Aspekte und Merkmale der Schulreife und Hinweise zur vorzeitigen Einschulung

Zwei kleine Mädchen liegen im Bett und lesen ein Buch zusammen

Bereit für die Einschulung? Wann ist eine vorzeitige Einschulung sinnvoll?

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  • von Paradisi-Redaktion

Wenn es um die Schulreife bzw. die Schulfähigkeit geht, darf nicht nur die intellektuelle Reife berücksichtigt werden. Auch das Sozialverhalten trägt maßgeblich dazu bei, ob ein Kind bereit für die Einschulung ist und den Schulalltag meistern kann. In manchen Fällen kommt die Frage einer vorzeitigen Einschulung auf; nicht immer erweist sich diese jedoch als sinnvoll. Informieren Sie sich über die Aspekte und Merkmale der Schulreife und Faktoren, die eine vorzeitige Einschulung sinnvoll erscheinen lassen.

Aspekte rund um die Schulreife

Die Schulreife eines Kindes wird heutzutage eher als Schulfähigkeit bezeichnet. Dabei handelt es sich um den Entwicklungsstand des Kindes, welcher zum Zeitpunkt der Einschulung als geeignet dafür befunden wird, dass das Kind in die Schule kommt.

Eine solche Voraussetzung für den Schulunterricht betrifft mehrere Bereiche. So überprüft man den

  • körperlichen
  • geistigen
  • seelischen und
  • sozialen

Entwicklungsstand.

Ab dem 6. Lebensjahr beginnt für Kinder die Schulpflicht. Viele Eltern stellen sich jedoch die Frage, ob ihr Kind zu diesem Zeitpunkt auch wirklich schon bereit für die Einschulung ist.

Denn auch wenn mit dem 6. Lebensjahr in Deutschland die Schulpflicht beginnt, ist deswegen nicht automatisch jedes Kind zur Einschulung bereit. So können manche Kinder noch nicht so lange ihren Lehrern zuhören oder stillsitzen. Andererseits gibt es aber auch Kinder, die ihren Altersgenossen um einiges voraus sind und deswegen schon früher eingeschult werden können.

Die Altersgrenze für die Einschulung handhabt man in vielen Bundesländern mittlerweile etwas flexibler. So werden fast überall Kinder, die zwischen dem 30. Juni und dem 30. September 6 Jahre alt sind, eingeschult. Nur in Berlin gilt als Stichtag der 31. Dezember.

Des Weiteren kann man auch Kinder einschulen, die erst 5 Jahre alt sind, aber bis zum 31. Dezember ein Alter von 6 Jahren erreichen. In diesem Fall wird die Entscheidung den Eltern überlassen. Voraussetzung ist jedoch, dass das Kind geistig, körperlich, sprachlich, sozial und emotional zur Teilnahme am Unterricht bereit ist.

Eine weitere Option ist, dass Kind ein Jahr lang zurückstellen zu lassen, sodass es noch ein weiteres Jahr die Vorschule oder den Kindergarten besuchen kann.

Vom individuellen Entwicklungsstand hängt es ab, ob eine frühe oder späte Einschulung sinnvoller ist. Ob ein Kind bereit für die Einschulung ist oder noch nicht, lässt sich an verschiedenen Kriterien erkennen.

In Deutschland ist die Schulpflicht also so geregelt, dass alle Kinder, die vor einem speziellen Stichtag geboren sind, schulpflichtig werden. Auf Wunsch der Eltern können auch so genannte "Kann-Kinder" eingeschult werden. Es handelt sich dabei um Kinder, die einige Monaten nach dem Stichtag geboren sind.

Trotzdem können auch Muss-Kinder, also Kinder, die vor dem Stichtag geboren sind, noch nicht schulreif sein. Schulreife hat schließlich nicht zwingend etwas mit dem Alter zu tun.

Viele Eltern wollen ihre Kinder besonders früh einschulen. Dabei sollten gerade diese Eltern jedoch überlegen, ob ihr Kind wirklich schon schulreif ist. Nur weil sich das Kind für das Thema Schule interessiert, vielleicht auch schon seinen Namen schreiben kann und recht groß gewachsen ist, sagt dies noch nichts über die Schulreife aus.

