Erkrankungen und Veränderungen von Pflanzen - Typische Anzeichen und Behandlungsoptionen

Viele Blattläuse auf grüner Pflanze

Krankhafte Veränderungen einer Pflanze können sich an der Blüte, am Blatt, am Stiel oder am Substrat zeigen; die Ursachen sind unterschiedlicher Natur

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  • von Paradisi-Redaktion

Damit Pflanzen gedeihen können, benötigen sie den richtigen Standort, eine optimale Wasserzufuhr und ausreichend Nährstoffe. Sofern nicht alle Umweltbedingungen stimmen, kommt es zu Erkrankungen und Veränderungen an der Pflanze. Dies äußert sich unter anderem durch das Ausbleiben oder Abwerfen der Blüte, durch Verfärbungen an den Blättern, durch Schädlingsbefall oder Fäulnis. Informieren Sie sich über mögliche Erkrankungen und Veränderungen von Pflanzen.

Pflanzen sind Lebewesen, die optimale Umweltbedingungen benötigen, damit sie gedeihen. Dabei stellen sie je nach Art sehr individuelle Ansprüche an das Licht und die Wärme, an die Wasser- und Nährstoffversorgung.

Einige Pflanzen benötigen ganzjährig eine gleichbleibende Pflege, andere vertragen eine Winterruhe. Sofern diese nicht eingehalten wird, bleibt bei einigen Topfpflanzen später die Blüte aus.

Typische Erkrankungen

Wird eine Pflanze ausreichend und entsprechend ihrer Bedürfnisse versorgt und gepflegt, ist sie standhafter gegenüber möglichen Veränderungen und Erkrankungen. Diese können durch das Einwirken unterschiedlicher kleiner Organismen, vor allem durch Pilze, entstehen, und sich auf den Blüten, Blättern, Stielen oder auch auf dem Substrat zeiten.

Besonders Pilze sind für die Menschen, die gerne einen schönen Garten mit vielen Blumen und Obstbäumen haben möchten, eine lästige Plage. Komplett verhindern kann man Pilzerkrankungen meist nicht. Doch gerade durch Feuchtigkeit in Kombination mit Wärme werden ideale Bedingungen für die Pilze geschaffen.

  • Daher sollte man grundsätzlich darauf achten, dass die Pflanzen nicht in Staunässe wachsen müssen. Töpfe sollten beispielsweise ein Loch im Boden haben, sodass überschüssiges Wasser abfließen kann.
  • Bäume und Sträucher sollte man regelmäßig ausschneiden. So bekommen die Äste, Blätter und Früchte mehr Luft und können nach einer Regenperiode besser trocknen.
  • Dazu gehört natürlich auch, dass man einen ausreichend großen Pflanzabstand einhält.
  • Und auch eine gute Erde kann Pilzerkrankungen vorbeugen.

Während man befallene Zimmerpflanzen in Quarantäne bringen kann, ist dies natürlich bei Pflanzen im Garten nicht so einfach. Pilzerkrankungen verbreiten sich schnell, und daher ist es wichtig, sorgsam vorzugehen. Entfernte Äste können andere gesunde Pflanzen infizieren, weshalb man diese verbrennen oder ordnungsgemäß entsorgen muss.

Pflanzt man neue Blumen, Bäume und Sträucher in seinem Garten, so sollte man gleich pilzresistente Sorten bevorzugen. So erspart man sich später viel Ärger und natürlich auch Arbeit.

Im Folgenden erfahren Sie mehr über typische Erkrankungen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie diese vermeiden können und wie Sie reagieren müssen, wenn die Pflanzen dennoch befallen sind.

Rosenmehltau

Spricht man vom Mehltau, so muss man zwei Arten unterscheiden: den so genannten falschen vom richtigen Mehltau. Was beide Formen gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass sie sich über Pilzsporen vermehren.

Weitere Gemeinsamkeit ist das Aussehen. Mehltau legt sich wie ein Pelz auf die Pflanzen. Feuchtigkeit mag dieser Pilz besonders gerne.

Mehltau befällt nicht nur Rosen, sondern auch andere Pflanzen wie z.B. Apfelbäume. Ist ein Apfelbaum betroffen, so kann der so genannte Apfelmehltau aber z.B. nicht auf Rosen übergehen.

Merkmale

Richtiger Mehltau kann anfangs von den Blättern und Knospen noch weggewischt werden. Der Pelz ist hier weißlich, wobei sich fortgeschrittener richtiger Mehltau auch an Blattunterseiten findet und sich schließlich auf die ganze Pflanze ausbreitet.

