Trotz Arbeitslosigkeit nach vorn blicken - Tagesgestaltung und Motivation für die Zukunftsplanung

Die tägliche Arbeit gibt oftmals einen persönlichen Sinn des Daseins und eine Motivation, an den persönlichen Fähigkeiten und Leistungen zu arbeiten. Im Falle der Arbeitslosigkeit fallen viele Menschen dann allerdings in ein tiefes Loch und beklagen fehlende Motivation und Lebensfreude. Was kann im Falle einer Arbeitslosigkeit unternommen werden, so dass es nicht zum Auftreten von derartigen depressiven Erscheinungen kommt, welche leicht auch krankhafte Züge annehmen können? Wie gestaltet man seinen Tag neben der Jobsuche? Die Antworten darauf finden Sie hier.

Wie man trotz Arbeitslosigkeit vermeidet, in ein tiefes Loch zu fallen

Mögliche Folgen der Arbeitslosigkeit

Zu viel Arbeit schadet der Gesundheit, das ist bekannt. Stress, Termindruck und schwere oder zu viele Aufgaben können zu körperlichen und seelischen Beschwerden führen.

Erstere treten vor allem auch bei körperlicher Arbeit auf, können zudem ebenso in kreativen Berufen vorkommen, sei es aufgrund von chemischen Substanzen, mit denen der Friseur in Kontakt kommt, oder durch Lösungsmittel, die von Malern eingeatmet werden. Selbst der ganz normale Bürojob kann seine Folgen haben - von Rückenschmerzen bis hin zum Burnout.

Doch neben der Arbeit ist es auch das Fehlen einer Beschäftigung, die krank machen kann. Ist man von der Arbeitslosigkeit betroffen, so kann dies verschiedene Folgen mit sich bringen:

Viele Arbeitslose haben mit dem sinkenden Selbstwertgefühl zu kämpfen
Viele Arbeitslose haben mit dem sinkenden Selbstwertgefühl zu kämpfen
  • das Gefühl, ausgegrenzt zu werden
  • den Verlust von Kontakten
  • den sozialen Abstieg
  • ein sinkendes Selbstwertgefühl
  • das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden
  • das Gefühl, ein Versager zu sein

Hält die Arbeitslosigkeit an, schwindet nach und nach die Lebensfreude. Durch die seelische Dauerbelastung verschlechtert sich auch der körperliche Gesundheitszustand, weil Erkrankungen schlechter verkraftet bzw. auch als unwichtig erachtet werden, schließlich fühlt man sich ohnehin schon nutzlos. Außerdem drohen in manchen Fällen auch Alkoholprobleme.

Nach vorn blicken

Der Arbeitslose sollte sich bewusst machen, dass der derzeitige Zustand nicht das Ende der Welt bedeutet. Dank unseres sozialen Systems ist man in seiner Existenz nicht bedroht.

Dieser prinzipiell angenehme Zustand sollte allerdings nicht dazu genutzt werden, den Alltag mit sinnlosen oder gar überhaupt keinen Inhalten zu füllen. Stattdessen erlaubt einem die momentane Arbeitslosigkeit das eigene Stecken von Zielen, welche kein Arbeitgeber, sondern man selbst diktiert.

Die Zeit nach der Kündigung

Eine Kündigung ist für jeden Arbeitnehmer ein harter Schlag. Schließlich gehen mit dieser häufig auch persönliche und finanzielle Zukunftsängste einher. Doch wie schafft man es, nach einer Kündigung nicht aufzugeben und weiter zuversichtlich nach vorn zu blicken, so dass die Motivation für die Zukunftsplanung nicht verloren geht?

Zunächst einmal sollte man die Kündigung nicht persönlich nehmen. Schließlich werden viele Kündigungen ausgesprochen, ohne dass der Arbeitnehmer irgendetwas dafür könnte. Stattdessen befindet sich das Unternehmen vielleicht gerade in einer wirtschaftlichen Krise, weshalb Arbeitsplätze gestrichen werden mussten. Eine Kündigung ist deshalb nicht als persönliches Versagen, sondern als ein unglücklicher Umstand zu werten.

Die nächsten Schritte in Ruhe planen

Ist dieser Schritt getan und diese Einsicht gewonnen, kann sich neu orientiert werden. Statt nun in eine starre Passivität zu verfallen oder im Übereifer sinnlose Aktionen zu tätigen, sollte man sich die Zeit nehmen um festzustellen, wo man sich denn gerade befindet und wo man sich in der Zukunft sieht. Schließlich ist die Kündigung eine vielleicht einmalige Chance, sich nicht nur über seine eigenen Wünsche und Zukunftspläne Gedanken zu machen, sondern diese auch in die Realität umzusetzen.

Umschulung oder Weiterbildung

Sollte man nun zum Schluss kommen, dass man im letzten Beruf überhaupt keine Erfüllung gefunden hat, dann ist nun vielleicht die Zeit für eine Umschulung gekommen. Alternativ kann sich auch innerhalb der alten Branche fortgebildet werden. So würde der Wiedereinstieg dann mit noch mehr Qualifikationen erfolgen, was die Erfolgschancen erheblich steigert.

Die Zeit der Arbeitssuche sinnvoll nutzen

Sind diese Pläne geschmiedet, kann sich gezielt nach einem neuen Job oder entsprechenden Möglichkeiten der Fortbildung umgesehen werden. Während dieser Zeit kann gleich noch neue Energie und Kraft getankt werden, beispielsweise indem man sich seinen Lieblingshobbys widmet oder Zeit mit der Familie verbringt. Wichtig ist es in diesem Zusammenhang, dass man optimistisch in die Zukunft blickt und seine Ziele nicht aus den Augen verliert.