Zur Überprüfung, ob ein Kind schulfähig ist, gibt es unterschiedliche Testverfahren. Dazu zählen

  • der Göppinger sprachfreier Schuleignungstest (GSS)
  • der Kieler Einschulungsverfahren (KEV)
  • der Beurteilungsbogen für Erzieherinnen zur Diagnose der Schulfähigkeit (BEDS)
  • der Reutlinger Test für Schulanfänger (RTS) sowie
  • der Kettwiger Schuleingangstest (KST)

Soziale Reife

Zur sozialen Reife eines Kindes gehört beispielsweise, dass es bei Gesellschaftsspielen gut verlieren kann. Sicher darf es sich ärgern, wenn es wiederholt verloren hat, es sollte aber nicht regelmäßig vorkommen, dass das ganze Spiel vor lauter Zorn in die Ecke geworfen wird.

Extraversion

Ebenfalls wichtig für die Schulreife ist die Fähigkeit, auf andere, fremde Kinder zugehen zu können. Das Kind sollte offen Neuem gegenüber sein und sich auf neue Kinder und Lehrer einlassen können. Ein schulfähiges Kind ist zudem ausdauernd, kann sich eine gewisse Zeit gut konzentrieren und hat Spaß daran, neue Dinge zu lernen.

Körperliche Eignung

Auch die körperliche Eignung ist wichtig für die Schulreife. Dabei geht es nicht um die Körpergröße oder das Gewicht, sondern vielmehr um die Motorik.

  • Kann das Kind einen Stift halten?
  • Kann es Hände und Füße koordinieren?
  • Kann es das Gleichgewicht halten?

Auch Seh- und Hörvermögen sind wichtig für die Schulreife. Bestenfalls hat das Kind eine ähnliche Größe wie seine Altersgenossen und kann beim Herumtoben gut mit ihnen mithalten.

Neben der körperlichen Reife sind auch geistige und sprachliche Fähigkeiten sehr wichtig
Neben der körperlichen Reife sind auch geistige und sprachliche Fähigkeiten sehr wichtig

Geistige Reife und sprachliche Fähigkeiten

Sehr wichtig für die Beurteilung der Schulreife ist aber auch die geistige Reife. Ein Kind muss noch nicht schreiben, lesen und rechnen können, wenn es in die Schule kommt.

Die meisten schulreifen Kinder können jedoch mindestens bis 10 zählen und ihren Namen schreiben. Dabei ist es aber noch nicht wichtig, dass sie schon alle Buchstaben können.

Zur Schulreife zählt, wenn ein Kind heraushören kann, ob sich in einem Wort ein bestimmter Buchstabe befindet oder nicht. Es muss das Wort noch nicht schreiben können.

Auch das Reimen von Worten sollte ein schulreifes Kind können.

So sollte es beispielsweise wissen, dass die Worte Haus und Maus Reimwörter sind.

Geht ein Kind in die Schule, muss es in der Lage sein, bestimmte Wahrnehmungsleistungen zu erbringen. Dazu gehört zum Beispiel die Fähigkeit, Buchstaben optisch und akustisch voneinander zu unterscheiden oder wichtige Details einer Vorlage zu erkennen.

Voraussetzungen für das Lesenlernen in der Schule ist natürlich auch die sprachliche Fähigkeit des Kindes. Schulreife setzt voraus, dass die Kinder sich gut ausdrücken können. Zu den wichtigsten Voraussetzungen für einen positiven Schulbeginn gehört auch das Verstehen von Zusammenhängen.

Emotionale Voraussetzungen

Zur Schulfähigkeit können auch gewisse emotionale Aspekte eine Rolle spielen. Dabei handelt es sich um

  • Neugier
  • Selbstwirksamkeitserwartung
  • Selbstkontrolle
  • Zielstrebigkeit
  • Kooperationsfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit

Fazit

Alle Eltern, die ihre Kann-Kinder vorzeitig einschulen lassen möchten, sollten diese Punkte durchgehen. Viele ursprüngliche Kann-Kinder meistern die ersten Grundschuljahre problemlos, haben jedoch in den höheren Klassen im Vergleich zu älteren Klassenkameraden deutlich mehr Schwierigkeiten.

Dennoch gibt es sie: die schulreifen 5-Jährigen. Gleichzeitig gibt es aber auch 6-Jährige, die zwar als Muss-Kind schulpflichtig sind, aber noch nicht schulreif sind. Letztlich müssen die Eltern zusammen mit dem Kindergarten und der Schulleitung besprechen, was für ihr Kind das Beste ist.