Der Pilz führt dazu, dass die Pflanze die Blätter einrollt und nicht mehr weiter wächst. Besonders im Frühjahr und Herbst vermehrt sich der Pilz gut, wenn es tagsüber trocken und nachts feucht ist. Wird der Mehltau nicht bekämpft, so kann dieser im Laub überwintern und im nächsten Frühjahr die Pflanzen erneut befallen.

Nicht bei allen Pflanzen sieht der Mehltau hingegen genau so aus. Erdbeerpflanzen bekommen rote Blätter, wenn sie vom Mehltau betroffen sind. Auch Gemüsepflanze bekommen rötliche Blätter, wenn der Mehltau sie befallen hat. Hier spricht man allerdings vom "falschen Mehltau".

Viele Gemüsepflanzen wurden speziell so gezüchtet, dass sie resistent gegen den Mehltau sind. Man sollte im Fachhandel danach fragen, wenn man schon in der Vergangenheit Probleme mit Mehltaubefall beim Gemüse hatte.

Behandlung

Hat man Pflanzen, die vom Mehltau befallen sind, so gibt es ein sehr wirksames Hausmittel, nämlich die Milch. Gut verdünnt mit Wasser wird Frischmilch auf die betroffenen Pflanzen gesprüht. H-Milch ist dazu nicht geeignet, weil diese nicht mehr die Mikroorganismen enthält, die den Pilz unschädlich machen können.

Mehltau ist hochagressiv und deshalb sollten alle Pflanzteile, die davon befallen sind, entfernt und gründlich entsorgt werden. Dazu sollte man unbedingt Handschuhe tragen. Auch Geräte oder den Gartenzaun, der mit diesen Pflanzen in Kontakt gekommen ist, sollten mit Spezialmitteln gründlich gereinigt werden.

Vorbeugung

Mehltau kann man vorbeugen, indem man seine Pflanzen morgens gießt. Hier sickert das Wasser schneller in den Boden als abends. Außerdem sollte man nur die Wurzeln und nicht die komplette Pflanze gießen.

Daneben ist es aber auch wichtig, schon beim Pflanzen den richtigen Pflanzabstand einzuhalten. Nur so ist gewährleistet, dass die Pflanzen nach einem Regen wieder gut abtrocknen können. Außerdem sollten Pflanzen regelmäßig zurückgeschnitten werden.

Wie bereits erwähnt, gibt es inzwischen spezielle Züchtungen von Pflanzen, die resistent gegen Mehltau sind. Diese sollte man beim Kauf bevorzugen. Wer einmal Probleme mit Mehltau hat, wird diesen nur wieder los, wenn er konsequent dagegen vorgeht.

Rotpustelkrankheit

Die Rotpustelkrankheit betrifft Bäume und Sträucher. Befallene Stellen müssen unbedingt geschnitten werden, damit sich der Pilz nicht auf die gesamte Pflanze ausbreitet.

Merkmale

Der Pilz, der für die Rotpustelkrankheit verantwortlich ist, ist normalerweise in totem Holz zu finden und zersetzt dieses hier. Was bei totem Holz nützlich ist, ist bei ursprünglich gesunden Bäumen und Sträuchern fatal.

Die Äste und Stämme der Pflanzen werden durch diesen Pilz morsch und brechen leicht. Rinde blättert ab und die Blätter verwelken.

Der Pilz führt nämlich durch seine Giftstoffe dazu, dass die Bahnen, die die Pflanze mit Nährstoffen versorgen, verstopfen. Dies kann man auch von außen erkennen, da der Pilz so genannte Fruchtkörper bildet, in denen die Sporen enthalten sind, die wiederum auf andere gesunde Pflanzen übergehen können.

Behandlung

Die Rotpustelkrankheit betrifft besonders Bäume und Sträucher, die gerade frisch geschnitten wurden oder frisch abgebrochene Äste haben. An diesen Stellen kann der Pilz besonders einfach in die Pflanze eindringen.

Stellt man bei einer seiner Pflanzen diese Krankheit fest, so muss die betroffene Stelle großzügig ausgeschnitten werden; notfalls müssen Baum oder Strauch radikal zurückgeschnitten werden.

Damit alleine ist es jedoch nicht getan, da durch das Zurückschneiden erneut frische Schnittstellen entstehen, die der Eintrittsort für den Pilz sein können. Im Fachhandel gibt es deshalb spezielle Mittel, die diese Schnittstellen versiegeln.

Die entfernten Pflanzen sollte man so schnell wie möglich sorgfältig entsorgen. Der Kompost ist die falsche Stelle, da sich der Pilz von hier aus erneut auf andere Pflanzen ausbreiten kann. Man sollte die Äste beispielsweise verbrennen.

