6. Januar 2009
Von Tanja Tasci
Das Gefühl des Hungers kennt jeder von uns, doch wer denkt schon bei Hunger daran, dass dieser Krankheitsbedingt sein könnte? Hunger kann ein wichtiger Hinweis für Essstörungen, Mangelerscheinungen oder auch psychische Belastungen sein, allerdings kommt es hier auf die Häufigkeit des Hungers an.
Hunger ist eines der Körpersignale, die wir täglich immer wieder wahrnehmen, wahrscheinlich unterschätzen wir deshalb den Hunger auch, denn Hunger bedeutet nicht nur, dass der Körper Nahrung braucht weil der Magen leer ist. Hunger der so gut wie immer vorhanden ist oder auch wenn so gut wie nie ein Hungergefühl auftritt, weißt darauf hin, dass eine Essstörung vorliegt. Normal sollte Hungergefühl nur dann aufkommen, wenn der Magen leer ist und der Körper neue Nahrung braucht, doch häufig ist das körpereigene System schon lange nicht mehr zuverlässig, denn immer mehr Menschen versuchen ihr Hungergefühl durch Tricks zu überlisten, dies ist auch eine der Folgen des Schönheitswahns der heute gängig ist. Auch Geschmacksverstärker in Fertiggerichten, Chips und Co sind Grund dafür, dass irgendwann der Körper kein natürliches Sättigungsgefühl mehr erreichen kann und viele Menschen unter Dauerhunger leiden und mehr Essen zu sich nehmen als der Körper eigentlich benötigen würde.
Essstörungen sind weiter verbreitet als man denkt, denn häufig fallen sie der Umwelt kaum auf. Das Hungergefühl wird selbst bei extremen Veränderungen von kaum jemand als krankhaft empfunden. Doch haben Ausschläge in jede Richtung meist einen tieferen Grund und haben häufig nichts mehr mit dem ursprünglichen und angeborenen Hungergefühl zu tun. Essen kann zum Beispiel zur Sucht und Ersatzbefriedigung werden, hier steht der Hunger nicht für einen Mangel an Essen, sondern viel mehr für einen Mangel an Zuneigung und Bestätigung. Auch eine Magersucht hat mit dem eigentlichen Essen nichts zu tun, sondern auch hier wird das Hungergefühl ausgetrickst, bis es sich auch ohne Essen bewältigen lässt. Bulimie ist das Wechselspiel zwischen übermäßigem Essen und Erbrechen und auch hier ist der Hunger nur noch Ausdruck für den seelischen Zustand.
Das ursprüngliche und angeborene Hungergefühl tritt meist regelmäßig auf und zwar immer dann, wenn der Körper merkt, dass die Energie nachlässt. Säuglinge zeigen es deutlich, denn sie verlangen in gewissen Abständen automatisch nach Nahrung und hören automatisch mit der Nahrungszufuhr auf wenn eine Sättigung auftritt. Die meisten Kinder fangen im Kindergartenalter deutlich an das Gefühl für den eigenen Hunger zu verlieren und fangen an mehr zu essen als der Körper braucht und dies nur weil die Nahrung so gut schmeckt und weil natürlich die Geschmacksverstärker hunger auf mehr machen. Es zeigt sich deutlich, dass ein natürliches Körpergefühl viel wert ist und auch nur der angeborene Hunger wirklich auf den Nahrungsbedarf hinweißt. Je schlechter das eigene Körpergefühl wird, umso mehr muss darauf geachtet werden wie sich das Hungergefühl verändert und in welche Richtungen es Ausschläge gibt. Wer bemerkt, dass sein Hunger nicht wirklich Hunger ist, der sollte unbedingt ein ärztliches Beratungsgespräch suchen, denn je früher man sich damit auseinander setzt umso leichter fällt es aus der Essstörung herauszufinden.
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