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Die Spalthauttransplantation

Aufgrund von schweren Hautverletzungen kann eine Hauttransplantation erforderlich sein. Ein gängiges Verfahren ist die Spalthauttransplantation.

Nahaufnahme Mund, Nase, Kinn eines jungen Männergesichts mit 3-Tage-Bart

Hauttransplantationen sind aus verschiedenen Gründen nötig. So können durch Wunden, Geschwüre, Verbrennungen oder Verätzungen offene Hautstellen entstehen, die sich nicht von selbst regenerieren.

Eine Behandlung dieser Stellen ist unbedingt nötig, da sie anfällig für Infektionen sind und Schmerzen verursachen können. Außerdem fehlt die wichtige Schutzfunktion der Haut.

Prinzip der Hauttransplantation

Bei einer Hauttransplantation wird normalerweise körpereigene Haut des Patienten verwendet, was man auch als autologe Transplantation bezeichnet. Das heißt, dass die Haut von einer anderen Körperstelle wie dem Oberschenkel oder dem Gesäß entnommen und auf die offene Stelle verpflanzt wird.

Damit auch ein ästhetischer Erfolg erzielt werden kann, müssen Beschaffenheit und Farbe der Entnahmestelle der zu behandelnden Hautpartie ähneln.

Gängige Verfahren für eine Hauttransplantation sind die Vollhauttransplantation und die Spalthauttransplantation.

Vollhauttransplantation

Bei einer Vollhauttransplantation, die vor allem bei schweren Verletzungen zur Anwendung kommt, verpflanzt man komplette Hautareale zur behandelnden Stelle. Allerdings ist die Methode relativ kompliziert, da das Einwachsen an der Zielstelle schwieriger ist als bei einem Spalthauttransplantat.

Zum Einsatz kommen Vollhauttransplantate in erster Linie an sichtbaren Hautpartien wie dem Gesicht oder den Händen.

Spalthauttransplantation

Während bei der Vollhauttransplantation die ganze Oberhaut (Epidermis) verpflanzt wird, überträgt man bei der Spalthauttransplantation hingegen nur Teile der Lederhaut (Dermis). Dazu benutzt man entweder ein Skalpell oder ein Dermatom, ein spezielles feines Schneidwerkzeug. Man unterscheidet dabei zwischen Druckluftdermatomen, Elektrodermatomen und Handdermatomen.

Mit dem Schneidwerkzeug trägt der Operateur einen Hautlappen, der etwa 0,2 bis 0,6 Millimeter dick ist, ab und verwendet ihn zur Deckung der offenen Hautstelle. Da es bei Spaltlappen zu einer Schädigung von Haarfollikeln kommen kann, besteht das Risiko, dass an dem verpflanzten Hautstück kein Haarwachstum mehr möglich ist.

Voraussetzungen

Damit eine Spalthauttransplantation durchgeführt werden kann, ist es erforderlich, dass die zu behandelnde Stelle infektionsfrei und granulierend ist. Außerdem müssen Blutungen so weit wie möglich gestillt werden, denn Ansammlungen von Flüssigkeit zwischen dem Transplantat und dem Wundbett verhindern oftmals das Anwachsen.

Auch freiliegende Nerven, Sehnen, Knorpel oder Knochen verhindern, dass das Transplantat anwachsen kann.

Vor- und Nachteile

Der Vorteil der Spalthauttransplantation liegt vor allem in der guten Einheilung des Transplantats, selbst unter schweren Voraussetzungen. Allerdings hat die Methode auch Nachteile. So kommt es häufig zu einer gelbbraunen Verfärbung des Spalthauttransplantats, wodurch es natürlich optisch auffällt.

Darüber hinaus sind die Transplantate nicht besonders robust und können sich zusammenziehen. Auch die Spenderstellen, an denen die Haut entnommen wird, fallen für längere Zeit durch ihre geringere Pigmentierung auf, da es zur einer blassen Farbe kommt.

Quellenangaben

  • Bildnachweis: mouth © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

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