Tipps, um Streit zu vermeiden und die Aufgaben im Haushalt sinnvoll aufzuteilen

So war es früher: Die Frau war für den Haushalt zuständig, der Mann brachte das Geld nach Hause. Doch in den meisten Familien hat sich dies inzwischen geändert, so dass die Aufgaben im Haushalt gerecht verteilt werden müssen, damit auch die Frau einmal Zeit zum Entspannen hat. Nicht immer klappt dies ohne Reibereien oder Diskussionen. Holen Sie sich Tipps, um die Aufgaben im Haushalt sinnvoll zu verteilen und Streit zu vermeiden.

Wie die nötige Unterstützung in der Familie gefunden werden kann, damit die Hausarbeit nicht allein an der Mutter hängenbleibt

Vollzeitjob Hausfrau - Familien-Management mit Stressgefahr

Mehr als 15 Millionen Hausfrauen sind auch an Sonn- und Feiertagen oder in den Ferien mit Arbeit eingedeckt.

für die Lieben - die moderne Hausfrau hat alles im Griff. Doch Familien-Management kann an den Nerven zehren und reichlich Stress verursachen.

Überforderung macht krank

Hausfrauen sorgen nicht nur für ein heimeliges Zuhause, sondern erziehen ganz nebenbei die Kids und gehen womöglich auch noch einem Job nach. Scheinbar stecken Familien-Managerinnen alles locker weg und meistern alle Tätigkeiten mit Bravour. Doch das Idealbild der perfekten Hausfrau entspricht nicht immer der Realität.

Viele Frauen und Mütter überfordern sich permanent und haben ein hohes Burnout-Risiko.

Um alles unter einen Hut zu bringen, bewältigen Hausfrauen jeden Tag ein immenses Arbeitspensum. Doch schnell geht diese Dauerbereitschaft an die Substanz. Es entsteht ein Gefühl des Ausgebranntseins auf geistiger und/oder physischer Ebene.

Ein Burnout-Syndrom entwickelt sich schleichend und ist deshalb besonders tückisch. Unbehandelt kann ein Burnout zu

führen. Befragungen von Krankenkassen belegen, dass sich rund 95 Prozent aller Hausfrauen- und -männer extrem gestresst fühlen. Häufig leiden Familien-Manager sogar unter einer höheren Stressbelastung als Führungskräfte. Negativer Stress äußert sich mit

Mehrfachbelastung als Stressauslöser Nummer eins

Job, Erziehung und Haushalt, aber auch finanzielle Sorgen und Familienstreitigkeiten machen vielen Müttern das Leben schwer. Die Mehrfachbelastung gilt als Stressauslöser Nummer eins. Als Extra-Stressoren kommen

hinzu. Ganz besonders stressgefährdet sind Frauen mit mehreren oder jüngeren Kindern in der Altersstufe bis zu fünf Jahren.

Oft vermissen Hausfrauen Anerkennung für ihre Leistung, auch Lob gibt es selten. Präventionsexperten weisen darauf hin, dass regelmäßige Erholungsphasen während der Hausarbeit ebenso wichtig sind wie im Beruf, um sowohl seelische als auch körperliche Beschwerden zu vermeiden.

Gesunder Egoismus bringt Entlastung

Bevor der Burnout zuschlägt, sind Gegenmaßnahmen erforderlich.

sind ernstzunehmende Hinweise für einen drohenden Burnout.

Überlastete Hausfrauen und gestresste Mütter können jedoch frühzeitig gegensteuern.

  • Morgens ein gesundes Müsli bringt Power für den Tag,
  • Ananas sättigt und eignet sich zudem perfekt als Stresskiller.
  • Aktivitäten wie Schwimmen, Fahrradfahren oder regelmäßige Besuche im Fitnessstudio stärken die Abwehrkräfte und halten Stress fern.
  • Auch soziale Kontakte sind überaus wichtig, um das Selbstbewusstsein zu verbessern und sich mit anderen Dingen zu beschäftigen als mit Haushalt, Kindererziehung oder Job.
  • Und auch eine Portion gesunder Egoismus gehört zum Antistress-Programm.

