Wespenstiche - Ursachen, Symptome und Behandlung

Wespenstiche sind sehr schmerzhaft. In manchen Fällen können sie auch böse Folgen für den Betroffenen haben.

Die Entstehung von Wespenstichen und wie man sie erkennen und behandeln kann

Definition

Jeden Sommer sind unzählige Insekten unterwegs. Zu den wenig beliebten Exemplaren gehören die Wespen, denn ihre Stiche sind ziemlich schmerzhaft.

Verantwortlich für diesen schlechten Ruf sind vor allem die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, denn nur diese beide Arten, die die größten Wespenvölker bilden, werden Menschen gegenüber zudringlich und interessieren sich für deren Nahrung.

Besonders zahlreich sind die Wespen im Spätsommer unterwegs. In dieser Zeit lösen sich die Nester auf und die Arbeiterinnen suchen einzeln in der Umgebung nach Nahrung. In manchen Fällen können sie dabei sogar Bakterien wie Salmonellen oder Escherichia coli auf Nahrungsstücke des Menschen übertragen.

Unterschiede im Stechverhalten zu Bienen

Wenn eine Wespe zusticht, kommt es zur Freisetzung von Alarmpheromonen, wodurch weitere Wespen angelockt und zum Stechen animiert werden. Außerdem können Wespen, im Gegensatz zu Bienen, mehrmals zustechen. Bei einigen Menschen kann ein solcher Stich auch zu einer allergischen Reaktion führen.

Ursachen

Eine Ursache für Wespenstiche ist das Essen im Freien. Durch den Duft von süßer Nahrung wie Kuchen oder Limonadengetränken werden die Insekten angelockt. Aber auch Alkohol, Parfum oder gebratenes Fleisch ziehen sie an.

Wenn beim Essen oder Trinken eine Wespe versehentlich in den Mundraum gelangt, kann es dort zu einem Stich kommen. Hauptursache für Wespenstiche ist jedoch aggressives Verhalten. Wenn man nach einer Wespe schlägt, fühlt sie sich bedroht und wird aggressiv.

Ein weiterer Grund kann das Barfußlaufen über eine Wiese sein, da dann die Gefahr besteht, auf eine Wespe zu treten. In seltenen Fällen kann es auch passieren, dass man in einen Wespenschwarm gerät.

Verlauf

In den meisten Fällen verläuft ein Wespenstich positiv und die Beschwerden klingen nach ein paar Tagen wieder ab. In seltenen Fällen kann es aber auch zu Entzündungen oder Fieber kommen. Bei manchen Menschen besteht zudem die Gefahr einer allergischen Reaktion.

Symptome

Zu den typischen Symptomen eines Wespenstiches gehören:

Allergische Reaktion

Bei fünf Prozent aller Deutschen kommt es zu allergischen Reaktionen, die sogar einen allergischen Schock zur Folge haben können. Dabei kommt es zu Symptomen wie:

Im schlimmsten Fall kann ein Atemstillstand eintreten.

Schwellungen

Kommt es zu einem Stich in den Mund oder die Zunge, entstehen Schwellungen, die aber meist harmlos verlaufen und kein Grund zur Panik sind. Bei einem Stich in den Rachenraum besteht jedoch die Gefahr eines Anschwellens der Atemwege. In diesem Fall muss unbedingt eine medizinische Behandlung erfolgen.

Diagnose

Eine Diagnose bei einem Wespenstich kann schnell und einfach aufgrund des Hergangs gestellt werden.

Behandlung

Wespengift herausdrücken

Wenn es zu einem Wespenstich kommt, ist es empfehlenswert, das Gift der Wespe aus der Wunde herauszudrücken. Aussaugen oder Ausschneiden hingegen sollte unterlassen werden.

In Apotheken sind spezielle Saugstempel, mit denen sich das Gift aus dem Gewebe entfernen lässt, erhältlich.

Kühlen

Damit eine Schwellung verhindert wird, ist es ratsam die Einstichstelle mit Eiswasser zu kühlen. Dabei sollte die Kühlung rund ein bis zwei Stunden lang erfolgen.

Bei Kindern muss darauf geachtet werden, dass bei der Kühlung keine Erfrierungen entstehen. Zudem wird empfohlen, den betroffenen Körperteil ruhig zu stellen und hoch zu lagern.

Desinfizieren

Nach der Kühlung sollte die Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel behandelt werden. Zur weiteren Behandlung werden Teebaumöl oder essigsaure Tonerde-Lösung empfohlen. Diese wirken kühlend und desinfizierend.

