26. November 2009
Als Shiatsu bezeichnet man eine spezielle japanische Körpertherapie, die der Akupressur ähnelt. Dabei werden gezielt Druck und Reibung auf bestimmte Stellen des Körpers ausgeübt.
Sinn des Shiatsu ist die Behandlung von Beschwerden und Krankheiten durch die Ausübung von Druck, Dehnung und Reibung auf bestimmte Körperstellen. Auf diese Weise sollen die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert werden.
Der japanische Begriff Shiatsu bedeutet übersetzt Finger (shi) und Druck (atsu), also Fingerdruck. Dieses Verfahren stammt aus Japan und lehnt sich an die traditionelle chinesische Massage an. Zudem gilt Shiatsu als Weiterentwicklung der Akupressur. Behandlungsmethoden, die dem heutigen Shiatsu ähneln, wurden bereits im 10. Jahrhundert in Japan angewandt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kombinierte man unterschiedliche Formen von energetischer Körperarbeit und manuellen Therapien miteinander und fasste sie unter dem Begriff Shiatsu zusammen. Dadurch wollte man sich von reinen Entspannungsmassagen abgrenzen. Seit den 20er Jahren hat sich Shiatsu in Japan fest etabliert. Wichtigste Vertreter dieser Therapieform waren Tokujiro Namikoshi und Shizuto Masunaga. Während Namikoshi die erste Shiatsu-Schule in Japan begründete, rief sein Schüler Masunaga den Zen Shiatsu ins Leben und machte die fernöstliche Methode auch im Westen bekannt. In Deutschland kommt die japanische Massageform seit den 70er Jahren zur Anwendung. Im Laufe der Zeit entstanden auch einige Methoden, die sich an Shiatsu anlehnen, wie zum Beispiel Ohashiatsu, Seiki, Shin Tai sowie Tiershiatsu und Wasser-Shiatsu (Watsu).
Grundlage des Shiatsu ist, genau wie in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die Annahme, dass es im menschlichen Körper bestimmte Energiebahnen (Meridiane) gibt, die von der universellen Lebensenergie, dem Qi oder Ki durchflossen werden. Durch unterschiedliche Faktoren wie zum Beispiel Umwelteinflüsse, ungesunden Lebenswandel oder Stress, kann es zu Störungen des Energieflusses kommen. Folge davon sind Beschwerden und Krankheiten. Durch die gezielte Behandlung bestimmter Punkte des Körpers sollen die Meridiane durch Druck, Dehnung und Reibung wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, damit es zur Harmonisierung von Körper, Geist und Seele kommt. Zudem werden beim Shiatsu auch andere energetische Systeme, die man in Japan Tsubos nennt, stimuliert. Für die Behandlung kommt das ganze Körpergewicht des Therapeuten zum Einsatz. Auf diese Weise soll eine energetische Beziehung zu der zu behandelnden Person hergestellt werden. Der Patient sollte während der Behandlung offen, sensibel und aufmerksam sein.
Ob Shiatsu wirksam ist oder nicht, konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden. Durch die Massagen und Dehnungen der Muskeln kommt es jedoch eindeutig zu tiefer Entspannung und Wohlbefinden. Zudem soll Shiatsu einen positiven Effekt auf das Immunsystem und das vegetative Nervensystem bewirken.
Zur Anwendung kommt Shiatsu sowohl zur Gesundheitsvorsorge als auch zur Behandlung von Verspannungen, Bewegungseinschränkungen oder bei seelischen Problemen. Auch als Selbstbehandlung zur Entspannung nach einem anstrengenden Tag, kann Shiatsu angewandt werden. Nicht durchgeführt werden sollte Shiatsu dagegen bei schweren Herz-Kreislauferkrankungen, Risikoschwangerschaften, Knochenschwund (Osteoporose), akuten Entzündungen sowie bei Krebserkrankungen.
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