Das Muttersöhnchen als Problemkind - Ursachen, Folgen und hilfreiche Tipps

Muttersöhnchen ist die abwertende Bezeichnung für einen Jungen, der ständig am Rockzipfel der Mutter hängt. Dabei können solche Phasen in der Entwicklung von Kindern durchaus normal sein, aber nur zeitweise; ansonsten können Muttersöhnchen als Problemkinder betrachtet werden. Überbehütete Söhne sehen sich dann mit verschiedenen Problemen im Alltag konfrontiert. Das Muttersöhnchen als Problemkind - informieren Sie sich über mögliche Ursachen und Folgen und holen Sie sich hilfreiche Tipps, um die Mutter-Sohn-Beziehung positiv zu verändern.

Mit welchen Problemen sich überbehütete Söhne im Alltag konfrontiert sehen - Auswirkungen einer übermäßig starken Bindung an die Mutter im Laufe des Lebens

Ursachen

Zeichnet sich eine ungesunde Mutter-Kind-Beziehung ab, so kann der Junge schnell zum Problemkind werden. Meist werden Ängste oder Befürchtungen wie Trennungs- und Verlustängste auf den Jungen übertragen. Die Mutter kann nicht loslassen und möchte das Kind an sich binden, dies geschieht meist unbewusst. Überfürsorglich wird der Junge behütet und wird so zum verwöhnten Einzelgänger.

Grundsätzlich entsteht das "Muttersöhnchen-Dasein" bereits im Kleinkindalter durch entsprechende Erziehung. Dies liegt oft nicht mal in der Absicht der jeweiligen Mütter, denn meist haben sie nur übermäßige Angst um ihre Kinder, versuchen sie zu beschützen und bemuttern sie rund um die Uhr.

Erziehung ist nicht immer einfach und jede Mutter versucht, ihre Kinder zu verwöhnen, doch auch beim Verwöhnprogramm sollten Mütter Grenzen setzen. Gerade Söhne werden häufig von den Müttern über alle Maßen verwöhnt. Dies kann mit zunehmendem Alter zu Problemen führen, denn Söhne, die sich zu sehr an ihre Mütter binden, haben es nicht immer leicht.

Mangel an männlichen Vorbildern

Jede Mutter möchte ihr Kind schützen - Grenzen zu setzen ist vernünftig, aber auch loslassen zu lernen und dem Kind Freiheiten zuzugestehen ist wichtig. Das Mutter-Sohn-Verhältnis ist immer ein besonderes, vor allen Dingen wenn die Mutter alleinerziehend ist.

Oft fehlen dann männliche Vorbilder, nach denen sich der Junge richten kann. Auch in Kindergärten und Grundschulen sind meist nur weibliche Erzieherinnen und Lehrerinnen.

Der Junge muss aber ein männliches Rollenbild für sich finden, denn gerade die Kinderjahre sind prägend und beeindrucken die werdende Persönlichkeit.

Mögliche Auswirkungen für "Muttersöhnchen"

Einschulung

Erste Probleme kommen oft bereits kurz nach der Einschulung auf. Während sich die meisten Kinder zu diesem Zeitpunkt langsam von ihren Eltern lösen und erste Freiräume für sich beanspruchen, sind Muttersöhnchen häufig nicht in der Lage, sich von ihrer Mutter abzunabeln. Diese Tatsache verhindert hier oft zum ersten Mal, ein gleichwertiger Teil der Gruppe zu sein und so sind Muttersöhnchen bereits in der ersten Klasse häufig Einzelgänger.

Das Bemühen zur Gruppe zu gehören und gleichzeitig die Bemühung, es der Mutter und den Lehrern recht zu machen, schafft häufig eine seelische Unausgeglichenheit und beeinträchtigt den gesamten Alltag.

Pubertät

Noch problematischer wird die Situation in der Pubertät; das erste Interesse am anderen Geschlecht erwacht und die innerliche Zerrissenheit der so genannten Muttersöhnchen nimmt weiter zu. Schon zu dieser frühen Phase der ersten Versuche, Partnerschaften einzugehen, kommt kein Mädchen wirklich an die Mutter ran.

Frauen als Konkurrenz

Grundsätzlich sehen die Mütter von "Muttersöhnchen" jedes Mädchen, für das der Sohn Interesse zeigt, als unliebsame Konkurrenz, die für den eigenen Sohn nur schlecht sein kann. Diese Tatsache bleibt oft noch bestehen, auch wenn der Sohn bereits eine eigene Familie gegründet hat, denn auch hier bleibt Mutter der ständige Begleiter und wichtigste Ratgeber und auch die beste Ehefrau und Mutter kann hier nicht punkten.

Hilfreiche Tipps

Dem Kind vertrauen

Eine innige und liebevolle Sohn-Mutter-Beziehung ist etwas Positives und stärkt das Kind für das spätere Leben. Aber dazu gehört auch, dem Kind etwas zuzutrauen, etwa:

Überbehütende Mütter neigen dazu, dem Sohn alles zu verbieten, aus Angst vor Unfällen und Gefahren. Dadurch wird das Kind unselbstständig und kann kein Selbstwertgefühl entwickeln. Es traut sich nichts zu und hat vor vielem Angst.

Überbehütende Mütter neigen auch dazu, dem Kind alles abzunehmen und nehmen ihm so wichtige Entwicklungsschritte.

Nicht klammern

Eine von echter Mutterliebe getragene Mutter-Kind-Beziehung sollte bedingungslos sein und das Kind fördern und unterstützen. Bei Müttersöhnchen probiert die Mutter meist zu klammern, oft wird der Sohn zum Partnerersatz.

Der gesunde Abnabelungsprozess funktioniert nicht und das Kind wird klein gehalten. Dem Kind werden die Verantwortung und damit aber auch die Selbstständigkeit genommen.

Fazit

Mütter sollen ihre Söhne lieben, aber sie sollten sie bei dem Schritt in die Freiheit unterstützen. Oft fühlen sich Söhne auch verantwortlich für die Mutter und können deshalb nicht mehr unbelastet agieren. Kinder sind aber nicht für die Eltern verantwortlich, sondern umgekehrt.

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