Anbieter und Ablauf einer Familienberatung und bei welchen Problemen sie helfen kann

Eine Familienberatung steht Kindern, Jugendlichen, Eltern und sorgeberechtigten Personen kostenlos zur Verfügung. Dabei können es ganz unterschiedliche Themen sein, für welche die Betroffenen Hilfe und eine Unterstützung brauchen. Zu den Anbietern einer solchen Hilfe zählen beispielsweise Jugendämter sowie konfessionelle Einrichtungen. Rund um die Familienberatung - wer bietet sie an, wie läuft sie ab und bei welchen Problemen hilft sie? Wir informieren Sie.

Wir zeigen, bei welchen familiären Problemen sich das Aufsuchen einer Beratungsstelle anbietet und wie eine solche Familienberatung abläuft

Wann ist eine Familienberatung hilfreich?

Es gibt verschiedene Gründe, die eine Familie in eine Krise bringen kann. Hier will Familienberatung mit qualifizierten Kräften helfen. Es müssen aber nicht nur Schwierigkeiten sein, welche Familien eine Beratung in Anspruch nehmen lassen, es können auch ganz allgemeine und banale Erziehungsfragen sein, die erörtert werden sollen.

Die Beratungsstellen stehen zur Verfügung bei:

Familienkrise - Trennung und Scheidung

Trennungs- und Scheidungssituationen bringen viele Familien in Schwierigkeiten, oft leiden die Kinder am meisten und werden verhaltensauffällig. Hier kann eine Familienberatung für alle Beteiligten einen Ausweg aus der schwierigen Situation finden.

Dabei zeigt die Familienberatung Lösungsmöglichkeiten, die von den Familienmitgliedern umgesetzt werden müssen. Jede Familie kann aus den verschiedensten Gründen in eine Familienkrise stürzen, aus der sie ohne fremde Hilfe nicht mehr herausfindet. Ein objektiver und kompetenter Familienberater kann hier unterstützend eingreifen.

Eheprobleme

Eltern und Paare suchen auch eine Familienberatungsstelle auf, wenn es zu Problemen in der Ehe und Partnerschaft kommt. Diese können sich auch auf die Kinder auswirken und sie in Mitleidenschaft ziehen.

Problemkinder

Wenn es in der Familie kriselt, reagieren Kinder ganz unterschiedlich auf die angespannte Situation. Sie können mit Lern- aber auch mit Leistungsschwierigkeiten auffallen. Auch dafür sind Familienberatungen zuständig und bieten vielleicht noch andere Fördermöglichkeiten an.

Immer mehr Kinder

  • werden verhaltensauffällig
  • verfügen über eine nur geringe soziale Kompetenz und
  • haben Probleme im Sozialverhalten.

Dies macht Eltern oft hilflos und lässt sie fachkundige Hilfe suchen. Kinder können auch mit psychosomatischen Beschwerden reagieren, in solchen Fällen strebt eine Beratungsstelle auch immer eine enge Zusammenarbeit mit

an.

Viele Eltern sind bekümmert und machen sich große Sorgen um die Entwicklung der Kinder, dabei muss es sich nicht immer um Entwicklungsstörungen der Kinder handeln. Die Familienberatungsstelle ist für solche Fälle spezialisiert.

Jugendliche können ihre Familie vor ganz besondere Probleme stellen.

sind Themen, die hauptsächlich Jugendliche betreffen und welche die Eltern überfordern.

Aber auch Kinder und Jugendliche suchen ohne das Beisein ihrer Eltern eine Familienberatung auf. Oft weil sie sich nicht verstanden und schlecht behandelt fühlen oder Gewalt erfahren.

Wie Familienaufstellungen Alleinstehenden helfen können

Allein in Berlin leben rund eine Million Menschen alleine, ohne Lebenspartner und Kinder. In ganz Deutschland sind es etwa 16,5 Millionen. Die meisten sind mit dieser Situation langfristig nicht glücklich.

Warum Menschen alleine leben

Die meisten Menschen, die dauerhaft alleine leben, sind damit unzufrieden und haben mit inneren Problemen zu kämpfen. Viele befinden sich in einer Spirale, der sie kaum entkommen können, da sie offensichtlich immer wieder Fehlentscheidungen treffen oder ihre Beziehungen regelmäßig scheitern.

  • So ist es gar nicht selten, dass eine Frau zum Beispiel immer wieder an den gleichen Typ Mann gerät, der sie schlecht behandelt.
  • Andere wiederum werden in einer Beziehung immer an dem Punkt panisch, an dem es ernst oder verbindlich wird, und es kommt zu Streit und Trennung.

Aber wie kommt das?

Der Schlüssel liegt oft in der Vergangenheit

Systematische Therapeuten, die mit Paaren und Familien arbeiten, sind diese Phänomene nicht unbekannt. Oft handelt es sich um ein unterbewusst verankertes Verhalten, dessen Ursprung in der Familiengeschichte zu suchen ist. So können die Erfahrungen, Fehler und Ängste von Eltern und Großeltern unbewusst in uns nachwirken. Dazu gehören auch starke Erschütterungen wie

selbst wenn sie den problembelasteten Menschen nur indirekt betreffen. Auch wer als Frau beispielsweise seine Mutter, Großmutter oder Tante als ständig unterdrückt erlebt, entwickelt eventuell kein gesundes Verhältnis zu Männern.

