16. August 2008
Von K. Schumann
Heilerde ist schon seit langer Zeit ein bewährtes und häufig genutztes Heilmittel bei allerlei Beschwerden. So machten sich schon die Ägypter die positiven Eigenschaften der Heilerde zu Nutze.
Schon 2000 v.Chr. nutzten die Ägypter Heilerde bei Stichen oder als Gegenmittel bei Vergiftungen. Auch die Römer wussten die therapeutische Wirkung der Heilerde bei rheumatischen Beschwerden zu schätzen. Es gab Zeiten, in denen Heilerde sogar mehr wert war als Gold. Beinahe 4000 Jahre später nutzten auch der berühmte Pfarrer Kneipp oder Adolf Just, ein Pionier der Naturheilkunde, Heilerde für Umschläge oder auch für die innere Anwendung.
Heilerde ist naturreiner Löss, eine Mischung aus verschiedenen Mineralien. Bei Löss handelt es sich um eine spezielle Gesteinsschicht, die während der Eisschicht entstanden ist. Löss ist von Natur aus sehr fein und pulverförmig. Es enthält unter anderem Silizium, Kalzium, Eisen, Kalium und Magnesium. Heilerde ist ein reines Naturprodukt ohne chemische Zusätze.
Heilerde hat von Natur aus einen hohen Anteil an quellfähigen Bestandteilen. Durch den Verarbeitungsprozess, in der die Heilerde noch feiner gemahlen wird, vergrößert sich die "innere" Oberfläche der Teilchen. Je größer die Oberfläche ist, desto mehr Stoffe können gebunden werden. So wirkt die Heilerde quasi wie ein Schwamm. Sie nimmt Stoffe auf und bindet sie, so dass schädliche Stoffe ausgeschieden werden ohne "verstoffwechselt" zu werden. So kann Heilerde bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts hilfreich sein, da sie Bakterien bindet. Auch überschüssige Magen- und Gallensäuren werden so inaktiviert. Gerade bei Völlegefühl, Reflux oder allgemeinen Verdauungsstörungen ist eine Anwendung mit Heilerde zu empfehlen.
Zur inneren Einnahme eignet sich besonders sehr fein gemahlene Heilerde. Diese wird in ein halbes Glas Wasser eingerührt und getrunken. Man kann Heilerde jedoch auch ohne Wasser zu sich nehmen, in dem man sie im Mund einspeichelt. Der erdige Geschmack ist allerdings nicht jedermanns Sache. Trotzdem muss auf Heilerde nicht verzichtet werden, denn mittlerweile ist sie auch in Kapselform erhältlich, welche unzerkaut mit etwas Flüssigkeit geschluckt werden.
Bei der äußeren Anwendung beruht die heilende Wirkung auf einem von innen nach außen gerichteten Flüssigkeitsstrom. Die angerührte Heilerde trocknet von außen nach innen und somit entsteht ein Sog, der Wundsekrete, Stoffwechselprodukte oder Bakterien ausleiten kann.
Wird der Heilerdebrei kalt angerührt tritt zunächst ein kühlender Effekt ein, auf den aber relativ schnell eine Durchblutungssteigerung mit örtlicher Erwärmung eintritt. Durch diese Wirkung eignet sich Heilerde hervorragend zur Schmerzlinderung und Muskelentspannung. Für feuchte Anwendungen wird die Heilerde mit etwas Wasser oder auch Tee zu einem Brei angerührt und auf die gewünschte Stelle aufgetragen.
Bei nässenden Geschwüren, Insektenstichen oder Sonnenbrand empfiehlt sich die trockene Anwendung, bei der die Heilerde ohne Wasser auf die entsprechende Körperstelle aufgetragen wird.
Auch für Wellnessanwendungen ist Heilerde wunderbar geeignet. So können wöchentliche Gesichtsmasken zu einer deutlichen Verbesserung des Hautbildes führen. In einer Mischung von 1 Liter Wasser und 3 Esslöffeln Heilerde, lässt sich die Erde wunderbar als Shampoo benutzen und ein dünner Heilerdebrei einmal wöchentlich als Kur angewendet ist eine Wohltat für gestresstes Haar.
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