5. Oktober 2009
Als Impfungen oder Schutzimpfungen bezeichnet man in der Medizin wichtige Vorbeugemaßnahmen gegen bestimmte Infektionskrankheiten. Impfungen können durch eine Injektion, nasal oder oral erfolgen.
Ziel und Zweck von Impfungen ist der Schutz vor schweren Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Wundstarrkrampf (Tetanus), Kinderlähmung, Keuchhusten, Diphtherie, Tollwut und Influenza (Grippe). Impfungen gehören zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen in der Medizin. Sie werden in drei Arten unterteilt. Dazu gehören die aktive Impfung (Vakzination), die passive Immunisierung sowie die Simultanimpfung. Aktive Impfungen erfolgen bei einem Menschen, dessen Organismus noch keinen Schutz gegen bestimmte Krankheitserreger besitzt. Dabei werden abgetötete oder fragmentierte Krankheitserreger oder deren Giftstoffe abgeschwächt in den Organismus eingebracht. Damit soll das Immunsystem des Körpers zur Herstellung von Antikörpern angeregt werden, um den Körper dadurch gegen die Krankheit zu immunisieren. Im Rahmen einer passiven Impfung erfolgt dagegen die Verabreichung eines Impfserums, das bereits in großer Konzentration Immunglobuline (spezielle Antikörper) gegen einen bestimmten Krankheitserreger enthält. Als Simultanimpfungen bezeichnet man Impfungen, die gleichzeitig aktiv und passiv sind. Dies geschieht vor allem bei Tetanus-Impfungen, um sowohl einen kurzfristigen als auch langfristigen Schutz gegen diese Krankheit zu gewährleisten. Impfungen können bei einer Vielzahl von bakteriellen oder viralen Krankheiten vorgenommen werden. Bei Impfstoffen unterscheidet man zwischen Mehrfachimpfstoffen und Einfachimpfstoffen, die nur speziell für eine Erkrankung vorgesehen sind. Einige Impfungen müssen in gewissen Zeitabständen neu aufgefrischt werden.
Durch die Anwendung von Impfprogrammen konnte eine Vielzahl von Infektionskrankheiten zurückgedrängt werden. Die gefährlichen Pocken gelten dadurch sogar als ausgerottet. Aufgrund der zunehmenden Impfmüdigkeit in der Bevölkerung besteht jedoch die Gefahr, dass manche Krankheiten wieder vermehrt auftreten. In der Bundesrepublik Deutschland werden Impfungen gegen Krankheiten wie Influenza, Tetanus, Tollwut, Röteln, Windpocken, Masern, Mumps, Kinderlähmung, Typhus, Hepatitis A, Hepatitis B, FSME, HPV, Gelbfieber, Diphtherie, Cholera sowie gegen Meningokokken und Pneumokokken empfohlen. Manche Impfungen sind nur bei Reisen in bestimmte Länder erforderlich.
Doch nicht nur Menschen werden gegen bestimmte Krankheiten geimpft, sondern auch Haustiere. So erfolgen bei Hunden zum Beispiel Impfungen gegen Tollwut, Staupe, Leptospirose, Parainfluenza oder Parvovirose. Hauskatzen werden vor allem gegen die Katzenseuche (Panleukopenie) und gegen Katzenschnupfen geimpft. Ebenso werden Pferde, Kaninchen und Frettchen geimpft. Das gleiche gilt für Nutztiere wie Rinder, Schafe, Schweine und Geflügel.
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