Bäume im eigenen Garten - Tipps zur passenden Auswahl und richtigen Pflege

Grüne Wiese mit Obstbäumen im Sonnenlicht

Ein Baum ist Schattenspender und bringt je nach Sorte auch Nahrung - bei der Wahl des passenden Baums gilt es, einige Punkte zu beachten

Bäume im eigenen Garten sorgen für ein abwechselungsreiches Bild, bieten Tieren einen natürlichen Lebensraum und je nach Art den Menschen eine ertragreiche Ernte. Bevor eine Baumschule aufgesucht wird, sollten Grundstücksbesitzer sich Gedanken machen, welchen Zweck die Bäume in ihrem Garten erfüllen sollen, ob sie Schatten spenden, Früchte bringen oder den Garten nur dekorieren sollen. Bei der Baumwahl ist es ratsam, diese Kriterien zu beachten.

Die optimale Baumwahl für den eigenen Garten

Generell gilt, dass einheimische Bäume am besten mit den hiesigen Boden-, Temperatur- und Lichtverhältnissen klar kommen. Ahorn, Buche, Birke und andere heimische Baumarten sind zudem ein wichtiger Ernährer für unsere Tierwelt. Aber auch exotische Bäume können am richtigen Standort unter entsprechender Pflege in unseren Breiten gedeihen.

Die Baumwahl sollte zudem abhängig von der Gartengröße getroffen werden. Je größer die Bäume werden, desto mehr Platz beanspruchen sie.

Das gilt sowohl für die Baumkrone als auch für die Wurzeln. In kleinen Vorgärten eignen sich vor allem Sträucher oder Bäume, die ausgewachsen eine Höhe von 10 bis 15 Metern nicht überschreiten.

Ob groß oder klein - jede Baumart hat spezielle Ansprüche. Einige Arten, wie der Schwarze Holunder sind relativ anspruchslos und pflegeleicht. Andere Bäume, wie zum Beispiel die Birke, brauchen reichlich Sonne und wieder andere müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden.

Besonders viel Pflege brauchen dabei Obstbäume. Insbesondere einheimischen Bäume sind bei den passenden Bodenverhältnissen aber sehr anpassungsfähig.

Beliebte Strauch- und Baumarten

Beliebte Sträucher sind zum Beispiel der Schwarze Holunder oder die Steinweichsel, als kleine Bäume kommen unter anderem

  • der Feldahorn
  • der Weißdorn oder
  • verschiedenen Obstbäume

in Frage. Apfel-, Birnen- oder Kirschbäume können selbst geerntet werden und bringen bei guten Wachstumsverhältnissen reichlich Früchte. Auch der Walnussbaum erfreut mit seinen Früchten viele Gartenbesitzer.

Die Früchte des Walnussbaumes erfreuen die Besitzer
Die Früchte des Walnussbaumes erfreuen die Besitzer

Auf größeren Gartenflächen haben mittelgroße Bäume wie die Birke oder die Hainbuche gute Wachstumsbedingungen. Sie erreichen eine Höhe von bis zu 20 Metern und können mit einem möglichen Alter von weit mehr als 100 Jahren ihre Besitzer generationsübergreifend erfreuen.

Noch älter können Großbäume werden, zu denen

  • der Spitzahorn
  • die Esche oder
  • die Buche

gehören. Bei einer Gartenbepflanzung mit diesen Bäumen muss aber berücksichtigt werden, dass sie besonders im Alter viel Platz und Nährstoffe brauchen und nicht ohne Weiteres wieder vom Grundstück entfernt werden dürfen.

Laubbäume für einen prachtvollen Garten

Bäume machen einen Garten attraktiv für Mensch und Tier. Sie spenden Schatten, bieten Lebensraum und bezaubern mit ihrer Blüten- und Blätterpracht.

Besonders Laubbäume sorgen für ein buntes und abwechselungsreiches Bild im Garten. Im Einklang der Jahreszeiten verwandeln sich die Baumkronen in ein frühlingshaftes saftiges Grün oder in bunte lebendige Herbsttöne.

Die Auswahl an Laubbäumen in Baumschulen, Gärtnereien oder Gartencentern ist groß. Sie reicht von heimischen bis hin zu exotischen Bäumen, von Zwergbäumen bis zu Großbäumen sowie von pflegeleichten bis hin zu pflegeintensiven Bäumen.

