Unter einem so genannten Windei versteht man die Fehlentwicklung eines befruchteten Eis während der Schwangerschaft. Dabei ist die Embryonalanlage entweder verkümmert oder fehlt sogar vollständig.
In der Medizin wird ein Windei auch als Abortivfrucht, Abortivei oder Windmole bezeichnet. Gemeint ist damit, dass in der Fruchthöhle keine Weiterentwicklung des Embryos stattfindet.
Da es sich bei einem Windei um die Fehlentwicklung eines befruchteten Eis handelt, geht es bereits in einem frühen Stadium der Schwangerschaft zugrunde.
Zu einem Windei kommt es bei zahlreichen frühen Fehlgeburten. So liegt bei 60 bis 90 Prozent aller spontanen Fehlgeburten, die sich während des zweiten Schwangerschaftsmonats ereignen, ein Windei vor. Daher handelt es sich bei einem Windei eigentlich um eine Frühform des verhaltenen Spontanaborts.
Als mögliche Ursachen für ein Windei kommen vor allem genetische Defekte infrage. Aber auch äußere Faktoren wie Sauerstoffmangel oder eine Vergiftung stehen zur Diskussion.
Ein typisches Merkmal für ein Windei ist, dass die Gebärmutter nicht wächst. Außerdem prägen sich die Schwangerschaftssymptome nur schwach aus. Bei manchen Frauen treten auch Schmierblutungen auf.
Diagnostiziert wird ein Windei durch eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung). Bei der Untersuchung lässt sich eine leere Fruchtblase ohne Embryo und Dottersack erkennen. Die Schwangerschaftsanlage erreicht meist nur eine Größe von höchstens drei Zentimetern.
Wurde ein Windei festgestellt, besteht die Möglichkeit, den Abort (Fehlgeburt) abzuwarten. Man kann die Schwangerschaft aber auch durch die Durchführung einer Kürettage (Ausschabung) beenden. Die Gefahr, dass es bei weiteren Schwangerschaften erneut zu einem Windei kommt, gilt als gering.
Als weiterentwickeltes Windei betrachtet man eine Blasenmole oder Traubenmole. Dabei handelt es sich um eine blasenartige Umwandlung der Plazentazotten. Außerdem kommt es zu einer Einschmelzung mit dem umgebenden Bindegewebe. Der Trophoblast wächst ständig weiter, wodurch eine normale Schwangerschaft vorgetäuscht werden kann.
Eine Blasenmole tritt nur selten auf. Es besteht jedoch das Risiko, dass sie zu einem bösartigen Chorionkarzinom entartet. Besonders betroffen von der Bildung einer Blasenmole sind schwangere Frauen unter 20 sowie über 40 Jahren.
Bemerkbar macht sich eine Blasenmole durch eine zu große und weiche Gebärmutter, starke Blutungen und Schmerzen im Unterleib. Zudem geht ab der 12. Schwangerschaftswoche eine schaumig-blasige Flüssigkeit ab.
Darüber hinaus leiden die betroffenen Frauen unter stark ausgeprägten Schwangerschaftsbeschwerden wie Spannungen in der Brust oder Übelkeit.
Bei einer Ultraschalluntersuchung lässt sich anstelle eines Embryos nur so genanntes Schneegestöber erkennen.
Hat sich der Verdacht auf eine Blasenmole bestätigt, ist die rasche Beendigung der Schwangerschaft erforderlich. Zu diesem Zweck verabreicht man der Patientin Medikamente, die eine Abstoßung des Gebärmutterinhalts bewirken. Anschließend wird eine behutsame Ausschabung der Gebärmutter vorgenommen.
Um zu gewährleisten, dass sich keine schädlichen Gewebereste mehr im Körper befinden, muss nach zwei bis sechs Wochen eine weitere Ausschabung erfolgen.
Besteht dagegen nur eine partielle Blasenmole, ist es sogar möglich, die Schwangerschaft fortzusetzen. Bei vielen Kindern liegt dann jedoch eine Chromosomenstörung vor.
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