Ob ein Muss-Kind zurückgestellt werden kann, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Ein Kann-Kind kann in jedem Fall problemlos erst ein Jahr später eingeschult werden.

Vorzeitige Einschulung - wann ist sie sinnvoll?

Die Einschulung ist eine Aufnahme des schulpflichtigen Kindes in die Grundschule als erste Stufe des Regelschulsystems. Das Einschulalter liegt zwischen fünf und sieben Jahren - es ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Im Einzelfall entscheidet die Schulleitung auf Antrag der Erzieher über eine vorzeitige Einschulung.

Kinder-Richtlinien

In Deutschland sind die Kinder-Richtlinien eine Rechtsgrundlage für die einzelnen Kindervorsorgeuntersuchungen. Sie werden mit den Bezeichnungen U1 bis U9 im gelben Kinder-Untersuchungsheft, dem so genannten "Gelben Heft", vom Kinder- beziehungsweise Jugendarzt dokumentiert.

U9-Untersuchung

Die U9-Untersuchung zwischen dem 60. und 64. Lebensmonat ist, ergänzend zur gesetzlich vorgeschriebenen und separaten Schuleingangsuntersuchung, eine Grundlage für die Entscheidung darüber, ob die vorzeitige Einschulung sinnvoll sein kann. Die U9 beinhaltet, ein Jahr vor dem Einschulungsalter von sechs Jahren, unter anderem Tests zum Hör- und Sehvermögen, zur Koordinationsfähigkeit sowie zum Sprachverständnis. Insgesamt wird festgestellt, ob das Kind gesund sowie altersgemäß entwickelt ist. Bewertet wird unter anderem, wie in dem mehrjährigen Zusammenspiel von Elternhaus und Kindertagesstätte beziehungsweise Kindergarten die emotionalen, geistigen, körperlichen, sozialen sowie sprachlichen Fähigkeiten entwickelt worden sind.

Vorzeitige Einschulung

Wenn in dieser Hinsicht sowohl der U9-Test als auch die Schuleingangsuntersuchung positiv verläuft, dann stellt sich für die Erzieher aus mehrerlei Sichtweise die Frage nach einer vorzeitigen Einschulung. Anlass dafür ist in den meisten Fällen die Aussicht darauf, durch die vorzeitige Einschulung im Anschluss an die Schulausbildung ein Jahr zu gewinnen.

Der Schüler kann somit das Studium oder die Berufsausbildung ein Jahr früher beginnen und beenden - dementsprechend vorgezogen ist der spätere Berufseinstieg. In der aktuellen Situation ist jedoch entscheidend, wie eine vorzeitige Einschulung von dem Kind umgesetzt wird.

Frage der Reife

Die Erzieher müssen bei ihrer Entscheidung abwägen und berücksichtigen, was sie ihrem Kind zumuten, ihm buchstäblich aufdrücken. Schulbesuch ist im Gegensatz zu Kita und Kindergarten ein messbarer Leistungsnachweis.

Das fünfjährige Kind muss also nicht nur von der Intelligenz, sondern auch von der Reife her bereit und in der Lage sein, dauerhaft Leistung bringen zu wollen. Das kann durchaus dann der Fall sein, wenn es sich bisher unterfordert bis hin zu gelangweilt fühlt.

Wenn das Kind täglich neue Fragen stellt, weil es die vorherigen Antworten allesamt verarbeitet hat, dann ist ein alsbaldiger Schulbesuch hilfreich. Oft kann in diesem jungen Alter schon gerechnet, geschrieben und gelesen werden. Die Uhr zu kennen ist eine Selbstverständlichkeit, und einmal Gesagtes wird auf Dauer behalten.

Vergleichbar mit dem Sport, wo in leistungsstarken Trainingsgruppen einer den anderen mitzieht, kann das in Familien mit mehreren Kindern auch so sein. Schulpflichtige Geschwister animieren dazu, mit ihnen gleichziehen zu wollen.

Wenn das klappt, dann ist das ein starkes Indiz für die vorzeitige Einschulung. Hier sollte der Erzieher nicht bremsen, sondern fördern.

Miteinander einer Gruppe

Ein wichtiger Aspekt ist die soziale Kompetenz im Miteinander einer Gruppe.

  • Ist das eigene Kind bei den anderen akzeptiert?
  • Ist es dominant?
  • ist es kommunikativ?
  • Wie verhält es sich in Anwesenheit Älterer?