Welcher Baum für welchen Garten in Frage kommt, ist abhängig von den Platz- und Bodenverhältnissen im Garten. Zudem sind die regionalen Vorschriften zu beachten.

Platz- und Bodenverhältnisse bestimmen die geeigneten Laubbaumarten
Platz- und Bodenverhältnisse bestimmen die geeigneten Laubbaumarten
Kleine Sorten für den Vorgarten

Als Dekoration in kleinen Vorgärten oder Innenhöfen sind Bäume zu empfehlen, die eine Maximalhöhe von wenigen Metern nicht überschreiten. Viele exotische Bäume erfüllen dieses Kriterium, wie zum Beispiel der nordamerikanische Trompetenbaum. Dieser trägt im Frühsommer leuchtend weiße Blüten und wird oft als Zierbaum in Parks gepflanzt.

Aber auch der heimische Kugelahorn eignet sich mit einer Wuchshöhe von maximal 10 Metern für Vorgärten. Auffällig ist, dass die Krone des Kugelahorns fast ebenso breit wie der Baum hoch wird. Weitere Laubbäume, die im Vorgarten gut aufgehoben sind, sind

  • der im Herbst auffallend bunte Essigbaum
  • der strauchähnliche Zierapfel mit seinen kleinen Früchten sowie
  • die Akazie mit ihrem breiten Blätterdach.
Größere Sorten für große Gartenflächen

Für große Gartenflächen eignen sich die Laubbäume, die eine Wuchshöhe von weit über 10 Metern erreichen können und viele Wurzeln ausbilden. An erster Stelle der Gartenbesitzer stehen Obstbäume.

Der Apfelbaum beispielsweise erfreut Gartenbesitzer im Frühjahr zunächst mit seinen aufspringenden Knospen, aus denen sich schnell grüne Blätter entwickeln, und anschließend mit seinen hellrosa Blüten. Die Äpfel, die während des Sommers beim Wachsen beobachtet werden können, sind im Herbst erntereif und können meist bedenkenlos verzehrt werden.

Im Gegensatz zu Apfel-, Birnen- oder Kirschbäumen bringen die typischen Wald- und Gartenbäume

  • Buche
  • Eiche
  • Kastanie oder
  • Birke

zwar keine für uns Menschen nahrhaften Früchte, sind dafür aber besonders wertvoll für Tiere. Zudem sorgen sie alljährlich für buntes Laub und eine goldige Herbststimmung.

Hat man sich für einen passenden Baum entschieden, sollte man natürlich auch wissen, wie man diesen richtig einpflanzt...

Tipps zum Einpflanzen von Bäumen im eigenen Garten

Das Einpflanzen eines Baumes in den eigenen Garten sollte nicht unüberlegt geschehen, denn die richtige Einpflanzung ist eine entscheidende Voraussetzung für ein gesundes Wachstum. Je planvoller man beim Pflanzen vorgeht, desto mehr Freude hat man an seinem neuen Baum.

In der Regel gewöhnen sich junge und kleine Bäume schneller an die neuen Verhältnisse als diejenigen, die schon über längere Zeit in der Baumschule standen. Wird ein junger Baum in den Garten gepflanzt, bildet er schneller Wurzeln aus, gedeiht prächtiger und bringt schneller Früchte.

Allerdings sollte er nach dem Einpflanzen möglichst nicht mehr umgesetzt werden. Der richtige Standort, an dem ein Baum problemlos in Höhe und Breite wachsen kann sowie ausreichend Nährstoffe bekommt, sollte also schon vor dem Einpflanzen bewusst ausgewählt werden.

Die Baumpflege beginnt schon bei der Anpflanzung von Bäumen. Nicht jeder Baum ist für jeden Standort im Garten geeignet. Bei der Standortwahl muss berücksichtigt werden, wie groß der ausgewachsene Baum einmal wird und ob die Baumkrone genug Platz hat, um sich zu entfalten. Auch die Bodenverhältnisse, die natürliche Wasserversorgung und das Nährstoffangebot spielen eine Rolle.

Bevor ein Baum in die Erde gepflanzt wird, muss ein dem Wurzelwerk entsprechend großes Loch ausgehoben und verfaulte Wurzeln entfernt werden. Ein Baum kann nur dann richtig gedeihen, wenn er nach Einpflanzung regelmäßig gegossen wird und je nach Größe zunächst an einen Pfahl angebunden wird, um ihn und damit auch seine Wurzeln ruhig zu stellen.