Kratzen an der Einstichstelle sollte vermieden werden, da es sonst zu einer Entzündung kommen kann. Falls diese eintritt, ist sie mit desinfizierenden Salben oder Lösungen zu behandeln.

Bei allergischer Reaktion

Besteht die Gefahr einer allergischen Reaktion, muss diese mit Antihistaminika, Kortikoiden oder Adrenalin behandelt werden. Stehen solche Mittel nicht zur Verfügung, muss so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden.

Bei Stich im Mundraum

Kommt es zu Stichen in den Mundraum, sollte Eiswasser getrunken oder ein Eiswürfel gelutscht werden, um eine Schwellung zu bekämpfen. Bei Stichen in den Rachenraum muss ein Notarzt alarmiert werden.

Als Erste Hilfe-Maßnahme werden Eislutschen und Eiswickel um den Hals empfohlen. Kommt es zu einem Atemstillstand, muss eine Atemspende erfolgen.

Vorbeugung

Damit es nicht so weit kommt, gibt es einige Maßnahmen, um einem Wespenstich vorzubeugen. Wer im Freien isst und trinkt, sollte stets auf herumfliegende Wespen oder andere Insekten achten. Zudem sollte nur aus durchsichtigen Gläsern getrunken oder ein Strohhalm benutzt werden.

Nach einer Wespe sollte nicht geschlagen werden, da sie sonst aggressiv wird. Außerdem wird empfohlen, in Grünanlagen oder bei der Gartenarbeit lange Kleidung zu tragen sowie Arme und Beine zu bedecken. Beim Durchqueren einer Wiese ist es besser, Schuhwerk zu tragen.

Hohle Baumstämme sollten gemieden werden, da sich in ihnen Wespennester befinden können. Auch zu Mülltonnen oder frei herumstehenden Abfalleimern sollte besser Abstand gehalten werden.

Lesen Sie hier noch einmal zusammengefasst, welche wichtigen Tipps zur Vorsorge und Behandlung eines Wespenstiches empfohlen werden...

Kompakt zusammengefasst: Vorsorge und Therapie eines Wespenstiches

Jedes Jahr sterben rund 30 Menschen infolge eines Insektenstiches. In Deutschland gibt es mehr als 3 Millionen Menschen die allergisch auf Insektengifte reagieren. Doch nicht jeder Wespenstich ist so gefährlich.

Ein Wespenstich verursacht oft starke Schmerzen und eine massive Schwellung, die meist nach fünf bis sechs Tagen wieder abklingt. Kommen jedoch weitere Symptome wie

hinzu, ist Vorsicht geboten. In diesem Fall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, da die Gefahr eines allergischen Schocks besteht. Selbst wenn der Betroffene schon mehrmals von Wespen gestochen wurde und nie eine ungewöhnliche Reaktion zeigte, kann es sich um eine Allergie handeln.

Patienten mit einer Allergie werden nach dem Stich meist mit Antihistaminika und Kortikoiden behandelt. Insektengiftallergiker sollten immer ein Notfallset bestehend aus Antihistaminika (in Form von Tabletten, Spray oder Tropfen), Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure), Cortison und Beta- Sympathikomimetika bei sich tragen.

Doch auch wenn keine Allergie vorhanden ist, kann ein Wespenstich sehr unangenehm sein. Um eine starke Schwellung zu vermeiden, sollte die Einstichstelle direkt mit Eis gekühlt werden.

Ebenso kann es hilfreich sein, den Stich mit einer halben Zwiebel oder Essig einzureiben. Homöopatisch sind Ledum, Apis mellifica oder Vespa die Mittel der Wahl.

Um einen Wespenstich zu vermeiden, sollten folgende Dinge beachtet werden:

  • Trinken Sie nicht aus undurchsichtigen offenen Behältern, hier könnte sich eine Wespe verirrt haben
  • Lassen sie keine Lebensmittel unabgedeckt im Freien stehen
  • Laufen Sie nicht barfuss über Wiesen
  • Seien Sie vorsichtig in der Nähe von Obstbäumen oder Abfallkörben
  • Achten Sie darauf, dass keine Wespen unter ihre Kleidung gelangen können
  • Bringen Sie Insektengitter an Ihren Fenstern an
  • Bleiben Sie ruhig wenn eine Wespe in der Nähe ist. Wenn sie um sich schlagen gerät das Tier in Panik und sticht schneller zu

Wespen mögen den Geruch von Nelken, Salmiak, Basilikum und Zitrusfrüchten überhaupt nicht. Diese Tatsache können Sie sich zu Nutzen machen, um ruhige Abende im Garten ohne störende Wespen verbringen zu können.

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Quellenangaben
  • Wasp attack © Jens Ottoson - www.fotolia.de

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