15. September 2009
Besteht der Verdacht auf eine Allergie, kommt es zur Durchführung eines Allergietests. Bei der Ermittlung der Allergene kommen verschiedene Testverfahren in Frage. Diese werden vor allem als Hauttests durchgeführt.
1. Reibe-Test
Der sogenannte Reibe-Test gilt als verträglichster unter den diversen Allergietests. Ein negatives Testergebnis ist jedoch nicht besonders aussagekräftig. Negativ fallen die Hauttests dann aus, wenn es an der Hautstelle, die getestet wurde, nach einer gewissen Wartezeit nicht zu einer allergischen Reaktion kommt. Positiv sind die Tests, wenn Hautrötungen, Juckreiz oder Quaddeln als Reaktion auf die getestete Substanz entstehen, was eindeutig auf eine Allergie hinweist.
Bei einem Reibe-Test werden natürliche Allergene wie Hölzer oder Pflanzenextrakte auf die Haut des Unterarms aufgetragen. Zum Vergleich wird auf der anderen Unterarmseite eine Kochsalzlösung aufgetragen, die reaktionslos bleibt. Nach einer Wartezeit von ca. 15–20 Minuten stellt der Arzt fest, ob es zu einer Reaktion gekommen ist.
Verwendbar ist der Reibe-Test allerdings nur bei Typ I-Allergien wie eine Allergie auf Insektengift, Heuschnupfen, Schimmelpilzallergie oder Allergien auf Tierhaare. Für alle anderen Allergietypen ist der Reibe-Test nicht geeignet.
2. Scratch-Test (Ritz-Test)
Der Scratch-Test, der auch Ritz-Test genannt wird, kommt besonders dann zur Anwendung, wenn ein Allergen, welches eine Typ I-Allergie verursacht, bei einer normalen Testreihe nicht vorkam. Da der Scratch-Test ein wenig schmerzhaft ist, wird er bei Kindern eher selten angewendet. Bei diesem Allergietest wird mit einer Lanzette der Rücken oder Unterarm auf einer kleinen Fläche von fünf Millimeter angeritzt, ohne das es zu einer Blutung kommt. Danach werden verschiedene Allergenlösungen auf die angeritzten Stellen aufgetragen. Nach rund zwanzig minütigen Wartezeit wird ermittelt, ob eines der Allergene zu einer positiven Reaktion geführt hat.
3. Prick-Test (Stichtest)
Der Pricktest, auch Stichtest genannt, gilt als aussagekräftiger als der Scratch-Test. Dieser Allergietest wird wegen seiner Präzision als Standardtest eingesetzt. Bei diesem Testverfahren werden diverse Testlösungen mit den verdächtigsten Allergenen auf den Unterarm oder Rücken aufgetragen. Auf jeden aufgetragenen Tropfen wird eine Prick-Nadel- oder Lanzette gestochen, was aber nur ein leichtes Pieksen verursacht. Daneben werden zum Vergleich Histamin und Kochsalzlösungen aufgetragen. Nach 15-20 Minuten stellt der Arzt fest, ob es zu einer positiven Reaktion gekommen ist. Auch dieser Test ist vor allem für Typ I-Allergien aussagekräftig.
4. Intrakutan-Test
Dieser Allergietest gilt als sensibelster Test und kommt als Ergänzung zum Scratch- oder Prick-Test zur Anwendung. Mit ihm lassen sich auch Allergien vom Typ III oder IV feststellen. Allerdings kann er auch falsche Positiv-Reaktionen anzeigen.
Beim Intrakutan-Test werden Lösungen die aus Insektengift, Heparin und Penicillin bestehen in die Haut gespritzt. Zum Vergleich werden wiederum Histamin und Kochsalzlösungen angewendet. Wie bei den anderen Tests beträgt die Wartezeit auf eine Reaktion ca. zwanzig Minuten. Bei Spättyp-Allergikern erfolgt die Kontrolle zwei bis drei Tage später, da Kontaktekzeme erst bis zu 72 Stunden später auftreten können.
5. Epikutan-Test (Patch- oder Läppchentest)
Bei dieser Testform, die auch Patch- oder Läppchentest genannt wird, werden Hautpflaster, auf denen sich allergische Substanzen befinden, auf den Oberarm oder den Rücken der Testperson aufgetragen. Der Epikutan-Test eignet sich besonders für Typ IV-Allergien. So können damit Kontakallergien auf Arzneimittel, Chrom, Nickelsulfat oder Reinigungsmittel festgestellt werden. Auch allergische Reaktionen auf UV-Licht lassen sich damit nachweisen. Die Pflaster müssen 48 Stunden auf der Haut bleiben. Danach werden die Pflaster entfernt und die betroffenen Hautstellen 15 bis 30 Minuten später auf positive Reaktionen untersucht.
6. Provokationstest
Bei diesem Allergietest werden die verdächtigen Substanzen direkt auf das betroffene Organ gegeben. Da diese Tests aber nicht ohne Risiko sind und sogar zu einem anaphylaktischen Schock führen können, werden sie nur selten ausgeführt. Zu den verschiedenen Provokationstests gehören die nasale Provokation, bei der das Allergen direkt in die Nase gesprüht wird, der Konjunktivaltest am Auge, die orale Provokation, bei der die verdächtige Substanz direkt eingenommen wird und die bronchiale Provokation, bei der das Allergen eininhaliert wird.
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