Der frisch eingepflanzte Baum muss regelmäßig gegossen werden
Der frisch eingepflanzte Baum muss regelmäßig gegossen werden

So pflanzen Sie richtig

Wer sich für einen Baum in der Baumschule entschieden hat, sollte diesen zügig in die neue Erde bringen. Zum Einpflanzen eignet sich am besten der Herbst. Der Boden ist dann nicht mehr so trocken wie im Sommer und die Wurzeln haben bis zum Winterfrost noch Zeit zu wachsen.

Auch die richtige Lochgröße ist entscheidend für die Entwicklung der Wurzeln. Sie orientiert sich am Durchmesser des Wurzelballens. Das Loch sollte ungefähr zweimal so groß wie der Ballen sein.

Im nächsten Schritt kann der Baum in das Erdloch eingesetzt werden. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Baum nicht zu tief ein das Loch eingepflanzt wird, damit die Wurzeln noch genug Sauerstoff aufnehmen können.

Nach dem Ausrichten des Baumes kann das Loch mit Erde gefüllt und diese leicht festgetreten werden. Es empfiehlt sich, entlang der Lochränder einen wenige Zentimeter hohen Erdwall aufzuschichten.

Dieser Wall eignet sich als Richtmaß zum Gießen. Wird er bewässert, erreicht das Wasser genau den Wurzelballen.

Nach dem Zuschichten des Loches sollte der Baum an Pfählen und Pflöcken befestigt werden. Nur im ruhigen Zustand kann er gut Wurzeln ausbilden und sich fest im Boden verankern. Ein zu starres Anbinden sollte allerdings vermieden werden.

Da ein Jungbaum noch eine sehr empfindliche Rinde hat, sind für das Anbinden am besten breite Stoffbänder geeignet, die nicht einschneiden. Ebenfalls wird die Rinde geschont, wenn sie nicht der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt ist. Mit Bambusmatten kann der Stamm umwickelt werden, um ihn vor starker Strahlung zu schützen.

Während der Anwachsphase sollten Bäume nicht gedüngt, aber dafür reichlich bewässert werden. Erst nach drei Jahren im neuen Garten sollte der Baum von den Pflöcken losgebunden werden.

Ist der Baum eingepflanzt, sollte man sich über die richtige Pflege informieren, um ihm ein gesundes Wachstum zu ermöglichen...

Pflege des Baumbestands

Ob im Park oder im eigenen Garten - nur gut gepflegte und gesunde Bäume verschönern die Grünfläche, bieten Tieren Lebensräume und bringen eine ertragreiche Ernte. Der Baumbestand im Garten kann auch ohne professionelle Hilfe selbst gepflegt werden. Da aber Pflege nicht gleich Pflege ist, sollten Gartenbesitzer sich über den richtigen Rückschnitt oder die artgerechte Wurzelpflege zunächst informieren.

Rückschnitt: der richtige Zeitpunkt

Baumschnitte werden in der Regel im Frühjahr oder im Herbst vorgenommen. Von März bis September soll ein Naturschutzgesetz solche Arbeiten untersagen.

Die Rechtslage kann sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Der Baumschnitt in der Vegetationszeit kann den Bäumen schaden.

Das Gesetz bezieht sich aber eher auf Fällungen und Rodungen. Baumschnittarbeiten können noch geduldet werden, wenn keine Nester oder Bruthöhlen von Vögeln in den Bäumen sind.

Es war vor allen Dingen eine Gewohnheit, dass Bäume vorwiegend im Winter geschnitten wurden. Modernere Untersuchungen haben gezeigt, dass Schnittstellen an Bäumen während der Vegetationszeit besser heilen. Deshalb kann man, wenn man den Vogelschutz beachtet, durchaus auch im Sommer schneiden.

Es kommt aber auf die Baumart an. Ein Sommerflieder zum Beispiel ist eine Schmetterlingswiese und sollte während der Vegetationszeit besser nicht geschnitten werden.

Sommerflieder wird am besten im Frühjahr ausgelichtet. Es gibt Baumarten, die bluten, beispielsweise der Walnussbaum oder die Birke. Sie sollten am besten verschnitten werden, wenn sie belaubt sind.

