22. März 2011
Sich vor Armut zu schützen ist nicht immer leicht. Durch eine gute Bildung lässt sich das Armutsrisiko zumindest senken.
Armut wird auch in den wohlhabenden Industrieländern zu einem zunehmenden gesellschaftlichen Problem. Doch wie kann man sich vor Armut schützen?
Als hilfreich zur Vermeidung von Armut gilt eine gute Bildung. Allerdings hat in den letzten Jahren in Deutschland der Anteil an Menschen zugenommen, die nur einen niedrigen oder gar keinen Bildungsabschluss haben. Auch der soziale Status spielt bei der Vermeidung von Armut eine wichtige Rolle. Vor allem in Deutschland ist ein erworbener Bildungsgrad stark von der familiären Herkunft abhängig. Besonders wichtig für die Bildung der Kinder sind deren Eltern, denn von ihnen lernen sie, wie man im Alltag zurechtkommt oder Verantwortung übernimmt. Zahlreiche Eltern kümmern sich jedoch nicht ausreichend um die Bildung ihrer Sprösslinge oder setzen sich nicht für sie ein.
Jahr für Jahr beenden in Deutschland etwa 80.000 junge Menschen die Schule ohne einen Abschluss. Doch fehlt Jugendlichen ein solcher Schulabschluss, haben sie kaum eine Aussicht auf einen qualifizierten Beruf und sind auf schlecht bezahlte Jobs oder staatliche Hilfe angewiesen. Allerdings ist auch Erwerbsarbeit nicht immer ein ausreichender Schutz vor Armut, denn die Zahl der Menschen, die trotz Arbeit Hartz IV beziehen, steigt. So sind immer mehr Erwerbstätige gezwungen im Niedriglohnsektor zu arbeiten. In den letzten Jahren nahm die Zahl an Minijobs stetig zu, während der Anteil an besser bezahlten Vollzeitbeschäftigungsverhältnissen zurückging. Darüber hinaus geben Experten zu bedenken, dass Bildung allein nicht immer vor Armut schützt. So ist bei einem Menschen, der über ein wohlhabendes Elternhaus verfügt, das Armutsrisiko trotz eines fehlenden Bildungsabschlusses immer noch geringer als bei einem gut gebildeten Menschen aus eher armen Verhältnissen.
Um einen besseren Schutz vor Armut zu gewährleisten, fordern Hilfsorganisationen wie die Caritas die Politik auf, bessere Maßnahmen zum Schutz vor Armut zu treffen. So sollten arme oder von Armut bedrohte Kinder auf Landesebene oder kommunaler Ebene Sachleistungen wie z.B. kostenfreien Nachhilfeunterricht erhalten. Wichtig seien auch schulpolitische Reformen, mehr Investitionen in Bildung, armutsfeste soziale Sicherungssysteme sowie spezielle Schulungen für Jugendliche, in denen man ihnen den richtigen Umgang mit Finanzen vermittelt. Darüber hinaus sollte die Umwandlung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen in Niedriglohnjobs gestoppt werden.
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