Vorbeugung

Um der Rotpustelkrankheit vorzubeugen, sollte man tote Äste von Sträuchern und Bäumen regelmäßig entfernen. Schneidet man die Pflanzen zurecht, so sollte man dies nicht bei feuchtem Wetter tun.

Außerdem kann man schon beim Schneiden auf glatte Schnittstellen achten. Zudem sollten die Pflanzen nie zu stark, aber auch nicht zu wenig gegossen werden.

Zusätzlich kann man die Pflanzen düngen - dies stärkt sie gegen den Pilz und andere Schädlinge.

Schorfpilz

Der Schorfpilz ist ein Pilz, der Obstbäume befällt. Besonders Apfelbäume können davon betroffen sein, wenn es längere Zeit regnet.

Merkmale

Aber auch andere Obstbäume wie der Kirschbaum oder der Birnbaum sind anfällig für den Schorfpilz. Besonders wenn warmes und feuchtes Wetter herrscht, sind dies ideale Bedingungen für den Schorfpilz.

Die Sporen dieses Pilzes setzen sich an den Blättern der Bäume fest, überwintern auch und können den Baum im nächsten Jahr befallen, sofern die idealen Bedingungen dafür herrschen. Auch die Früchte werden von diesem Pilz befallen.

Wie der Name schon sagt, bildet sich Schorf auf den befallenen Blättern und Früchten. Die Blätter bekommen Flecken und fallen ab. Die befallenen Früchte kann man allerdings noch essen, wobei man bedenken muss, dass diese nicht mehr lagerfähig sind.

Behandlung

Ist ein Obstbaum vom Schorfpilz befallen, so müssen die Äste großzügig entfernt werden. Sie sollten allerdings nicht auf den Kompost gebracht werden, weil sich der Pilz auch hier weiter vermehren kann. Entweder verbrennt man die Äste oder entsorgt sie in der Biotonne.

Der Pilz kann auch am Schneidewerkzeug haften bleiben, mit dem man die Äste geschnitten hat. Dies sollte man unbedingt wissen, sonst verbreitet man den Pilz, wenn man einige Zeit später einen anderen Baum schneidet. Das Schneidewerkzeug muss unbedingt desinfiziert werden, um den Pilz unschädlich zu machen.

Resistente Obstsorten pflanzen

Nicht alle Obstsorten sind anfällig für den Schorfpilz. Es gibt viele Sorten, die speziell als resistente Sorten gezüchtet wurden. Auch wenn Apfelbäume stark gefährdet sind, vom Schorfpilz befallen zu werden, so gibt es doch viele Apfelsorten, die nicht davon befallen werden können.

Pflanzt man also neue Obstbäume, so sollte man derartige Sorten bevorzugen. Anderenfalls muss man einige Dinge beachten und veranlassen, um dem Schorfpilz keinen idealen Lebensraum zu bieten. Dazu gehört beispielsweise, das Laub der Obstbäume im Herbst zu entfernen.

Damit der Obstbaum auch bei längerem Regenwetter wieder gut abtrocknen kann, sollte man die Bäume regelmäßig ausschneiden. Sobald keine ständige Feuchtigkeit mehr herrschen kann, wird der Schorfpilz diese Bäume nicht befallen.

Zusätzlich gibt es auch diverse Spritzmittel, die im Frühjahr auf den Baum gesprüht werden und ihn somit resistent gegen den Schorfpilz machen. Hier muss man jedoch die Angaben der Hersteller beachten, wenn man das Obst noch bedenkenlos verzehren möchte - es gibt gewisse Zeiträume, in denen Obstbäume gespritzt werden dürfen, sodass die Früchte dann trotzdem gegessen werden können.

Blattfleckenkrankheit

Die Blattfleckenkrankheit ist in den meisten Fällen auf Pflegefehler wie

  • ein zu feuchtes Substrat
  • ein zu häufiges/reichliches Einsprühen der Pflanze
  • ein zu kalter Standort
  • eine zu hohe Luftfeuchtigkeit
  • eine geringe Luftzirkulation sowie
  • das Gießen mit kaltem Wasser

zurück zu führen. Verursacht wird die Erkrankung durch Pilze, die besonders bereits geschwächte Pflanzen befallen. Zu den häufigsten "Opfern" zählen mitunter:

  • Anthurium
  • diverse Orchideenarten
  • Drachenbaum
  • Rhododendron
  • Gummibaum

Bemerkbar macht sich die Blattfleckenkrankheit durch gelbe, braune oder schwarze Flecken. Befallene Blätter sollten abgeschnitten werden; handelt es sich um sehr große Blätter, kann man die Stellen auch herausschneiden - dabei muss die Schere vor jedem neuen Schnitt desinfiziert werden. Des Weiteren behandelt man die Pflanze mit Fungiziden.