Die richtige Vorgehensweise

Der Baumschnitt will gekonnt sein und man sollte die nötige Erfahrung dafür haben. Bei älteren Bäumen darf nicht so viel weggeschnitten werden, wie bei jüngeren.

Wenn man nicht über die nötige Erfahrung verfügt, sollte man sich ausführlich beraten lassen, sich das Verschneiden von einem Könner zeigen lassen oder dann doch lieber einen Fachmann beauftragen, damit kein Baum eingeht. Der Schnitt ist ein massiver Eingriff in das biologische Verhältnis des Baumes. Wenn die Energieversorgung nicht mehr stimmt, ist der Baum tot.

Es gibt keine allgemein gültigen Regeln, denn jeder Baum ist anders und hat andere Bedürfnisse. Deshalb sind das richtige Einschätzen und ein Blick für die Ansprüche des Baumes wichtig. Abgestorbene Zweige können immer abgeschnitten werden.

Der so genannte Erziehungsschnitt wird vorgenommen, wenn die Blätter voll ausgebildet sind. Er soll dem Baum die spätere Form geben. Niemals darf man mit einem Schnitt die Standfestigkeit gefährden.

Jede Baumsorte benötigt einen anderen Rückschnitt - falsch geschnittene Bäume können sterben
Jede Baumsorte benötigt einen anderen Rückschnitt - falsch geschnittene Bäume können sterben
Die richtige Kronenfrisur

Ein wichtiger Teil der Baumpflege ist der Kronenschnitt. Besonders Obstbäume profitieren von einem Aufbauschnitt, bei dem die Krone eine für ihr Wachstum günstige Form erhält und zum besseren Lichteinfall ausgelichtet wird.

Durch einen Kronenschnitt wird zudem das Wachstum von Bäumen beeinflusst.

  • Erfolgt der Schnitt im Sommer, wächst der Baum langsamer.
  • Durch einen Winterschnitt wird für ein schnelleres Wachstum gesorgt.
  • Während der frostigen Jahreszeit sollten aber nur Kernobstbäume geschnitten werden.

Beim Kronenschnitt müssen verschiedene Dinge beachtet werden. Zunächst sollte das Werkzeug scharf und sauber sein. Kaputte, verfaulte und abgestorbene Äste sollten ganz entfernt werden. Auch Äste, die sich gegenseitig behindern, sind im Ganzen zu entfernen.

Entstehen Astgabelungen, sollte vorsorglich einer der Triebe abgeschnitten werden. Äste, die nach innen wachsen und daher keine Früchte tragen werden, können bedenkenlos entfernt werden.

Den Baumbestand zu pflegen bedeutet auch, einen Parasitenbefall frühzeitig zu erkennen. Pilze und andere Schädlinge müssen großflächig entfernt werden.

Ist ein Baum von Insekten befallen, sollten Lockstofffallen im Garten aufgestellt werden, um die Anzahl der Insekten zu verringern. Weitere Pflegemaßnahmen von Bäumen sind

  • die Pflege der Wurzeln
  • die Unterstützung des natürlichen Wundverschlusses sowie
  • das Fällen von Bäumen.

Wer einen Obstbaum in seinem Garten stehen hat, möchte sicherlich auch etwas davon haben - damit er gesund bleibt und Früchte trägt, bedarf es bei diesem Baum einer besonderen Pflege und auch der Erntezeitpunkt ist von Bedeutung...

Pflege und Ernte von Obstbäumen im Garten

Obstbäume im Garten erfreuen nicht nur durch ihre Blütenpracht im Frühling und ihr buntes Laub im Herbst, sie bringen bei richtiger Pflege auch viele Früchte. Ob Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pfirsiche - Obst aus dem eigenen Garten ist ökologisch und gesund und kann bedenkenlos verzehrt werden. Damit die Ernte ertragreich wird, müssen Obstbäume geschnitten, bewässert und von Schädlingen frei gehalten werden.

Schneiden

Je nach Art hat jeder Obstbaum unterschiedliche Bedürfnisse, was die Pflege angeht. Generell gilt aber, dass Obstbäume bevorzugt an frostfreien Herbst- und Wintertagen geschnitten werden sollten.

Das hat sowohl für den Baum wie auch für den Menschen Vorteile. Der Baum hat bis zum Austreiben noch Zeit, sich vom durchaus belastenden Schnitt zu erholen und der Mensch kann an einen laublosen Baum besser hantieren.