Dem Erzieher muss bewusst sein, dass das vorzeitig eingeschulte Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhaft einer der Klassenjüngsten sein wird. Das hat Auswirkungen auf den zukünftigen Freundes- und Verwandtenkreis. Der rekrutiert sich aus dem Alltag, also aus der Klassengemeinschaft mit überwiegend älteren Mitschülern.

Intelligenz

Intelligenz setzt sich durch. Diese Feststellung ist zeitlos und sollte Erzieher dazu ermutigen, sich eher für als gegen eine vorzeitige Einschulung zu entscheiden. Die Intelligenz als Summe der kognitiven Fähigkeiten mit ihrem Intelligenzquotienten, dem IQ, steht fest.

Intelligenz ist kaum beeinflussbar - wohl aber das Lebensumfeld.

und weitere Eigenschaften des sozialen sowie gesellschaftlichen Lebens können allesamt geschult sowie gefördert werden. Das gehört zur altersgerechten Erziehung und Entwicklung des Kindes.

Besonders im jungen Alter kann gar nicht genug gelernt werden. Aufgenommenes Wissen sollte einen Mehrwert haben, eins muss auf dem anderen aufbauen. Was das Kind geistig aufnimmt, das sollte auch sinnvoll sein. Voraussetzung dafür sind ausreichend gute Intelligenz sowie ein Elternhaus, das sein vorzeitig eingeschultes Kind auf dem oftmals nicht leichten Weg zwar liebevoll, aber dennoch ganz zielgerichtet begleitet.

Reif für die Schule? - Die Checkliste mit wichtigen Fragen

Die folgenden Fragen können zumindest einen kleinen Wegweiser darstellen: je mehr Fragen man mit "Ja" beantworten kann, desto weniger Probleme wird der Nachwuchs beim Schulstart haben.

Was die geistige Entwicklung angeht, bieten sich folgende Fragen an:

  • Kann mein Kind mindestens bis zehn zählen?
  • Versteht mein Kind sprachliche Anweisungen?
  • Kann mein Kind eine kurze Geschichte mit eigenen Worten wiedergeben?
  • Ist mein Kind an Lern- oder Spielangeboten interessiert?
  • Kann sich mein Kind eigene Spiele ausdenken?
  • Kann mein Kind Aufgaben selbstständig zuende bringen?
  • Kann mein Kind Gegenstände nach Form und Größe ordnen?

In Sachen körperliche Entwicklung kann man sich fragen:

  • Kann mein Kind mit einer Schere einfache Formen ausschneiden?
  • Kann mein Kind auf einem Ball hüpfen?
  • Kann mein Kind einen Ball fangen/werfen?
  • Kann sich mein Kind selbst anziehen?
  • Hat mein Kind eine altersgerechte Körpergröße?

Und schließlich gibt es noch hilfreiche Fragen zur emotionalen und sozialen Entwicklung:

  • Kann mein Kind leicht Kontakte knüpfen?
  • Hat mein Kind Spaß beim Spielen in der Gruppe?
  • Hat mein Kind gelernt, eigene Bedürfnisse auch mal zurückzustellen?
  • Kann mein Kind eine Enttäuschung ertragen, ohne von mir getröstet zu werden?
  • Kann sich mein Kind leicth von mir lösen, wenn es sich im vertrauten Umfeld befindet?
  • Kann mein Kind seine eigenen Bedürfnüsse äußern?
  • Kann mein Kind Regeln - z.B. innerhalb einer Gruppe - akzeptieren?

Einschulungszeitpunkt beeinflusst den Bildungserfolg

Rückansicht kleines Mädchen vor Tafel, abc, 123
Vorschule © lu-photo - www.fotolia.de

In Deutschland hängen die Bildungschancen stark vom Alter bei der Einschulung ab, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung ergab.

Bei im Frühjahr geborenen Kindern ist die Chance für das Gymnasium eingestuft zu werden, besonders gering. Kinder, die nach dem Einschulungsstichtag geboren wurden, haben eine um acht Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit für eine Gymnasiumsempfehlung als diejenigen, die früher geboren wurden und somit fast ein Jahr jünger bei der Einschulung sind.

Die Autoren dieser Studie glauben, dass die älteren Kinder beim Zeitpunkt der Schulempfehlung reifer sind, als die jüngeren Kinder, und somit schulisch mehr leisten können.