Letztlich kann es noch helfen, sich durch vergangene Erfolge zu motivieren. So muss man einfach nur einmal an all jene Dinge denken, welche man bereits erfolgreich bewältigt hat.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf sollte man dann auch die weiteren Schritte angehen. Sei es die Bewerbung bei einem neuen Unternehmen, die Aufnahme eines Studiums oder der Weg in die Selbstständigkeit.

Jobsuche steht an erster Stelle

Zunächst einmal sollte die Jobsuche die zentrale Priorität darstellen. Sobald sich demnach die Möglichkeit bietet, ein Vorstellungsgespräch oder sinnvolle Praktika zu absolvieren, sollte diese Gelegenheit ergriffen werden.

Daneben kann sich aber auch aktiv auf die Jobsuche begeben und weiter gebildet werden, so dass Bewerbungsgespräche und eventuelle Aufnahmetests gut bestanden werden. Für letztere gibt es beispielsweise spezielle Bücher mit entsprechenden Aufgaben, deren Bearbeitung eine sinnvolle Vorbereitung ermöglicht.

Gesunder Tagesrhythmus und ausgewogene Ernährung

Neben der Jobsuche stellt sich aber auch die Frage, wie der Alltag überhaupt strukturiert und mit sinnvollen Inhalten gefüllt werden kann. Zunächst einmal sollte sich zum Ziel gesetzt werden, jeden Morgen spätestens um 8 aufzustehen. So vermeidet man lange Wachzeiten während der Nacht, was wiederum das Entstehen eines nachtorientierten und ungesunden Schlafrhythmus begünstigt.

Des Weiteren sollte die Nahrung, insbesondere das Mittagessen, selber zubereitet werden. So wird nicht nur Geld gespart, sondern es können sich auch Kochkünste angeeignet und gesunde Mahlzeiten zubereitet werden.

Sport

Ein weiterer wichtiger Grundstein des Alltags sollte die sportliche Betätigung sein. So schafft man einen Ausgleich zur Passivität des ansonsten bewegungsarmen Alltags. Durch Sport fühlt man sich nicht nur vitaler und wohler, sondern auch ausgelasteter und kann nachts besser schlafen.

Die Wahl des Sports ist dabei entscheidend. Die zwei Hauptkriterien sollten dabei Abwechslung und Regelmäßigkeit sein, so dass beispielsweise im Laufe einer Woche

wird. Neben dem eigenen Wohlbefinden steigert man so aber auch die körperliche Leistungsfähigkeit, wodurch der spätere mögliche Einstieg in aktive Arbeiten leichter fällt.

Weiterbildung und Vorbereitung

Des Weiteren kann der Tag aber auch zur Fortbildung und Informationsgewinnung genutzt werden. Ein täglicher Besuch der Stadtbücherei erlaubt beispielsweise das kostenlose Lesen zahlreicher Zeitschriften und Bücher. Letztlich sollte mit all diesen Maßnahmen schlicht ein gesunder Ausgleich zwischen Belastung und Erholung angestrebt werden.

Wichtig ist zudem, das Auftreten von depressiven Phasen zu vermeiden...

Vermeiden, in ein depressives Loch zu fallen

Um zu vermeiden, in ein depressives Loch zu fallen, gilt es also, sich bestimmte Ziele zu setzen. Diese können breit gestreut und somit prinzipiell alles sein, was die eigene Person interessiert.

Alles, was erstrebenswert scheint

Für manch einen können dies beispielsweise sportliche Ziele sein, auf deren Erfüllung hintrainiert wird. Die Anforderungen sind dabei egal, weshalb hierfür sowohl die Bewältigung eines Marathons als auch das Erlernen von Jonglieren mit vier Bällen in Frage kommt.

Für Feinschmecker kann es wiederum erstrebenswert sein, bestimmte Rezepte zu perfektionieren und ein breites Repertoire an Gerichten zu beherrschen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass man sich kurzfristige und langfristige Ziele steckt.

Aktivitäten und Sozialleben

Daraufhin kommt es nicht nur beim Verfolgen dieser zu einer Sinnfüllung. Vielmehr stellt auch die erfolgreiche Bewältigung derartiger Herausforderungen ein Erfolgserlebnis dar, welches dem Aufkommen depressiver Tendenzen entgegenwirkt.

Neben einem aktiven Angehen es Alltags und dem Stecken von Zielen kann einem aber auch die eigene Familie und der Freundeskreis jene Kraft geben, welche benötigt wird, diese zugegebenermaßen harte und unangenehme Situation durchzustehen. Dabei schöpft man nicht nur Zuversicht, sondern behält auch den Glauben an die eigene Person.

Die Vermeidung des Fallens in ein depressives Loch gelingt deshalb am besten, wenn der drohenden Passivität der Kampf angesagt wird. Nichtsdestotrotz sollten sich der Betroffene und die Angehörigen aber auch darüber im Klaren sein, dass es sich bei depressiven Erscheinungsbildern auch um die gleichnamige ernstzunehmende Erkrankung handeln kann. Diese bedarf wiederum einer ärztlichen Behandlung und kann alleine wenn überhaupt nur schwer überwunden werden.

Quellen:

  • Rolf Winkel: 111 Tipps für Arbeitslose. Arbeitslosengeld I, Bund-Verlag, 2006, ISBN 3766336398
  • Horst Marburger: Ansprüche bei Erwerbslosigkeit voll ausschöpfen, Walhalla U. Praetoria, 2006, ISBN 3802974832
  • Jürgen Brand: Arbeitslos - was nun?, Nomos, 2004, ISBN 3423580879

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