Es empfiehlt sich, Obstbäume regelmäßig, aber nicht unnötig stark zu beschneiden. So sollten Äste, die nach innen wachsen, entfernt werden. Auch abgestorbene und verfaulte Äste schaden dem Baum und sollten daher abgeschnitten werden.

Beim Schneiden ist darauf zu achten, dass Äste am Astring abgeschnitten werden und somit nicht direkt am Stamm. Es ist sinnvoll, sich vor dem Obstbaumschnitt genauer über die jeweiligen Baumarten zu informieren, da es bezüglich der Häufigkeit, Vorgehensweise oder dem Zeitpunkt unterschiedliche Dinge zu beachten gibt. So müsse Pfirsichbäume beispielsweise im Frühjahr und Süßkirschen im Sommer geschnitten werden.

Wässern und düngen

In der Regel erhalten Obstbäume Wasser und Nährstoffe direkt aus dem Boden. Ist es im Sommer allerdings langanhaltend heiß und trocken, so dass das Gras schon anfängt, gelb zu werden, sind Obstbäume auf eine Wasserversorgung durch den Menschen angewiesen.

Wer morgens und abends mit einem Gartenschlauch seine Bäume mit Wasser versorgt, kann auch nach übermäßig heißen Sommern mit viel Obst rechnen. Auch durch Düngung kann der Mensch die Bäume beim Gedeihen unterstützen.

Gute Ergebnisse werden erzielt, wenn Mitte Februar gedüngt wird. Da Obstbäume aber schnell überdüngt werden, sollten die Anweisungen der Hersteller genau befolgt werden.

Ernten

Die meisten Obstbäume können im Herbst geerntet werden. Wann eine Frucht reif ist, erkennt man oft schon an äußeren Merkmalen.

Äpfel sind beispielsweise dann reif, wenn sie entweder selbst vom Baum fallen oder der Stiel sich mit leichter Drehung vom Ast lösen lässt. Die Kerne im Inneren des Apfels müssen zudem braun sein.

Während die ersten Äpfel erst im August reif sind, können die ersten Birnen schon Mitte Juli geerntet werden. Noch früher werden Kirschen reif. Schon im Juni können einige Sorten geerntet werden.

Stammpflege für Obstbäume – so schützen Sie die Rinde vor Frost und Schädlingen

Vor allem die Stämme junger Obstbäume müssen gegen Risse geschützt werden

Große Wiese mit Allee von blühenden Kirschbäumen
kirschblüte © sylwia2007 - www.fotolia.de

Ältere Obstbäume haben einen robusten Stamm, der auch kalte Winter übersteht. Der Stamm junger Obstbäume sollte jedoch vor Frost geschützt werden. Da die Rinde noch elastisch ist, kann sie bei Temperaturschwankungen reißen.

Eine bewährter Schutz gegen Risse ist der Weißanstrich mit Kalkmilch. Aber auch Isolierungen mit Rohrmatten oder Jute sind möglich.

Pflegestufe 1

Bevor der Stamm gekalkt wird, bürstet man zunächst

  • lose Teile,
  • Flechten oder
  • Moos

mit einer Drahtbürste ab. Das schafft eine glatte Oberfläche und beseitigt die Möglichkeiten zum Unterschlüpfen für Schädlinge.

Aber Achtung: nicht zu fest aufdrücken. Ist die Rinde an einzelnen Stellen verletzt, muss man vor dem Pinseln ein Wundverschlussmittel auftragen.

Pflegestufe 2

Zum Isolieren bietet der Gartenhandel fertige Kalkmilch an. Diese reflektiert die Sonnenstrahlen und verhindert dadurch, dass sich die Rinde einseitig aufheizen kann. Gerade an frostigen Tagen setzt dies die Rinde so unter Spannung, dass sie reißt.

Den Weißanstrich großzügig mit einem dicken Pinsel auftragen. Bei Bedarf im Folgejahr wiederholen.

Als Alternative bieten sich

  • Matten oder
  • Jute oder
  • Schilfrohr

an. An zugigen Stellen kann den Stamm auch zur Ostseite mit einem Brett schützen.

