Schwangerschaftsgymnastik Artikel
Wie Schwangere Ihr Training ändern müssen
Von Andreas Hadel
Ob Sie es mögen oder nicht, Ihr Leben wird sich dramatisch ändern, sobald ihr kleiner Nachkomme das Licht der Welt erblickt. Und das muss sich auch an Ihrem Fitnesstraining bemerkbar machen. Mutter zu sein, ist streng genommen keine sonderliche Wohltat für ihren Körper.
Denn als Mutter haben Sie nun stets eine anfänglich niedliche, aber zuweilen doch quengelnde Last bei sich, die Sie in jeder Tagessituation umhertragen müssen, bis es selbst auf seinen Beinen stehen kann und entdeckt, dass man an Schränken prima hochklettern kann. Zudem müssen Sie das Kunststück fertig bringen, sich von der Schwangerschaft zu erholen und gleichzeitig ihrer Arbeit nachzugehen. Dazu müssen Sie jetzt all die Mami-Bewegungen machen, die Sie vielleicht noch nie zuvor getan haben. Alles zusammen kann zu ziemlich fiesen Schmerzen und Zipperlein führen. Mit dem richtigen Workout sind Sie die neuen Abenteuer des Lebens bestens gewappnet.
Änderung der Körperhaltung
Während der Schwangerschaft verändert sich Ihr Körper in vielerlei Hinsicht. Das Gewicht ihrer Gebärmutter, des heranwachsenden Babys und des größer gewordenen Busens hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Ihre Körperhaltung beeinträchtigt. Ihre Hüfte ist nun etwas nach vorn gekippt und die Schultern leicht gerundet. Einer medizinischen Publikation zufolge klagen rund 80 Prozent der Frauen während oder nach der Schwangerschaft über Rückenschmerzen. Eine Hauptursache dafür ist die verschlechterte Körperhaltung. Ihr Training sollte sich in dieser Zeit also auf die Stärkung ihrer Rückenmuskulatur konzentrieren und ihre Hüft- und Brustmuskeln beweglicher machen.
Der Beckenboden
Die Last des Babys, der Gebärmutter und die Strapazen der Geburt führen selbst bei durchtrainierten Frauen zu einer Schwächung des Beckenbodens. Das regelmäßige trainieren der Kegel-Übungen und anderer Übungen, die auf die Beckenbodenmuskulatur abzielen, kann u.a. mögliche Folgen wie Inkontinenz vermeiden.
Ihr Bauch
Ohne gezielt zu trainieren, wird Ihr Bauch nur sehr schwer wieder so flach und straff aussehen wie vor der Schwangerschaft. Ihre Bauchmuskeln wurden knapp neun Monate stark gedehnt. Bei manchen Frauen kann es dabei sogar zu einer Diastesis, einer Aufdehnung der Bauchdecke, kommen. Nicht allein aus optischen Gründen sollten Sie voller Eifer zu ihrer alten Bauch-Routine zurückkehren. Kräftige Bauchmuskeln können zudem Rückenschmerzen verhindern.
Unwohlsein
Es gibt viele Gründe, warum Sie sich nach der Schwangerschaft nicht sonderlich gut fühlen. Postpartale Depression, die Sorge, der neuen Herausforderung nicht gewachsen zu sein und ein Mangel an Schlaf sind nur einige von vielen möglichen Ursachen. Es gibt jedoch auch eine Menge der typischen Mama-Bewegungen, die Ihnen Unwohlsein bescheren können.
Kinderwagen
Viele Mütter tendieren dazu, ihren Rücken nach vorn zu krümmen, wenn Sie den Kinderwagen schieben. Suchen Sie sich ein Modell aus, dass Ihrer Körpergröße angemessen ist, so dass Sie den Wagen in einer aufrechten Körperhaltung bewegen können.
Kindersitze
Kindersitze können die Gesundheit Ihres Kindes retten, Ihnen allerdings ganz schön zu schaffen machen. Und zwar dann, wenn Sie sie häufig ihr Baby darin umhertragen müssen. Halten Sie möglichst den Kindersitz wie einen Wäschekorb mit beiden Händen vor sich. Ihre Wirbelsäule wird so gleichmäßig belastet.