Zum ersten Mal wandern - was zu beachten ist: von der Kleidung bis zur Wanderapotheke

Junger lachender Mann mit Wanderrucksack lehnt an Zaun, im Hintergrund grüne Landschaft und Wasser

Wer das erste Mal wandern geht, muss wissen, welche Ausrüstung man benötigt, wie man sich richtig vorbereitet und möglichen Verletzungen vorbeugt

Sind Sie noch nie gewandert, und möchten Sie es einmal ausprobieren? Dann wünschen wir Ihnen viel Spaß und Erfolg, denn das Wandern ist eine Outdoor Beschäftigung, an der fast jeder gesunde Mensch Freude finden kann. Ein paar relevante Details sollten Sie beachten, damit Ihr erster Wanderausflug ein voller Erfolg wird. Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt.

Streckenlänge und -führung beachten

Beginnen Sie mit einer kleineren Wanderung, um zu erfahren, was Sie unterwegs erwartet. Lassen Sie sich von ortskundigen Menschen eine schöne und für Anfänger geeignete Tour empfehlen. Idealerweise begeben Sie sich dabei nicht in allzu hohe Höhen und begehen gut befestigte Wege.

Die erste Tour sollte nicht zu lang sein. So können Sie sie ohne zu große Ermüdung bewältigen und haben Zeit genug für erholsame Pausen. Genießen Sie die Natur ganz in Ruhe und ohne Zeitdruck.

Wanderschuhe kaufen

Bevor Sie zu Ihrer ersten Wanderung aufbrechen, sollten Ihre Wanderschuhe bereits gut eingelaufen sein. Tragen Sie diese deshalb vorher bei ein paar ausgedehnten Spaziergängen oder bei Ihren täglichen Besorgungen.

Achten Sie auch darauf, spezielle Wanderstrümpfe zu tragen. Sind Ihre Schuhe noch nicht ausreichend eingelaufen, kommt es schnell zu schmerzhafter Blasenbildung.

Wandertour planen

Laufen Sie nicht einfach ins Blaue, sondern planen Sie Ihre Wanderroute vorab. Entsprechendes Kartenmaterial hilft Ihnen, unterwegs die Orientierung zu behalten. Wählen Sie eine Tour, bei der Sie verschiedene Möglichkeiten zum Abkürzen oder Abbrechen haben.

Kleidung für alle Wetterlagen mitnehmen

Wählen Sie die richtige Kleidung. Gerade im Gebirge kann es sehr schnell zu Wetterumschwüngen kommen. In größeren Höhen ist es zudem häufig sehr viel kühler als im Tal.

Nehmen Sie deshalb einen Rucksack mit, in dem Sie

transportieren können. Vergessen Sie auch den Sonnenschutz nicht, vor allem für den Kopf.

Die richtige Funktionskleidung zum Wandern

Wer wandern geht, sollte bei seiner Kleidung Wert auf die richtigen Materialien legen

Älteres Paar beim Wandern mit Wanderstöcken
hiking seniors 11 © Patrizia Tilly - www.fotolia.de

Was für Viele entweder zu langweilig oder aber zu anstrengend ist, hat sich für eine ganze Reihe von Naturfreunden zum beliebten Hobby gemausert: das Wandern oder das (Nordic)Walking. Neben den dafür nötigen Stöcken sowie Wanderschuhen ist auch die Bekleidung von großer Bedeutung.

Das Zwiebel-Prinzip für Freude am Wandern

Generell gilt es dabei, auf Funkionskleidung aus Polyester, Nylon sowie Polyamid-Dobby zurück zu greifen, denn diese sind atmungsaktiv. Wer sich für diesen Sport in Schichten kleidet, wird viel Freude beim Wandern haben.

Die unterste Schicht sollte am besten aus einem Shirt oder Kurzarmhemd aus Polyester bestehen; dieses fängt den Schweiß auf und lässt ihn auf der Oberfläche verdunsten. Praktisch bei so einer Funktionskleidung sind auch die Lüftungsschlitze, wodurch der Luftaustausch reguliert werden kann. Solche Shirts können problemlos unterwegs gewaschen werden.