Familienaufstellung

Diesen tief verborgenen Verletzungen, Ängsten und Abwehrmechanismen selbst auf die Spur zu kommen, ist oft unmöglich. Dabei helfen können einfühlsame Coaches und Therapeuten, die mit Familienaufstellungen arbeiten.

Die Entschlüsselung der Probleme ebnet den Weg für ein erfolgreiches Ändern der eigenen Sichtweise und des eigenen Verhaltens, sodass es für viele Menschen erstmals möglich ist, sich ganz auf eine Beziehung einzulassen - mit einem Partner, der ihnen gut gesinnt ist.

Man sollte sich also nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um etwas über sich zu lernen und an Lebensqualität zu gewinnen.

Wer Beratung für Familien anbietet

Familienberatung wird von unterschiedlichen Trägern angeboten, über die

  • Jugendämter
  • konfessionelle Einrichtungen oder
  • in freier Trägerschaft

stehen fachkundige Mitarbeiter zur Verfügung. Eltern, Kinder und sorgeberechtigte Personen, die an der Erziehung des Kindes beteiligt sind, haben einen rechtlichen Anspruch auf Hilfe zur Erziehung. Diese Beratungen werden kostenlos angeboten.

Zumeist werden

  • Einzelgespräche
  • Paargespräche und
  • Familiengespräche

angeboten. Die Experten der Erziehungsberatung verfügen über psychologische und pädagogische Kenntnisse. Sie können mit der Familie zusammen lösungsorientierte Ziele erarbeiten.

Ziel ist es, dass viele Fachkräfte verschiedener Fachbereiche zusammenarbeiten, zum Beispiel:

  • Ärzte
  • Heilpädagogen
  • Erzieher
  • Sozialpädagogen
  • Psychologen

Wie eine Familienberatung abläuft

Das erste Gespräch

In ersten Gesprächen wird sich die Familienberatung erst einmal ein Bild über die Gesamtsituation verschaffen. Ziel einer jeden Familienberatung ist es:

  • die Familien wieder in die Eigenverantwortung zu bringen
  • die Erziehungskraft zu stärken
  • die soziale und wirtschaftliche Situation entschieden zu verbessern

Sie ist helfend, vermittelnd, beratend und unterstützend tätig.

Lösungsmöglichkeiten suchen

Nachdem die akute und aktuelle Situation erfasst ist, wird die Familienberatung mit der Familie zusammen nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Dabei müssen sich die Familienmitglieder aktiv einbringen und mitarbeiten, um mögliche Lösungen umzusetzen.

Der Aufgabenschwerpunkt liegt in der Problembewältigung; dabei arbeiten die Familienberatungsstellen auch übergreifend und mit anderen Fachkräften und Einrichtungen zusammen.

Beratungsprozess

Nimmt eine Familie die Beratung in Anspruch, begibt sie sich in einen Beratungsprozess, der mehrere Stufen hat und einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt. Die Betroffenen haben einen objektiven Beobachter, der die Krise beurteilen kann und mit den Familienangehörigen Wege aus dem Konflikt sucht.

Dabei wird die aktuelle Problematik angeschaut und erfasst. Anschließend soll eine Entwicklung möglicher Ziele erarbeitet werden, dabei können weitere Betreuungs- und Beratungsangebote gemacht werden.

Verschiedene Beratungsarten - vom Notfall bis zur Prävention

Es gibt

  • eine krisenbezogene Beratung, die in akuten Notsituationen helfen will,
  • eine problembezogene Beratung, welche die Betroffenen umfassend informieren will, um das spezielle Problem abzuklären und
  • eine präventive Beratung, die vorbeugend der Aufklärung dient und Maßnahmen ergreifen will, um unerwünschte Entwicklungen aufzuhalten.

Die freiwillige Inanspruchnahme schafft ein Vertrauensverhältnis und motiviert die Betroffenen zur Mitarbeit. Dabei sollten Familienberatungen nie mit erhobenem Zeigefinger arbeiten, vielmehr sind sie verständnisvoll, einfühlsam und wohlwollend tätig.

Hilfe suchen zeigt Verantwortungsbewusstsein

Es sollte sich niemand scheuen eine Familienberatung in Anspruch zu nehmen. Sich Hilfe und Unterstützung zu holen ist weder peinlich noch beschämend. Es spiegelt auch nicht die Unfähigkeit der Betroffenen, sondern vielmehr deren verantwortungsbewusstes Handeln.

Meist sind die Betroffenen in einer Krise so gefangen, dass sie den objektiven Blick auf die Situation verloren haben. Ein Außenstehender kann dann mehr erkennen und hilfreich unterstützen.

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Quellenangaben
  • Depressed Teen in Therapy © Lisa F. Young - www.fotolia.de

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