30. April 2010
Lärm kann Kinder krank machen. Nicht nur das Gehör, sondern der gesamte kindliche Organismus kann durch zu viel Lärmbelastung geschädigt werden.
Der Kinder-Umwelt-Survey (KUS) des Umweltbundesamts hat eine erschreckende Feststellung gemacht: Etwa eins von acht Kindern zwischen acht und 14 Jahren hat ein vermindertes Hörvermögen, meist bei mittleren und hohen Tönen. Die Ursache ist schnell ausgemacht: Lärm im Alltag.
Die Hörschäden stellen sich meistend schleichend ein und bleiben für lange Zeit unbemerkt. Erst wenn später im Leben irreparable Schäden da sind, fällt das geschwächte Gehör auf.
Die Ursachen können im Haushalt zu finden sein, sind aber auch sehr oft vermeintlich harmloses Spielzeug. Kinder lieben alles, was Krach macht - Trillerpfeifen, Trompeten und andere Spielzeuginstrumente, aber auch Kinderpistolen stehen auf der Beliebtheitsskala ganz oben, sind aber mit Vorsicht zu genießen. Auch an Karneval und Silvester sollten Kinder vor lauten Knall- und Pfeifgeräuschen geschützt werden.
Das Ausmaß der körperlichen Belastung von Lärm ist übrigens messbar: Ab Lautstärken von 30-50 Dezibel (dB) fällt es schwer, zu schlafen oder sich zu konzentrieren. Bereits 85 dB können bei Dauerbelastung das Gehör schädigen. Ab 120 dB kann bereits ein einmaliger Impuls, wie ein Knall, schädlich für das Innenohr sein.
Liegt eine Dauerbelastung vor, leiden nicht nur die Ohren, sondern der gesamte Organismus: Es kommt zu einem erhöhten Blutdruck und einem ständig hohen Pegel schädlicher Stresshormone. Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche sind weitere Folgen.
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