19. Mai 2009
Von Viola Reinhardt
Vitalstoffe sind absolut populär und hören sich ja so richtig neu an. Sind sie aber nicht, denn hierbei handelt es sich um Nährstoffe, die man ganz profan als Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe, Aminosäuren, bestimmte Fettsäuren und auch sekundäre Pflanzenstoffe kennt. Vital wurden sie allerdings unter anderem durch die Orthomolekulare Medizin.

Die Orthomolekulare Medizin beschäftigt sich mit der These, dass die meisten Erkrankungen und Beschwerden deshalb beim Menschen entstehen, weil dieser einen Mangel an den oben genannten Vitalstoffen aufzeigt. Bedingt durch eine Unterversorgung durch eine falsche Ernährung solle man durch eine gezielte Ernährung und vor allem Nahrungsergänzung diesen Mangel beheben können und dadurch auch wieder gesünder werden. Kann, nicht muss, denn bei dieser Methode handelt es sich um eine alternative Behandlung, die noch keine wissenschaftliche konkrete Belegbarkeit aufweist.
So wird in der Orthomolekularen Medizin empfohlen, dass man sich mit einer bestimmten Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Vitalstoff-Mangel einen Weg herausfinden und damit einhergehend auch die körperlichen Funktionen, sowie das entstandene Ungleichgewicht wieder in Balance bringen kann. Angesichts dieser Zufuhr der Vitalstoffe, soll es für den Organismus verträglicher und wirkungsvoller sein als wenn man versucht mit pflanzlichen Extrakten, synthetischen Medikamenten oder Heilkräuter den körperlichen Störungen entgegenzutreten.
Kritiker dieser alternativen Behandlungsmethode jedoch mokieren gleich drei Aspekte, die in der Orthomolekularen Medizin auftreten können. Zunächst dementieren sie eine generelle Unterversorgung mit den Vitalstoffen in der Bevölkerung. Bei einer ausgewogenen Ernährungsweise kommt es nicht zu einem Nährstoffmangel, es sei denn man leidet unter einer bestimmten Krankheit. Ein Mangel kann indes auftreten, wenn man sehr lange Fastet oder den Hang zur Magersucht aufzeigt.
Führt man dem Körper eine Überdosierung bestimmter Vitalstoffe zu, so etwa bei Vitaminen, dann erreicht man auf Dauer genau das Gegenteil. In der Orthomolekularen Medizin werden nämlich weitaus höhere Dosierungen empfohlen als es für den Körper gut wäre. So ist es nicht verwunderlich, wenn sich dann unter Umständen Durchfälle, schädliche Ablagerungen im Fettgewebe, Koliken, Gicht, Nierensteinen, Schilddrüsenproblemen oder auch Osteoporose einstellen.
Auch hinsichtlich der Wirksamkeit dieser Methode gibt es weder medizinische noch naturwissenschaftliche Studien und somit auch keine Belege, ob und wie viele Vitalstoffe sich positiv auf den Organismus des Menschen auswirken. Dieses Fehlen der Nachweislichkeit führt auch dazu, dass die Krankenkassen eine Behandlung mit der Orthomolekularen Medizin nicht finanzieren.
Insgesamt betrachtet, sollte man mit einer Behandlung per Orthomolekular Medizin etwas vorsichtig sein. Ernährt man sich ausgewogen mit viel frischem Obst, Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukten, Fleisch und Fisch, dann kommt es in der Regel zu keinerlei Mangel der Vital- oder Nährstoffe. Bei einer Unsicherheit, ob eventuell ein Mangel vorliegt, empfiehlt es sich Rücksprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker zuhalten.
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