen Fällen brauchen Tiere ein neues Zuhause.

Tierschutzvereine und Tierheime bieten in diesem Fall die perfekte Anlaufstelle. Sie geben den Tieren eine Obhut und betreuen sie, bis sie ein neues Zuhause finden - die Vermittlung von Tieren gehört also ebenso zu den Aufgaben.

Dabei ist auch die Nachkontrolle wichtig. Die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt ist typisch.

Eine weitere Aufgabe liegt im Einfangen von Wildtieren. Auf diese Weise können beispielsweise streunende Katzen kastriert werden, um die Verbreitung und damit viele Leben voller Leid zu vermeiden.

Die Entwicklung der Tierrechte

Die Idee des Tierrechts hat ihren Ursprung in den 70ern des letzten Jahrhunderts. So begannen zu dieser Zeit Forscher der University of Oxford damit, sich philosophisch mit dem Tierreich auseinanderzusetzen. Dabei stellte sich schon bald die Frage, warum Tieren denn eigentlich nicht dieselben Rechte wie dem Menschen zugebilligt werden.

Bahnbrechend war dann ein Werk von Richard Ryder, welcher ebenso Professor in Oxford war. In diesem prägte er den Begriff des Speziesismus und entwarf damit eine Analogie zum Rassismus unter Menschen.

Animal Liberation

Dieser Begriff beschreibt die systematische Unterdrückung anderer Lebewesen durch den Menschen, was natürlich auch einschließt, dass deren Grundrechte nicht gewahrt werden. Das drei Jahre später publizierte "Animal Liberation", was übersetzt soviel wie "Die Befreiung der Tiere" heißt, sollte ein weiterer Meilenstein der Tierrechtsbewegung werden, auf welchen sich noch heute viele philosophische Überlegungen stützen. Bis heute handelt es sich bei den Tierrechten um ein Forschungsfeld, welches nicht nur in der Wissenschaft behandelt wird, sondern zunehmend auch Auswirkungen auf den Umgang mit Tieren in der Praxis hat.

Der utilitaristische Ansatz

Wer sich mit den Tierrechten auseinandersetzen will und sich für diese interessiert, der sollte zudem auch wissen, dass diese in der Wissenschaft auf höchst unterschiedliche Weise begründet wurden. So gibt es einerseits den utilitaristischen Ansatz.

Dieser geht davon aus, dass es absolut willkürlich sei, Tiere vom Gleichheitsprinzip aller Lebewesen auszuschließen. Diese Willkür kommt wiederum einer Nichtbeachtung jener Rechte gleich, welche die Tiere aufgrund des universellen Gleichheitsprinzips ebenso haben sollten.

Die Goldene Regel

Ein weiterer zentraler Ansatz wird heute als jener der einfachen Ethik bezeichnet. Diese stützt sich unter anderem auf die Goldene Regel, welche besagt, dass wir andere nur so behandeln sollen, wie wir auch selbst behandelt werden wollen.

Einen Ausschluss der Tierwelt sieht die einfache Ethik bei der Weltformel nicht gegeben, weshalb Tiere ebenso mit Respekt behandelt werden sollten. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer Ansätze, etwa die praktische Autonomie von Steven Wise oder die bestehende Ungleichbehandlung von Gary Franciones.

Welche wichtige Rolle der Tierschutz spielt, wird beispielsweise im folgenden Bereich erkennbar...

Auch Therapie-Delfine sollten ein artgerechtes Leben führen

Delfine haben auf die meisten Menschen eine ganz besondere Wirkung. Sie sind intelligent, fröhlich und freundlich und können Kindern dabei helfen, schwere Krankheiten zu überwinden.

In einer Delfintherapie geben die Tiere kranken Kindern oft neuen Lebensmut, animieren sie dazu, sich zu bewegen und zaubern ein Lächeln in ihr Gesicht. Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen machen so erstaunlich schnelle Fortschritte. Doch nicht nur das Wohl der kleinen Patienten, sondern auch das der tierischen Therapeuten sollte bedacht werden.

Delfinarien oft nicht artgerecht

Die Zahl der Delfinarien in Europa, aber auch in vielen Reiseregionen auf der ganzen Welt, ist in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Manche der Tiere werden zu Therapiezwecken, andere nur zur Unterhaltung gehalten.

Dabei müssen sie ihre Zeit oft in beengten Becken verbringen, die ihre akustische Kommunikation unmöglich machen und ihren Bewegungsdrang einschränken. Dabei sollten auch die Erfolge der Delfintherapie nicht als Rechtfertigung für eine unangemessene Haltung gebraucht werden.

Auf Haltungsbedingungen achten

So gibt es zum Beispiel auch Therapiezentren mit Freiwasserhaltung, in denen Delfine in großflächigen Meerwassergehegen weitgehend artgerecht leben können. Dennoch sind sie von erfahrenen Tiertrainern zu therapeutischen Behandlungen ausgebildet worden. Die Zufriedenheit eines Delfins überträgt sich nämlich auch auf seinen Patienten.

Neben der nicht artgemäßen Haltung werden Tiere zudem auch häufig gequält - hier geben wir Anregungen, wie Tierquälerei geskämpft werden kann.

Quellen:

  • Hansjoachim Hackbarth und Annekatrin Lückert: Tierschutzrecht, Jehle, 2002, ISBN 3782504364
  • Gerhard Baumgartner: Tierschutzrecht: Tierhaltung - Tiertransport - Schlachttiere - Versuchstiere, DTV-Beck, 2007, ISBN 3423055766

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