Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde: Test- und Untersuchungsmethoden

Als Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) wird ein Teilgebiet der Medizin bezeichnet. Dieses befasst sich mit Krankheiten von Hals, Nase und Ohren. Um diese auf deren Gesundheit oder gegebenenfalls auf Erkrankungen zu überprüfen, werden unterschiedliche Test- und Untersuchungsmethoden angewandt. Und auch im Bereich der Behandlung stehen verschiedene Maßnahmen zur Auswahl. Lesen Sie alles Wissenswertes über die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Wissenswertes über die HNO-Heilkunde und Hinweise zu Behandlungsmethoden

Womit beschäftigt sich die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde?

Ziel und Zweck der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) ist die Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches. Dazu gehören Krankheiten, Funktionsstörungen, Fehlbildungen sowie Verletzungen:

Zu den anatomischen Bereichen der HNO-Heilkunde gehören:

  1. die Ohren mit dem Innenohr, dem Mittelohr, dem Gehörgang, den Ohrläppchen und der Ohrmuschel
  2. die oberen Atemwege, die aus der Nase, dem Nasenrachenraum, den Nasennebenhöhlen, den Nasenhaupthöhlen, dem Rachen und den Rachenmandeln bestehen
  3. die unteren Atemwege, zu denen die Luftröhre und der Kehlkopf gehören
  4. die Mundhöhle, zu der die Zunge, die Gaumenmandeln, die Mundschleimhaut sowie die Speicheldrüsenausgänge und die Speicheldrüsen zählen

Teilgebiete der HNO

Als Kurzform für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde wird auch der Begriff HNO verwendet. Dabei umfasst dieses medizinische Teilgebiet:

  1. Diagnose
  2. konservative und operative Therapien
  3. Vorbeugung
  4. Nachsorge
  5. Rehabilitation

Überschneidungen der HNO mit anderen medizinischen Teilgebieten

In manchen Fällen kann es auch zu Überschneidungen mit anderen medizinischen Teilgebieten kommen, wie:

  • der Allergologie
  • der Dermatologie
  • der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • der Kinderheilkunde
  • der Inneren Medizin
  • der Neurologie
  • der Orthopädie

Anwendungsgebiete - Welche Krankheiten werden in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde behandelt?

Zur Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde gehören Krankheitsbilder wie beispielsweise:

Neben den Methoden der wissenschaftlichen Medizin werden auch Naturheilverfahren in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde angewendet.

Welche Untersuchungsmethoden gibt es im HNO-Bereich?

Um Erkrankungen, Fehlbildungen oder Funktionsstörungen im Kopf- und Halsbereich festzustellen, stehen der HNO-Heilkunde zahlreiche Test- und Untersuchungsmethoden zur Verfügung.

Dabei handelt es sich um:

Untersuchungen bei Erkrankungen des Halses

Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohrenbereiches sind oft vielfältiger Natur und bedürfen einer speziellen Untersuchung. Bei Erkrankungen des Hals-Rachenraumes, bei dem zum Beispiel Schwierigkeiten beim Schlucken auftreten, wird die betroffene Region mit einem Mundspachtel und unter Beleuchtung auf mögliche Erkältungskrankheiten oder Mandelentzündungen bzw. Vereiterungen untersucht.

In dem Fall, dass der Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht, wird mit einem Wattestäbchen eine Sekretprobe entnommen und anschließend analysiert, um zum Beispiel ein passendes Antibiotikum zu finden.

Laryngoskopie

Bei der Laryngoskopie können die Ärzte der HNO-Kliniken den Kehlkopf genau untersuchen. Vor Beginn der Untersuchung erhält der Patient eine örtliche Betäubung des Rachens.

Das Endoskop wird über die Nase in den Rachen vorgeschoben und endet schließlich am Kehlkopf. Der Arzt kann bei dieser Untersuchung die Schleimhaut sowie den Sprechvorgang und das Atmen des Patienten begutachten.

Will der Arzt auch den Schluckvorgang untersuchen, erhält der Patient eine spezielle Lösung, die aufgrund ihrer Färbung im Endoskop des Arztes sichtbar wird. Der Arzt kann dadurch feststellen, ob der Schluckvorgang einwandfrei funktioniert.