Denn nicht alles, was der Ehemann oder der Nachwuchs gerade will, muss umgehend erfüllt werden. Das Delegieren ist wie in der Berufswelt ein wesentlicher Aspekt des professionellen Familien-Managements.

Sinnvolle Aufteilung der Hausarbeit

Früher ging in den meisten Familien nur der Mann zur Arbeit und die Frau kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder. Der Mann hatte mit Tätigkeiten wie Badputzen, Müll rausbringen, Fensterputzen, Abspülen und Co. nichts zu tun.

Heutzutage ist es in den meisten Familien und Beziehungen jedoch so, dass sowohl der Mann als auch die Frau arbeiten. Bliebe dann der gesamte Haushalt trotzdem noch an der Frau hängen, so hätte sie fast gar keine Freizeit mehr. Daher sollten Paare von Anfang an einen Plan erstellen, wer was im Haushalt macht, wenn beide arbeiten gehen.

Aufteilung nach Fähigkeiten

Da jeder unterschiedliche Neigungen und Fähigkeiten hat, können die Arbeiten natürlich entsprechend zugeteilt werden. Männer, die absolut nicht bügeln können, sollten nicht dazu gezwungen werden - stattdessen können Männer aber durchaus

  • den Müll rausbringen
  • die Spülmaschine ein- und ausräumen oder
  • staubsaugen,

während die Frau das

  • Bad putzt
  • die Wäsche wäscht oder
  • die Fenster putzt.

Paare, die sich die Arbeit im Haushalt aufteilen, haben viel mehr gemeinsame Zeit, die sie verplanen können als Paare mit der klassischen Aufteilung, bei der der Haushalt Frauensache ist.

Im Notfall einfach direkt ansprechen

Der Mann bricht sich "keinen Zacken aus der Krone", wenn er nach dem Essen seinen eigenen Teller nimmt und in die Spülmaschine oder das Spülbecken stellt.

Die wenigsten Männer haben ein Problem damit, im Haushalt mitanzupacken. Frauen müssen sich nur trauen und sie konkret darauf ansprechen. Freiwillig bieten die wenigsten Männer ihre Hilfe an.

Übrigens: In einer gut funktionierenden Beziehung ist ein Haushaltsplan, in dem akribisch notiert wird, wer wann welche Tätigkeiten im Haushalt übernehmen muss, nicht notwendig. Hier helfen die Partner sich gegenseitig und sprechen sich ab, was aktuell zu tun ist.

Ab dem Kindergartenalter die Kinder fordern

Kinder lernen vor allen Dingen durch Nachahmung, es macht ihnen Spaß, mitzuhelfen und kleine Aufgaben zu übernehmen. Schon ab dem Kindergartenalter können Kinder in die Aufgabenverteilung mit einbezogen werden. Sie können

  • den Tisch decken oder
  • den Müll raus bringen

- je nach Alter. Dabei sollte es immer einen spielerischen Charakter haben und nie als Druck oder Zwang gestaltet werden. Kindern macht es Freude zu helfen und sie wollen in das Tun der Erwachsenen eingebunden werden. Werden ihnen Aufgaben übertragen, so finden sie Selbstbestätigung und diese stärkt ihr Selbstbewusstsein.

"Hilf mir es selbst zu tun"

Die Gewohnheit, von klein auf zu helfen, erspart manchen späteren Ärger. Für viele Mütter ist es einfacher etwas selbst zu tun, als die Geduld aufzubringen, das Kind dabei helfend zu unterstützen. Denn das Motto sollte immer lauten "Hilf mir es selbst zu tun". Dabei sollten Kinder viel gelobt werden und Anerkennung für ihr Tun erfahren.

Natürlich darf man sie mit den gestellten Aufgaben nicht überfordern. Sie müssen kind- und altersgerecht sein. Kinder erfahren auch durch Mama und Papa, wie diese sich bei der Aufgabenverteilung im Haushalt verhalten und definieren so ihre Geschlechterrolle.

Die zu erledigenden Aufgaben sollten am Anfang mit den Eltern zusammen in Angriff genommen werden. Kinder brauchen immer ein Erfolgserlebnis, um motiviert zu bleiben.