Grauschimmel

Vor allem bei Pflanzen, die über weiche Blätter und Triebe verfügen, kann es zum Befall mit Grauschimmel kommen; betroffen ist dabei die gesamte Pflanze; sie wird von einem samtigen, grauen Belag überzogen. Besonders bereits geschädigte Pflanzen erkranken daran.

Doch auch ein zu kräftiges Einsprühen der Pflanzen oder das zu starke Düngen mit Stickstoff fördert die Entstehung. Einen guten Nährboden finden die Erreger in abgestorbenen, nicht entfernten Blättern.

Zu den bevorzugten Pflanzen zählen mitunter:

  • Begonia
  • Rhododendron
  • Begonien
  • Alpenveilchen
  • Primeln

Befallene Stellen müssen abgeschnitten werden - ist bereits die gesamte Pflanze betroffen, so ist es am besten, sie zu entsrogen. Beim Wegschneiden ist auch hier auf die gründliche Desinfektion des Schneidewerkzeugs zu achten. Nach der Schimmelentfernung wird die Pflanze mit Fungiziden besprüht.

Rußtau

Zur Bildung von Rußtau kommt es durch Befall von speziellen Schädlingen, welche Honigtau produzieren. Diese Pilze haben zur Folge, dass die Poren der Pflanzen verstopfen, sodass die Photosynthese beeinträchtigt wird.

Meistens sind Zimmerpflanzen, die von verschiedenen Läusen befallen werden, betroffen. Diese Schädlinge müssen zunüchst bekämpft werden; anschließend wäscht man den Rußtau mithilfe einer schwachen Seifenlösung ab.

Schwarzbeinigkeit / Stecklingsfäule

Bei der Schwarzbeinigkeit oder Stecklingsfäule handelt es sich um eine Pilzerkrankung, bei der sich die Triebe schwarz färben; zudem verfaulen sie an der Basis. Eine permanent zu feuchte Erde, etwa durch zu starkes Gießen, begünstigt die Entstehung.

Besonders Stecklinge sind betroffen. Um dies zu vermeiden, sollte man zu einem Vermehrungssubstrat greifen, welches wasserdurchlässig ist und eine grobe Struktur aufweist: ideal ist eine Mix aus einem Drittel sterilisiertem Sand sowie grober Komposterde.

Ist eine Pflanze von Rußtau betroffen, so erholt sie sich an dieser Stelle nicht mehr. Ein sparsames Bewässern kann den Befall verhindern.

Stamm- und Wurzelhalsfäule

Von Fäulnis kann jeder Stamm- oder Stängelteil einer Pflanze befallen sein. Ein Zuviel an Wasser ist auch hierbei häufiger Auslöser. Die besagten Stellen werden weich und schleimig.

Faule Pflanzen lassen sich nicht retten; von den gesunden Stellen lassen sich jedoch Stecklinge abnehmen. Ist ein etwas höherer Teil befallen, kann man den Stängel direkt über der Erde abschneiden. In den meisten Fällen bildet sich dann ein neuer Trieb.

Viruserkrankungen

Neben den Pilzen zählen auch Viren zu den unterschiedlichen Erregern, die eine Pflanze befallen können. Diese dringen in die Pflanzenzellen ein und verändern deren Grundgerüst.

Behandeln kann man eine Pflanze bei Erkrankung nicht. Die Erkrankung zeigt sich mitunter durch Flecken (mosaikartig) oder gelben Streifen auf den Blättern, die sich mit der Zeit verformen und absterben. Übertragen werden die Viren mitunter durch

  • Cyclamenmilben
  • Schildläuse
  • Rote Spinne oder
  • Blattläuse.

Mögliche Krankheitserscheinungen

Wie man eine mögliche Erkrankung der Pflanze erkennen kann und was man dagegen unternehmen kann, zeigen wir im Folgenden.

Mögliche Krankheitserscheinungen der Blüten

Blüten können diverse Krankheitserscheinungen aufweisen. Blütenbeläge deuten darauf hin, dass ein Schädlingsbefall vorhanden ist. Meist handelt es sich dabei um Pilze.

Befallene Blüten sollten so schnell wie möglich entfernt und vernichtet werden. Auf den Kompost gehören diese nicht.

Kommen tierische Schädlinge an der Blüte vor, handelt es sich zumeist um Läuse. Diese lassen sich mit biologischen oder chemischen Mitteln bekämpfen.