Die richtige Pflege von Obstbäumen im Topf

Junge hält schützend seine Hände um junge Pflanze
the boy observes cultivation of a young plant. © Andrey Armyagov - www.fotolia.de

Nicht immer muss es ein großer Garten sein, um Obstbäume anzupflanzen. Es gibt diese auch im Mini-Format; sie können problemlos in Töpfen auf der Terrasse oder dem Balkon gehalten werden. Trotz ihrer kleinen Größe tragen sie große Früchte. Der ideale Platz für die Mini-Obstbäume ist sonnig bis halbschattig.

Bei der Pflege ist besonders auf ausreichend Wasser zu achten, denn ansonsten werden die Fruchtansätze der Bäume abgeworfen. Nach Angaben des Zentralverbands Gartenbau ist zudem eine einmonatige Flüssigdünger-Verabreichung wichtig, dies sollte nach der Blütezeit und bis zur Ernte erfolgen.

Pilzerkrankungen reduzieren - Apfelbäume im Sommer schneiden

Frauenhände pflücken Apfel von einem Baum
Apfel 02 © Lianem - www.fotolia.de

Um die Anfälligkeit für Pilzerkrankungen bei Apfelbäumen zu reduzieren und die Früchte besser reifen zu lassen, sollte ein Sommerschnitt bei den Bäumen durchgeführt werden. Solch ein Schnitt kann das Wachstum des Baumes regulieren und wirklich sogar Pilzbefall verhüten. Weil nämlich die Blätter durch eine bessere Belüftung nach einem Regenschauer schneller wieder abtrocknen können. Und durch den größeren Lichteinfall reifen die Früchte besser aus.

Der beste Zeitraum für diesen Schnitt ist die Zeit von Ende Juni bis Mitte Juli. Das Triebwachstum ist dann abgeschlossen und der Apfelbaum legt neue Knospen fürs nächste Jahr an. Es sollten dann vor allem die einjährigen, gerade hochwachsenden Triebe entfernt werden. Wächst ein Baum schwach, sollte man nur die stärksten Triebe entfernen. Lieber weniger entfernen, denn sonst bekommen der Baum und die Früchte nicht mehr genügend Nährstoffe. Wächst ein Baum stark und übereich, dann kann man gleich mit diesem Schnitt auch den Fruchtbehang ausdünnen.

Blüten im Eismantel – Obstbauern lassen Knospen zum Schutz vor Frost einfrieren

Damit die zarten Blüten ihrer Obstbäume nicht einfrieren, lassen Obstbauern diese durchgängig mit Wasser besprühen

Nahaufnahme Holzapfelblüte
Holzapfelblüte (Malus sylvestris) © scarlet61 - www.fotolia.de

Wenn die ersten Obstbäume blühen, liegt bereits ein Hauch von Sommer in der Luft. Nachts kann es aber noch richtig kalt werden - eine Gefahr für die empfindlichen Blüten. Sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, startet in den Plantagen deshalb ein faszinierendes Schauspiel: die Frostschutz-Beregnung.

Blüte im Eispanzer

Was so sperrig klingt, ist eine unvergleichliche Naturschönheit. Um die Blüten vor dem Erfrieren zu schützen, hüllt die Beregnung sie in einen künstlichen Eismantel.

In starken Frostnächten rieselt das Wasser 12 Stunden lang über die Bäume. Morgens ist die ganze Plantage dann von einer glitzernden Eishülle überzogen.

Wie funktioniert der Frostschutz?

Eis gegen Erfrieren – was zunächst paradox klingt, beruht auf einer wesentlichen Eigenschaft von Wasser. Wenn es vom flüssigen in den festen Zustand wechselt, gibt es dabei Energie ab. Pro Liter exakt 335 Kilojoule. Hält man diesen Gefrierprozess nun dauerhaft in Gang, kann die freigesetzte Energie die Blüten und Knospen im Inneren des Eispanzers auf 0 Grad Celsius halten.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Wärmeabgabe auf der Oberfläche nicht unterbrochen wird. Sonst entzieht die Verdunstungskälte den Blüten Energie: sie erfrieren. Solange die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen, muss also ständig frisches Wasser auf die Bäume rieseln. Erst wenn die Morgensonne die Temperaturen über 0,5 Grad steigen lässt, kann der Bauer die Beregnung abschalten.