Schlechte Noten und Mobbing: Früh eingeschulte Kinder haben es oft schwer

Kleiner Junge in gelbem T-Shirt knuddelt mit seinem beigefarbenen Teddy
sad boy © Marzanna Syncerz - www.fotolia.de

Der Druck auf Eltern, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen und die richtigen Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen, ist immens. Immer mehr Erziehungsberechtigte schicken ihre Zöglinge deswegen so früh wie möglich in die Schule. Dabei kann diese Entscheidung durchaus nach hinten losgehen, weiß Dr. Andrea Mühlenweg, Mitarbeiterin am Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim.

"Früher eingeschulte Kinder erhalten viel seltener eine Gymnasialempfehlung – die Wahrscheinlichkeit ist um ein Drittel geringer", berichtet sie. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Uni Hannover führte ihr Institut eine Studie mit hessischen Schülern durch, die zwischen 1993 und 1998 in die Schule gekommen waren. Die früher eingeschulten Kinder lagen mit ihren Leistungen teilweise deutlich hinter den anderen zurück. Sie waren zudem häufiger Opfer von Mobbing-Attacken.

Einschulung bereits mit fünf Jahren? Studie sieht negative Folgen für das Kind

Früher Schuleintritt ist bei besonders sensiblen Kindern nicht zu empfehlen

Junge in gelbem Shirt steht vor einer bunten Holzwand und hält einen Lutscher und eine Schultüte zur Einschulung
Schüler erste Klasse © drubig-photo - www.fotolia.de

Der Schuleintritt in Deutschland erfolgt im Regelfall entweder mit sechs oder sieben Jahren. Je nach Entwicklung des Kindes und dem Wunsch der Eltern entscheidet sich das Alter bei Einschulung im Einzelfall.

Eine Studie aus Großbritannien hat sich dem Thema gewidmet und nun interessante Ergebnisse veröffentlicht. Demnach kann sich ein früher Schulbeginn negativ auf die kindliche Psyche auswirken.

Untersucht wurden über 2.000 Jungen und Mädchen an mehr als 80 britischen Grundschulen. Ihr Alter wurde bei der Einschulung für die Studie erfasst und die psychische Entwicklung in den kommenden Monaten beobachtet. Es fiel auf, dass die jungen Erstklässler (teilweise erst fünf Jahre) mehr Stress verspürten, als ältere Klassenkameraden. Der negative Einfluss war zwar sehr, klein aber eindeutig messbar.

Besonders sensible Kinder starten besser etwas später ins Schulleben

Dabei ging es weniger um den Lernstress, sondern um das soziale Leben in der Schule. Die Kinder mussten sich mit den anderen Schülern ihrer Klasse messen und "beweisen", dass sie trotz jüngerem Alters gleich gut ins Klassengefüge passen. Diese Situation ist anstrengend für die Jüngeren und kann bei der Veranlagung zu psychischen Krankheiten zum Trigger werden, warnen die Forscher.

Die Ergebnisse der Studie könnten gleich auf zweifachem Wege für künftige Erstklässler eine Besserung mit sich bringen. Zum einen können die Lehrer dafür sensibilisiert werden, die Jüngsten in ihrer Klasse noch genauer zu beobachten und bei Stresssituationen im Interesse der Kinder zu reagieren. Der Druck sich zu bewähren, sollte nach Möglichkeit von ihren Schultern genommen werden.

Zum anderen sollten Eltern genau überlegen, in welchem Alter sie ihre Kinder einschulen. Zeigt sich ein Kind bereits im Kindergarten als eher sensibel, ist es ratsam, unabhängig von der Intelligenz des Kindes einen späteren Schuleintritt ins Auge zu fassen. Das gibt dem Kind die Möglichkeit, psychisch weiter zu reifen und selbstsicherer ins Schulleben zu starten.

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    Die Schulfähigkeit kann in vielen Bereichen gefördert werden - lesen Sie im Folgenden, wie Sie Ihr Kind in diesem Zusammenhang unterstützen können...

    Die Schulfähigkeit fördern

    Manche Eltern greifen dem Unterricht der ersten Klasse vor, im Glauben, dass sie ihrem Kind damit den Schulstart erleichtern. So versuchen sie dem Kind beizubringen, schon einige Wörter schreiben und lesen zu können. Solch ein Vorgreifen kann bedeuten, dass es Ihrem Kind in den ersten Wochen der Grundschule langweilig wird und es danach den Zeitpunkt verpasst, aufzupassen und mitzulernen.

