28. September 2007
Das Schlüsselbein (Klavikula) ist ein kurzer (handlang), horizontal liegender Röhrenknochen über dem Brustkorb. Er ist mit dem Brustbein (=Sternum) und dem Schulterblatt (=Skapula) verbunden. Das Schlüsselbein stabilisiert die Schultern.
Die Klavikulafraktur entsteht bei einem Sturz auf die Schulter oder bei Gewalteinwirkung direkt auf das Schlüsselbein. Dieser Bruch tritt häufig bei Geburten oder durch Stürze bei Sportarten wie Skilaufen oder Radfahren auf. Der Bruch kann dabei an drei unterschiedlichen Stellen auftreten. Medial oder sternal am Brustbeinende, median also im mittleren Bereich des Schlüsselbeines oder lateral am Schulterende. Schwellungen und Druck- und Bewegungsschmerz erschweren eine normale Körperhaltung und ziehen Gefäß- oder Nervenentzündungen mit sich.
Eine Röntgenuntersuchung klärt ab, ob eine Operation notwendig ist oder ob ein Rucksackverband Entlastung bringt, indem die Schultern in eine normale Haltung zurück gebracht und entlastet werden und das Schlüsselbein nicht verkürzt zusammen wächst. Er wird um beide Schultern gelegt und auf dem Rücken angezogen und gehalten. Schonen und reduzieren von sportlicher Betätigung ist für den Behandlungserfolg wichtig. Komplizierte Brüche bedürften einer Operation in Vollnarkose. Sie richtet sich nach der Schwere des beschädigten Gewebes.
Die konservative Methode kommt ohne Operation aus, wenn nach Einrichten des Knochenbruches bzw. Einrenken des Oberarmkopfes in die Gelenkpfanne sowie durch die Ruhigstellung im festen Verband so ausheilt, dass der Knochen wieder stabil und das Gelenk ausreichend beweglich ist.
Neben der offenen Operation gibt es auch die arthroskopische Operation, in der über einen kleinen Hautschnitt ein Arthroskop in das Gelenk eingeführt wird. Um die Sicht innerhalb des Gelenks zu verbessern, wird Flüssigkeit oder Kohlendioxidgas eingeleitet. Der Arzt untersucht das Gelenk unter Sicht auf dem Bildschirm. Ergibt sich ein Befund, der arthroskopisch operiert werden kann, werden über kleine Hautschnitte zusätzliche Operationsinstrumente eingeführt. Das arthroskopische Verfahren erfordert beim Zugang zum Operationsgebiet den geringeren Eingriff. Es können jedoch nicht alle Operationen an der Schulter arthroskopisch durchgeführt werden. Oft weist die Schulter nach einer Arthroskopie Weichteilschwellung auf, die innerhalb weniger Tage zurückgehen. Es dauert ein halbes Jahr bis das Schlüsselbein unter Bewegungstherapie wieder voll belastbar ist.
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