Kinder wachsen an ihren Aufgaben

Kleinere Kinder können auch schon beim Staubwischen helfen oder im Garten Unkraut zupfen. Dabei muss man ihnen zugestehen, dass sie für alles länger brauchen und es nicht immer perfekt können. Aber nur so können sie lernen.

  • Kleinere Kinder sollten auch nur Aufgaben übernehmen, die nicht zu lange dauern, sonst ist es zu anstrengend für sie. Mit zunehmendem Alter können dann auch die Aufgaben wachsen und das Kind wächst mit einer Selbstverständlichkeit in eine Aufgabenverteilung hinein.

  • Je älter das Kind wird, umso besser ist es, mit der ganzen Familie einen Plan zu erarbeiten, wer welche Aufgaben übernimmt und diese dann auch verpflichtend ausführt.

Welche Aufgaben können Kinder übernehmen?

Sicher dauert es deutlich länger, wenn man die Kinder mithelfen lässt, doch dafür macht es mehr Spaß und führt dazu, die Kinder spielerisch zu fördern.

Obstsalat schnibbeln

Arbeitet man gerade in der Küche, so kann man mit den Kindern einen Obstsalat zubereiten. Je nach Alter des Kindes darf es schon selbst die Früchte klein schneiden oder braucht noch etwas Hilfe. Nebenbei lernen die Kinder nicht nur den Umgang mit dem Messer und die Feinmotorik, sondern auch die unterschiedlichen Obstsorten kennen.

Anschließend muss natürlich die Arbeitsplatte abgewischt werden, das kann sicher vom Kind erledigt werden.

  • Räumt man anschließend das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine, so darf das Kind unzerbrechliche Teile selbst einräumen.
  • Größere Kinder dürfen natürlich auch die Porzellanteller oder Gläser hineinstellen oder später das saubere Geschirr wieder ausräumen.

Betten beziehen

Die Feinmotorik kann man aber nicht nur beim Schneiden fördern, sondern auch beim Bettenbeziehen. Schon Kleinkinder dürfen hier helfen und die Knöpfe oder den Reißverschluss der Bettwäsche öffnen und wieder schließen. Dazu gibt man dem Kind ein eigenes Kopfkissen zum Beziehen und kümmert sich selbst um den Rest.

Wäsche sortieren

Farben können Kinder spielerisch lernen, wenn man mit ihnen die schmutzige Wäsche sortiert. So dürfen kleine Kinder beispielsweise helle und dunkle Farben auseinandersortieren, größere können dann auch alle gelben, blauen oder roten Kleidungsstücke trennen. Nebenbei lernen die Kinder hier die Farben kennen und sind Mama und Papa sicher eine große Hilfe.

Beim Aufhängen der nassen Wäsche können Kinder natürlich ebenfalls helfen, indem sie die Wäschestücke über die Leine legen oder mit einer Wäscheklammer befestigen. Trockene Wäsche wird dann abgenommen und gleichfarbige Socken zusammensortiert.

Dies ist schon die Vorstufe für ein beliebtes Spiel, das Memory-Spiel, das Kindergarten- und Grundschulkinder besonders gerne spielen. Immer zwei Kärtchen mit den gleichen Symbolen müssen hier gefunden werden.

Fazit

So können Kinder bei praktisch allen Hausarbeiten integriert werden. Beim Putzen bekommen sie auch einen eigenen Lappen, beim Staubsaugen dürfen sie die großen Schnipsel aufsaugen usw. Natürlich braucht man deutlich länger, besonders wenn man kleine Kinder mithelfen lässt. Dafür fühlen die Kinder sich nicht so ausgegrenzt, als wenn Mama oder Papa alle Hausarbeit verrichten und sie sich alleine beschäftigen müssen.

Keinesfalls sollte man die Arbeit der Kinder korrigieren, auch wenn am Tisch selbst nach dem Abwischen noch einige Essensreste kleben oder die Bettwäsche falsch zugeknöpft wurde. Die Kinder sind sehr stolz auf ihr Werk und man sollte sie auch in dem Glauben lassen, dass sie eine große Hilfe sind.

Quellen:

  • Tom Grote und Daniel Müller: Der Haushalt: Management für Heim und Herd, Sanssouci, 2007, ISBN 3836300486

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