Untersuchungen bei Erkrankungen der Nase

Chronisch verstopfte Nasen deren Beschwerden oftmals von Fehlstellungen der Nasenscheidewände verursacht werden, untersucht ein HNO-Arzt mit einer speziellen Sonde, um somit die Durchgängigkeit der Nasengänge zu überprüfen.

Dabei gehören auch spezielle Bestrahlungen oder das operative Entfernen von Nasenpolypen zur HNO-Heilkunde.

Untersuchungen bei Erkrankungen des Ohres

Besteht der Verdacht auf eine Mittelohrentzündung werden auch die Nasennebenhöhlen gründlich untersucht, da diese oftmals die Ursache für Entzündungen im Ohr bilden. Dabei wird ein Hilfsmittel, das die Form eines kleinen Trichters besitzt, angewendet.

Auch Schwerhörigkeit wird im Rahmen der HNO-Heilkunde untersucht. Dabei kommt es zur Anwendung von Hörtests (Audiometrie), bei denen mit verschiedenen Methoden die Hörfähigkeit des Patienten getestet wird.

Im Folgenden geben wir einen Überblick über unterschiedliche Untersuchungsmethoden.

Audiometrie

Die Audiometrie zählt zur Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und stellt ein Teilgebiet der Audiologie dar. Dabei greift sie auch auf Techniken der Neurologie zurück.

Mithilfe der Audiometrie ist es möglich, die Funktionen des Gehörs zu messen. Hier gehen wir im Detail auf diese Untersuchung ein.

Stimmgabelprüfung

Durch eine Stimmgabelprüfung lassen sich Hörstörungen nach der Stelle unterscheiden, an der die Hörschädigung auftritt. Dazu verwendet man eine spezielle Stimmgabel.

Mithilfe einer Stimmgabelprüfung ist es möglich, festzustellen, ob die Ursache der Hörschädigung vom Innenohr, vom Mittelohr oder vom Hörnerv ausgeht und ob es sich um eine Schallleitungsschwerhörigkeit oder eine Schallempfindungsschwerhörigkeit handelt. Informieren Sie sich hier genauer über die Stimmgabelprüfung.

Nasenspiegelung

HNO-Ärzte bezeichnen eine Nasenspiegelung auch als Nasenendoskopie oder Rhinoskopie. Gemeint ist damit eine Untersuchung des Naseninneren mithilfe eines speziellen Endoskops.

Mit diesem Gerät lassen sich vor allem die hinteren Bereiche der Nase beurteilen. Für den vorderen Bereich verwendet man dagegen ein sogenanntes Nasenspekulum, bei dem es sich um eine Trichterzange handelt. In unserem separaten Artikel erfahren Sie mehr über die Nasenspiegelung.

Ohrenspiegelung

Genau wie die Nasenhöhle kann auch das Innere des Ohrs mit einem Endoskop untersucht werden. HNO-Ärzte sprechen dann von einer Otoskopie.

Dabei kommt ein trichterförmiges Instrument, das man als Otoskop bezeichnet, zur Anwendung. Lesen Sie hier weiter über die Ohrenspiegelung.

Ohruntersuchungen

Um Erkrankungen des Ohrs festzustellen, wird eine Ohruntersuchung durchgeführt. Dabei erfolgen mehrere einzelne Untersuchungen.

Die Untersuchung des Ohrs zählt zu den Routinemaßnahmen der HNO-Heilkunde. Vorgenommen wird sie bei Beschwerden am Ohr wie zum Beispiel:

  • Ohrenschmerzen
  • Schwindelgefühlen
  • Hörstörungen

Doch auch bei anderen Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich wird mitunter eine Ohruntersuchung durchgeführt. Eine Ohruntersuchung besteht aus unterschiedlichen Methoden. Dabei unterscheiden Mediziner zwischen:

  1. einer gründlichen Betrachtung des Ohrs
  2. Funktionsprüfungen
  3. Hörtests
  4. einer Ohrenspiegelung

Falls erforderlich, wird auch das Gleichgewichtsorgan untersucht. Im Bedarfsfall sind noch weitergehende Spezialuntersuchungen möglich.