Abknickende Blüten, die anschließend welken, können diverse Ursachen haben. Häufig spielen mechanische Einflüsse eine Rolle, beispielsweise sind die Pflanzen zu starkem Wind ausgesetzt.

Möglich ist ebenfalls ein Wasser- oder Nährstoffmangel. In der Blütezeit hat die Pflanze hieran einen erhöhten Bedarf.

Wird zu viel gegossen, fault die Pflanze von der Wurzel her. Auch dies kann sich im scheinbaren Welken der Blüte äußern.

Veränderungen am Blatt

Blattveränderungen an Pflanzen haben nicht nur eine optische Bedeutung. Sie zeigen an, dass die Pflanze leidet. Damit die Pflanze weiterhin gedeihen kann, muss die Ursache für die Blattveränderung herausgefunden und entsprechend behandelt werden.

Verfärbung und Verwelkung

Verfärbungen an den Blättern können unterschiedliche Ursachen haben. Beispielsweise sind sie die Vorstufe von Verwelkungen. In diesem Fall fehlt der Pflanze Wasser.

Wird zu viel gegossen, reagiert die Pflanze ebenfalls mit Blattverfärbungen. Diese sind ein Hinweis darauf, dass die Wurzel übersättigt ist.

Zunächst sollte alles überständige Wasser aus dem Übertopf entfernt werden. Gegossen wird erst, wenn die Erde abgetrocknet ist.

Besonders hilfreich ist es, die Pflanze unverzüglich auszutopfen und neues Substrat zur Verfügung zu stellen. Zum Gießen benötigt man etwas Fingerspitzengefühl.

Leidet eine Pflanze unter Nährstoffmangel, können ebenfalls Verfärbungen auftreten. Die meisten Pflanzen freuen sich in der Hauptwachstumszeit über regelmäßige Düngergaben. Übertrieben werden darf das Düngen allerdings nicht.

Welke Blätter sind ein Zeichen dafür, dass die Pflanze unter Wassermangel leidet. Ohne Wasser stirbt jede Pflanze.

Gießen ist also Pflicht. Damit der Neuaustrieb der Blätter beschleunigt wird, sollte Verwelktes abgekniffen werden.

Möglicher Erreger-Befall

Blätter werden besonders häufig von pflanzlichen Schaderregern befallen, zu denen die Pilze gehören. Pilzerkrankungen äußern sich als mehlartiger Belag oder als schwarze, bräunliche beziehungsweise rote Flecken auf dem Blatt, je nachdem, welche Pilzsporenart sich ausbreitet.

Pilzkrankheiten sind bei Hobbygärtnern besonders gefürchtet, weil sie von Pflanze zu Pflanze schnell übertragbar sind und sich lediglich im Anfangsstadium bekämpfen lassen. Hier hilft radikales Abschneiden aller befallenen Pflanzenteile.

Diese dürfen nicht auf den Kompost gelangen, da sie dort überleben könnten. Sie gehören in den Hausmüll oder werden verbrannt. Gelingt diese Erhaltungsmaßnahme nicht, muss die gesamte Pflanze vernichtet werden, damit sie Nachbarpflanzen nicht ansteckt.

Pilztötende Mittel, so genannte Fungizide, könnten leider nur für eine vorübergehende Abhilfe sorgen. In der Regel treten Pilzkrankheiten in gewissen Abständen erneut auf. Als Beispiel für eine Pilzkrankheit sei der Rote Brenner genannt, der sich häufig auf dem Rittersporn oder auf der Clivie ansiedelt.

Zu den tierischen Schaderregern gehören Blattläuse und Milben, die sich eigentlich in jeder Umgebung aufhalten können. Ist das Klima für ihr Überleben ideal und die Pflanze bereits geschwächt, ist es ein Leichtes für sie, die Pflanze so weit zu schädigen, bis sie eingeht. Tierische Schädlinge entziehen den Pflanzen nämlich lebenswichtige Nährstoffe.

Tierische Schädlinge sollten bereits im Anfangsstadium bekämpft werden, da sie sich ansonsten ungehindert ausbreiten. Es empfiehlt sich, die befallene Pflanze zu eliminieren, damit Nachbarpflanzen nicht geschädigt werden. Zur Bekämpfung von Schädlingen werden biologische und chemische Mittel angeboten.

Bei der Anwendung letzterer sollte bedacht werden, dass diese auch auf Mensch und Tier negative Auswirkungen haben. Schließlich handelt es sich um ein Gift.

Als ökologische Alternative für den Blattlausbefall kann beispielsweise ein Brennnesselsud zum Einsatz kommen, mit dem die Pflanze begossen wird.