Für Hobbygärtner ist der Frostschutz durch Eis also keine Option. Es sei denn, sie sind bereit, die frostigen Nächte mit einem Schlauch im Garten zu verbringen. Einmaliges Besprengen der Pflanzen richtet dagegen größeren Schaden an als der pure Frost.

Entfernung von Laub und Grünschnitt

Im Herbst verlieren die Bäume ihre Blätter und das ganze Laub sammelt sich darunter. Mitunter fällt es aber auch auf die Terrasse, wo es spätestens nach Regenfall zu Stürzen durch Ausrutschen führen kann. Lässt man es auf dem Rasen liegen, kann es zu unschönen gelben Flecken kommen - der Rasen trägt dadurch Schäden.

Das Laub sollte fachgerecht entfernt werden. Gleiches gilt auch für den Grünschnitt, der anfällt, wenn man die Bäume zurückschneidet.

Am besten kehrt man das Laub mit einem Rechen aus Metall zusammen. Auf einen Laubbläser sollte man möglichst verzichten, da dieser Kleintiere gefährden kann.

Der Laubrechen ist besser für die Natur als der Laubbläser
Der Laubrechen ist besser für die Natur als der Laubbläser

Die Entsorgung der Blätter erweist sich nicht immer als einfach. Wer einen großen Garten mit entsprechendem Kompost hat, kann sie dort abladen.

Die Biotonne ist in der Regel zu klein dafür und auch der Hausmüll ist nicht geeignet. Verboten ist es, das Laub zu verbrennen.

In vielen Gemeinden gibt es eine spezielle Müllabfuhr, die gesammeltes Laub mitnimmt. Zudem kann man es mancherorts auch in Wertstoffhöfen abgeben. Empfehlungen der Landschaftskammer NRW zufolge kann man Kleintieren ein Winterquartier schaffen, wenn man die Blätter in einer Ecke des Gartens zusammenträgt.

Was den Grünschnitt angeht, so kann auch dieser auf den Kompost gelegt werden - die Äste sollten jedoch zuvor im Schredder zerkleinert werden. Auch die Entsorgung bei den besagten Abladestellen ist möglich.

Man kann den Baumschnitt auch weiterverwerten, indem man ihn als Mulch auf die Beete legt. Auf diese Weise schützt er vor zu starker Sonneneinstrahlung sowie bei starken Niederschlägen.

Nachbar muss fürs Laubräumen nichts zahlen

Sonne scheint auf Straße voller Herbstlaub, Straßenschild mit Warnung vor Rutschgefahr und der Aufschrift "Herbst"
Herbstlaub auf Straße, Rutschgefahr, Glätte, Straßenglätte, Sonne, tiefstehende Sonne © stockWERK - www.fotolia.de

Auch wenn durch einen Baum der Nachbarschaft Laub auf das eigene Grundstück fällt, muss der Nachbar nicht für das Zusammenkehren zahlen. Denn das Oberlandesgericht Hamm hat entschieden, dass solche Arbeiten, die durch nachbarschaftlliche Bäume entstehen, nicht die Grundstücksnutzung beeinträchtigen und damit nicht geltend gemacht werden können.

Das Gericht hatte einen Fall zu entscheiden, bei dem der Inhaber eines Grundstücks eine Kostenentschädigung durch seinen Nachbarn gefordert hat, weil es durch dessen zwei Buchen auf seinem Grundstück zu Laub und Ästen gekommen war. Für das Aufsammeln und Zusammenharken wollte der Nachbar eine Entschädigung. Die Richter lehnten diese Forderung jedoch ab, da weder Zeit- noch Arbeitsaufwand für solche Arbeiten hoch ausfallen würden und zudem die betreffenden Bäume durch die Satzung des örtlichen Baumschutzes geschützt seien.

Woran viele Menschen, die Bäume im Garten haben, in erster Linie sicherlich nicht dran denken, sind mögliche Gefahren, die durch einen Baum entstehen können - beispielsweise bei einem heftigen Sturm...

Herbststürme: Hohe Bäume im Garten ein Haftungsrisiko

Wenn der Herbst Einzug in Deutschland hält, kommen mit ihm die gefürchteten Herbststürme. Nicht selten richtet man da mal einen sorgenvollen Blick auf die Tanne vor dem Haus oder die Birke im Garten, die im vergangenen Jahr wieder um einiges gewachsen sind und dadurch jetzt irgendwie bedenklich im Wind hängen.