Nachdem der Patient dem HNO-Arzt seine Beschwerden geschildert hat, untersucht dieser das Ohr zunächst von außen. Dabei konzentriert er sich auf Entzündungsanzeichen, Schmerzen oder Veränderungen an der Ohrmuschel.

Otoskopie

Nächster Schritt ist die Durchführung einer Otoskopie mit einem Otoskop. Weiterhin lassen sich Funktionstests an der Ohrtrompete (Tuba auditiva) vornehmen. Diese stellt eine Verbindung zwischen dem Nasen-Rachen-Bereich und dem Mittelohr her. Außerdem ist sie wichtig für den Druckausgleich.

Valsava-Versuch

Als gebräuchlichster Tubenfunktionstest gilt der sogenannte Valsava-Versuch. Dabei schließt der Patient seinen Mund, während er sich zur gleichen Zeit die Nase zuhält. Durch das Ausatmen in die Nasen- und Mundhöhle kommt es zu starkem Druck, was normalerweise zur Öffnung der Ohrtrompete führt. Diese Öffnung kann der HNO-Arzt als Geräusch registrieren.

Der Valsava-Versuch ist auch im Rahmen einer Ohrenspiegelung möglich.

Ähnliche Untersuchungsmethoden sind der Toynbee-Versuch sowie das Politzer-Verfahren.

Tympanometrie

Eine Funktionsprüfung der Ohrtrompete kann auch mit einem speziellen Instrument erfolgen, was man als Tympanometrie bezeichnet. Dabei werden die Trommelfellbewegungen mithilfe eines akustischen Verfahrens ermittelt.

Zu den wichtigsten Maßnahmen der Ohruntersuchung gehört die Überprüfung des Gehörs. Diese Kontrolle kann durch eine Stimmgabelprüfung oder einen Hörtest (Audiometrie) vorgenommen werden.

Gleichgewichtsprüfung

Von einer Gleichgewichtsprüfung spricht man, wenn der Gleichgewichtssinn des Patienten überprüft wird. Zu diesem Zweck erfolgen unterschiedliche Testverfahren.

Durchgeführt wird eine Gleichgewichtsprüfung bei Schwindelgefühlen und Gleichgewichtsstörungen. So dient der Test dazu, die Ursachen der Beschwerden zu ergründen. Hier gehen wir näher auf die Gleichgewichtsprüfung ein.

Allergietests

Vermutet der Arzt als Ursache für die Beschwerden des Patienten eine Allergie, so wird dem Patienten Blut abgenommen und dieses auf spezielle Allergiewerte untersucht. Zusätzlich erfolgen Allergietests wie zum Beispiel der Prick-Test.

Im Vorgespräch konnte der Arzt bereits einige mögliche Allergie auslösende Substanzen ausschließen, so dass bei der Durchführung des Prick-Testes nur noch die möglichen Stoffe zum Einsatz kommen. Von jedem dieser Stoffe wird dem Patienten ein Tropfen auf den Unterarm gegeben und jeweils leicht eingeritzt, so dass die Lösung in den Körper des Patienten gelangen kann. Reagiert der Patient nun allergisch auf einen oder mehrere dieser Stoffe, so rötet sich die jeweilige Stelle.

Untersuchungen im Schlaflabor

Patienten, die zum Beispiel schnarchen oder nachts Atemaussetzer haben, werden in einem Schlaflabor untersucht, das meist in die HNO-Kliniken integriert ist. Die Patienten verbringen hier ein bis zwei Nächte zur Untersuchung.

Die Untersuchung beginnt jeweils abends. Dem Patienten werden verschiedene

angelegt.

Anschließend legt sich der Patient hin und schläft diese Nacht im Schlaflabor. Die Mitarbeiter beobachten die Werte des Patienten über einen Monitor.

Behandlungsmethoden im HNO-Bereich

Je nach Art der Diagnose können in HNO-Kliniken viele verschiedene Behandlungen durchgeführt werden.

Krebstherapie in der HNO-Klinik

Konnten die Ärzte einen gut- oder bösartigen Tumor diagnostizieren, so muss dieser meist operativ entfernt werden. Noch während der Operation wird der entfernte Tumor unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht, so dass der Arzt gegebenenfalls noch mehr Gewebe entfernen kann.