Veränderungen am Stiel

Beläge, Wucherungen oder ein Schädlingsbefall auf Pflanzenstielen deuten darauf hin, dass die Pflanze an einer Krankheit leidet. Je nach Ursache muss sie entsprechend behandelt werden, damit sie weiterleben kann.

Beläge

Für Beläge auf Pflanzenstielen sind in der Regel Schaderreger verantwortlich. Dabei kann es sich um pflanzliche oder tierische Schädlinge handeln. Bei der als Belag erkennbaren Ablagerung kann es sich um die Erreger selbst oder um ihre Larven handeln.

Möglicherweise sind auch ihre Ausscheidungen mit dem bloßen Auge ersichtlich. Außerdem führen mechanische Schädigungen zum Austreten von Pflanzensäften, die am Stiel antrocknen können. Auch sie erscheinen als Belag.

Wucherungen

Wucherungen am Pflanzenstiel sind die Folge eines Misswuchses; dieser kann mit Stauchungen im Stielbereich verbunden sein. Ursächlich kann eine vormalige mechanische Schädigung sein, die unschön vernarbt ist. Wahrscheinlicher allerdings ist ein Schädlingsbefall, der von Läusen, Milben, Nematoden oder Viren hervorgerufen wird.

Nicht nur aus optischen Gründen sollten die Fehlbildungen entfernt und vernichtet werden. Anschließend wird ein Pflanzenschutzmittel verwendet. Einige Pflanzenarten neigen zur Bildung von Wucherungen, wie beispielsweise Kakteen, bei denen meist Nematoden die Ursache sind.

Pilz- und Lausbefall

Unter den pflanzlichen Schaderregern gibt es spezielle Pilze, die ausschließlich den Stiel befallen. Symptomatisch zeigt sich zunächst eine Verfärbung des Stängelgrundes und der Wurzel.

Später fault der Stiel, die Pflanze geht ein. Da der Befall vom Inneren der Pflanze ausgeht, ist die Erkrankung erst relativ spät zu erkennen.

Echte Behandlungschancen gibt es leider nicht. Sofern das Vermehren der Pflanze über Stecklinge erfolgen kann, lohnt es sich, diese von der Mutterpflanze abzutrennen und für deren Bewurzelung zu sorgen. Die Mutterpflanze wird verbrannt oder im Hausmüll entsorgt.

Schildläuse leben besonders gern an Pflanzenstielen. Sie sind als braune, runde oder ovale Ablagerungen sichtbar, die sehr fest anhaften. Besonders schädlich sind weniger die Läuse selbst, sondern eher ihre Larven, die sich an Stielen oder Blattmittelrippen festsaugen, um sie auszusaugen.

Beim ersten Auftreten kann ein Absammeln der Schädlinge helfen. Diese müssen zunächst mit einer Nadel vom Pflanzentrieb gelöst werden. Hilfreich kann auch das vorsichtige Abbürsten mit einem härteren Pinsel sein.

Ist der Befall bereits stärker, hilft nur ein Insektizid. Noch bessere Ergebnisse erzielt ein Optal-Präparat.

Nach der ersten Behandlung sollte die Pflanze unbedingt auf Neubefall kontrolliert werden. Etwa 10 bis 14 Tage später empfiehlt sich eine erneute Behandlung mit dem Pflanzenschutzmittel, um die eventuelle Nachbrut zu vernichten.

Veränderungen am Topf und Substrat

Beläge am Topf und auf dem Substrat von Pflanzen müssen nicht unbedingt schädlich sein. Schaderreger hingegen sollten immer ein Anlass zum Handeln sein.

Mögliche Beläge

Manchmal zeigen sich Schimmelbeläge auf dem Substrat von Topfpflanzen. Sie sind eher ein optisches Problem, schaden den Pflanzen aber nicht wirklich. Ursächlich für deren Entstehung kann ein übermäßiges Gießen sein. Schuld kann aber auch die Zusammensetzung der Blumenerde haben.

Schimmelbeläge lassen sich mit einem Holzstäbchen lockern und vorsichtig unter die Erde heben. Bevorzugt sollten die Pflanzen in der Folge von unten, respektive über den Unterteller, gegossen werden.

Tontöpfe neigen im Laufe der Zeit dazu, an ihrer Außenseite weiße Ablagerungen zu bilden. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Ausschwemmungen, die weder für die Pflanze noch für den Menschen schädlich sind.

Einigen Pflanzenfreunden gefallen diese Ablagerungen nicht. Sie bürsten den Topf von Zeit zu Zeit mit heißem Wasser ab. Kenner sprechen jedoch von einer Patina, die Tontöpfen erst das gewisse Etwas gibt.

