4. November 2009
Um einen Vaterschaftsnachweis zu erbringen, wird ein Vaterschaftstest durchgeführt. Dafür sind Proben des Kindes und des mutmaßlichen Vaters erforderlich.
Für einen Vaterschaftstest wird ein genetisches Profil des Vaters erstellt, das mit dem des Kindes verglichen wird. Ein Vaterschaftstest basiert auf den Regeln der Vererbungslehre, was bedeutet, dass ein Kind jeweils die Hälfte der genetischen Merkmale des Vaters und der Mutter in sich trägt. Dafür erfolgt eine Bestimmung der Länge von bestimmten DNA-Stücken. Da diese individuell sind, ist eine Differenzierung zu anderen Menschen möglich. Aus einer komplizierten Rechnung, in die die Informationen über die DNA-Merkmale eingebracht werden, ergibt sich das Resultat des Vaterschaftstests. Da sich in einem Kind Erbanteile des Vaters befinden, müssen Teile der DNS-Stückchen der Probe des Kindes identisch mit denen der Probe des Vaters sein. Lassen sich bei einem Test keinerlei Übereinstimmungen finden, kann eine Vaterschaft zu 100 Prozent ausgeschlossen werden.
Damit ein Vaterschaftstest erfolgen kann, sind Proben des Vaters und des Kindes erforderlich. Auch eine Probe der Mutter ist hilfreich, da der Test sonst mit größerem Aufwand verbunden ist. Zudem erhöht eine Probe der Mutter die Genauigkeit des Tests. In der Regel wird mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe aus der Mundschleimhaut von den beteiligten Personen entnommen. Aber auch Hautzellen oder Haare mit Haarwurzeln eignen sich für einen Vaterschaftstest. Selbst Kaugummis oder Zahnbürsten sind in der Lage die benötigte DNA zu liefern. Bei diesem Test spielt das Alter des Kindes keine Rolle, sodass auch Neugeborene getestet werden können. Theoretisch ist ein Vaterschaftstest bereits während der Schwangerschaft möglich, jedoch besteht dabei die Gefahr einer Fehlgeburt. Daher wird in diesem Fall ein solcher Test nur dann durchgeführt, wenn ohnehin aus anderen Gründen eine Fruchtwasserspiegelung erforderlich ist.
Wurden die Proben entnommen, kommt es zu einer gründlichen Untersuchung in einem Labor, wo die Wahrscheinlichkeit einer Vaterschaft berechnet wird. Bei einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent gilt die Vaterschaft praktisch als erwiesen.
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