22. Juli 2010
Eine Geburt verläuft in vier Phasen, die Presswehen sind die letzten vor den Nachgeburtswehen. Sie schieben im Normalfall zuerst den kindlichen Kopf und dann den Körper durch den Geburtskanal aus der Vagina.
Das ist die engste Stelle und dies bedeutet für Mutter und Kind die härteste Arbeit. Hat das Köpfchen diese Stelle passiert, rutscht der Körper meist problemlos nach. Kurze Zeit darauf, kann die Mutter ihr Kind im Arm halten. Die Geburt ist geschafft. Die meisten Frauen empfinden es als Erleichterung, wenn sie endlich mitpressen dürfen. Diese Phase der Geburt bezeichnet man auch als Austreibungsphase. Die Presswehen sind die stärksten und auch die schmerzhaftesten Wehen. Als Wehe bezeichnet man die Muskelkontraktion der Gebärmutter (Uterus), diese wird durch komplexe hormonelle Vorgänge ausgelöst, eine entscheidende Rolle spielt das Hormon Oxytocin. Die Wehen davor, dienen dazu den Muttermund zu öffnen, auch das ist sehr schmerzhaft. Hier darf die Frau noch nicht pressen. Während der Presswehen verspürt die Frau einen starken Druck auf den Damm und unter Umständen spürt sie einen starken Stuhldrang. Die Presswehen sind praktisch der Endspurt zur Entbindung. Das Ende ist in Sicht und die Frau mobilisiert noch einmal ungeahnte Kräfte. In dieser Phase ist auch die Tatkraft der Hebamme besonders gefragt. Bei einer normalen Geburt wird bei den Presswehen der Kopf geboren. Beim Pressen ist es völlig normal, dass Urin abgeht oder sich der Darm entleert. Um dem vorzubeugen wird oft vor der Geburt ein Einlauf gemacht.
Die Presswehen können unterschiedlich lang sein und werden von Frau zu Frau als unterschiedlich schlimm empfunden. Das Einsetzen der Presswehen ist von der Hebamme klar zu erkennen und für die Frau deutlich spürbar. Die Presswehen dauern in der Regel nicht so lange wie die vorausgegangenen Eröffnungswehen. Im Geburtsvorbereitungskurs lernt die Schwangere richtig zu atmen während der Presswehen. Die Hebamme gibt die Anleitung und so lange die Frau noch nicht pressen darf, muss sie veratmen um den Pressdrang zurückzuhalten. Die richtige Atmung während der Geburt trägt zur Linderung der Schmerzen bei und unterstützt einen guten Geburtsverlauf. Das richtige Atmen löst auch Angst und Spannung. Wehenschmerzen ordnet man den stärksten Schmerzen zu die es gibt.
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