Dadurch, dass sie sehr schnell wieder trocknen, muss man von ihnen nicht viele Exemplare in den Rucksack packen. Um sich optimal vor kälteren Temperaturen, Regen sowie Wind zu schützen, gibt es in Outdoorgeschäften natürlich auch die passenden Jacken.

Ausreichend Flüssigkeit und Nahrung zu sich nehmen

Sehr wichtig ist es auch, dass Sie bei der Wanderung ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Verlassen Sie sich nicht unbedingt darauf, dass Sie an der Strecke eine Bewirtung vorfinden werden. Nehmen Sie stattdessen lieber eine Trinkflasche mit.

Trinken Sie schon, bevor der große Durst einsetzt. Damit der Körper leistungsfähig bleibt, ist es wichtig, dass seine Wasserspeicher gut gefüllt sind.

Ähnlich verhält es sich mit dem Essen. Nehmen Sie sich ausreichend Proviant mit, damit Sie unterwegs keinen Hunger leiden müssen. Und vergessen Sie nicht Ihr Mobiltelefon.

Tipps bei Wanderverletzungen

Wandern ist gesund - für Herz, Kreislauf und die Muskulatur. Es unterstützt das Immunsystem und sorgt für ein fittes und ausgeglichenes Gefühl mitten in der Natur.

Leider bleiben bei den meisten Wandertouren kleinere Verletzungen der Wanderer nicht aus. Schnell kommt es zu verstauchten Knöcheln und aufgeschürften Knien, die die Wanderfreude deutlich eindämmen.

Arnika und Ringelblume als natürliche Helfer

Zum Glück gibt es einige Mittel - auch aus der Natur - die für eben jene Notfälle wie geschaffen sind. Zum Beispiel die Arnika, die als Bestandteil vieler pflanzlicher Salben und Arzneimittel bei

hilft. Die Auszüge der Arnika wirken schmerzlindernd und beschleunigen wirksam die Heilung. Auch die Ringelblume ist ein starker Helfer, besonders bei

Sie hemmt das Wachstum von Keimen und Bakterien und hilft der Haut bei der Regeneration. Viele Wundsalben und Sport-Gels enthalten diese natürlichen Inhaltsstoffe.

Verletzungen vorbeugen und heilen

Wunden auf Wanderschaft versorgen
Wanderapotheke füllen

Die Wandertour sollte gut vorbereitet sein, um Stress, Hast und unnötige Verletzungen zu vermeiden. Sinnvoller ist ein gewisser Zeitpuffer.Die Kleidung sollte vor Wind und Wetter schützen, die Schuhe fest und ausreichend hoch sein, um die Knöchel zu unterstützen.

Ein kleines Erste-Hilfe-Paket sollte mitgeführt werden, damit eventuell entstehende Wunden direkt behandelt werden können. Wenn sich jemand am Fuß verletzt, gilt die P.E.C.H.-Regel:

  • Pause
  • Eis (kühlen)
  • Compression und
  • Hochlegen.

Notfallapotheke bei Touren im Freien immer dabei haben

Jetzt in der Sommerzeit verbringen viele Leute wieder mehr Stunden im Freien. Ob beim Spazierengehen, Wandern oder einem gemütlichen Beisammensein auf Wiesen, Experten empfehlen immer eine kleine Apotheke mit den wichtigsten Notfallarzneien mit dabei zu haben.

Neben Pflaster, Verbandszeug, einem Desinfektionsmittel für kleine Verletzungen sowie einer Zeckenzange gehören auch Mittel gegen Insekten und schmerzlindernde Salben zur Grundausstattung einer Reise-Apotheke. Auf längeren Wanderungen dürfen natürlich auch Blasenpflaster nicht fehlen.

Mit einer solchen Apotheke ist man für alle Zwischenfälle bestens ausgestattet und kann die Zeit bis zum Arzt gut durchkommen.

Nützliche Mittel für die Wanderapotheke

Was neben einer Grundausstattung in diese hinein gehört, entscheiden die Länge und Beschaffenheit der Strecke, die Witterung sowie individuelle Bedürfnisse.

