Bindehaut - Hält durch die Tränenflüssigkeit das Auge feucht

Als Bindehaut oder Konjunktiva bezeichnet man die Schleimhaut in der Augenhöhle. Sie sorgt für die dauerhafte Befeuchtung des Auges.

Von Jens Hirseland

Aufbau

Die Bindehaut, die auch als Konjunktiva oder Tunica conjunctiva bezeichnet wird, befindet sich am vorderen Teil des Augapfels. Diese Schleimhaut kommt an der Innenseite des Augenlids vor und reicht weiter bis ins Innere des Auges. Dabei verläuft die Bindehaut an der Augenlidkante und überzieht die hintere Fläche des Lids, die dem Augapfel zugewandt ist.

Beim Lidschlag der Augen wirkt die Bindehaut wie eine Art Wischtuch. Dabei verteilt sie die Tränenflüssigkeit über der Hornhaut (Cornea), ohne dass diese verletzt wird.

Im Inneren der Augenhöhle (Orbita) verbindet sich die Konjunktiva mit der Lederhaut (Sklera). Der vordere Teil der Lederhaut wird von der Bindehaut bis zum Anfang der Hornhaut überzogen. Diesen Abschnitt bezeichnet man auch als Tunica conjunctiva bulbi.

Der Hohlraum, der von der Bindehaut umhüllt wird, ist der Bindehautsack (Saccus conjunctivae). Die sich dahinter befindliche Nische wird als Bindehautgewölbe (Formix conjunctivae) bezeichnet. Dort befindet sich die Mündung der Ausführungsgänge der Tränendrüse (Glandula lacrimalis).

Am nasenseitigen Augenwinkel bildet die Bindehaut eine Zusatzfalte. Diese bezeichnet man auch als Nickhaut oder drittes Augenlid.

Zudem befinden sich in der Schleimhaut der Bindehaut einige Drüsenpakete, die akzessorischen Tränendrüsen. Sie sorgen für die wässrige Komponente des Tränenfilms.

Nervenversorgung

Die kleinen Nervenfasern, die durch die Bindehaut verlaufen, sind alles Äste des 5. Hirnnervs. Namentlich sind dies:

  • Nervus frontalis
  • Nervus lacrimalis
  • Nervus infraorbitalis und
  • Nervus nasociliaris.

Aufgabe

Hauptaufgabe der Bindehaut, die von zahlreichen Blutgefäßen durchzogen wird, ist es, beim Blinzeln Tränenflüssigkeit über das Auge zu verteilen, damit es nicht zu einer Austrocknung kommt.

Klinische Bedeutung

Anhand des Aussehens der Bindehaut bzw. ihrer Färbung ist es möglich, bestimmte Erkrankungen oder Mängel festzustellen.

  • Ist sie gerötet, kann dies ein Hinweis auf eine Bindehautentzündung sein, doch auch Heuschnupfen ist möglich.
  • Bei einer gelblichen Färbung besteht der Verdacht auf Gelbsucht.
  • Eine Blutarmut lässt sich beim genaueren Hinsehen an einer blasseren Bindehaut erkennen.

Beschwerden und Erkrankungen der Bindehaut

Bindehautentzündung

Häufige Auslöser für eine Konjunktivitis sind Infektionen mit verschiedenen Erregern oder Allergi
Häufige Auslöser für eine Konjunktivitis sind Infektionen mit verschiedenen Erregern oder Allergien

Die häufigste Erkrankung der Bindehaut ist die Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Dabei werden die Blutgefäße verstärkt gefüllt, wodurch es zu einer starken Rötung und Anschwellung des Auges kommt. Besonders betroffen von einer Bindehautentzündung sind Kinder.

Ursachen

Mögliche Ursachen der Konjunktivitis können sein:

Symptome

Das charakteristischste Symptom einer Bindehautentzündung ist das stark gerötete Auge. Darüber hinaus kommt es zu einer Absonderung von gelblichem Sekret aus dem Auge, wodurch sich die Augenlider verkleben können. Weitere Symptome können sein:

  • starker Tränenfluss
  • Juckreiz
  • das Gefühl einen Fremdkörper im Auge zu haben

Behandlung

Wie eine Bindehautentzündung behandelt wird, hängt von dem Auslöser des Leidens ab. So werden Entzündungen, die durch Varicella-Zoster-Viren oder Herpes-Viren verursacht werden, medikamentös mit dem Mittel Aciclovir behandelt.

Gegen bakteriell hervorgerufene Infektionen verordnet man antibiotikahaltige Augentropfen. Bei allergisch bedingten Bindehautentzündungen setzt man wiederum antiallergisch wirkende Augentropfen ein.

Hyposphagma

Als Hyposphagma bezeichnet man eine Unterblutung der Bindehaut oder auch subkonjunktivale Blutung. Die Hornhaut ist nicht betroffen. Zu Schmerzen oder einer Minderung der Sehschärfe kommt es bei der Blutung nicht.

Die Grünnde für das Hyposphagma sind unterschiedlicher Natur und können durch alltägliche Faktoren ausgelöst werden, aber auch durch Erkrankungen. Möglich sind