    Es gibt jedoch weit wichtigere Dinge, die ein Erstklässler können sollte und die sie mit Ihrem Kind bereits üben können. So sollte sich jedes Kind möglichst frei bewegen können, einen Ball fangen und auch werfen geübt haben und über ein kleines Mäuerchen balancieren. Ihr Kind sollte sich auch selbst waschen und anziehen können, am besten auch gelernt haben, seine Schuhe selbst zuzubinden.

    Ihr Kind sollte sich gerne und sicher mit Freunden unterhalten und mit ihnen spielen können. Daneben sollte es schon in ganzen Sätzen sprechen können und auch seinen Willen angemessen äußern und den Willen anderer Menschen zu respektieren gelernt haben.

    Beim Malen und Zeichnen hat es gelernt, den Stift oder den Pinsel im 3-Punkt-Griff zu halten, ohne sich dabei die Finger zu verkrampfen. Einfache Gesellschaftsspiele führen Sie mit Ihrem Kind zu Ende, ohne dass sich der Verlierer unfair verhält. Mit den folgenden Spielen und Tätigkeiten können Sie Ihr Kind in geeigneter Weise auf die bevorstehende Einschulung vorbereiten.

    Fröhliche Bewegungsspiele

    Sie können zum Beispiel den Weg zum Einkaufen nutzen, um Ihrem Kind Freude an der Bewegung zu bereiten: Wege, die mit Steinplatten ausgelegt sind, können in einer bestimmten Schrittfolge gegangen werden oder es dürfen keine Linien berührt werden. Am meisten Spaß macht dies Ihrem Kind natürlich, wenn die Regeln auch für Sie selbst gelten.

    Rot und Grün

    Auch das Spiel "Rot und Grün" macht Kindern in diesem Alter Spaß und fördert zugleich

    • die Konzentration
    • das Halten von Körperspannung und
    • das Regelverhalten:

    Mitten im Gehen rufen Sie (oder zur Abwechslung auch Ihr Kind) "Rot" und alle Mitspieler müssen mitten in der Bewegung anhalten. Erst, wenn einer von Ihnen ruft: "Grün", gehen Sie wieder weiter.

    Dieses Spiel sollte fern von Straßenkreuzungen gespielt werden, besser noch auf Plätzen, wie zum Beispiel im Außenbereich des Einkaufszentrums, wo keine Autos fahren.

    Basteln für die Feinmotorik

    Basteln Sie ein Legespiel aus geometrischen Formen – malen Sie die Formen mit einem recht dicken Filzstift auf Fotokarton auf; sicher möchte Ihr Kind die Formen gerne mit Ihnen zusammen ausschneiden. Beschränken Sie die Formen auf

    • Dreiecke
    • Vierecke
    • Quadrate und
    • Kreise

    und benennen Sie diese immer mit der richtigen Bezeichnung. Mit den bunten Formen kann Ihr Kind danach Bilder legen, zum Beispiel einen Hampelmann mit Hut, ein Haus mit Fenstern und Kamin.

    Überhaupt sollte Ihr Kind nun stets eine Kinderbastelschere, genügend Papier (in verschiedenen Stärken und Farben) sowie Stifte zur ständigen Verfügung bekommen. Wenn Sie selbst gerne Fenster- oder Türschmuck aufhängen, bieten Sie damit Ihrem Kind eine gute Anregung, mit Ihnen zu basteln.

    Gedächtnisübung

    Wenn Ihr Kind mit Ihnen zum Einkaufen geht, nennen Sie ihm noch zu Hause 3-5 Dinge, an die Ihr Kind Sie erinnern möge. Fragen Sie es dann vor dem Laden nochmal, ob es sich alle gemerkt hat. So trainieren Sie das Kurzzeitgedächtnis Ihres Kindes.

    Gute-Nacht-Geschichte andersherum

    Lassen Sie sich zur Abwechslung einmal von Ihrem Kind eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen oder fangen Sie eine Geschichte an und wechseln sich dann satzweise mit Ihrem Kind ab, um die Geschichte weiter zu erzählen. Auf diese Weise können Sie die Kreativität des Kindes fördern.

    Grundinformationen und Tipps zur Einschulung

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    • Bildnachweis: two young girls lying in the bed and reading a book together © Noam - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: first day of school © Wojciech Gajda - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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