Patienten, die einen bösartigen Tumor haben oder hatten, werden meist auch mit einer Chemo- und/oder Strahlentherapie behandelt. Bei der Chemotherapie erhalten die Krebspatienten spezielle Medikamente, die so genannten Zytostatika, durch eine Infusion in die Vene. Während einer Strahlentherapie wird die Region bestrahlt, in der sich der Tumor befindet.

Hat ein Patient Kehlkopfkrebs, so ist es häufig notwendig, den Kehlkopf operativ zu entfernen. Dies hat jedoch schwerwiegende Folgen für den Patienten. Die Ärzte müssen während dieser Operation eine Verbindung zwischen den Atem- und den Luftwegen schaffen, da sonst die Nahrung in die Luftwege gelangt.

Damit die Patienten weiterhin normal atmen können, legen die operierenden Ärzte ein so genanntes Tracheostoma (Luftröhrenschnitt), welches am Hals zu sehen ist. Wurde der komplette Kehlkopf entfernt, so kann der Patient auch nicht mehr sprechen.

In den HNO-Kliniken können diese Patienten eine "Ersatzstimme" erlernen, die mit der Speiseröhre gebildet wird. Eine Alternative sind elektronische Geräte, die die Patienten ebenfalls in den HNO-Kliniken erhalten können.

Behandlung von tauben Patienten in der HNO-Klinik

Patienten, die auf beiden Ohren taub sind, kann oftmals ein so genanntes Cochlea-Implantat eingesetzt werden. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Die Ärzte legen eine Elektrode zur Gehörschnecke und implantieren das zugehörige kleine Gerät in das Ohr.

Durch dieses Gerät ist dem tauben Patienten ein spezielles elektronisches Hören möglich, das jedoch mit dem normalen Hören nichts zu tun hat. Trotzdem ist es diesen Patienten durch den sehr teuren Eingriff möglich, wieder mit der Umwelt zu kommunizieren.

Ästhetische Eingriffe in der HNO-Klinik

Auch ästhetische Eingriffe, die nicht medizinisch notwendig sind, werden in den HNO-Kliniken durchgeführt. In diesem Zusammenhang werden

Kinder, die unter abstehenden Ohren, umgangssprachlich auch Segelohren genannt, leiden, erhalten eine Operation, in der die Ohren angelegt werden.

Fachpersonal im HNO-Bereich

In den HNO-Kliniken arbeiten

Ebenso arbeiten auch viele nicht-ärztliche Mitarbeiter in den HNO-Kliniken. Neben Gesundheits- und Krankenpflegern (Krankenschwestern) arbeiten hier auch

Einrichtungen im HNO-Bereich

HNO-Kliniken sind entweder eigenständige Kliniken oder gehören zu großen Klinikkomplexen. Sie verfügen neben diversen Operationssälen über Untersuchungsräume wie zum Beispiel

  • eine schlafmedizinische Abteilung
  • die Phoniatrie und Pädaudiologie
  • die Audiologie und
  • ein Tinnituszentrum.

Im Bereich "Phoniatrie und Pädaudiologie" verfügen große HNO-Kliniken über eigene Berufsfachschulen für Logopädie. Hier können sich junge Menschen zu Logopäden ausbilden lassen.

Die Kliniken verfügen über viele verschiedene Geräte, wie zum Beispiel ein Gerät zur transkraniellen Magnetstimulation. Viele HNO-Kliniken verfügen auch über eine Abteilung für Patienten, die ein Cochlear-Implantat erhalten oder bereits erhalten haben.

Schwerkranke oder frisch operierte Patienten werden auf der Intensivstation der HNO-Kliniken behandelt und rund um die Uhr betreut. Hier stehen auch Beatmungsgeräte zur Verfügung. In einer anderen Abteilung der HNO-Kliniken werden Endoskopien wie zum Beispiel die Laryngoskopie durchgeführt. Auch ein Labor und eine Sonografieabteilung gehören zu den meisten HNO-Kliniken.

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  • Putting a drops in ear © Marin Conic - www.fotolia.de

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