Selbst bei bester Planung lassen sich kleinere Verletzungen oder Unfälle nie gänzlich ausschließen. In den Wanderrucksack gehört aus diesem Grunde auf alle Fälle ein Mobiltelefon, mit dem sich im Notfall Hilfe anfordern lässt. Kleinere Blessuren kann der Wanderer hingegen selbst behandeln, sofern er eine Wanderapotheke mit sich führt.

Was in eine Wanderapotheke gehört, hängt teilweise von der Länge und den Risikofaktoren der Strecke, aber auch von eventuellen Vorerkrankungen des Wanderers ab. Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, darf diese auch beim Wandern nicht vergessen.

Durchfall- und Schmerzmittel können ebenso hilfreich sein wie Sonnenschutzmittel oder Präparate zur Abwehr von Zecken und Mücken. Bei der Auswahl der jeweiligen Mittel kommt es unter anderem auf die Wanderroute und auf die Witterung an.

Blasen
Blasen treten häufig beim Wandern auf
Blasen treten häufig beim Wandern auf

Das Schuhwerk kann bei der Anprobe noch so gut gesessen haben, auf langer Strecke können selbst gut eingetragene Schuhe drücken. Dann bilden sich Blasen an den Füßen, die sehr schmerzhaft sind und das weitere Fortkommen deutlich beeinträchtigen. Wer diese nicht versorgen kann, muss unter Umständen die Wanderung abbrechen.

Unabhängig vom Wetter und von der Strecke sollten daher Pflaster und diverse Verbandsmaterialien in unterschiedlicher Größe mitgeführt werden. Für die Versorgung von Blasen bietet der Handel spezielle Blasenpflaster an, die ein gelartiges Polster bilden und das weitere Drücken des Schuhs unterbinden.

Wie man Blasen an den Füßen beim Wandern vermeidet

Im Patientenmagazin "HausArzt" gibt Dr. Michael Karsch, ein Sportmediziner aus Osnabrück, Ratschläge wie man beispielsweise die Blasenbildung an Füßen beim Wandern vermeiden kann. So sollte man erstens, wenn man neue Wanderschuhe gekauft hat, diese erst einmal bei kürzeren Strecken "einlaufen", was auch für Schuheinlagen gilt.

Manche wollen auch mit Pflastern die empfindlichen Stellen abdecken, doch dies ist verkehrt, denn beim Gehen lösen sich diese und verrutschen und so kommt es erst recht zur unangenehmen Blasenbildung. Besser ist es die Füße vorher gut eincremen, beispielsweise mit Vaseline oder auch mit Melkfett und auch niemals neu gekaufte Socken anziehen. Wandersocken sollten vor dem ersten Tragen erst einmal gewaschen werden, dann bilden sich weniger Falten und sich nicht so hart.

Wer das Pech hat und eine Blase hat sich gebildet, diese einfach so lassen, nicht aufstechen wegen der Infektionsgefahr, aber wenn sie platzt, einfach desinfizieren und mit einem Pflaster abdecken.

Hautabschürfungen, Hautrisse, Splitter und Zecken

Außerdem kann es zu Hautabschürfungen und –rissen kommen, die schnellstens versorgt werden sollten, damit es nicht zu Infektionen kommt. Eine Schere erleichtert das Zuschneiden des Verbandszeugs.

Offene Wunden sollten vor dem Abdecken mit einem Desinfektionsmittel behandelt werden. Auch dieses sollte also in der Wanderapotheke mitgeführt werden. Es kann als Tinktur oder als Spray verwendet werden.

Wer eine Pinzette zur Hand hat, kann problemlos eventuelle Dornen oder Splitter aus der Haut entfernen. Auch zum Entfernen von Zecken eignet diese sich - allerdings nur bedingt. Problemloser allerdings schafft eine Zeckenzange Abhilfe, die in der Anschaffung nicht einmal teuer ist.

Impfschutz

Außerdem sollte zu Beginn jeder Wandersaison die Aktualität des Impfschutzes, insbesondere der Tetanusschutz, überprüft werden und gegebenenfalls eine Auffrischung erfolgen.