Tierische Erreger

Zu den tierischen Schaderregern, die in der oberen Schicht des Pflanzsubstrats leben, gehören die Springschwänze. Ersichtlich werden sie erst, wenn die Pflanze zu viel Wasser bekommt. Dann erscheinen die Springschwänze auf der Oberfläche des Substrats und bewegen sich hüpfend fort.

Springschwänze hinterlassen Pflanzenschäden, die erst beim Austopfen der Pflanze sichtbar werden. Sie ernähren sich nämlich von unterirdischen Pflanzenteilen. Die Bekämpfung derselben kann durch ein Insektizid oder auf biologischem Wege erfolgen.

Stehen Topfpflanzen im Sommer im Freien, ist es möglich, dass sich Insekten in ihnen beziehungsweise im Substrat einnisten, die später mit in die Wohnung gebracht werden. Manchmal treten sie erst in den Folgemonaten zutage. Dann haben sie sich in der Regel schon vermehrt. Eine besondere Plage sind Ameisen, die sich gern im gesamten Haus ausbreiten.

Wer sich nicht von der Pflanze trennen will, verwendet ein Ameisenmittel. Besonders beliebt sind bei Ameisen übrigens Blattkakteen, wenn sie in der Blüte stehen

Die Tiere nehmen deren Duft selbst über mehrere Stockwerke wahr, so dass es nicht ratsam ist, während der Blütezeit das Fenster über längere Zeit zu öffnen. Ameisenstraßen erfreuen den Menschen nur in der Natur.

Studie: Glatte Blätter sind gegen Insektenfraß und Wasser schlechter geschützt als faltige

Faltige und raue Oberflächen sind wasserabweisend und schützen vor Ungeziefer

Kartoffelkäfer auf Blättern der Kartoffelpflanze
Kartoffelkäfer 01 © Lianem - www.fotolia.de

Bettina Prüm lehrt und forscht an der Universität Freiburg. Sie hat im aktuellen Heft der Fachzeitschrift "Interface" einen Artikel veröffentlicht, in dem sie über ihre Studie mit männlichen Kartoffelkäfern berichtet.

Sie ließ die Käfer auf verschiedenen Blättern einer Lampe entgegenlaufen. Durch ein menschliches Haar waren die Käfer mit einem Messgerät verbunden. Damit maß Prüm die Zugkraft, die die Käfer auf den verschiedenen Blättern entfalten konnten. Es zeigte sich, dass die Käfer auf glatten Oberflächen 88 Prozent schneller voran kamen als auf rauen und faltigen Flächen.

Die Natur als Vorbild für menschliche Erfindungen

Die Blätter der Europäischen Stechpalme sind sehr glatt. Im Test zeigte sich, dass sich die Kartoffelkäfer auf ihr viel besser bewegen konnten als auf dem Litschibaum, der auch getestet wurde. Der Litschibaum hat auf den Blättern eine sehr faltige Oberfläche. Prüm sagte, dass die faltigen Oberflächen den Käferfüßen zu wenig Kontaktstellen bieten.

Danach testete Prüm die Blätter auf ihre Fähigkeit Wasser abzuweisen. Auch hier waren die faltigen Oberflächen viel wasserabweisender als die glatten. Bioniker könnten sich für die Studie interessieren, weil teure 3-D-Wachsbeschichtungen zum Wasser abweisen von günstigeren faltigen Oberflächen ersetzt werden könnten, so Prüm.

Verletzte Pflanzen wachsen schneller

Gartenschere liegt auf Pflanzenresten in Eimer
gartenarbeit © Daniel Fuhr - www.fotolia.de

Amerikanische Wissenschaftler konnten nun das Rätsel lösen, warum Pflanzen, wenn sie verletzt werden, danach schneller wachsen. Anhand der unscheinbaren Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) stellten die Forscher fest, dass diese Pflanze in ihren Zellen zu Anfang nur zehn Chromosome besitzt, aber durch sogenannte Kopierschnitte diese sich schlagartig vermehren, so bis zu 320 Stück.

Im Normalfall verdoppeln sich die Chromosomen bei jedem Schnitt, aber bei diesem Prozess, der auch als Endoreplikation bezeichnet wird, werden die Chromosomen kopiert, aber die Teilung wird unterbunden, so dass die Zelle dann die doppelte Anzahl besitzt und sich dies ständig weiter wiederholt. Bei verschiedenen Experimenten wurde dann auch diese Theorie bestätigt und die Pflanzen wuchsen nicht nur schneller, sondern produzierten auch mehr Samen.