Was ist, wenn sie den Sturm einmal nicht überstehen und umknicken? Was, wenn sie dabei vielleicht auf ein Auto oder sogar auf einen Passanten fallen? Wie kann ich mich absichern?

Zu hohe oder kranke Bäume können bei einem Sturm umknicken oder umfallen
Zu hohe oder kranke Bäume können bei einem Sturm umknicken oder umfallen

Das Wichtigste ist, dass Sie Ihre Bäume im Garten, gerade in der Schlechtwetterperiode, regelmäßig kontrollieren. Ist ein Baum beispielsweise

  • von einem Schädling befallen
  • krank
  • zu alt
  • zu hoch oder
  • gar morsch,

dann ist in jedem Falle Vorsicht angesagt: Sprechen Sie gegebenenfalls mit einem Fachmann. Der kann dann den Baum entsprechend zuschneiden oder die kranken Äste entfernen.

Notfalls muss eben der ganze Baum weg: Denn das folgt aus der so genannten "Verkehrssicherungspflicht", die Sie als Eigentümer eines Baumes verpflichtet, Ihren Baumbestand regelmäßig zu kontrollieren und, wenn von einem Ihrer Bäume ein Gefahr ausgeht, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, die zur Beseitigung der Gefahr führen. Solange Sie diese Verkehrssicherungspflicht erfüllen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Naturkatastrophen und Haftung

Sollte es nun aber doch zu einem Sturm kommen, insbesondere zu einem solchen mit Orkanstärke, bei dem selbst ein gesunder Baum einfach abknickt, dann fällt das in den Bereich "Naturkatastrophe". Nach der gängigen Rechtsprechung besteht im Falle einer Naturkatastrophe keine Haftung für die sich daraus ergebenden Schäden: Ein solcher Schaden ist vom Opfer einfach hinzunehmen, wie andere Schicksalsschläge eben auch.

Das gilt allerdings nur für den Schaden, der von einem Ihrer Bäume verursacht wird. Denn für Schäden, die zum Beispiel durch abfallende Gebäudeteile verursacht werden, gilt eine so genannte Gefährdungshaftung, sodass hier auch unabhängig vom eigenen Verschulden gehaftet wird.

Haftpflicht

Solange Sie ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht vorsätzlich nicht nachkommen, zahlt in Fällen der Verletzung der Verkehrssicherungspflicht die Haftpflichtversicherung für den Schaden. Im Falle einer Naturkatastrophe geht der Geschädigte leer aus. Am sichersten ist, wenn man seine Bäume stets ein bisschen im Auge behält und darauf achtet, dass sie gesund sind, dann kann einem selbst und vor allem anderen Menschen, auch im Falle eines Falles, nichts passieren.

Mehr Sicherheit für Hausbesitzer: Diebe werden von hohen Bäumen eher abgeschreckt

Maskierter Einbrecher versucht mit Brecheisen gekipptes Fenster zu öffnen
Einbrecher © bilderbox - www.fotolia.de

Einer Gruppe von Wissenschaftlern um Geoffrey Donovan vom U.S. Forest Service im amerikanischen Portland zufolge, können sehr hohe Bäume Diebe abschrecken.

"Wir glauben, dass große Bäume Kriminalität zurückdrängen können, da sie an potentielle Kriminelle das Signal senden, dass eine gute Nachbarschaftsatmosphäre besteht", so Donovan. Um dies zu belegen, wurden 2.813 Wohnungen in Portland überwacht. Anschließend wurden die über einen gewissen Zeitraum hinweg passierten Einbrüche mit der Beschaffenheit der Gärten in Beziehung gesetzt.

Sehr hohe Bäume, die höher als das Haus sind, signalisieren demzufolge, dass es wachsames Nachbarschaftsverhältnis besteht. Sind die Bäume jedoch kleiner und funktionieren eher als Sichtschutz, gingen Langfinger davon aus, dass man etwas zu verbergen habe und witterten fette Beute.

Tipps und Grundinformationen zu Bäumen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: obstgarten © Uschi Hering - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Fall leaves with rake © Elenathewise - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Walnüsse am Baum mit offener Schale © schweitzer-degen - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: baum © Silvia Schwarz - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Baum verschneiden 04 © Lianem - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: junge Pflanze © blacksock - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: classic house with flower garden © Ken Hurst - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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