Einfach aber wirkungsvoll: Wandern ist das ideale Trainingsprogramm für Körper und Geist

Eine Wandertour vereint effektives Training von Ausdauer und Kraft

Frau mit Jacke und Rucksack im Wald beim Wandern
frau beim wandern © Jörg Jahn - www.fotolia.de

Spazieren gehen und Wandern ist gesund. Mittlerweile erkennen einige Krankenkassen das Deutsche Wanderabzeichen sogar als vollwertige Leistung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge in ihren Bonusprogrammen an. Aber wieso eigentlich?

Zwei Wanderungen pro Woche zum Training von Kraft und Ausdauer

"Neben Ausdauer ist Kraft nötig", so Klaus Völker vom Sportmedizinischen Institut an der Uni Münster. Das bedeutet im Klartext: Wandern ist ein ideales Training für Muskulatur und Gelenke sowie auch für das Herz-Kreislaufsystem und den Stoffwechsel.

Wichtig sei jedoch, dass man regelmäßig Wandertrips in den Alltag integriere. Dafür sollten es schon zwei Wanderungen in der Woche sein, bei denen man mindestens eine halbe Stunde stramm auf den Beinen ist.

Es muss allerdings nicht immer ein Bergtrip in voller Montur sein. Nordic Walking ist beispielsweise eine angemessene Alternative. Von Zeit zu Zeit sollte man dann jedoch auch eine richtige Wanderung in den Ablauf integrieren.

Aber Vorsicht: Anfänger sollten sich - ob in den Bergen oder dem Flachland - nicht bei der Planung ihrer Routen übernehmen, sonst drohen bleibende körperliche Schäden.

Wanderungen im Herbst gut planen

Wer im Herbst wandern gehen möchte, sollte sich gut vorbereiten und alle wichtigen Gegebenheiten beachten

Wanderschuhe und Wanderstock auf einer Landkarte
Trekkingurlaub © Diana Kosaric - www.fotolia.de

Der Herbst ist die geeignete Jahreszeit für Wanderungen. Die Landschaft zeigt sich in ihrer ganzen Farbenpracht. Nun sollte man sich auf den Weg machen, bevor der Winter alles mit Schnee bedeckt.

Die passende Kleidung zum Wandern

Da die Temperaturen nicht mehr so hoch sind wie im Sommer, zieht es viele Menschen hinaus in die Wälder, Berge und Wiesen. Doch für echte Wanderfans gibt es ohnehin kein falsches Wetter, sondern nur unpassende Bekleidung.

Empfehlenswert ist es, sich nach dem "Zwiebelprinzip" zu kleiden. Lieber viele dünne Schichten tragen als wenige dicke. So können Wanderer flexibel auf jede Temperatur reagieren. Gerade im Gebirge sind je nach Sonneneinstrahlung große Unterschiede möglich.

Früheren Sonnenuntergang beachten und sich nicht überschätzen

Im Herbst passiert es immer wieder, dass Wanderer die Länge des Weges unterschätzen und auf dem Rückweg von der einbrechenden Dunkelheit überrascht werden. Eine Stirnlampe hilft, auf dem rechten Weg zu bleiben. Doch besser ist es, seine Touren so zu planen, dass die Rückkehr noch im Hellen erfolgt.

Die Bergwacht weist darauf hin, dass sich viele Menschen beim Wandern überschätzen. Unaufmerksamkeit und Erschöpfung zählen zu den häufigsten Ursachen bei Bergunfällen. Wer müde ist, kann leicht ins Stolpern geraten und ist dann nicht mehr in der Lage, schnell genug zu reagieren. Verstauchungen und Knochenbrüche können die Folge sein.

Die Wetterlage beachten

Wanderer sollten sich zudem nicht darauf verlassen, dass Berghütten immer noch geöffnet sind. Gerade im November schließen viele Unterkünfte. Daher ist es besonders wichtig, vor einer Bergtour einen Blick in den Wetterbericht zu werfen. Eine Kaltfront kann für Schneefälle bis hinunter ins Tal sorgen.

Grundinformationen und Hinweise zum Wandern

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Man relaxing on cliffside path holding map and laughing © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: calm female doctor with white blank board © Syda Productions - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: pflaster © Dron - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: hiking in the mountains © andreusK - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: trip © magdal3na - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Autumn forest scenery with rays of warm light © Smileus - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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