Studie zeigt Nutzen von Pflanzen-Schädlingen auf

Blattläuse auf Pflanze im Sonnenlicht
plant-louse in ray of sun © Vladimir Gunko - www.fotolia.de

Ohne ihre natürlichen Feinde verändern sich Pflanzen binnen kürzester Zeit. Dies haben kanadische Wissenschaftler jetzt exemplarisch an der Nachtkerze untersucht.

Für ihre Studie haben sie ein Feld komplett mit Insektiziden behandeln lassen. Fressfeinde wie etwa Mottenlarven tauchten daher dort nicht mehr auf. Die Nachtkerze reagierte darauf, indem sie innerhalb von drei bis vier Generationen ihre Schutzmechanismen abbaute. Abschreckende chemische Substanzen und eine spätere Blüte im Jahr, wenn bestimmte Larven weniger aktiv sind, waren nicht mehr erforderlich.

Insektizid-belastete Nachtkerzen, so die Forscher, wiesen nach fünf Jahren im Gegensatz zu unbehandelten Pflanzen ein wesentlich gleichmäßigeres genetisches Muster auf. Sie gehen davon aus, dass es sich hierbei nicht um eine zufällige Entwicklung handele.

Von der Express-Evolution gehen jedoch auch Gefahren aus. So warnen die Autoren der Studie, dass Pflanzen auch Eigenschaften verlieren könnten, die Menschen an ihnen schätzen. So könnten sich ohne Schädlinge Geschmack oder Aussehen, die gewöhnlich zur Verteidigung gegen Insekten dienen, verändern. Daher sei es unmöglich, eine Prognose zu erstellen, was genau geschehe, wenn Schädlinge verschwänden.

Viren und Pilze machen Pflanzen wetterfest

Hand in Handschuh hält Pflanze mit Kartoffelkäfer in Kamera
Kartoffelkäfer ablesen 02 © Lianem - www.fotolia.de

Obwohl Pilze und Viren grundsätzlich schädlich sind für Pflanzen, können einige von ihnen nach dem Befall extremer Kälte oder Hitze standhalten. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der Pennsylvania State University, nachdem sie zahlreiche Pflanzen im Yellowstone-Nationalpark untersucht hatten.

Eine spezielle Grassorte war beispielsweise mit einem Pilz befallen, welcher sich wiederum mit einem Virus infizierte. Daraufhin trennten die Experten den Pilz von dem Gras und entfernten den Virus vom Pilz. Bei den extremen Temperaturen von über 50 Grad gingen kurze Zeit später sowohl Pflanze als auch Pilz ein, sodass das Virus für die Pflanze zum Überleben absolut notwendig ist.

Bislang konnten die Wissenschaftler jedoch noch nicht klären, wie die Pflanze durch das Virus wetterfest gemacht wird.

Pflanzenschädlinge breiten sich immer mehr aus: Ursachen sind Globalisierung und der Klimawandel

Blauer Himmel mit Wolken und strahlend heller Sonne
Sky © Sergey Tokarev - www.fotolia.de

Seit den 1960er Jahren haben sich Pflanzenschädlinge zunehmend über dem gesamten Globus verbreitet. Forscher sprechen von 27 Kilometern pro Jahrzehnt. Konzentrierten sich bestimmte Krankheiten an Pflanzen und deren Erreger einst noch auf ganz bestimmte Regionen, wie die Tropen, so muss man heute immer öfter feststellen, dass sich die Pflanzenschädlinge zunehmend in Regionen verbreiten, in denen sie sonst nicht heimisch waren.

Grund dafür sind unter anderem der Klimawandel und die Globalisierung. Durch die weltweit durchgeführten Transporte und auch Fernreisen gelangen auch Schädlinge und Pilze anderer Regionen in Gebiete, in denen sie sich neu ansiedeln können. Das gelingt ihnen so gut, da sich das Klima im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert hat und einige Pflanzenschädlinge ohne Weiteres auch außerhalb der Subtropen überleben können.

Vor allem die recht milden Winter der letzten Jahre haben einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass sich Würmer, Pilze und Raupen einen neuen Lebensraum erschlossen haben.

Das neue Pflanzenschädlinge einen enormen Einfluss auf die Ernte haben können, hat sich bereits in der Vergangenheit mehrfach gezeigt. So erlebte Irland im Jahre 1840 eine schwere Hungersnot, als ein neuer Pilz fast die komplette Kartoffelernte dahinraffte.

Die rasante Ausbreitung der Pflanzenschädlinge könnte in Zukunft zu einer großen Gefahr in Hinblick auf Nahrungsmittelversorgung weltweit werden.

Grundinformationen und Tipps zu Pflanzen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: invasion © Gernot Krautberger - www.fotolia.de

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